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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2025

wichtige Themen, aber auch viele Klischees

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Der Titel klingt frischt, witzig und hat mich sofort neugierig auf die Geschichte dahinter gemacht. Inhaltlich konnte mich der Roman allerdings nicht sofort fesseln, nach den ersten beiden Kapiteln, die ...

Der Titel klingt frischt, witzig und hat mich sofort neugierig auf die Geschichte dahinter gemacht. Inhaltlich konnte mich der Roman allerdings nicht sofort fesseln, nach den ersten beiden Kapiteln, die überladen mit Vorurteilen und allen möglichen Klischees waren, habe ich überlegt, abzubrechen. Zum Glück habe ich durchgehalten und wurde danach belohnt, denn schon bald wurde es inhaltlich spannender und anspruchsvoller. Nina hat mir als Charakter gut gefallen, auch wenn sie sehr häufig wegen ihrem Alter ein Drama veranstaltet und um ihre Wechseljahre kreist, so hat sie mich durch ihr Engagement die missbrauchten Frauen zu unterstützen, auch wenn sie gegen harte Fronten kämpfen muss, sehr gut gefallen. Insgesamt waren alle weiblichen Charaktere zuerst klischeehaft, einseitig dargestellt und haben sich erst im Laufe der Erzählung entwickelt und auch ihre starken Seiten gezeigt, davon hätte ich gerne von Anfang an mehr gesehen. Mit der Zeit hat die Geschichte allerdings eine Sogwirkung erzielt, indem sich die einzelnen Handlungsstränge miteinander verknüpft und ergänzt haben. Vor allem die Me-Too-Debatte wurde von mehreren Seiten betrachtet und auch aufgezeigt, dass realistischerweise den Frauen eher selten geglaubt wird oder sie sehr hart um ihr Recht kämpfen müssen und danach in der Branche geächtet werden. Der Schluss war mir persönlich dann schon wieder zu glatt und perfekt, es hätte authentischer gewirkt, wenn nicht alles so rund gelaufen wäre.

Veröffentlicht am 23.03.2025

runder Abschluss der Trilogie

Die Kraft der Ebbe
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Der Kriminalroman ist der dritte Teil einer Trilogie und ich empfehle unbedingt, die ersten beiden Teile vorher zu lesen, da man ansonsten wichtige Zusammenhänge nicht so gut verstehen kann und die Lesefreude ...

Der Kriminalroman ist der dritte Teil einer Trilogie und ich empfehle unbedingt, die ersten beiden Teile vorher zu lesen, da man ansonsten wichtige Zusammenhänge nicht so gut verstehen kann und die Lesefreude dadurch getrübt wird. Auch wenn der Fall in sich abgeschlossen ist, so wird auf die vorigen Teile aufgebaut und auch die Ermittler*innen sind charakterlich schon bekannt und bekommen mehr Authentizität.
Die Geschichte rund um den de Jong Clan nimmt in diesem Teil den bedeutenden Part ein und wird immer gefährlicher. Ziel ist es, jetzt in die Offensive zu gehen, auf volles Risiko. Lina ist mir aufgrund ihrer umgänglichen und authentischen Art immer noch sehr sympathisch und ich freue mich, dass sie auch weitere Informationen aus ihrem Privatleben preisgibt, das macht sie umso sympathischer.
Am Ende werden alle offenen Fragen geklärt, die mich schon seit dem ersten Teil beschäftigt haben und auch alle Handlungsstränge werden zusammengeführt, sodass es einen runden Abschluss gibt.

Veröffentlicht am 23.03.2025

noch viele Fragen offen

Die Gewalt des Sturms
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Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Trilogie und ich empfehle unbedingt, den ersten Teil vorher zu lesen, da man ansonsten wichtige Zusammenhänge nicht so gut verstehen kann und die Lesefreude ...

Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Trilogie und ich empfehle unbedingt, den ersten Teil vorher zu lesen, da man ansonsten wichtige Zusammenhänge nicht so gut verstehen kann und die Lesefreude dadurch getrübt wird. Auch wenn der Fall in sich abgeschlossen ist, so wird auf den ersten Teil aufgebaut und auch die Ermittler*innen sind charakterlich schon bekannt und bekommen mehr Authentizität. Der Maulwurf in den eigenen Reihen konnte noch immer nicht enttarnt werden, da muss ich leider noch auf den nächsten Teil warten, obwohl ich schon einige Verdachtsmomente hatte. Die Erzählperspektive ist schildern, relativ ruhig, obwohl der Ermittlungsfall durchwegs spannungsgeladen ist. Die Geschichte rund um den de Jong Clan nimmt auch wieder einen größeren Part ein und Linas Kollege ist kurz davor aufzufliegen und das würde böse für ihn enden. Lina ist mir aufgrund ihrer umgänglichen und authentischen Art immer noch sehr sympathisch und ich freue mich auf den dritten und abschließenden Teil der Serie.

Veröffentlicht am 23.03.2025

privat und taktisch

Wisting und der ungewollte Verrat
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Der Kriminalroman kommt mit wenigen brutalen oder blutigen Szenen aus, verzichtet auch auf detaillierte Beschreibungen von Tötungsdelikten und dergleichen, dafür konzentriert er sich auf die Ermittlungsarbeit ...

Der Kriminalroman kommt mit wenigen brutalen oder blutigen Szenen aus, verzichtet auch auf detaillierte Beschreibungen von Tötungsdelikten und dergleichen, dafür konzentriert er sich auf die Ermittlungsarbeit und die Hintergrundgeschichten. Mir gefällt die besonnene und systematische Art von Wisting sehr gut, auch die Art und Weise wie er Fälle bearbeitet und löst. Diese Fälle bzw. einer davon geht ihm aber persönlich sehr nahe, da eine Person aus seinem engen Umfeld involviert ist und er abwägen muss, ob er sich über seine beruflichen Grenzen und Verpflichtungen hinwegsetzt. Die Entführungsfälle sind spannend aufgebaut, vor allem, dass ein Ehemann für seine untreue Ehefrau nicht unbedingt Lösegeld bezahlen möchte, finde ich erfrischend. Zusätzlich gibt es einen Mittäter in den Ermittlungskreisen, den es herauszufinden gilt. Am Ende werden alle offenen Fragen geklärt und die verschiedenen Fälle miteinander in Verbindung gestellt.

Veröffentlicht am 17.03.2025

stellt brisante Themen in den Raum

Halbe Leben
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Der Roman startet ungewöhnlich, indem schon zu Beginn verraten wird, dass Klara am Ende tot ist, abgestürzt während einer Wanderung mit der ausländischen Pflegekraft ihrer Mutter. Danach werden die Lebensgeschichten ...

Der Roman startet ungewöhnlich, indem schon zu Beginn verraten wird, dass Klara am Ende tot ist, abgestürzt während einer Wanderung mit der ausländischen Pflegekraft ihrer Mutter. Danach werden die Lebensgeschichten von Klara, von Paulina und ihrer beiden Familien erzählt, nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern erzählend, teilweise aus ähnlichen, meistens jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Spannend finde ich es, wenn gleich Situationen von Klara als Chefin und Paulina als Angestellte für ihre Mutter von den beiden Frauen komplett anders wahrgenommen werden. Zuerst sind alle bemüht, ein gutes Verhältnis und die Fassaden aufzubauen, mit der Zeit verschwimmen die Grenzen zwischen den Arbeitsbereichen und zusätzlichen Agenden und auch die Beziehung verändert sich, von bemüht, neugierig, über fast schon freundschaftlich, ausbeutend, bestimmend, bis zur Frustration ist alles dabei. Auch die Familienkonstellation befindet sich im Wandel, sodass sich immer wieder auf neue Personen, Haustiere oder neue Situationen eingestellt werden muss.
Gut beschrieben finde ich auch die Diskrepanz im Leben von Paulina, die in zwei Welten lebt und sich damit immer schwerer tut. Wenn sie sich um die ältere Dame in Österreich kümmert, leiden ihre Söhne zuhause und wenn sie zuhause ist, bemerkt sie, dass sie sich immer weiter von ihrer Familie entfremdet und auch das Geld dies nicht ausgleichen kann. Wie lange kann man den Spagat schaffen? Wie sieht die Wertschätzung dafür aus? Wie entscheidet man sich in Notsituationen, wenn man an beiden Orten gleichzeitig gebraucht wird? Es werden viele brisante Themen zu den Arbeitsbedingungen und den damit verbundenen Problemen aufgeworfen und zur Diskussion gestellt.