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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Eine Frau in einer Männerdomäne der 70er Jahre

Die Frau der Stunde
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Der Roman „Die Frau der Stunde“ beschreibt die atemberaubende Karriere der liberalen Spitzenpolitikerin Katharina Cornelius, einer fiktiven Person, der 1970er Jahre in der damaligen Hauptstadt Bonn. In ...

Der Roman „Die Frau der Stunde“ beschreibt die atemberaubende Karriere der liberalen Spitzenpolitikerin Katharina Cornelius, einer fiktiven Person, der 1970er Jahre in der damaligen Hauptstadt Bonn. In einer von Männern dominierten Berufswelt hat sie es nicht leicht. Neben so manchen Anzüglichkeiten, angefangen vom Kleidungsstil bis hin zu politischen Entscheidungen musst Katharina Cornelius sich durchsetzen und darf keine Schwächen zeigen. Eine unerbittliche Welt und dennoch kann man auch so manche Verbindung zur Gegenwart erkennen in der sich so einige verschrobene Verhaltensweisen bis heute gehalten haben.

Als Historiker verstehet es die Autorin Heike Specht gut die politischen Realitäten der Zeit zu veranschaulichen. Das Buch zeigt den politischen Alltag mit all seinen Tücken. Etwas eigenwillig fand ich die Einbindung der iranischen Freundin. Hier wird neben dem deutschen Politikgeschehen auch etwas näher auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse des Irans in den 70er Jahren eingegangen. Da der Schwerpunkt des Romans jedoch auf dem deutschen Politikgeschehen liegt, fand ich die teilweise recht lang geratenen Ausschweifungen in den Iran etwas zu lang geraten. Besonders da auf die übrige Weltlage nicht in gleichem Ausmaß eingegangen wurde, finde ich diese Darstellung zwar durchaus interessant, allerdings auch etwas einseitig.

Das Cover mit der Frau im Zentrum, dem schrillen Rotton und den klaren Linien findet ich überaus passend. Es verdeutlicht die energische und durchsetzungsfähige Haltung der Protagonistin ohne die sie in ihrer harten Berufswelt nicht bestehen könnte. Auch der Titel ist perfekt gewählt.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Eine Villa mit düsterer Vergangenheit

Death at Morning House
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Marlowe hat einen ganz besonderen Ferienjob, sie gibt zusammen mit einigen anderen Jugendlichen Führungen in einem „Horrorhaus“ indem vor vielen Jahrzehnten ein exzentrischer Herr mit seiner Familie gelebt ...

Marlowe hat einen ganz besonderen Ferienjob, sie gibt zusammen mit einigen anderen Jugendlichen Führungen in einem „Horrorhaus“ indem vor vielen Jahrzehnten ein exzentrischer Herr mit seiner Familie gelebt hat, bis sich ein tragisches Unglück ereignete.

Die Erzählung des Romans unterteilt sich in eine Rahmen- und eine Binnenhandlung, wobei die Rahmenhandlung etwa doppelt so umfangreich ist als die Binnenhandlung. Im Verlauf des Romans erfahren wir immer mehr über die sonderbare Villa und deren Bewohner. Hinter der einzigartigen Architektur und dem außergewöhnlichen Lebensstil des Hausherren verbergen sich Abgründe. Die Fassade des harmonischen Familienlebens bekommt immer mehr Risse und die Dinge erscheinen immer mehr in einem anderen Licht. Aber auch in der Rahmenhandlung ist ein Unfall passiert, der von den Beteiligten als offenes Geheimnis gehütet wird und in dem Marlowe immer mehr Einblicke erhält.

Die Stimmung, das Setting und die Spannung haben mir in diesem Roman sehr gut gefallen. Jedoch fand ich das die beiden Handlungsstränge oft etwas unverbunden oder konstruiert erscheinen. Es findet ein Fortgang der Binnenhandlung statt, ohne dass man wüsste wie diese in Verbindung mit der Rahmenhandlung steht. Diese Art der Konstruktion hat mich etwas gestört.

Gut gefallen hat mir das düstere Cover ganz in grün und leuchtendem gelb. Es ist auffallend, erweckt eine dunkle Vorahnung und ist durch seine Farbgebung dennoch harmonisch. Im Innenteil, verleihen die reißerisch gestalteten Kapitelzahlen dem Ganzen eine zusätzliche Spannung.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Aktuell

Gesellschaftsspiel
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Die Schwestern Isabell und Annika sowie die Tante Dagmar treffen sich am Sterbebett ihrer Mutter/Schwester. Die Drei haben wenig Gemeinsamkeiten, dafür umso mehr innerfamiliäre Konflikte. Im Verlauf der ...

Die Schwestern Isabell und Annika sowie die Tante Dagmar treffen sich am Sterbebett ihrer Mutter/Schwester. Die Drei haben wenig Gemeinsamkeiten, dafür umso mehr innerfamiliäre Konflikte. Im Verlauf der Handlung erhält man einiges an Hintergrundinformationen zu dem Beziehungsgeflecht der drei Frauen.

Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit einem neuen Gesellschaftsmodell des Tech-Milliardärs Doppel Z. Dieses Modell soll in Weimar erprobt werden. Es entzündet sich daraufhin eine große Diskussion rund um die Demokratie, deren Wert und alternative Lebensformen.

Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Isabell, Annika und Dagmar erzählt. In kurzen Zwischeneinschüben werden Auszüge aus Potcasts, Talkshows, Chats und dergleichen vorgestellt, die sich mit dem Projekt „Syndikat“ beschäftigen.

Die Idee des Romans fand ich sehr interessant und hochaktuell. Obwohl ich gerne sagen würde, dass sich der Roman wie eine Utopie anfühlt, ist er mit einem Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen wohl näher an der Realität als einem lieb sein kann. Teilweise kam mir die Handlung allerdings etwas konstruiert vor, z- B. an der Stelle an dem Isabelle ihre Schüler über die verschiedenen Gesellschaftsformen unterrichtet, bei der die Leser gleichfalls über die Thematik mitbelehrt werden. Die sprachliche Gestaltung ist eher nüchtern gehalten. Als Hörbuch war der Roman sehr gut von der Sprecherin vorgelesen. Nicht überzeugt hat mich dagegen das Cover, es wirkt unfertig und spricht mich absolut nicht an. In einer Buchhandlung wurde mir das Buch aufgrund des Covers wahrscheinlich nicht auffallen.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Wie bei Peter Pan

Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche
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Zu Beginn des Romans wirkt Artemis´ Leben ziemlich trist aus. Ihre beste Freundin ist weggezogen und ihre schulischen Leistungen lassen immer mehr zu wünschen übrig. Wenig verlockend hört sich dann auch ...

Zu Beginn des Romans wirkt Artemis´ Leben ziemlich trist aus. Ihre beste Freundin ist weggezogen und ihre schulischen Leistungen lassen immer mehr zu wünschen übrig. Wenig verlockend hört sich dann auch das Feriencamp an indem sie ihren vernachlässigten Lernstoff noch einmal auffrischen soll.

Doch es kommt ganz anders als erwartet. Während eines kurzen Ausflugs in den Wald findet sie eine Strickleiter. Ihre Neugier ist geweckt und so steigt sie immer weiter bis in die Wolken. Am Ende der Leiter findet sie schließlich ein Schiff, das über den Wolken fliegt. Soweit ist die Geschichte wirklich sehr fantastisch. An Bord befindet sich eine bunte Crew aus Kindern. Diese Konstellation hat mich etwas an Peter Pan erinnert. Ihr Captain ist eine abenteuerlustige Frau. Zusammen kämpfen sie gegen das "Böse". Sehr schnell ist Artemis in die Gemeinschaft integriert und bringt sich mit eigenen Ideen zur Verteidigung ihres Schiffes ein.

Nachdem Artemis an der Crew angekommen ist und alle Geheimnisse gelüftet zu sein scheinen, fand ich den Roman etwas langatmig. Hier hätte ich nach dem fantasievollen Anfang etwas mehr Spannung erwartet.

Das Cover hat mir sehr gut gefallen und es passt auch gut zum Inhalt.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Familiengeheimnis

Der Gott des Waldes
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Als Barbara Van Laar das Sommercamp betritt ist sie bereits eine Berühmtheit. Nicht nur, dass ihrer unermesslich reiche Familie Besitzer des Camps ist, auch ist ihr Bruder Bear vor vielen Jahren genau ...

Als Barbara Van Laar das Sommercamp betritt ist sie bereits eine Berühmtheit. Nicht nur, dass ihrer unermesslich reiche Familie Besitzer des Camps ist, auch ist ihr Bruder Bear vor vielen Jahren genau an diesem Ort spurlos verschwunden und nie wieder aufgetaucht.

Barbara ist von Anfang an anders, sowohl was das Aussehen als auch das Verhalten betrifft. Nachts verschwindet sie immer, doch niemand weiß wohin. Und schließlich kehr sie von ihrem nächtlichen Ausflug nicht mehr zurück.

Eine großangelegte Suche beginnt. Dabei spiel auch das Verschwinden ihres Bruders immer wieder eine Rolle. Wir erhalten nach und nach Einsichten in das Leben der Familie Van Laar, aber auch in das der Campleiterin und ihres Vaters sowie in das der Ermittler. Schließlich setzt sich das Bild immer mehr zusammen und eröffnet einen ganz neuen Blickwinkel.

Spannend bleibt es bis zum Schluss. Eine unerwartete Wendung sorgt für ein Ende dass man lange nicht voraussehen konnte.

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