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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

noch viele Fragen offen

Die Gewalt des Sturms
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Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Trilogie und ich empfehle unbedingt, den ersten Teil vorher zu lesen, da man ansonsten wichtige Zusammenhänge nicht so gut verstehen kann und die Lesefreude ...

Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Trilogie und ich empfehle unbedingt, den ersten Teil vorher zu lesen, da man ansonsten wichtige Zusammenhänge nicht so gut verstehen kann und die Lesefreude dadurch getrübt wird. Auch wenn der Fall in sich abgeschlossen ist, so wird auf den ersten Teil aufgebaut und auch die Ermittler*innen sind charakterlich schon bekannt und bekommen mehr Authentizität. Der Maulwurf in den eigenen Reihen konnte noch immer nicht enttarnt werden, da muss ich leider noch auf den nächsten Teil warten, obwohl ich schon einige Verdachtsmomente hatte. Die Erzählperspektive ist schildern, relativ ruhig, obwohl der Ermittlungsfall durchwegs spannungsgeladen ist. Die Geschichte rund um den de Jong Clan nimmt auch wieder einen größeren Part ein und Linas Kollege ist kurz davor aufzufliegen und das würde böse für ihn enden. Lina ist mir aufgrund ihrer umgänglichen und authentischen Art immer noch sehr sympathisch und ich freue mich auf den dritten und abschließenden Teil der Serie.

Veröffentlicht am 23.03.2025

privat und taktisch

Wisting und der ungewollte Verrat
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Der Kriminalroman kommt mit wenigen brutalen oder blutigen Szenen aus, verzichtet auch auf detaillierte Beschreibungen von Tötungsdelikten und dergleichen, dafür konzentriert er sich auf die Ermittlungsarbeit ...

Der Kriminalroman kommt mit wenigen brutalen oder blutigen Szenen aus, verzichtet auch auf detaillierte Beschreibungen von Tötungsdelikten und dergleichen, dafür konzentriert er sich auf die Ermittlungsarbeit und die Hintergrundgeschichten. Mir gefällt die besonnene und systematische Art von Wisting sehr gut, auch die Art und Weise wie er Fälle bearbeitet und löst. Diese Fälle bzw. einer davon geht ihm aber persönlich sehr nahe, da eine Person aus seinem engen Umfeld involviert ist und er abwägen muss, ob er sich über seine beruflichen Grenzen und Verpflichtungen hinwegsetzt. Die Entführungsfälle sind spannend aufgebaut, vor allem, dass ein Ehemann für seine untreue Ehefrau nicht unbedingt Lösegeld bezahlen möchte, finde ich erfrischend. Zusätzlich gibt es einen Mittäter in den Ermittlungskreisen, den es herauszufinden gilt. Am Ende werden alle offenen Fragen geklärt und die verschiedenen Fälle miteinander in Verbindung gestellt.

Veröffentlicht am 17.03.2025

stellt brisante Themen in den Raum

Halbe Leben
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Der Roman startet ungewöhnlich, indem schon zu Beginn verraten wird, dass Klara am Ende tot ist, abgestürzt während einer Wanderung mit der ausländischen Pflegekraft ihrer Mutter. Danach werden die Lebensgeschichten ...

Der Roman startet ungewöhnlich, indem schon zu Beginn verraten wird, dass Klara am Ende tot ist, abgestürzt während einer Wanderung mit der ausländischen Pflegekraft ihrer Mutter. Danach werden die Lebensgeschichten von Klara, von Paulina und ihrer beiden Familien erzählt, nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern erzählend, teilweise aus ähnlichen, meistens jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Spannend finde ich es, wenn gleich Situationen von Klara als Chefin und Paulina als Angestellte für ihre Mutter von den beiden Frauen komplett anders wahrgenommen werden. Zuerst sind alle bemüht, ein gutes Verhältnis und die Fassaden aufzubauen, mit der Zeit verschwimmen die Grenzen zwischen den Arbeitsbereichen und zusätzlichen Agenden und auch die Beziehung verändert sich, von bemüht, neugierig, über fast schon freundschaftlich, ausbeutend, bestimmend, bis zur Frustration ist alles dabei. Auch die Familienkonstellation befindet sich im Wandel, sodass sich immer wieder auf neue Personen, Haustiere oder neue Situationen eingestellt werden muss.
Gut beschrieben finde ich auch die Diskrepanz im Leben von Paulina, die in zwei Welten lebt und sich damit immer schwerer tut. Wenn sie sich um die ältere Dame in Österreich kümmert, leiden ihre Söhne zuhause und wenn sie zuhause ist, bemerkt sie, dass sie sich immer weiter von ihrer Familie entfremdet und auch das Geld dies nicht ausgleichen kann. Wie lange kann man den Spagat schaffen? Wie sieht die Wertschätzung dafür aus? Wie entscheidet man sich in Notsituationen, wenn man an beiden Orten gleichzeitig gebraucht wird? Es werden viele brisante Themen zu den Arbeitsbedingungen und den damit verbundenen Problemen aufgeworfen und zur Diskussion gestellt.

Veröffentlicht am 16.03.2025

Stimmungslagen sehr gut eingefangen

Alles, was du wolltest
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Die Geschichte einer toxischen Beziehung zwischen Alex und Viktoria wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Interessant finde ich, dass der Erzählstrang nicht zeitlich chronologisch erfolgt, sondern zwischendurch ...

Die Geschichte einer toxischen Beziehung zwischen Alex und Viktoria wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Interessant finde ich, dass der Erzählstrang nicht zeitlich chronologisch erfolgt, sondern zwischendurch immer wieder Rückblenden eingebaut sind. Die unterschiedlichen Stimmungen und Gefühlslagen werden sehr gut eingefangen und ungeschönt geschildert. Am Ende gibt es ein Highlight, indem der Ausgang der Beziehung nicht vorgegeben wird, sondern drei mögliche Szenarien vorgeschlagen werden, wie es in etwa passiert sein könnte. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Varianten, doch die Idee, dass ein vielfältiges Angebot vorgeschlagen wird, finde ich spannend und originell.

Veröffentlicht am 14.03.2025

Dialoge könnten noch dynamischer sein

In einem Zug
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Der Roman beschreibt die Gespräche und Gedanken zwischen einem Autor und seiner Sitznachbarin während einer Zugfahrt von Wien nach München, die auf diese oder ähnliche Weise tatsächlich stattgefunden haben ...

Der Roman beschreibt die Gespräche und Gedanken zwischen einem Autor und seiner Sitznachbarin während einer Zugfahrt von Wien nach München, die auf diese oder ähnliche Weise tatsächlich stattgefunden haben könnte. Zu Beginn gestaltet sich das Gespräch wie zufällig ergeben, noch recht oberflächlich und zurückhaltend, aber Catrin bleibt hartnäckig und fragt ihren Sitznachbarn schon fast unverschämt über sein Privatleben und vor allem über die langjährige, glückliche Liebesbeziehung zu seiner Frau Gina aus. Mit der Zeit wird das Gespräch inhaltlich spannender und lockerer, obwohl ich auf der Seite von Eduard nie eine ehrliche Offenheit gespürt habe. Er gibt nicht gerne etwas von sich preis, in wunden Punkten herumzubohren mag er schon gar nicht und somit bleibt es an manchen Stellen holprig. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Schwung und Dynamik gewünscht, vor allem da ich aus vorigen Romanen weiß, dass der Autor sehr gute Dialoge schreiben kann. Spannender als die Dialoge sind die Überlegungen dahinter, warum etwas wie ausgedrückt wird, was gesagt wird oder was besser ungesagt bleibt. Es werden auch unangenehmere Themen angesprochen, wie der Konsum von Alkohol oder die Schreibblockade sowie finanzielle Probleme. An diesen Stellen wirkt das Gespräch für mich authentisch und ehrlich. Am Ende der Zugfahrt gibt es ein Überraschungsmoment, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.