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Veröffentlicht am 20.04.2025

Fantastischer Zirkus

Play of Hearts
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Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf ...

Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf PLAY OF HEARTS von Juli Dorne gestoßen. Der Klappentext hat mich direkt angesprochen und ich wollte hier erneut mein Herz verlieren. Das hat aber nicht so unmittelbar geklappt. Letztendlich ist es so: Der Anfang der Geschichte hat mich schwer begeistert. Im Mittelteil habe ich dann allerdings doch etwas den Faden und die Bindung verloren. Zum Schluss habe ich aber wieder mehr Gefallen an der Handlung gefunden. Es war also eine kleine Berg- und Talfahrt. Es hat sich aber gelohnt, dass ich Zwischendurch nicht aufgegeben habe.

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Ich habe bei PLAY OF HEARTS einiges absolut positiv erlebt. Schreibstil, Setting, World Building und Charaktere konnten mich absolut überzeugen. Die Anfangsszene im Spiegelkabinett hat gleich Faszination aufgebaut. Nach einem Zeitsprung habe ich Evie bei ihrer Arbeit als Seelenmagierin zu Todgeweihten begleitet. Das war sehr atmosphärisch. Ich hab’s geliebt. Evies Begegnung mit Arthur hat dann den hoffnungsvoll-romantischen Aspekt mit ins Spiel gebracht. Arthurs Verschwinden im Cirque du Coeur sorgt für Spannung. Ebenso das Auftauchen des geheimnisvollen Rémi. Und trotzdem kam dann dieser Punkt, an dem die Geschichte mich nicht mehr so gecatcht hat und ich irgendwie raus war. Aber ich bin drangeblieben und habe mich zurück ins Geschehen gekämpft. Und dafür bin ich belohnt worden. Im Schlussteil hat sich wieder die Faszination vom Anfang eingestellt. Die Wendung, die dann kam … was für ein atemberaubender Cliffhanger! Und was für eine Aussicht auf ein großartiges Love-Triangle in Band 2!!!

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Fazit: PLAY OF HEARTS hält für Romantasy-Fans viel Schönes bereit. Allerdings habe ich mein Herz nicht Hals über Kopf an die Geschichte verloren. Anfang und Ende sind topp. Dazwischen musste ich persönlich eine gewisse Durststrecke überstehen. Und die drückt eben auf meine Gesamtbewertung. Vielleicht merkt man da auch einfach, dass ich in dem Genre noch eine blutige Anfängerin bin. Aber letztendlich haben die Geschichte und ich dann wieder zueinander gefunden. Puh, Glück gehabt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass Band 2 TWIST OF HEARTS, der im Herbst erscheint, die erwartete große Liebe für mich werden könnte. Letztendlich bin ich jedenfalls doch so dermaßen on fire, dass ich unbedingt wissen muss, wie es mit Evie, Arthur und Rémi weitergeht.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Irgendwie ganz okay

Bad Tourists
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BAD TOURISTS von Caro Carver ist ein Destination-Thriller im Stil von Lucy Clarke. Die Autorin schlägt auch in diese Kerbe. Thriller-Spannung vor exotischer Kulisse. Hier geht es auf die Malediven. Im ...

BAD TOURISTS von Caro Carver ist ein Destination-Thriller im Stil von Lucy Clarke. Die Autorin schlägt auch in diese Kerbe. Thriller-Spannung vor exotischer Kulisse. Hier geht es auf die Malediven. Im Urlaubsparadies bin ich den Hintergründen einer lang zurückliegenden Tat in Dover auf die Spur gekommen.
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Darum geht’s: Sechs Menschen sind vor 22 Jahren in einem Guest House in Dover umgebracht worden. Kate ist die einzige Überlebende. Der Täter stirbt kurze Zeit später an Krebs. Über ein Forum kommt Kate in Kontakt mit den Hinterbliebenen zweier Opfer. Zusammen reisen die Frauen auf die Malediven. Während des Urlaubs drängt die Wahrheit des damaligen Geschehens ans Licht.
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Der Thriller liest sich kurzweilig. Die Ausgangssituation ist spannend. Die Erzählweise aus unterschiedlichen Perspektiven gefällt mir eigentlich immer. So auch hier. Die Story ist gut gedacht. Ich finde aber, dass noch viel mehr möglich gewesen wäre. Die Handlung schwächelt in Sachen Atmosphäre, Intensität und Schlüssigkeit. Irgendwie passt beim Plot einiges nicht so richtig zusammen. Vieles wirkt sehr zufällig, willkürlich und irgendwie zusammengestückelt. Außerdem sind mir die Charaktere etwas zu stereotyp und flach angelegt. Teilweise haben sich mir auch ihre Handlungsweisen nicht erschlossen, so dass ich nicht richtig mit ihnen mitfiebern konnte. Die Twists sind aber ganz gut und sorgen immer wieder für Spannungsmomente. Die Auflösung konnte mich auch überraschen. Trotzdem hat sie mich seltsam unbefriedigt zurückgelassen.
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BAD TOURISTS hat mich nicht so richtig überzeugt. Den Thriller zu lesen, tut nicht weh. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es lässt.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Verwirrend

Die Mündung
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DIE MÜNDUNG ist das Thriller-Debüt von Tim Pieper. Ein Anfänger ist der Autor aber nicht. Vielleicht kennt der ein oder andere von euch ja seine Havel-Krimis. Für mich war es hier allerdings meine erste ...

DIE MÜNDUNG ist das Thriller-Debüt von Tim Pieper. Ein Anfänger ist der Autor aber nicht. Vielleicht kennt der ein oder andere von euch ja seine Havel-Krimis. Für mich war es hier allerdings meine erste Begegnung mit dem Autor.
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In DIE MÜNDUNG bin ich Kommissarin Lena Funk begegnet. Sie hat sich eine Auszeit auf einer abgeschiedenen Insel genommen, um den Mord an ihrer Schwester Jette zu verarbeiten. In einer stürmischen Nacht wird in den Dünen ein Toter freigespült. Offenbar brutal ermordet. In seiner Jacke findet Lena Schmuckstücke. Es handelt sich um Trophäen des Gezeitenmörders, dem auch ihre Schwester zum Opfer fiel.
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Der Anfang des Thrillers hat mich direkt mal in den Bann gezogen. Die Ausgangssituation ist interessant. Protagonistin Lena Funk hat sofort meine Sympathie gewonnen. Die Atmosphäre ist stark. Alle Voraussetzungen für einen guten Thriller sind gegeben. Schon nach kurzer Zeit ist die erste Wendung über mich hereingebrochen, die mich maximal verwirrt und mit offener Kinnlade hat dasitzen lassen. Diesen Dreh musste ich erst mal verarbeiten. Er hat mir aber wiederum sehr gut gefallen, weil er der Story gleich mal einen ganz anderen Touch gibt. Bis hierher hatte der Thriller also meine volle Aufmerksamkeit und ich war sehr gespannt, wie es weitergeht.
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Im weiteren Verkauf hat die Handlung mich dann leider abgehängt. Und das meine ich wortwörtlich. Ich konnte all den dunklen Geheimnissen und dramatischen Wendungen einfach nicht richtig folgen. Es war mir schlicht und ergreifend zu viel. Der Plot ist vielschichtig und legt ein hohes Tempo vor. Es ist ein ständiges Hin und Her verbunden mit der Frage, was hier Wahrheit und was Schein ist. Wir blicken tief in die menschliche Psyche und werden mit falschen Erinnerungen, Träumen, Flashbacks und der Manipulation des Gedächtnisses konfrontiert. Das auch noch ein Bereich der Neurowissenschaft hier thematisiert wird, macht die Handlung extra komplex. Alles für sich genommen ist interessant und auch spannend aufbereitet. Ich habe aber angesichts schneller Szenenwechsel und ständiger Zeitsprünge irgendwie zunehmend den Überblick verloren und konnte dann nicht mehr alles nachvollziehen.
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Die Grundidee, der generelle Aufbau und die Atmosphäre in DIE MÜNDUNG haben mir richtig gut gefallen. Es ist mir aber schwergefallen, bei der Story am Ball zu bleiben. Ich war zunehmend verwirrt und habe darüber den Faden verloren. Nachdem ich jetzt weiß, was mich hier erwartet, ist DIE MÜNDUNG eigentlich ein typischer Re-Read-Kandidat für ruhige Stunden, in denen ich mich dann besser auf den Plot einlassen könnte.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Neue Ermittlungen im Wendland

Der Wolf im dunklen Wald
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„Der Wolf im dunklen Wald“ ist der zweite Fall für Kommissarin Carla Seidel. Und, nicht zu vergessen, für ihre Tochter Lana, die auch diesmal wieder ihren Teil zur Auflösung des Falls beiträgt.
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Eine ...

„Der Wolf im dunklen Wald“ ist der zweite Fall für Kommissarin Carla Seidel. Und, nicht zu vergessen, für ihre Tochter Lana, die auch diesmal wieder ihren Teil zur Auflösung des Falls beiträgt.
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Eine Gesellschaftsjagd im Wendland. Einer der Teilnehmer wird grausam ermordet aufgefunden. Und wir als Leser*innen sind mit der Nase gleich dabei. Genauso wie Lana, die Tochter von Ermittlerin Carla Seidel. Mit Lana und ihrem Schwarm Fabian starten wir auf einem Hochsitz mitten im Wald in die Geschichte. In den Baumkronen rauscht der Wind. Äste knacken. Wir beobachten einen Wolf. Ja und dann stolpern wir förmlich über die Leiche. Der Auftakt des Krimis ist stark, cineastisch und sehr atmosphärisch in Szene gesetzt. Das hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil stimmt und hat mich unmittelbar in die Geschichte hineingezogen. Damit knüpft Autorin Sia Piontek nahtlos an den ersten Teil der Reihe an.
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Auch in anderer Hinsicht geht es stark weiter. Denn auch diesmal spielt das Privatleben von Ermittlerin Carla Seidel und ihrer Tochter Lana eine wichtige Rolle. Gut, das ist fast untertrieben, denn was hier auf privater Ebene passiert, ist schon sehr intensiv und nimmt als solches tatsächlich auch viel Raum im Handlungsverlauf ein. Das hat mich jetzt nicht weiter gestört, weil ich interessante Ermittler-Charaktere und die Beschreibung und Weiterentwicklung ihres Umfelds durchaus mag. Die Dynamik des Mutter-Tochter-Gespanns hat für mich im ersten Band bereits einen bedeutenden Anteil am Reiz der Geschichte gehabt. Schade wird es in dem Moment, wenn das Gleichgewicht kippt und mich dieser Aspekt der Handlung mehr zu interessieren beginnt als der eigentliche Kriminalfall. Das war hier streckenweise der Fall. Die Befragungen im Mittelteil haben mich teilweise verloren, weil ich an der Stelle lieber weiter etwas über Carlas Trauma häuslicher Gewalt, ihren wiederaufkeimenden Alkoholkonsum und die Kontaktaufnahme des gewalttätigen Vaters zu seiner Tochter gelesen hätte. Dieser private Handlungsstrang hat mich schon sehr in den Bann gezogen. Der Kriminalfall ist zum netten Beiwerk geworden. Dabei sollte es eigentlich eher andersherum sein. Nichtsdestotrotz ist der Fall spannend, wendungsreich und überraschend. Und gerade die Auflösung hat mich wieder eingefangen und überzeugt.
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Insgesamt habe ich „Der Wolf im dunklen Wald“ gerne gelesen. Für meinen Geschmack hat der Krimi aber im Mittelteil etwas geschwächelt und sich gezogen. Mein Fehler, denn ich habe mich beim Lesen hier teilweise zu sehr auf die starken Charaktere der beiden Protagonistinnen fokussiert, denn Fall etwas außer Acht gelassen und darüber gefühlt den Anschluss verloren. Die Lücke musste ich erstmal wieder schließen. Das starke Finale hat mich dann aber zurückgeholt und überzeugt.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Zu langatmig

Schattenschwester
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Thriller made in Schweden und ich – das ist irgendwie Liebe. Ich mag es Nordic Noir und springe automatisch auf skandinavische Spannung an. Auch bei Tina N. Martin war schon beim Auftakt klar, dass ich ...

Thriller made in Schweden und ich – das ist irgendwie Liebe. Ich mag es Nordic Noir und springe automatisch auf skandinavische Spannung an. Auch bei Tina N. Martin war schon beim Auftakt klar, dass ich hier am Ball bleibe. Im Januar ist mit „Schattenschwester“ der 3. Fall der Reihe erschienen. Und ich habe mich sehr darauf gefreut.
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Darum geht’s: Elvira ist spurlos aus einem Kinderheim verschwunden. Drei Jahre später stürzt sie von einem Kirchturm in den Tod. Hat sie sich das Leben genommen? Wurde sie ermordet? Die Kommissare Idun Lind und Calle Brand ermitteln…
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„Schattenschwester“ hat mich zunächst wie erwartet mitgerissen. Ich mag den Schreibstil von Tina N. Martin bzw. das, was die deutsche Übersetzung davon transportiert. Der Einstieg ins Buch ist wirklich super. Die Story beginnt richtig packend, so dass ich so schnell wie möglich weiterlesen wollte. Was mir ebenfalls gefällt, sind die psychologischen Aspekte der Geschichte. Und ich mag die Aufbereitung mit Rückblenden, die eine Parallelgeschichte erzählen, die sich Stück für Stück in das Gesamtgeschehen einfügt.
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Statt aber immer tiefer in die Handlung einzutauchen, habe ich im Verlauf irgendwie das Interesse verloren. Das anfängliche Spannungslevel hat sich aufgelöst. Rund 560 Seiten Thriller sind für meinen Geschmack hier einfach zu viel. Die Story hat Längen bekommen. Es wurde mir teilweise viel zu ausschweifend und zu wenig auf den Punkt erzählt. Das hat mich aus dem Lesetritt gebracht
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Auch was den Blick ins Privatleben unserer Protagonistin angeht, bin ich zwiegespalten. Anfangs fand ich Idun in diesem Fall sehr nahbar und menschlich eingefangen. Im Verlauf wurde sie mir aber zunehmend unsympathischer. Den Sinneswandel, den sie vollzieht, habe ich nicht verstanden. Und wie sie sich in der Schlussphase der Ermittlung verhält, habe ich ihr einfach nicht abgekauft.
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Fazit: „Schattenschwester“ beginnt sehr stark und verliert dann durch Langatmigkeit. Insgesamt hat mir dieser Fall nur mittelprächtig bis weniger gut gefallen. Vielleicht hat mich der Thriller aber gerade auch nur auf dem falschen Fuß erwischt.

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