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Veröffentlicht am 14.04.2025

Ein perfekter Ratgeber für alle Vogelbeobachter und die, die es noch werden wollen!

Vögel beobachten und ihre Lebensräume kennenlernen
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Das Beobachten von Vögeln hat für viele Menschen etwas beruhigendes und geht immer wieder mit einem ganz besonderen Gefühl einher, wenn besonders seltene Vögel entdeckt werden können. Dafür ist aber teilweise ...

Das Beobachten von Vögeln hat für viele Menschen etwas beruhigendes und geht immer wieder mit einem ganz besonderen Gefühl einher, wenn besonders seltene Vögel entdeckt werden können. Dafür ist aber teilweise auch eine geeignete Ausrüstung erforderlich. So gibt es unterschiedliche Ferngläser, Beobachtungsposten oder verschiedenste Objektive für die Kamera, um die perfekte Sicht zu haben. Doch was hilft die beste Ausrüstung, wenn die Grundkenntnisse über Vögel und ihr Verhalten fehlen. Also sollte auch das erforscht und erlernt werden. Danach muss auch noch der perfekte Lebensraum für die entsprechende Vogelart gefunden werden, sodass sich der Ausflug in die Natur letztlich auch lohnt und mit wunderschönen, unvergesslichen Momenten belohnt wird.

Chris Packham ist ein bekannter britischer Naturforscher, der sein Wissen auch gerne in Fernsehsendungen an Andere weitergibt. In diesem Buch vermittelt er eine Nähe zur Natur, die sich beinahe mit Händen greifen lässt. Nicht zuletzt durch die unfassbar schönen Vogelfotografien und die App, in der sämtliche Vogelstimmen angehört und so erlernt werden kann, Vögel nur an ihren Stimmen zu erkennen. Da das Buch bei Null beginnt und mit den wichtigsten Fakten rund um die Vogelbeobachtung beginnt, können gerade Anfänger viel lernen. Die Texte sind allesamt eher kurz gehalten und mit vielen Fotografien und Schaubildern versehen, sodass das Buch durchgehend interessant und schnell verständlich ist.

Als ich dieses Buch das erste Mal in den Händen gehalten habe, wusste ich sofort, dass es perfekt für meinen Sohn ist. Denn es ist so interessant und toll gestaltet, dass auch Menschen, die nicht so gerne lesen, viel mit dem Buch anfangen können. Auch die vielen Tipps zu einem vogelfreundlichen Garten haben wir mittlerweile umgesetzt und freuen uns nun tatsächlich über eine Vergrößerung der Vogelvielfalt auf unserem eigenen Grundstück.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Elfie, der Zweite Weltkrieg und der Swing

Wir tanzen in die Freiheit
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Frankfurt, April 1945: Elfie darf endlich von ihrem Dienst als Flakhelferin in Nürnberg in ihre Heimatstadt Frankfurt zurückkehren. Doch als sie dort ankommt, erblickt sie eine Trümmerwüste, wie sie sie ...

Frankfurt, April 1945: Elfie darf endlich von ihrem Dienst als Flakhelferin in Nürnberg in ihre Heimatstadt Frankfurt zurückkehren. Doch als sie dort ankommt, erblickt sie eine Trümmerwüste, wie sie sie auch aus Nürnberg kennt. Obwohl ihre Großeltern und unzählige Bekannte im Bombenhagel und den eingestürzten Häusern ums Leben gekommen sind, geht es ihrer Mutter gut. Trotzdem müssen die beiden Fraun nur zwei Stunden nach Elfis Rückkehr die Wohnung im Westend räumen, denn ab jetzt liegt sie im Sperrgebiet der Amerikaner. Da es kaum Wohnraum gibt, leben sie nun in einem Hochbunker etwas außerhalb. Dank einer überraschenden Begegnung mit ihrem früheren Nachbarn Herrn Lenze, der Obergärtner im berühmten Palmengarten war, bekommt sie aber Arbeit bei den Amerikanern und darf sich ab jetzt gemeinsam mit dem etwas jüngeren Klaus um die Beete kümmern. Doch trotz der engen Zusammenarbeit mit Klaus und der sich entwickelnden Freundschaft, erzählt er kaum etwas über sich und seine Vergangenheit. Nachdem der Krieg dann endlich auch offiziell zu Ende ist, kann Elfie ihre Freiheit endlich wieder genießen und mit der Zeit trifft sie immer mehr ihrer früheren Freunde wieder. Doch nicht jedes Wiedersehen verläuft positiv...

Juliane Michel hat in diesem historischen Roman und Auftaktband der Palmengarten-Saga nicht nur das Schicksal der Frankfurter in den Nachkriegstagen, sondern auch die Behandlung der Swing-Jugend während der harten Kriegsjahre in den Fokus gerückt. So ist Elfie nun zwar frei, dennoch wird sie immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und kann längst nicht so unbeschwert leben, wie sie es sich erhofft hat. Auch Klaus lebt mit den Schatten vergangener Tage und hat schreckliche Angst, dass sein Geheimnis irgendwann ans Licht kommt. Da die Protagonisten dieses Romanes so nahbar und realistisch sind, haben Leser keinerlei Probleme sich sofort in der Handlung zuhause zu fühlen. Aufgrund der deutlichen Kapitelüberschriften, die nicht nur aus einer durchgehenden Nummerierung, sondern auch der jeweiligen erzählenden Person und dem Datum bestehen, kommt es nie zu Verwirrung und einem flüssigen Lesen, trotz einer Rückblicke in die vergangenen Geschehnisse, steht nichts mehr im Wege.

Da ich schon viele Romane über dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte gelesen habe, war ich überrascht, wie anders dieses Buch doch an das Thema herangeht. Zuallererst ist da die linientreue Mutter Elfies, die trotz unzähliger verlorener Schlachten immer noch nur an die Nachrichten der deutschen Radiosender glaubt und alle Informationen von BBC und anderen ausländischen Sendern für Propaganda hält. Auch Klaus, Elfie und die anderen Personen verbergen so manche Geheimnisse, die besser nicht ans Licht kommen sollten und sorgen so für einige spannende und bewegende Momente. Insgesamt ein großartiger Auftaktroman dieser Reihe, der mir unheimlich gut gefallen hat!

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Der Bär und der Winterschlaf

Einschlafen ist schwer, denkt der Bär
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Die Blätter der Bäume färben sich langsam rot, die Temperaturen werden kühler und der Bär denkt daran, dass er bald seinen Winterschlaf beginnen muss. Die Checkliste ist bereits abgearbeitet, denn er ist ...

Die Blätter der Bäume färben sich langsam rot, die Temperaturen werden kühler und der Bär denkt daran, dass er bald seinen Winterschlaf beginnen muss. Die Checkliste ist bereits abgearbeitet, denn er ist satt und die Höhle ist warm und gemütlich. Doch irgendwie kann der Bär nicht einschlafen und plötzlich ist schon wieder Morgen. Als er sich bei seinen Tiernachbarn umschaut, sieht er, dass Vögel auf einem Ast hoch oben auf einem Baum schlafen, Fledermäuse an der Decke hängen und der Dachs in einem Bau unter der Erde schläft. Doch auch nachdem er all diese Möglichkeiten ausprobiert hat, ist er noch wach. Erst der Frosch erklärt ihm, dass er sich entspannen muss, um einschlafen zu können. Und wer hätte gedacht, dass er dann so schnell einschlafen kann. Allerdings liegt er nun mitten im Wald und schnarcht so laut, dass kein anderes Tier mehr schlafen kann. Gemeinsam bringen seine Freunde ihn deshalb in die Höhle, aber sie brauchen so lange, dass schon wieder Frühling ist, als sie endlich dort ankommen. Nun brauchen sie erst einmal eine Mütze Schlaf und der Bär muss sich noch etwas gedulden, bis er wieder mit ihnen spielen kann.

Duncan Beedie hat dieses Buch nicht nur geschrieben, sondern auch illustriert. Da die Geschichte zwar sehr unterhaltsam ist, aber auch einen wahren Kern und wichtige Botschaft enthält, bringt sie Kinder nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken.

Meine Tochter und ich lieben lustige Geschichten. Diese hier ist wirklich witzig und hat für einige Lacher gesorgt, denn der Bär ist so verzweifelt, dass er wirklich alles ausprobiert, um endlich schlafen zu können. Da ich diese Unentspanntheit auch von mir selbst kenne, wenn ich etwas unbedingt möchte, finde ich die Botschaft hinter der Geschichte sehr gelungen und wichtig.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Im Pensionat an der Mosel kehrt keine Ruhe ein...

Schwestern im Geiste
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Diedenhofen, 1911: Eigentlich hatte Schulleiterin Pauline Martin auf ein ruhigeres Schuljahr gehofft, denn die Unruhestifterin Suzette des letzten Jahres ist nicht mehr da und die Schülerinnen, die nun ...

Diedenhofen, 1911: Eigentlich hatte Schulleiterin Pauline Martin auf ein ruhigeres Schuljahr gehofft, denn die Unruhestifterin Suzette des letzten Jahres ist nicht mehr da und die Schülerinnen, die nun neu an der Schule sind, wirken zwar wissbegierig und aufgeweckt, sorgen aber nicht für Unruhe. Auch die neue Lehrerin Rhona O´Meally sorgt für weniger Arbeitsbelastung bei den beiden Lehrerinnen Pauline und Eleonore Schmitt. Da die Irin englische Muttersprachlerin ist und zudem sehr musikalisch, wird sie die Schülerinnen in Englisch und Musik unterrichten. Sie tut es auf eine eher unkonventionelle Art, was sich schon an der ersten Lektüre "Oliver Twist" zeigt. So findet sie schnell eine Verbindung zu den meisten ihrer Schülerinnen. Einzig Charlotte von Schwegat zeigt sich an nichts interessiert, denn sie erhofft sich eine baldige Verlobung mit dem Studienfreund ihres Bruders, Theodor Bernheim. Als die beiden jungen Männer dem Mädchenpensionat einen Besuch abstatten, sorgen sie aber leider für nachhaltige Unruhen. Denn Theos Tanz mit der jüdischen Schülerin Esther zieht Charlottes Unmut auf sich und diese beginnt mit einer Hetzkampagne gegen die ruhige Mitschülerin und Zimmernachbarin. Als dann auch noch antipreußische Schmierereien an zwei Häusern in Diedenhofen auftauchen und zeigen, dass die Bevölkerung auch nach vierzig Jahren preußischer Besatzung immer noch gegen die Deutschen sind, ruft das Polizeiwachtmeister Schrotherr auf den Plan, denn für ihn ist das ganze Mädchenpensionat ein einziger Schandfleck in der beschaulichen Stadt. Zusätzlich geschehen zwei Diebstähle aus den Zimmern der Mädchen, was Charlotte zusätzlich erzürnt und ihren Bruder zu einer Anzeige bei der Polizei bewegt. Schon befindet sich Pauline wieder mitten in polizeilichen Ermittlungen und ist froh, im preußischen Hauptmann Ernst von Pliesnitz einen Unterstützer zu haben. Denn es steht schon wieder viel mehr als nur der gute Ruf ihrer Schule auf dem Spiel...

Marie Pierre gelingt es in diesem zweiten Band rund um das Pensionat an der Mosel nahtlos an den ersten Teil anzuknüpfen. Die Handlung ist durchgehend sehr fesselnd und zeigt neben dem Leben der jungen Frauen in ihrem Internat auch die Spannungen zwischen den Franzosen, die im besetzten Elsass-Lothringen leben und den preußischen Besatzern. Da der Erzählstil der Autorin sehr flüssig ist und sie geschickt zwischen den verschiedenen Personen und deren Erzählperspektiven wechselt, kommt es nie zu langatmigen oder gar langweiligen Momenten.

Da mir bereits der erste Band der Reihe sehr gut gefallen hat, wollte ich nun unbedingt die Fortsetzung lesen. Und ich habe mich wieder sofort in der Handlung wohlgefühlt, hatte keinerlei Probleme, mich an alle Personen und Begebenheiten zu erinnern, obwohl es doch schon einige Zeit her ist, dass ich den Reihenauftakt gelesen habe. Ich liebe es, wie die Autorin in diesem Roman neben dem Leben der jungen Frauen, der Lehrerinnen und anderen Personen auch die Zeitgeschichte erlebbar und auf eine bewegende Art und Weise nachvollziehbar und nahbar macht. Ein großartiger zweiter Teil, der neugierig auf den dritten und leider schon letzten Band der Reihe macht.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Endlich geht es wieder los für OTTO!

OTTO fährt los – Ein Sommer in den Bergen
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OTTO ist ein ganz besonderer Campingbus, denn er bringt seine Insassen nicht nur sicher an ihr Ziel, sondern kann auch mit ihnen sprechen und genießt die Zeit auf Reisen auch selbst. Diesmal denkt er schon, ...

OTTO ist ein ganz besonderer Campingbus, denn er bringt seine Insassen nicht nur sicher an ihr Ziel, sondern kann auch mit ihnen sprechen und genießt die Zeit auf Reisen auch selbst. Diesmal denkt er schon, er sieht doppelt, bis er erkennt, dass da tatsächlich ein Zwillingspärchen vor ihm steht - Clara und Luzie. Die wollen gemeinsam mit ihrer Mama und ihrem Papa in den Urlaub fahren und OTTO darf sie dabei begleiten. Mitten in der Nacht geht es los Richtung Österreich. Als die beiden Mädchen dann aufwachen können sie schon mitten in den Bergen ein Spätstück mit Kaiserschmarrn einnehmen. Dann geht es hoch auf die Berge und OTTO ist ganz schön kaputt, als sie endlich oben ankommen. Doch von Felsen ist weit und breit nichts zu sehen, stattdessen blühen überall die schönsten Blumen. Nachts auf dem Campingplatz schauen sie sich dann gemeinsam die wunderschönen Sterne am Himmel an und entdecken sogar eine Sternschnuppe. Am nächsten Tag geht es weiter und die Mädchen, ihre Eltern und OTTO verbringen eine unvergessliche Zeit in den Bergen.

Die Autorin Madlen Ottenschläger und die Illustratorin Stefanie Reich haben OTTO wieder ein unterhaltsames und interessantes Reiseabenteuer erleben lassen. Wie auch in den beiden Bänden zuvor fährt OTTO eine Familie in den Urlaub. Diesmal geht es durch Bayern nach Österreich, das Allgäu und die Schweiz. Ganz nebenbei lernen Kinder so geographische Gegebenheiten, Sehenswürdigkeiten und andere Fakten über die Berge kennen.

Auch dieses Jahr haben wir den neuen Band der Reihe rund um OTTO schon sehnlichst erwartet. Denn OTTO ist einfach so cool und wir mögen ihn so sehr. Da es dieses Jahr in die Berge geht, wo auch wir schon häufig waren, haben meine Tochter und ich so einiges wiedererkannt und uns sehr darüber gefreut. Aber wir haben auch großes Fernweh nach all diesen Orten bekommen und planen gerade schon einen Ausflug in die Berge.

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