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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2025

Nordische Mythologie trifft Feminismus

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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„At Fate Inked in Blood“ spielt in Skaland, dem früheren Norwegen. Im Mittelpunkt steht Freya, die als Schildmaid eine wichtige Rolle in einer alten Prophezeiung spielt: Sie soll einen König an die Macht ...

„At Fate Inked in Blood“ spielt in Skaland, dem früheren Norwegen. Im Mittelpunkt steht Freya, die als Schildmaid eine wichtige Rolle in einer alten Prophezeiung spielt: Sie soll einen König an die Macht bringen. Doch anstatt selbst entscheiden zu dürfen, wird sie von mächtigen Männern wie Besitz hin- und hergeschoben.

Das Buch ist ganz klar feministisch. Freya ist wütend, und das völlig zu Recht, auch wenn sie immer wieder zwischen sich und ihren Verpflichtungen hin- und hergerissen ist. Ihre Gefühle sind greifbar, und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ihre Entwicklung war spannend mitzuverfolgen.

Die Spannung zwischen Freya und Bjorn war ein echtes Highlight. Besonders ihre Wortgefechte waren witzig und charmant, und er ist eine wandelnde Green Flag! Alle anderen Figuren sind einfach nur zum Schreien, aber das ist so gewollt.

Allerdings war das Buch an einigen Stellen repetitiv. Freya kommt immer wieder in die gleichen Situationen und wälzt die gleichen Gedanken – das hätte etwas kürzer sein können. Auch das Ende war sehr vorhersehbar. Das hat mich aber nicht gestört, weil es bis dahin unterhaltsam war.

Ich freue mich auf Teil 2! 4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Neuanfang mit Humor und Herz

Breakups and Butterflies
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„Breakups & Butterflies“ ist eine Neuauflage des 2020 erschienenen „Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ und kann, bis auf ein paar kleine Schwächen, durchaus mit ihren neueren Büchern mithalten.

Mara ...

„Breakups & Butterflies“ ist eine Neuauflage des 2020 erschienenen „Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ und kann, bis auf ein paar kleine Schwächen, durchaus mit ihren neueren Büchern mithalten.

Mara führt ein Leben, das auf den ersten Blick perfekt durchgeplant scheint, ein sicherer Job, eine solide Beziehung und eine geschmackvoll eingerichtete Wohnung. Doch als ihr Verlobter Sebastian sie unerwartet verlässt und sie plötzlich ohne Plan dasteht, wird sie gezwungen, sich selbst und ihre Vorstellungen vom Leben neu zu hinterfragen.

Kyra Groh erzählt Maras Geschichte mit einem wunderbar leichten und humorvollen Schreibstil, der es leicht macht, direkt in die Geschichte einzutauchen. Durch die fein gezeichneten Charaktere gewinnt die Geschichte an Tiefe, besonders Maras Bruder Veda und Kitty sind Figuren, die man einfach ins Herz schließen muss.

Was „Breakups & Butterflies“ besonders macht, ist die gelungene Mischung aus Humor und ernsten Themen. Maras Vergangenheit und ihre persönliche Entwicklung geben der Geschichte emotionale Tiefe, ohne dass es dabei zu schwer oder melodramatisch wird. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern eine Figur mit Schwächen, die sie selbst reflektiert. Einzig die Thematik rund um den Namen ihres Bruders hätte noch intensiver behandelt werden können. Da habe ich mich sehr über die Protagonistin geärgert, gerade in der Neuauflage hätte es sich angeboten, in den Annotationen darauf einzugehen.

Insgesamt ist das Buch weit mehr als eine typische RomCom. Kyra Groh schafft es, mit viel Gefühl und Leichtigkeit, Themen wie mentale Gesundheit und persönliche Weiterentwicklung einfließen zu lassen. Eine charmante Geschichte über Neuanfänge.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Für Fans Von Holly Jackson + tolle ME Repräsentation

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Alle Fans der "A Good Girl’s Guide to Murder"-Reihe aufgepasst – mit Hotel Ambrosia gibt es spannenden Nachschub! Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt und begeistert, doch es gibt auch einen Kritikpunkt, ...

Alle Fans der "A Good Girl’s Guide to Murder"-Reihe aufgepasst – mit Hotel Ambrosia gibt es spannenden Nachschub! Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt und begeistert, doch es gibt auch einen Kritikpunkt, dazu später mehr.

Die Geschichte dreht sich um Robin, die an ME/CFS leidet und daher ihr Zimmer nicht verlassen kann. Gegenüber ihres Fensters befindet sich ein altes Hotel, in dem immer wieder mysteriöse Ereignisse geschehen. Eines Tages wird Robin Zeugin eines Verbrechens, das sich dort abspielt – und damit beginnt eine packende Story voller Spannung und Geheimnisse.

Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist nicht nur die mitreißende Handlung, sondern auch die gelungene Erzeugung von Atmosphäre und Nervenkitzel. Der Roman arbeitet mit kreativen Stilmitteln wie Tagebucheinträgen, Chatverläufen und Zeichnungen, die die Story auflockern und zum MIträtseln einladen.

Ein weiteres Highlight ist die authentische Darstellung von ME/CFS. Ich habe bisher kaum ein Buch gelesen, das sich mit dieser Krankheit befasst, und fand die Repräsentation enorm wertvoll. Als Betroffene konnte ich mich in Robin hineinversetzen, ihre Herausforderungen nachfühlen und war tief berührt von der äußerst realistischen Darstellung. Dies ist eine Repräsentation, die diese Krankheit dringend benötigt.

Vorsicht ab hier kommt ein Spoiler

Doch hier kommt mein großer Kritikpunkt: Am Ende wird offenbart, dass Robin gar nicht wirklich an ME/CFS leidet, sondern durch das Münchhausen-by-Proxy-Syndrom krank gemacht wurde. Diese Wendung relativiert die zuvor so feinfühlige Darstellung der Krankheit und gibt den Eindruck, als wäre sie nur eine Einbildung oder durch äußere Einflüsse verursacht. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch problematisch. Eine solche Enthüllung kann leicht dazu führen, dass Leser:innen, die nicht mit ME vertraut sind, die Krankheit nicht ernst nehmen oder sie für weniger gravierend halten als sie ist.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Aktueller den je - zwischen Ladenalltag und politischem Konflikt

Russische Spezialitäten
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Der Roman erzählt die Geschichte von Dimitrij, einem Ukrainer, der mit seinen Eltern in Leipzig lebt. Seine Familie betreibt seit 20 Jahren einen Supermarkt für russische Spezialitäten. In kurzen Episoden ...


Der Roman erzählt die Geschichte von Dimitrij, einem Ukrainer, der mit seinen Eltern in Leipzig lebt. Seine Familie betreibt seit 20 Jahren einen Supermarkt für russische Spezialitäten. In kurzen Episoden beschreibt Dimitrij das Leben im Laden und die Eigenheiten der russischsprachigen Gemeinschaft in Deutschland – oft mit Humor und manchmal mit Fantastik und etwas übertrieben.

Doch neben den lustigen Geschichten gibt es auch ernste Themen. Vor allem die wachsende Spannung zwischen Dimitrij und seiner Mutter. Obwohl sie aus Kiew stammt, glaubt sie immer mehr an die russische Propaganda und stellt sich gegen die Ukraine und ihre Freunde dort.

Das Buch ist besonders interessant für Menschen, die das post-sowjetische Milieu kennen. Wer damit keine Erfahrung hat, könnte es schwieriger finden – vor allem wegen der vielen russischen Begriffe, auch wenn diese oft erklärt werden. Trotzdem ist der Roman unterhaltsam und wegen der aktuellen Themen sehr lesenswert. Vielleicht sogar noch besser als Hörbuch, dort werden die Begriffe auch vorgelesen und der Sprecher, der Autor spricht das Buch selber ein, macht einen tollen Job.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Humorvolle Gesellschaftskritik

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Das neue Buch von Anika Decker hat mich gut unterhalten und spricht wichtige Themen an.

Nina ist fast fünfzig und geschieden. Ihr Exmann lebt mit seiner neuen viel jüngeren Frau, die Influencerin ist, ...

Das neue Buch von Anika Decker hat mich gut unterhalten und spricht wichtige Themen an.

Nina ist fast fünfzig und geschieden. Ihr Exmann lebt mit seiner neuen viel jüngeren Frau, die Influencerin ist, in Grunewald der Familienvilla, während sie in einer kleinen Wohnung in einem weniger guten Stadtteil wohnt und mit ihrem Job und ihrer Lebenssituation hadert. Als sie sich in den dreißigjährigen David verliebt, finden das sowohl ihre zwei erwachsenen Kinder als auch ihre Mutter und Schwester gar nicht witzig und sie weiß auch nicht so recht, was sie davon halten soll. Allerdings hat sie nicht nur mit ihren Zweifeln und ihrer Familie zu kämpfen, den in ihrem Unternehmen gibt es einen großen MeToo Skandal, der sie alles andere als kalt lässt.

Da ich Anika Deckers Schreibstil schon kannte, musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Und er ist auch dieses Mal wieder auf den Punkt und super humorvoll. Ich musste ganz oft kichern, aber es ist nie zu viel, sie schafft es ernste und lustige Momente miteinander zu verbinden, so dass es sich die Waage hält.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, ich mochte sowohl die Entwicklung von Nina als auch von ihrer Schwester Lena, die man anfangs nur schwer sympathisch finden kann. Am besten hat mir aber die Verknüpfung der Themen wie Selbstentwicklung, Liebe etc. mit gesellschaftskritischen und feministischen Themen gefallen.

Zwischendurch war es mir etwas zu langgezogen, ein paar weniger Seiten hätten dem Buch nicht geschadet. Alles in allem aber ein tolles Buch für zwischendurch, das trotz seiner ernsten Themen sehr unterhaltsam ist.

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