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Veröffentlicht am 31.03.2025

Protokolls eines Aufsehen erregenden Prozesses von 1822

Eine Biedermeierelegie
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Hinter diesem, als Hardcover mit opulentem Blumencover gebundenen, Schwergewicht mit 1.064 Seiten, entführt uns Autor und Verleger in eine Zeit, die man gemeinhin als Biedermeier bezeichnet. Es sind die ...

Hinter diesem, als Hardcover mit opulentem Blumencover gebundenen, Schwergewicht mit 1.064 Seiten, entführt uns Autor und Verleger in eine Zeit, die man gemeinhin als Biedermeier bezeichnet. Es sind die Jahre ab dem Wiener Kongress von 1814/15 bis hin zu den Revolutionen von 1848/49. Im Kaisertum Österreich regiert bis 1835 Kaiser Franz II./I.(1726-1835). Also offiziell, hinter dem Kaiser zieht ein ganz anderer die Fäden: Staatskanzler Fürst Clemens Wenzel Lothar von Metternich (1773-1859). Und Metternich wird auch in diesem Buch, das einen einzigartigen Prozess zum Thema hat, eine Rolle spielen.

Noch ein paar Worte zur Zeitgeschichte: Eine dünne Schichte von Adeligen und eine langsam sich bildende Bürgerschicht stehen den Massen an kleinen Handwerkern, Dienstboten beiderlei Geschlechts und Tagelöhnern gegenüber. Diese Mehrheit der Bewohner Wiens, fristet ihr Leben in Schmutz und Elend. Das macht sie zum Spielball der Launen und Verbrechen, die von Adeligen verübt, aber nur äußerst selten geahndet werden. Je näher man dem Kaiserhof steht, desto geringer die Strafverfolgung. Deshalb ist dieses Buch, dem ein wahrer (im doppelten Sinne) Aufsehen erregender Kriminalfall zu Grunde liegt so interessant.

Ernst Hausner hat hier die wortgetreue Wiedergabe der Anzeigen und Prozessakten veröffentlicht. Wem wird nun 1822 der Prozess gemacht und warum?

Angeklagt ist niemand geringerer als Aloys Fürst von Kaunitz-Rietberg-Questenberg (1774-1848), Wirklicher Geheimer Rat und Kämmerer, hochdekorierter Diplomat, Besitzer mehrerer Herrschaften. Und zwar, der „Schändung, Nothzucht und Kuppeley in vielen Fällen“. Allein in Wien umfasste die Untersuchung rund 200 Vorgänge mit unmündigen Mädchen, viele davon aus dem damals berühmten Wiener Kinderballett. Man muss eine deutlich höhere Dunkelziffer annehmen, denn nicht alle Mädchen bzw. deren Eltern haben Anzeige erstattet. Zudem lebte Kaunitz auch einige Zeit in Madrid und Rom, von wo er jeweils abberufen worden ist.

Das Kinderballett zieht vor allem adelige Männer an, weil hier die Kinder nur leicht bekleidet tanzen. Nach den Vorstellungen werden sie gerne in die Wohnungen eingeladen und missbraucht. Dafür erhalten Eltern, Kuppler oder auch die Ballettmeister ein Entgelt. Diese Kinderballette werden im Anschluss an den Prozess verboten.

Aus den Akten, die Ernst Hausner in diversen Archiven aufgestöbert hat, ist ersichtlich, dass die Mädchen oft erst zehn oder zwölf Jahre alt waren, manchmal auch noch jünger, als sie von Kupplerinnen oder auch den eigenen Eltern dem Fürsten mit Absicht zugeführt worden sind, um prostituiert zu werden. Oft haben diese Kinder damit ihre gesamte Familie ernährt.

In insgesamt 21 Kapiteln beleuchtet Autor Ernst Hausner den Prozess, der einzigartig in der damaligen Geschichte ist:

Aus der Wiener Lebenswelt
Zeitgenössisches über das Kinderballett
Kinder auf dem Theater
Die Strafgerichtsbarkeit
Die Untersuchung gegen den Fürsten Kaunitz
Das Verhörprotokoll des Fürsten Kaunitz
Untersuchung Eva und Rosina Ricki, Melwinger, Spiwak und Lenhart
usw.

Der Prozess endet mit einem Landesverweis und dem „Schuldenausgleichs-Verfahren“ bei dem so gut wie alle Liegenschaften und Fahrnisse des Fürsten unter den Hammer kommen. Eine Gefängnisstrafe hat Fürst Metternich, denn er ist in erster Ehe mit eine Cousine von Aloys‘ verheiratet war, gerade noch verhindern können.

Bezeichnend ist, dass Kaunitz seine hohe Stellung stets hervor streicht und die Aussagen der geschändeten Mädchen als nicht glaubwürdig diffamiert. Sie seien ja „niederer Herkunft“. Kaunitz wird 1823 auf sein Schloss Austerlitz in Mähren verbannt. Doch auch von dort langen bei der Polizei-Hofstelle Berichte über ähnliche Verbrechen ein. Es gab Stimmen unter seinen Bekannten, die seinen pädophilen Zwang als Krankheit angesehen haben.

Meine Meinung:

Die Idee, diese Prozessakten, die mehr als hundert Jahre gesperrt waren, nun der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, finde ich sehr gut. Allerdings ist das Buch ziemlich mühsam zu lesen. Das liegt zum einem an der Schriftgröße und den seltenen Absätzen (da wäre das Buch noch umfangreicher geworden), und zum anderen daran, dass nur wenige verbindende Zeilen in moderner Sprache Platz gefunden haben, sondern fast ausschließlich die Sprache der damaligen Zeit zu lesen sind. Da hätte ein wohlmeinendes Lektorat unterstützen können. So liest man sich durch Hunderte Seiten von Protokollen, die akribisch die Aussagen der Befragten und Zeugen wiedergeben, Rechtschreib-, Grammatik-und Hörfehler inklusive. Manchen Namen begegnet der aufmerksame Leser in unterschiedlichen Schreibweisen, so dass hier ganz sorgfältig und genau gelesen werden muss. Jede Silbe, die bei den Befragungen, gesprochen worden ist, ist dokumentiert, auch wenn es sich um mehrfach gestellte Fragen handelt. Da hätte doch ein wenig gekürzt werden sollen. Gegen Ende des Buches häufen sich dann Tipp-Fehler im Text, die wohl einem übermüdeten Korrektorat geschuldet sind.

Die Rechtfertigungen des Fürsten Kaunitz ähneln jenen aktueller Angeklagten, die ebenso „Niemanden gekannt und keine Erinnerung haben (wollen)“. Zudem hätten sich die Fräuleins ihm an den Hals geworfen, weil sie Geschenke erwarteten.

Der Prozess um Kaunitz ist so unappetitlich wie spektakulär. Der genaue Wortlaut, den der Autor akribisch aus den Prozessakten übernommen hat, gibt einen Einblick in die Arbeit der Polizei und des Gerichts. Die transkribierten Akten stellen die damals übliche Vorgangsweise authentisch dar und sind daher ein Dokument jener Zeit. Man muss sich also von der als lieblich-geblümt dargestellten Zeit des Biedermeiers, in der Hauskonzerte und literarische Salons gepflegt worden sind, verabschieden. Für der größten Teil der Bevölkerung waren diese Jahrzehnte ein Leben im Elend.

Fazit:

Dieses Buch mit seinen 1.064 eng bedruckten Seiten ist wohl nur etwas für Spezialisten. Daran können die zur Auflockerung abgebildeten zahlreichen Faksimiles der Protokolle, des Schriftverkehrs sowie einige Porträts wenig ändern. Sich dieses Themas anzunehmen, die Akten zu sichten und zu transkribieren kann ich mit vier Sternen bewerten, muss aber einen Stern wegen der oben genannten Unzulänglichkeiten wieder abziehen, bleiben 3 Sterne.

Veröffentlicht am 02.03.2025

Hat noch Luft nach oben

Stralsund ermittelt - Falsche Koffer lügen nicht
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ufgeklärt.

Als dann Laura, Schauspielerin am Stralsunder Theater in der vermeintlichen Detektei um Hilfe sucht, von Nele abgewiesen und wenig später ermordet wird, fühlt sich Nele verpflichtet, Nachforschungen ...

ufgeklärt.

Als dann Laura, Schauspielerin am Stralsunder Theater in der vermeintlichen Detektei um Hilfe sucht, von Nele abgewiesen und wenig später ermordet wird, fühlt sich Nele verpflichtet, Nachforschungen anzustellen.

Das Trio Nele, Fanny und Hektor beginnt im Theater zu schnüffeln, um herauszufinden, was es mit dem ominösen Koffer, der in Lauras Erzählung eine große Rolle spielt, auf sich hat. Dabei stoßen sie auf einen narzistischen Regisseur, eine umtriebige Requisiteurin und diverses Bühnenpersonal, das dem einen oder anderen Nebenjob unauffällig nachgeht. Und ja, Nele trifft einen Polizisten mit den schönsten blauen Augen der Welt, der weil in Stralsund eigentlich nichts los ist, im Café seines Freundes aushilft.

Meine Meinung:

Die Idee, den Schauplatz einer TV-Serie als Dreh- und Angelpunkt eines Krimis zu machen, hat mir gut gefallen. Die Umsetzung hat mir dann doch nicht ganz so gut gefallen. Man verrennt sich immer wieder in Nebensächlichkeiten. Manches wie die detaillierte Schilderung der Gartenpflege durch Hektor, füllt zwar die Seiten, bringt aber die Handlung nicht weiter. Auch die Sequenz, mit dem Nebengebäude, das die schrullige verstorbene Vorbesitzerin Hektor zu betreten verboten hat, weckt Interesse, das wenig später in einer Enttäuschung endet. Zwar entdeckt man zwei Oldtimer aus DDR-Zeiten, einen Barkas 1000 (VW-Bulli-Verschnitt) und einen, als Schwalbe bekannten Motorroller. Da hätte ich mir ein wenig mehr erwartet. Manches wirkt wie ein kurz eingeworfener Gedanke, der nicht zu Ende geführt wird.

Zwischendurch folgen wir Nele gedanklich wieder nach New York, erleben dort das Kennenlernen von David, das Gspusi mit ihm und ihre britische Mitbewohnerin Rosie. Diese Rückblenden sind meiner Ansicht nach viel zu ausführlich und unterbrechen den Lesefluss.

Der Einblick in das Verhältnis Peter und Friedhelm sowie der Auftritt von Friedhelms Mutter ist ebenfalls zu aufwändig beschrieben.

Von den Charakteren finde ich Rosie, die britische Mitbewohnerin in New York noch am interessantesten. Nele scheint zwar beruflich erfolgreich zu sein und für ihre Klienten die richtige Therapie zu haben. Bei sich selbst versagen aber Intuition und Ausbildung. Nebenbei, wie kann eine beruflich offensichtlich bestens etablierte Frau, sich wie ein kleines, unerfahrenes Mädchen auf einen Mann einlassen, den sie kaum kennt? Auch die ständige Frage, ob Nele in Stralsund bleiben oder wieder nach New York zurückgehen soll, nervt ein wenig. Eine toughe Frau, die es in New York geschafft hat, sieht anders aus. Eine Jugendstilvilla in Stralsund wird auch nicht gerade billig sein und diese dann auch noch online zu kaufen, erscheint mir ein wenig weit hergeholt.

Es scheint, als wäre die Autorin nicht sicher, ob sie eine Geschichte einer von der Liebe gleich zwei Mal enttäuschten jungen Frau erzählen wollte, oder einen Krimi. Irgendwie ist das Buch nicht Fisch und Fleisch. Das ist ziemlich schade, denn die Idee mit der Villa als Schauplatz hat mir ja, wie schon erwähnt, gut gefallen. Schmunzeln musste ich vor allem, mit welchen Vorstellungen die Fans hier auftauchen. Die Beteuerungen Neles, kein Detektivbüro zu betreiben, dringen bei den Besuchern nicht durch. Dieser Aspekt hätte ein wenig mehr herausgearbeitet werden können.

Letztlich wird nach einigem hin- und her das Rätsel um den Koffer sowie dessen Inhalt gelöst. Annabel Raven hat sowohl das Trio Weingold als auch mich als Leserin ein wenig an der Nase herumgeführt. Wenn die Autorin also das ganze (Liebes)Klimbim weggelassen und das Buch ein wenig gestrafft hätte, wäre ein durchaus fesselnder Krimi herausgekommen. So plätschert die Handlung ein wenig unstet vor sich hin.

Fazit:

Dieser Stralsund-Krimi hat noch Luft nach oben, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Netter Roman

Wohnverwandtschaften
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Murat, Jörg und Anke wohnen schon eine Weile gemeinsam in der Hamburger WG, als Zahnärztin Constanze, nach der Trennung von ihrem Mann einzieht. Für Constanze soll die WG nur ein Provisiorium sein. Zunächst ...

Murat, Jörg und Anke wohnen schon eine Weile gemeinsam in der Hamburger WG, als Zahnärztin Constanze, nach der Trennung von ihrem Mann einzieht. Für Constanze soll die WG nur ein Provisiorium sein. Zunächst sind die vier eher eine Zweckgemeinschaft. Sie sind unterschiedlichen Alters und befinden sich in völlig grundverschiedenen Lebensphasen. Allerdings scheint genau deswegen zwischen ihnen eine Freundschaft mit all ihren Höhen und Tiefen entstanden zu sein. Die schleichend beginnende Demenz von Wohnungseigentümer Jörg stellt die WG zunehmend vor Probleme.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der vier WG-BewohnerInnen erzählt. Das macht den Charme dieses Romans aus. Geschickt und einfühlsam geht Autorin Isabel Bogdan mit dem Thema Demenz um. Allerdings fehlt mir das gewisse Etwas. In Österreich heißt es, ein Provisorium hielte 100 Jahre. Das sehe ich nicht ganz.

Ich habe von Isabel Bogdan vor einiger Zeit „Mein Helgoland“ gelesen, das mir wesentlich besser gefallen hat. Allerdings ist diese Hommage an Helgoland natürlich ein anderes Genre.

Fazit:

Ein netter Roman für Zwischendurch, der die Vorteile einer Wohnverwandtschaft gegenüber einer richtigen Verwandtschaft aufzeigt. Gerne gebe ich hier 3 Sterne.

Veröffentlicht am 15.02.2025

Habe hier anderes erwartet

Der große Riss
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Große Bauvorhaben wie der Gotthardtunnel, der Suezkanal oder wie hier der Panamakanal, ziehen Abenteurer, Glücksritter und Verzweifelte an, die sich Arbeit und ein besserer Leben erhoffen. Nicht immer ...

Große Bauvorhaben wie der Gotthardtunnel, der Suezkanal oder wie hier der Panamakanal, ziehen Abenteurer, Glücksritter und Verzweifelte an, die sich Arbeit und ein besserer Leben erhoffen. Nicht immer erfüllen sich die Erwartungen. Daher war ich sehr gespannt, wie das Thema umgesetzt würde.

Gleich vorweg, der Bau rund 82 km langen Wasserstraße, die derzeit durch Trumps Allmachtsfantasien wieder in aller Munde ist, wird meiner Meinung nach, nur am Rande berührt. Vielmehr legt Autorin Cristina Henriquez ihren Fokus auf mehrere Personen, die direkt und indirekt mit der Baustelle zu tun haben. Da ist zum Einen Omar, der Sohn eines Fischers, der im Morast arbeitet oder der Arzt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Malaria auszurotten zu wollen und andererseits die beiden Frauen Lucille und Ada, die ihrem Schicksal aus Armut und gesellschaftlichen Konventionen kaum entrinnen können.

Anders als ich es von historischen Romanen rund um Großbaustellen kenne, gibt es kaum technische Detail zum Kanalbau, was mich ein wenig enttäuscht zurücklässt. Die Lebensgeschichten der Protagonistinnen und Protagonisten könnte überall spielen. Vorrangig wird der mühsame Alltag beschrieben, die Teilung der Gesellschaft in Besitzende und Mittellose sowie die untergeordnete Rolle der Frauen. Wie tief der Riss, der durch die Gesellschaft geht, zeigt die Episode als Ada Medikamente für ihre kranke Arbeitgeberin holen will und diese zunächst nicht erhält, weil sie als Arme erkennbar und als „Silberne“ nicht bedient wird.

Der Schreibstil ist gut zu lesen. Allerdings habe ich mich mit keinem der Charaktere so richtig anfreunden können. Gut herausgearbeitet ist der Konflikt zwischen Mittel- und Nordamerika herausgearbeitet sowie die Absiedlung ganzer Dörfer. Das kenne ich allerdings aus zahlreichen Geschichten von großen Bauvorhaben wie z.B. Stauseen in der Schweiz oder Italien.

Das Cover und der Titel sind gut gewählt. Vor allem der Titel kann mehrfach interpretiert werden. Der Riss in der Erdkruste, der zwei Meere miteinander verbindet, gleichzeitig aber die Gräben zwischen Mittel- und Nordamerika aufzeigt oder auch für die Spaltung der Gesellschaft steht.

Fazit:

Ein Roman, von dem ich etwas Anderes erwartet habe, weshalb er nur 3 Sterne erhält.

Veröffentlicht am 08.02.2025

Hat mich nicht ganz überzeugt

Campion. Tödliches Erbe
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Margery Allingham (1904-1966) gehört wie Agatha Christie und Dorothy L. Sayers zu den führenden Autorinnen des »Goldenen Zeitalters« der englischen Kriminalliteratur. Sie nimmt ihre Leser in "Campion – ...

Margery Allingham (1904-1966) gehört wie Agatha Christie und Dorothy L. Sayers zu den führenden Autorinnen des »Goldenen Zeitalters« der englischen Kriminalliteratur. Sie nimmt ihre Leser in "Campion – Tödliches Erbe" mit auf eine spannende Reise voller Geheimnisse, Verbrechen und unerwarteter Wendungen mit.

Die adelige Familie Gyrth bewahrt im Namen der Krone seit Generationen einen wertvollen Kelch auf ihrem Landsitz auf. Das unschätzbare Kleinod gerät in den Fokus einer Verbrecherbande, die schon zahlreiche andere Kunstwerke gestohlen und durch Repliken ersetzt haben. Die Originale verschwinden in den Tresoren rücksichtsloser, reicher Sammler in aller Welt.

Der etwas unscheinbar wirkende Detektiv Albert Campion soll sowohl Kelch als auch die Familie Gyrth schützen. Das wird ihm nicht leicht gemacht. Gemeinsam mit seinem Assistenten Lugg erlebt Campion zahlreiche Überraschungen, die das gefährliche Netz aus Dieben für die beiden bereithält, stellen.

Meine Meinung

Das Cover deutet schon auf einen klassischen Kriminalroman hin. Die Charaktere sind typisch britisch, leicht versnobt, auch wenn es die finanzielle Situation nicht immer so zulässt. Das Personal, allen voran Lugg bekommt mehr von den Eigenarten der Herrschaft mit, als denen manchmal lieb ist.

Gut gelungen finde ich den unterschiedlichen Sprachduktus der Charaktere, die ihrer Herkunft nach, so sprechen (dürfen), wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Die Krimihandlung selbst, lässt eigene Ideen und eigenes Miträtseln zu. Trotz hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Vielleicht bin ich auch nur zu nüchtern, um diese über Generationen gepflegten Traditionen zu verstehen. Ein Hausmädschen, das mir die Hausarbeit abnimmt, könnte mir aber doch gefallen.

Fazit:

Wer die typischen englischen Krimis liebt, wird hier voll auf seine Rechnung kommen. Mich hat dieser Auftakt zu der Krimireihe rund um Albert Campion nicht so ganz gepackt. Daher gibt es diesmal nur 3 Sterne.