Ziemlich depressive Geschichte
Windstärke 1722 Bahnen war schon nicht gerade heitere Lektüre, aber Windstärke 17 übertrifft den doch sehr düsteren Ton des Vorgängerbandes noch einmal. Nachdem 22 Bahnen Tildas Geschichte erzählt, die am Ende des ...
22 Bahnen war schon nicht gerade heitere Lektüre, aber Windstärke 17 übertrifft den doch sehr düsteren Ton des Vorgängerbandes noch einmal. Nachdem 22 Bahnen Tildas Geschichte erzählt, die am Ende des Romans nach Berlin zieht, ihre alkoholabhängige Mutter und minderjährige (Halb-)Schwester zurück lässt und die Liebe gefunden hat, springen wir nun ein paar Jahre weiter. Ida, Tildas Schwester, ist mittlerweile erwachsen und ein noch depressiverer und traumatisierterer Chararakter als es Tilda war. Die Mutter hat Suizid begangen und Ida hat sie gefunden. Ida ist zutiefst traumatisiert und blockt jede Hilfe oder Annäherung von Menschen, die ihr nahestehen und denen sie etwas bedeutet, sehr hart ab. Statt wie versprochen zu ihrer Schwester und deren Familie zu fahren, strandet sie auf Rügen und stolpert in neue, andere Probleme herein.
Auch, wenn ich erstmal durchaus gerne auch Bücher lese, die schwere Themen behandeln, muss ich sagen, hier war es mir einfach zu übertrieben. Ida blieb die ganze Geschichte hindurch für mich ein schwer zu fassender Charakter, zu dem ich keinen Zugang fand. Einziger Lichtblick waren die Stellen, an denen Tilda und ihre Familie vorkommen (sie hat Zwillinge bekommen, zuckersüß!). Auch war ich nicht auf das Thema Krebs vorbereitet und hätte mir eine Triggerwarnung gewünscht, da ich als Tochter selbst davon betroffen bin, dass mein Vater an Krebs erkrankt ist und sich in Behandlung befindet. Einige Stellen haben mich dementsprechend beim Lesen sehr getriggert und machten mir Ida und ihr absolut selbstbezogenes und unempathisches Verhalten noch schwerer erträglich.
Ich kann das Buch nur sehr eingeschränkt empfehlen und gebe nur wegen des Wiedersehens mit Tilda 3 Sterne.