Die Magie des Tarot
Arcana Academy 1: Arcana AcademyArcana Academy ist das erste Buch, das ich von Elise Kova gelesen habe. Das epische Magiesystem hat mich gefesselt, dennoch gab es ein paar Dinge, die mir gefehlt haben.
Das Worldbuilding ist der Autorin ...
Arcana Academy ist das erste Buch, das ich von Elise Kova gelesen habe. Das epische Magiesystem hat mich gefesselt, dennoch gab es ein paar Dinge, die mir gefehlt haben.
Das Worldbuilding ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen. Schon ab der ersten Seite wird klar, wie düster diese Welt ist. Jeder, der Tarotkarten benutzen und tuschen möchte, muss zuerst in die Arcana Academy. Wer dies ohne Abschluss macht, wird nach Halazar, einem gnadenlosen Gefängnis, oder zu den Mühlen zur Strafarbeit geschickt. Doch auch an der Academy selbst geht es brutal zu, denn wer die Prüfungen nicht besteht, dem droht genau dasselbe Schicksal. Mich haben die Prüfungen und die vielen Geheimnisse der Academy sehr gefesselt, jedoch nimmt das Worldbuilding so einen großen Teil der Geschichte ein, dass besonders die Nebenfiguren im Vergleich etwas blass wirken.
An sich gab es viele Figuren, die ich interessant und sympathisch fand, doch es sind wirklich so viele, dass ich am Anfang ehrlich gesagt etwas überfordert war. Das größte Problem war, dass die Unterhaltungen mit ihnen oft nur sehr kurz waren und sie dann über etliche Kapitel keinen weiteren Auftritt hatten. Gerade weil mir einige der Charaktere sehr gefallen haben, hätte ich mir mehr Momente und Austausch mit ihnen gewünscht.
Clara war mir eigentlich recht schnell sympathisch. Sie ist zwar manchmal sehr impulsiv und sagt direkt, was ihr auf der Zunge liegt, trotzdem habe ich sie gemocht. Im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die Spannung um das Rätsel von Claras Mutter und Schwester aufbauen. Dazwischen gab es zwar ein paar Momente, bei denen ich Claras Handlungen nicht ganz nachvollziehen konnte, dennoch fand ich sie eine gute Protagonistin.
Am Anfang war es echt nicht leicht, Kaelis Charakter einzuschätzen, doch das trägt zur Spannung bei. Er ist düster und birgt viele Geheimnisse, dennoch spürt man, dass er auch eine gute Seite hat. Die Beziehung zwischen ihm und Clara ist wirklich ein sehr langsamer Slow Burn, der dann ganz plötzlich umschlägt. Die plötzlich überschwänglichen Gefühle fühlten sich nicht ganz authentisch an, und für mich war die Liebesgeschichte nicht das Highlight der Geschichte. Aber es gibt noch Potenzial für den nächsten Band. Kaelis und seine persönliche Entwicklung haben mir gut gefallen.
Fazit: Auch wenn es ein paar Kritikpunkte meinerseits gibt, hat mir das Buch gut gefallen. Es gab viele spannende Ideen und Konzepte, vor allem das Worldbuilding und das Magiesystem waren originell und spannend. Es gab ein paar Stellen, auf die ich mich sehr gefreut habe, die dann im Endeffekt relativ unspektakulär ausgefallen sind. Dafür haben mich andere komplett aus dem Nichts überrascht. Ich hätte mir mehr Tiefe bei den Charakteren gewünscht. Durch den ständigen Wechsel der verschiedenen Figuren konnte ich leider zu manchen von ihnen keine große Verbindung aufbauen. Zum Schluss bleiben viele Fragen offen, und ich möchte wissen, wie es weitergeht. Ich kann mir vorstellen, dass der zweite Band, da nun die meisten Informationen zum Worldbuilding erklärt wurden, noch mehr Action bietet. 3,5–4 Sterne.