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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Sprache als Kunst

Schleifen
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In dem Roman „Schleifen“ steht die Sprache im Mittelpunkt. Als Rahmenhandlung dient die Geschichte um Franziska Denk, die jede Krankheit bekommt von der sie hört und die diese seltsame Krankheit zu überwinden ...

In dem Roman „Schleifen“ steht die Sprache im Mittelpunkt. Als Rahmenhandlung dient die Geschichte um Franziska Denk, die jede Krankheit bekommt von der sie hört und die diese seltsame Krankheit zu überwinden scheint, indem sie sich intensiv mit Sprache beschäftigt.

Der Autor stellt in seinem Roman immer wieder Theorien über Sprach aber auch über Zahlen auf, die zu Beginn sehr interessant klingen, die ein oder andere Theorie hat man sogar schon einmal gehört. Diese Theorien werden im weiteren Verlauf immer weiter vertieft und schlussendlich ad absurdum geführt. Das Sprichwort „die Katze beißt sich in den Schwanz“ würde sämtlich vorgestellte Theorien bestes auf den Punkt bringen.

Um seine Theorien zu untermauern werden zahlreiche Quellenangaben geliefert, die größtenteils erfunden sind. Zahlreiche kleine skurrile oder paradoxe Geschichten und Nebenhandlungen werden erzählt. Die darin vorkommenden Personen haben größtenteils nie existiert.

Insgesamt kann man den Roman als ein Kunstwerk der Literatur ansehen, vergleichbar mit einem modernen Gemälde, in das man unendlich viel reininterpretieren kann oder auch nichts, indem man vor lauter Farben und Formen nichts mehr ausmachen kann.

Der Roman besteht aus vielen, anfänglich klugen, Theorien, die ich zunächst auch interessiert zur Kenntnis genommen habe. Mit zunehmender Ausdifferenzierung wurde das Lesen jedoch immer schwieriger. Da sich das Schema über fast 400 mehr oder weniger wiederholt, gestaltet sich das Lesen des Romans zunehmend schleppend. Der Autor hat mit seinem Werk jedoch etwas Einzigartiges geschaffen. Das Buch zeugt von großer Kreativität und anspruchsvollen Gedankenspielen, die bis ins Äußerste getrieben werden. Sicher kein Buch für jeden und auch keine Lektüre zum Entspannen.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Dreierkonstellation

Spielverderberin
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Der Roman handelt von drei Freundinnen. Erzählt wird die Handlung aus der sich Sophies. Sie und Lotte sind in einem kleinen Dorf zusammen aufgewachsen. Erst später stößt Romy zu ihnen. Sie kommt aus der ...

Der Roman handelt von drei Freundinnen. Erzählt wird die Handlung aus der sich Sophies. Sie und Lotte sind in einem kleinen Dorf zusammen aufgewachsen. Erst später stößt Romy zu ihnen. Sie kommt aus der Stadt.

Während Sophie und Lotte durchweg als hinterwäldlerisch dargestellt werden, ist Romy weltgewandt und aufgeschlossen. Ihre Eltern ermöglichen ihr ein privilegiertes Leben. Durch Romys Ankunft wird die Freundschaft der beiden Freundinnen auf die Probe gestellt, neue Konstellationen ergeben sich, die eigene Lebenswelt wird in Frage gestellt. Durch die abwechselnde Beschreibung zweiter unterschiedlicher Zeitspannen ist jedoch schon am Anfang des Romans klar, dass sich diese Konstellation mit fortschreitendem Alter der Mädchen ein weiteres Mal ändern wird.

Der kurze Roman lässt sich recht schnell lesen. Unnötige Längen findet man nicht. Die Autorin versteht es den innersten Gefühlen ihrer Protagonistinnen gut darzustellen. Was mich jedoch gestört hat ist das ständige Kreisen um die Gegenüberstellung Großstädterum versus Provinz. Viele Ansätze und Ansichten werden in diesem Hinblick für mein Gefühl etwas zu plump dargestellt. Es entsteht oft ein Schwarz-Weiß-Bild, das die Autorin facettenreicher hätte ausgestalten sollen.

Das Cover hat mir gut gefallen. Es ist bunt, auffällig und versinnbildlicht das Thema auf kreative Weise.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Eine Frau in einer Männerdomäne der 70er Jahre

Die Frau der Stunde
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Der Roman „Die Frau der Stunde“ beschreibt die atemberaubende Karriere der liberalen Spitzenpolitikerin Katharina Cornelius, einer fiktiven Person, der 1970er Jahre in der damaligen Hauptstadt Bonn. In ...

Der Roman „Die Frau der Stunde“ beschreibt die atemberaubende Karriere der liberalen Spitzenpolitikerin Katharina Cornelius, einer fiktiven Person, der 1970er Jahre in der damaligen Hauptstadt Bonn. In einer von Männern dominierten Berufswelt hat sie es nicht leicht. Neben so manchen Anzüglichkeiten, angefangen vom Kleidungsstil bis hin zu politischen Entscheidungen musst Katharina Cornelius sich durchsetzen und darf keine Schwächen zeigen. Eine unerbittliche Welt und dennoch kann man auch so manche Verbindung zur Gegenwart erkennen in der sich so einige verschrobene Verhaltensweisen bis heute gehalten haben.

Als Historiker verstehet es die Autorin Heike Specht gut die politischen Realitäten der Zeit zu veranschaulichen. Das Buch zeigt den politischen Alltag mit all seinen Tücken. Etwas eigenwillig fand ich die Einbindung der iranischen Freundin. Hier wird neben dem deutschen Politikgeschehen auch etwas näher auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse des Irans in den 70er Jahren eingegangen. Da der Schwerpunkt des Romans jedoch auf dem deutschen Politikgeschehen liegt, fand ich die teilweise recht lang geratenen Ausschweifungen in den Iran etwas zu lang geraten. Besonders da auf die übrige Weltlage nicht in gleichem Ausmaß eingegangen wurde, finde ich diese Darstellung zwar durchaus interessant, allerdings auch etwas einseitig.

Das Cover mit der Frau im Zentrum, dem schrillen Rotton und den klaren Linien findet ich überaus passend. Es verdeutlicht die energische und durchsetzungsfähige Haltung der Protagonistin ohne die sie in ihrer harten Berufswelt nicht bestehen könnte. Auch der Titel ist perfekt gewählt.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Eine Villa mit düsterer Vergangenheit

Death at Morning House
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Marlowe hat einen ganz besonderen Ferienjob, sie gibt zusammen mit einigen anderen Jugendlichen Führungen in einem „Horrorhaus“ indem vor vielen Jahrzehnten ein exzentrischer Herr mit seiner Familie gelebt ...

Marlowe hat einen ganz besonderen Ferienjob, sie gibt zusammen mit einigen anderen Jugendlichen Führungen in einem „Horrorhaus“ indem vor vielen Jahrzehnten ein exzentrischer Herr mit seiner Familie gelebt hat, bis sich ein tragisches Unglück ereignete.

Die Erzählung des Romans unterteilt sich in eine Rahmen- und eine Binnenhandlung, wobei die Rahmenhandlung etwa doppelt so umfangreich ist als die Binnenhandlung. Im Verlauf des Romans erfahren wir immer mehr über die sonderbare Villa und deren Bewohner. Hinter der einzigartigen Architektur und dem außergewöhnlichen Lebensstil des Hausherren verbergen sich Abgründe. Die Fassade des harmonischen Familienlebens bekommt immer mehr Risse und die Dinge erscheinen immer mehr in einem anderen Licht. Aber auch in der Rahmenhandlung ist ein Unfall passiert, der von den Beteiligten als offenes Geheimnis gehütet wird und in dem Marlowe immer mehr Einblicke erhält.

Die Stimmung, das Setting und die Spannung haben mir in diesem Roman sehr gut gefallen. Jedoch fand ich das die beiden Handlungsstränge oft etwas unverbunden oder konstruiert erscheinen. Es findet ein Fortgang der Binnenhandlung statt, ohne dass man wüsste wie diese in Verbindung mit der Rahmenhandlung steht. Diese Art der Konstruktion hat mich etwas gestört.

Gut gefallen hat mir das düstere Cover ganz in grün und leuchtendem gelb. Es ist auffallend, erweckt eine dunkle Vorahnung und ist durch seine Farbgebung dennoch harmonisch. Im Innenteil, verleihen die reißerisch gestalteten Kapitelzahlen dem Ganzen eine zusätzliche Spannung.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Aktuell

Gesellschaftsspiel
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Die Schwestern Isabell und Annika sowie die Tante Dagmar treffen sich am Sterbebett ihrer Mutter/Schwester. Die Drei haben wenig Gemeinsamkeiten, dafür umso mehr innerfamiliäre Konflikte. Im Verlauf der ...

Die Schwestern Isabell und Annika sowie die Tante Dagmar treffen sich am Sterbebett ihrer Mutter/Schwester. Die Drei haben wenig Gemeinsamkeiten, dafür umso mehr innerfamiliäre Konflikte. Im Verlauf der Handlung erhält man einiges an Hintergrundinformationen zu dem Beziehungsgeflecht der drei Frauen.

Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit einem neuen Gesellschaftsmodell des Tech-Milliardärs Doppel Z. Dieses Modell soll in Weimar erprobt werden. Es entzündet sich daraufhin eine große Diskussion rund um die Demokratie, deren Wert und alternative Lebensformen.

Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Isabell, Annika und Dagmar erzählt. In kurzen Zwischeneinschüben werden Auszüge aus Potcasts, Talkshows, Chats und dergleichen vorgestellt, die sich mit dem Projekt „Syndikat“ beschäftigen.

Die Idee des Romans fand ich sehr interessant und hochaktuell. Obwohl ich gerne sagen würde, dass sich der Roman wie eine Utopie anfühlt, ist er mit einem Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen wohl näher an der Realität als einem lieb sein kann. Teilweise kam mir die Handlung allerdings etwas konstruiert vor, z- B. an der Stelle an dem Isabelle ihre Schüler über die verschiedenen Gesellschaftsformen unterrichtet, bei der die Leser gleichfalls über die Thematik mitbelehrt werden. Die sprachliche Gestaltung ist eher nüchtern gehalten. Als Hörbuch war der Roman sehr gut von der Sprecherin vorgelesen. Nicht überzeugt hat mich dagegen das Cover, es wirkt unfertig und spricht mich absolut nicht an. In einer Buchhandlung wurde mir das Buch aufgrund des Covers wahrscheinlich nicht auffallen.

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