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Veröffentlicht am 09.07.2025

Lokalpolitik

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Renate Bergmann, wie man sie kennt - frisch, fromm, fröhlich und vor allem nicht auf den Mund gefallen, knallt sie dem Bürgermeister doch glatt an den Kopf, dass sie bei der nächsten Kommunalwahl kandidieren ...

Renate Bergmann, wie man sie kennt - frisch, fromm, fröhlich und vor allem nicht auf den Mund gefallen, knallt sie dem Bürgermeister doch glatt an den Kopf, dass sie bei der nächsten Kommunalwahl kandidieren will und wer die rüstige Rentnerin kennt, weiß, dass sie zu ihrem Wort steht. Also stürzt sich Oma Nate mit Schwung, nem kräftigen Mokka und Korn in den lokalen Wahlkampf.

„Ihr habt es gut, ihr habt ja mich“ ist Band 21 der Reihe „Die Online-Omi“ von Renate Bergmann, hinter der sich wiederum Torsten Rohde versteckt.
Herrlich auffallend ist wie immer das typische Renate Bergmann-Cover und ihre schlagfertige Art, die von Erfahrung, Alter und dem regelmäßigen Stolpern in sämtliche Fettnäpfchen geprägt ist.
Kern dieses Band ist das Thema Lokalpolitik.
Ich bin erst vor Kurzem auf die Geschichten der Wahlberlinerin aufmerksam geworden und mag vor allem ihre belehrenden Ansprachen, die eher einen lustigen Touch haben und die damit verbundenen Nebensätze, die oft vor Lebensweisheiten so strotzen.
Doch dieses Buch fällt mir schwer, zu beurteilen. Vielleicht liegt es daran, dass das Thema mittlerweile zu präsent geworden ist, so viel Wahrheit darin steckt und man sich denkt, dass dies in so einem Buch, in dem man sich mal zum Abschalten verlieren möchte, nichts zu suchen hat. Aber gleichfalls muss ich, wie schon erwähnt, sagen, dass Renate Bergmann die Lokalpolitik in all ihren Facetten realitätsnah beleuchtet hat.
Es sind diese Verflechtungen in einem Dorf, die durch Vereine, die örtliche Feuerwehr oder Verwandtschaftsverhältnisse entstehen, die früher und heute erst recht, die Entwicklung eines Dorfes oder einer ländlichen Region prägen und genau diese werden hier, wenn auch manchmal sehr überspitzt, dargestellt. Doch manchmal sind mir die Überspitzungen und die Vorurteile doch ein bisschen zu viel geworden. Auch das Ende in Bezug auf den Wohnort und das ein oder andere Telefongespräch an dieser Stelle war mir zu wankelmütig.

Fazit: Wieder ein lustiger Ausflug in die Welt der Renate Bergmann, jedoch ist das Kernthema Lokalpolitik eher Geschmacksache, so wie es im Buch beschrieben wird. Ich denke dennoch, dass alle, die bisher Fans dieser ruppig-charmanten älteren Dame waren, ihr auch weiterhin gewogen bleiben sollten und dieses Buch lesen sollten.
Meinerseits gibts 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Innere und äußere Kämpfe

Bittersüße Träume
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Davide Campari träumt schon immer davon, Likörist zu werden und damit seinem Vater im Familienunternehmen nachzufolgen. Doch der hat andere Pläne für ihn.
Als Gaspare Campari überraschend stirbt, übernimmt ...

Davide Campari träumt schon immer davon, Likörist zu werden und damit seinem Vater im Familienunternehmen nachzufolgen. Doch der hat andere Pläne für ihn.
Als Gaspare Campari überraschend stirbt, übernimmt seine Frau das Unternehmen und damit ergeben sich auch innerhalb der Familie neue Wege.

„Bittersüße Träume - Die Geschichte der Familie Campari“ von Silvia Cinelli erzählt in ihrem Buch, wie Gaspare Campari begann und Davide Campari das Unternehmen später immer weiterentwickelte.
Auffällig ist dieses Buch vor allem durch sein Cover, dass sommerlich frisch aufwartet und den bittersüßen Titel aufgreift.
Es gibt zwei Handlungsstränge - Der eine handelt von Gaspare Camparis Anfänge als Sohn in einer Großfamilie, der sich von unten hocharbeitet und der andere handelt von Davide, dem Sohn, der alles wollte, es nicht bekommen sollte und sich dann doch hart die Unternehmensführung erarbeitet hat.
Ich muss zugeben, die Erzählperspektive Gaspares nahm mir oftmals den Lesefluss, weil dieser Teil der Geschichte nach meinem Empfinden völlig anders geschrieben war, als der Anteil Davides. Mir fehlte da auch eine Verbindung bzw. Struktur zwischen den beiden Handlungssträngen.
Davides Handlungsstrang war ein Auf und Ab. Emotionen folgten purer Nüchternheit, gepaart mit Pragmatismus. Er wird als eine m.E. sehr faszinierende Persönlichkeit dargestellt, die ihre persönlichen Belange denen der Firma zurückstellt. Für mich hatte er eine Art Vorbildcharakter und gleichzeitig eine negativ und mahnende Persönlichkeitsentwicklung, speziell, was sein Privatleben betraf. Die Konflikte, die er innerhalb der Familie auszutragen hatte, waren auch anschaulich dargestellt, vom inneren Brodeln bis zur Explosion.
Meine Erwartung lag auch darin, etwas über die Herstellung der berühmten Campari-Liköre zu erfahren, doch das war eher eine Randnotiz im Geschehen.
Als historische Randnotiz, aber wirklich sehr interessant, habe ich die Erzählungen um die Arbeiteraufstände im Italien des beginnenden 20. Jahrhunderts empfunden.

Alles in allem ein interessanter historischer Roman, von dem ich mir jedoch etwas mehr bzw. etwas anderes erwartet hatte. Im Vergleich zu verschiedenen anderen Romanen über die Entwicklung berühmter Unternehmen hinkt dieser Roman etwas hinterher.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Kunst und Liebe

Meerglück, friesisch blau
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Liv ist dabei, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Da kommt ihr das Angebot ihrer Freundin Kristen gerade recht, ihr auf Föhr für einen Wettbewerb zu helfen. 
Als sie auf Föhr die Vorbereitungen ...

Liv ist dabei, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Da kommt ihr das Angebot ihrer Freundin Kristen gerade recht, ihr auf Föhr für einen Wettbewerb zu helfen. 
Als sie auf Föhr die Vorbereitungen beginnt, entdeckt sie eine Skulptur mit den Initialen „MC“ und begibt sich auf Spurensuche.

„Meerglück, friesisch blau“ von Stina Jensen und Hannah Juli ist der Auftakt der neuen „Meerglück“-Reihe.
Ich kenne bereits so einige Bücher von Stina Jensen, jedoch nur als Buch. Dies war das erste Buch, das ich als Hörbuch von ihr gehört habe. 
Die Sprecherin ist Julia von Tettenborn. Diese hat eine angenehme Stimme, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass sie so manches Mal markanter gelesen hätte. Ich habe mich leider oft dabei erwischt, dass meine Gedanken abgedriftet sind. Vor allem hatte ich bei ihrer Leseweise das Problem, dass ich oftmals nicht zwischen Liv und Astrid unterscheiden konnte. Die restlichen Charaktere hat sie stimmlich mehr voneinander abgrenzen können.
Liv war mir ganz sympathisch. Sie hat ihr Päckchen zu tragen, aber gleichzeitig im Laufe des Romans einen enormen Fortschritt gemacht. Sowohl ihre, als auch die Geschichte von Matthis, sind äußerst tragisch und lassen einen nachdenklich werden.
Interessant fand ich gerade zum Schluss den Handlungsstrang mit Gerda und Lisbeth. Dieser Strang hätte noch ein bisschen mehr Potential gehabt. Dennoch muss ich gerade dabei sagen, dass hier wieder ein bisschen viel Zufall im Spiel ist, was Gerdas Beziehungen nach Föhr angeht und Liv eben ausgerechnet auf Jonte und Lisbeth trifft.
Auch die Handlung um die biestige Astrid hätte noch etwas mehr Potential gehabt. 
An sich fand ich, dass hier wirklich eine Menge ernster Themen zur Sprache kommen, von denen jedes einzelne das Zeug zu einem eigenen Roman hätte - Das gilt sowohl für Lisbeth und Gerda, als auch für Mattis und Franziska, aber auch für Astrid und ihre Mutter.
Ein absoluter Lichtblick war dagegen die kleine Jonna. Diesen Zwerg habe ich sofort ins Herz geschlossen.
Der Verlauf der Geschichte war oftmals sehr vorhersehbar und ich hätte mir ein kleines bisschen mehr Spannung oder Tiefe gewünscht.

Alles in allem ist der Roman wieder ein typischer Stina Jensen-Roman zum Abschalten und Wohlfühlen, der etwas an Tiefe vermissen lässt, aber dennoch Herzschmerz pur darstellt.
Wer also eine schöne Liebesgeschichte sucht, ist hier richtig.
Von mir gibts hier 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Poolgeschichten

Sommerglück im Strandcafé
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Florence flüchtet nach Krankheit und Trennung in ihre Heimat St. Aidan. Hier hat sie eine kleine Strandhütte erworben, in der sie leben möchte. Was Florence nicht weiß, sie muss dort ein Gewerbe betreiben, ...

Florence flüchtet nach Krankheit und Trennung in ihre Heimat St. Aidan. Hier hat sie eine kleine Strandhütte erworben, in der sie leben möchte. Was Florence nicht weiß, sie muss dort ein Gewerbe betreiben, um dort leben zu dürfen. 
Als dann auch noch der Hotelbesitzer von nebenan ihre Hütte kaufen will, ist ihr Ehrgeiz gegen den Kommerz geweckt. Ein neues Projekt für St. Aidan scheint sich aufzutun.

„Sommerglück im Strandcafe“ von Jane Linfoot gehört zu den bekannten St. Aidan-Romanen der Autorin.
So ist es nicht verwunderlich, dass das Cover an die bekannten Vorgängerromane erinnert. Natürlich kommt es dabei auch zu einem Wiedersehen mit den Meerjungfrauen, schließlich ist Florence die Schwester von Sophie.
Dieser Roman ist wieder im Jane Linfoot-typischen Format aufgebaut, so weiß man zu jederzeit, wo man ist, zu welcher Zeit und was der grobe Inhalt des jeweiligen Kapitels ist.
Die Geschichte ist ganz schön und enthält auch mit Florence’ Vergangenheit eine äußerst ernste Thematik. Auch die Teenagerallüren um Sophies Tochter und die Familienbeziehungen der Mays sind interessant, aber dennoch plätschert die Geschichte ein bisschen vor sich hin.
Schön finde ich dabei dennoch den Club der Meerjungfrauen. Auch wenn diese immer sehr überzogen dargestellt sind, bilden sie die Basis der Romane und damit auch den Wohlfühlfaktor in den Geschichten.
Klar ist auch, wie die Entwicklung der Geschichte verlaufen wird. Wobei ein Handlungsstrang doch für eine kleine Überraschung bei mir sorgte.

Alles in allem ein entspannter Roman, in dem man vielen bekannten Figuren begegnet und wieder in die St. Aidan-Familie integriert wird. Auch die metaphorische Schreibweise lädt zum Entspannen und Verweilen ein, sodass man beim Lesen abschalten kann.
Für alle Fans von Liebesromanen und von Jane Linfoot eine Empfehlung. Wer jedoch tiefgreifendere Geschichten mag, ist hier falsch. Meinerseits gibt es dafür 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Turbulenzen

Winterzauber auf Sylt
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Olivia wird quasi aus ihrer WG geschmissen und flieht zu ihrer Tante nach Sylt. 
Mathilda, Olivias Tante, war eine Konstante in ihrer Kindheit und ist sehr spontan aus ihrem Leben verschwunden. Nun erwartet ...

Olivia wird quasi aus ihrer WG geschmissen und flieht zu ihrer Tante nach Sylt. 
Mathilda, Olivias Tante, war eine Konstante in ihrer Kindheit und ist sehr spontan aus ihrem Leben verschwunden. Nun erwartet sie eine zurückgezogene, Mathilda, die im Chaos lebt und sich auch von ihren lebenslustigen Freundinnen abgewandt hat. Mit Olivias Ankunft wird ihr Leben jedoch auf den Kopf gestellt und das sogar sehr turbulent auf beiden Seiten.

„Winterzauber auf Sylt“ von Lena Wolf ist eine Geschichte über Freundschaft, Wahrheiten und die Liebe.
Es sind die Fragen im Leben, „Wem erzähle ich was?“, „Was denken andere über mich?“, „Brauche ich Hilfe?“ und „Wie handele ich am besten oder am nächsten?“ . Auch geht es darum, welche Wahrheiten eine Familie aushält und ob das eigene Lebensglück wichtiger oder unwichtiger ist als das anderer Familienmitglieder.
Ich fand es an manchen Stellen schwierig. Ich war mir nicht sicher, ob es nun um eine Liebesgeschichte geht, um Familiengeheimnisse oder die turbulente Freundschaft zwischen älteren Damen. Gerade die Ausflüge und Erlebnisse von Gerda, Sieglinde und Mathilda fand ich manchmal echt anstrengend, nervig und ein bisschen überdreht.
Die Geschichte um Livi und Kai wiederum brachte dann wieder etwas Ruhe in die Geschichte, wobei Olivia da auch öfter wirkte wie ein aufgescheuchtes Huhn.
Zum Ende hin kam dann doch wieder etwas Ruhe in die Geschichte und das letzte Viertel hat mir dann wirklich gut gefallen. Es zeigte auf jeden Fall, dass Familien auch nach Trennungen zusammenhalten können und das Verzeihen eine wunderbare Eigenschaft sein kann.

Fazit: Ein Roman zum Abschalten, der aber etwas eigenwillige Charaktere hervorbringt und etwas zu viele Geschichten in der Geschichte hat. 
Wer turbulente Geschichten mag, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.

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