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Veröffentlicht am 25.05.2025

Ungeahnte Wurzeln

Der Duft von Kuchen und Meer
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Ich habe schon einige Romane der Autorin gelesen, die mir gut gefallen haben, und so hat auch ihr neuestes Buch mein Interesse geweckt, zumal der Schauplatz Amrum ist, wo es mir gut gefallen hat.

Konditorin ...

Ich habe schon einige Romane der Autorin gelesen, die mir gut gefallen haben, und so hat auch ihr neuestes Buch mein Interesse geweckt, zumal der Schauplatz Amrum ist, wo es mir gut gefallen hat.

Konditorin Maren ist seit dem überraschenden Tod ihres Partners alleinerziehende Mutter der sechsjährigen Leni. Zum Glück erhält sie viel Unterstützung von ihrer rüstigen Oma Undine. Diese teilt Maren dann plötzlich mit, dass sie ein Haus auf Amrum besitzt, dass sie an ihre Enkelin abgeben möchte, damit sie es verkaufen oder vermieten kann. Außerdem gibt es auf der Insel noch einige Verwandte, von denen Maren bisher nichts ahnte. Sie reist mit Leni nach Amrum, um sich einen ersten Eindruck vom Haus ihrer Oma zu verschaffen. Dort wird sie nicht von allen freundlich empfangen, aber lernt auch den attraktiven Insulaner Mattes kennen und erfährt nach und nach mehr darüber, warum ihre Großmutter die Insel seit ihrem überstürzten Weggang jahrzehntelang nicht mehr betreten hat.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen. Der Schreibstil war flüssig und gut lesbar, wie von der Autorin gewohnt. Bezüglich Amrum ist eine Menge Lokalkolorit vorhanden, immer wieder kommen Orte, Besonderheiten und Lokalitäten vor, die so wirklich auf der Insel existieren. Auch allgemein über das Leben und die Natur an der Nordsee erfährt man nebenbei einiges, zum Beispiel über die Arbeit der Seenotretter oder den Unterschied zwischen Kegelrobben und Seehunden sowie die Bedeutung des Grußes "Moin". Manches wusste auch ich so noch nicht, obwohl ich oft im Norden Urlaub mache. Auch das Kulinarische kommt natürlich nicht zu kurz, immer wieder spielen (insbesondere süße) Spezialitäten der Insel eine Rolle und am Ende gibt es auch ein paar Rezepte zum zuhause Nachbacken. Der Schluss des Romans kam für meinen Geschmack dann etwas plötzlich, aber vielleicht ist ja noch ein zweiter Teil vorgesehen.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Blick zurück

Das Leben fing im Sommer an
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Das Cover dieses (wohl ziemlich autobiografischen) Romans des ehemaligen Fußball-Nationalspielers und Weltmeisters Christoph Kramer hat direkt mein Interesse geweckt, weil es einfach Sommerstimmung vermittelt.

Die ...

Das Cover dieses (wohl ziemlich autobiografischen) Romans des ehemaligen Fußball-Nationalspielers und Weltmeisters Christoph Kramer hat direkt mein Interesse geweckt, weil es einfach Sommerstimmung vermittelt.

Die Handlung beginnt im Sommer 2006, es ist sehr heiß, die Fußball-Weltmeisterschaft fesselt die Menschen und Protagonist Christoph ist gerade 15, aus dem Nachwuchskader von Bayer Leverkusen aussortiert worden und kämpft mit unreiner Haut. Doch dann zeigt ausgerechnet die hübsche Debbie aus seiner Schule Interesse an ihm und er ist zum ersten Mal verliebt, bekommt aber auch direkt wieder das Herz gebrochen. Doch zum Glück bringen seine beiden Freunde Johnny und Salvo ihn immer wieder auf andere Gedanken, auch wenn manche Aktion nicht ganz ungefährlich ist.

Der Roman ist eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, als es noch SMS, ICQ und Schülervz anstatt WhatsApp und TikTok gab und lange Sommertage im Freibad und improvisierte Partys. Christoph Kramer lässt einen teilhaben an seiner doch sehr normalen Jugend zwischen Kleinstadt-Gymnasium und Landleben und gibt dabei auch viele sehr private Einblicke. Der Sprachstil ist dabei gut lesbar und es finden sicher immer wieder schöne sprachliche Bilder, die die jeweilige Stimmung in Worte fassen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Verwicklungen im hohen Norden

Felsengrund
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Bei "Felsengrund" handelt es sich um den zweiten Teil einer dreiteiligen Thrillerreihe um einen reichen norwegischen Familienclan. Schon das die Covergestaltung vermittelt die passende Atmosphäre zu den ...

Bei "Felsengrund" handelt es sich um den zweiten Teil einer dreiteiligen Thrillerreihe um einen reichen norwegischen Familienclan. Schon das die Covergestaltung vermittelt die passende Atmosphäre zu den Schauplätzen.

Diesmal wird die Handlung neben Oslo auch oft ganz hoch in den Norden, nach Spitzbergen verlegt. Es gibt große Spannungen innerhalb der einflussreichen Falck-Familie, wer die Führung ihrer SAGA-Stiftung übernehmen soll. Dabei spielen auch viele Geheimnisse aus der Vergangenheit einzelner Familienmitglieder eine Rolle. Zugleich geht es aber auch um Spionage und die aktuellen weltpolitischen Spannungen.

Ich habe bereits den ersten Teil der Reihe gelesen, was ich auch empfehlen würde, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Dann erhält man einen spannenden Thriller, der nach und nach immer mehr Überraschendes aus der Vergangenheit der Protagonist:innen aufdeckt und am Ende mit einem Cliffhanger die Spannung für den letzten Band aufbaut. Die Charakter sind überzeugend ausgestaltet und auch eine gute Dosis Lokalkolorit ist vorhanden, wozu natürlich auch die interessanten Schauplätze beitragen. Der Schreibstil des Autors ist dabei gut verständlich.

Was das Hörbuch angeht, empfand ich die Sprecher:innen als passend gewählt. Ich konnte ihnen gut folgen und sie passten sich der jeweiligen Atmosphäre des Kapitels an. Der Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimme sorgte zudem für noch mehr Authentizität und gestaltete das Zuhören abwechslungsreicher.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Mein bisheriges Highlight des Jahres

Stromlinien
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Schon die Haptik des Einbandes dieses Romans ist toll, die titelgebenden Stromlinien sind in das Papier eingeprägt, was gemeinsam mit den Abbildungen und der Farbgestaltung perfekt zu diesem Buch passt. ...

Schon die Haptik des Einbandes dieses Romans ist toll, die titelgebenden Stromlinien sind in das Papier eingeprägt, was gemeinsam mit den Abbildungen und der Farbgestaltung perfekt zu diesem Buch passt. Einen weiteren Pluspunkt gibt es von mir zudem auch für das Lesebändchen, das hier nicht eingespart wurde und bei einem Buch mit 500 Seiten auch wertvolle Dienste leistet.

Nun aber zum Inhalt. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, aber, es ist schwer möglich, mehr darüber zu schreiben, ohne schon zu viel darüber zu verraten, wie alles zusammenhängt. Die jüngste Zeitebene handelt im Jahr 2023 und die Zwillinge Enna und Jale stehen im Mittelpunkt. Sie sind 17 und leben bei ihrer Großmutter in den Elbmarschen, wo sie meist im Doppelpack in einem kleinen Motorboot unterwegs sind. Geboren wurden sie im Gefängnis, wo ihre Mutter Alea bereits lange vor der Geburt inhaftiert war, ohne, dass den Mädchen je gesagt wurde, weshalb. 2023 soll sie endlich entlassen werden und Enna und Jale fiebern diesem Tag entgegen. Doch dann sind am Tag der geplanten Entlassung plötzlich sowohl Alea als auch Jale verschwunden.

Für mich war dieser Roman mein bisheriges Lese-Highlight des Jahres 2025. Die Geschichte war sehr spannend, wozu auch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen beitrugen. Zudem kam es immer wieder zu überraschenden Wendungen und alles löste sich erst ganz am Schluss endgültig auf. Die verschiedenen Charaktere waren sehr überzeugend ausgestaltet mit ihren Ecken und Kanten und ich konnte sie mir ebenso gut vorstellen, wie die Landschaft in den Elbmarschen, die von der Autorin sehr atmosphärisch nachgezeichnet wurde. Auch die Coming-of-Age Geschichte, die neben der Familiengeschichte und den vielen damit verbundenen Geheimnissen noch enthalten war, konnte mich überzeugen. Ich freue mich schon auf weitere Werke von Rebekka Frank.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Landleben ohne Romantik

Hier draußen
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Das Cover von Martina Behms Debütroman ist relativ auffällig mit dem recht scheu wirkenden Wild und der eher modernen Schrift im Kontrast dazu.

Ingo und Lara sind mit ihren beiden Kindern aus Hamburg ...

Das Cover von Martina Behms Debütroman ist relativ auffällig mit dem recht scheu wirkenden Wild und der eher modernen Schrift im Kontrast dazu.

Ingo und Lara sind mit ihren beiden Kindern aus Hamburg in ein sehr kleines Dorf in Schleswig-Holstein gezogen, von dem aus Ingo gerade noch so zu seinem Büro in der Hamburger Hafencity pendeln kann, was ihn aber zunehmend mehr Kraft kostet. Aber Lara hatte den Traum von einem großzügigen und dennoch bezahlbaren Haus und einem Garten und mehr Ruhe und Privatsphäre auf dem Land. Eines Abends überfährt Ingo dann eine weiße Hirschkuh, die zu töten dem Aberglauben vieler Dorfbewohner nach, innerhalb eines Jahres den eigenen Tod zur Folge haben soll. Und so löst er damit ungewollt verschiedenste Ereignisse aus, die das Dorf und seine Bewohner betreffen.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, nicht nur Ingo und Lara mit ihren Problemen und ursprünglich ganz anderen Vorstellungen vom Landleben, sondern auch die weiteren Bewohner des Ortes mit ihren jeweiligen Eigenheiten zu charakterisieren und dies ungeschönt und fernab aller Klischees vom Landleben. Was die Handlung angeht, hält diese immer wieder Überraschungen bereit. Der Schreibstil ist gut lesbar und sehr anschaulich, sodass man sich gut an die jeweiligen Orte der Handlung versetzen kann.

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