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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2025

✎ Susanne Weber - Die kleine Eule 1 Die Eule mit der Beule

Die Eule mit der Beule
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„Die Eule mit der Beule“ gehörte zu den ersten Bilderbüchern, die mein Kind begeistert hat. Kaum war es im Regal verstaut, wurde es schon wieder hervorgeholt - zum gemeinsamen Kuscheln und Vorlesen. Besonders ...

„Die Eule mit der Beule“ gehörte zu den ersten Bilderbüchern, die mein Kind begeistert hat. Kaum war es im Regal verstaut, wurde es schon wieder hervorgeholt - zum gemeinsamen Kuscheln und Vorlesen. Besonders eindrücklich war der Moment, als mein Kind begann, selbst mitzufühlen: Mit einem traurigen „Ooohhh“ und betroffenen Blick reagierte sie auf die kleine Eule, die sich wehgetan hatte.

Das Reimbuch vermittelt auf spielerische Weise wichtige soziale Kompetenzen. Es zeigt, wie Freunde und Familie gemeinsam Lösungen finden und trösten können. Durch die einprägsamen Verse lernen schon die Kleinsten Mitgefühl und verschiedene Möglichkeiten kennen, mit Kummer umzugehen.

Bei kleineren Unfällen im Alltag wurde das Buch sogar zum festen Bestandteil unseres „Heilrituals“: Meine Tochter holte es zusammen mit ihrer Doktorinnentasche hervor und spielte die Geschichte nach. Die Stelle mit dem Honig wurde bei uns kreativ mit Wundcreme ersetzt - begleitet von einer kindgerechten Erklärung.

Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet: große, klare Bilder, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Inhalt der Reime meistens visuell unterstreichen. Ideal für ganz junge Zuhörende, die noch leicht von überladenen Seiten überfordert werden.

Dieses Buch war für uns ein perfekter Einstieg ins interaktive Vorlesen - bereits mit unter einem Jahr.
Es lädt zum Mitmachen, Mitfühlen und ersten Rollenspielen ein und schafft gleichzeitig wertvolle Vorlesemomente voller Nähe.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 03.05.2025

✎ Vanessa Walder - Das geheime Leben der Tiere: Wald 1 Die weiße Wölfin

Das geheime Leben der Tiere (Wald) - Die weiße Wölfin
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Auf „Das geheime Leben der Tiere: Wald 1 Die weiße Wölfin“ von Vanessa Walder wurde ich aufmerksam, als die Buchreihe in unsere Schulbibliothek einzog. Schon der Titel, das atmosphärische Cover und der ...

Auf „Das geheime Leben der Tiere: Wald 1 Die weiße Wölfin“ von Vanessa Walder wurde ich aufmerksam, als die Buchreihe in unsere Schulbibliothek einzog. Schon der Titel, das atmosphärische Cover und der spannend formulierte Klappentext weckten meine Neugier. Ich erwartete ein realistisches Kinderbuch über das Leben einer Wölfin in freier Wildbahn - und genau das bekam ich, zumindest größtenteils.

Vanessa Walder verbindet in dieser auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte packende Erzählkunst mit fundiertem Fachwissen. Die Verhaltensweisen der Wölfe sind äußerst natürlich beschrieben, wodurch die Geschichte eine starke Authentizität erhält.

Die weiße Wölfin namens Fünf ist dabei mehr als nur eine Hauptfigur - sie steht stellvertretend für das soziale Gefüge innerhalb eines Wolfsrudels. Die Dynamik in der Gruppe, die Rolle weiblicher Anführerinnen und die Bedeutung jedes einzelnen Rudelmitglieds - vom Leitwolf bis zum scheinbar unbedeutenden Nachzügler - werden nachvollziehbar und eindrucksvoll dargestellt. Besonders wertvoll ist die Botschaft, dass nicht nur der Erste zählt, sondern auch der Letzte eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft spielt.

Die Erzählung zeichnet ein schonungsloses Bild vom Überlebenskampf in der Natur. Gewalt, Gefahr und Verlust werden offen thematisiert, was das Buch von vielen anderen Tiergeschichten für Kinder deutlich abhebt. Für empfindsame Kinder ist dieser erste Band der Reihe definitiv eine Herausforderung - aber genau diese realistische Darstellung macht auch die Stärke des Buches aus.

Besonders beeindruckt hat mich, wie Vanessa Walder Themen wie Mut, Ausdauer und Zusammenhalt aufgreift. Trotz aller Härte schenkt das Buch Lesenden Momente der Hoffnung - zumindest bis zum Ende.

Denn das Ende hat mich als erwachsene Leserin regelrecht erschüttert. Es ist drastisch, brutal und könnte für Zartbesaitete sehr verstörend wirken. Die emotionale Fallhöhe, die sich über das ganze Buch aufbaut, wird mit einem einzigen Satz zerstört. In meinen Augen ist das Finale unnötig traumatisierend.

Daher halte ich die Altersempfehlung des Verlages ab 8 Jahren für zu niedrig. Kinder, die dieses Buch lesen, sollten über eine gewisse emotionale Reife verfügen und mit der Realität des Tierlebens in der Natur umgehen können.

Schade ist, dass bislang nur wenige Titel der Reihe als Hörbuch erschienen sind. Für viele Familien – wie auch für uns - wären Hörbücher eine ideale Ergänzung. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr Bände vertont werden.

Trotz meiner Kritik am Ende des ersten Bandes hat mich die Reihe neugierig gemacht. Ich plane, auch die weiteren Bücher über Tiere in der Arktis, Savanne oder im Ozean zu lesen – mit der Hoffnung auf ebenso starke, aber vielleicht etwas kindgerechter erzählte Geschichten.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.04.2025

✎ Lars Klinting - Kasimir 5 Kasimir malt

Kasimir malt
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Nachdem wir gesehen haben, was Kasimir tischlern kann, war sofort klar: „Kasimir malt“ muss herausgenommen werden! Gemeinsam mit ihm wollten wir seinen Schrank anstreichen – ein neues Abenteuer mit dem ...

Nachdem wir gesehen haben, was Kasimir tischlern kann, war sofort klar: „Kasimir malt“ muss herausgenommen werden! Gemeinsam mit ihm wollten wir seinen Schrank anstreichen – ein neues Abenteuer mit dem liebenswerten Biber.
Auf dem Cover schon zu entdecken: Kasimir ist diesmal nicht allein. An seiner Seite hilft ihm Frippe - ebenfalls ein echter Sympathieträger.

Die Geschichte ist schnell erzählt, aber liebevoll gestaltet und steckt voller kleiner Details: Was brauche ich, um einen Schrank zu streichen, ohne dass am Ende alles voller Farbe ist? Wozu dienen Leisten und Abklebeband? Solche Fragen werden spielerisch beantwortet und regen zum Mitdenken an.

Ein kleiner Kritikpunkt: Ich hätte mir etwas mehr Farbenlehre in der Erzählung selbst gewünscht. Nur eine Farbe wird wirklich angemischt, und erst auf der letzten Seite wird erklärt, welche Farben gemischt welche Ergebnisse bringen. Da wäre sicher noch mehr drin gewesen.

Wie auch schon in „Kasimir tischlert“ sind die Illustrationen beeindruckend realistisch - fast fotorealistisch. Die vielen liebevollen Details laden zum Verweilen ein und erfreuen Kinder wie Erwachsene.

Unser Fazit: „Kasimir malt“ hat uns fast genauso gut gefallen wie „Kasimir tischlert“. Besonders die letzte Seite - eine Mitmachseite - ist bei meinem Kind der absolute Höhepunkt.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 05.04.2025

✎ Mathias Berg - Die Kriminalistinnen 2 Acht Schüsse im Schnee

Die Kriminalistinnen. Acht Schüsse im Schnee
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„Der Tod des Blumenmädchens“ hatte mich ziemlich gut unterhalten, weswegen direkt der nächste Teil der Reihe vorübergehend bei mir einziehen durfte.

Erneut begleiten wir die Frauen auf ihren Wegen zu ...

„Der Tod des Blumenmädchens“ hatte mich ziemlich gut unterhalten, weswegen direkt der nächste Teil der Reihe vorübergehend bei mir einziehen durfte.

Erneut begleiten wir die Frauen auf ihren Wegen zu Kriminalbeamtinnen. Lucia steht noch immer im Mittelpunkt. Alles spielt sich rund um sie ab und es scheint, als könne ohne sie nichts laufen. Das hätte ich mir anders gewünscht, denn jede Frau hat ihre Stärken, die man mehr hätte einbringen können.
Bei den Charakteren gibt es eine enorme Weiterentwicklung.

Bereits in Band 1 gab es sehr viele (Neben)Schauplätze. Das hat der Autor auch dieses Mal wieder so gemacht. Für mich war es erneut zu überladen. Mindestens einen Strang hätte man weglassen können, ohne die Geschichte langweilig werden zu lassen. Ich denke sogar, dass der Fokus dann ein ganz anderer gewesen wäre und ich mehr hätte mitfiebern können. So schwand die Spannung streckenweise ein wenig.

Lokalkolorit und die Gepflogenheiten der 70er Jahre werden hier wunderbar wiedergegeben. Ich habe in dieser Zeit noch nicht gelebt und doch spielte sich durch die bildhaften Beschreibungen ein Film vor meinem inneren Auge ab.
Rauch- und Trinkverhalten, die Stellung der Frau, Paragraph 175 - dies sind nur ein paar Beispiele, die Mathias Berg authentisch in die Erzählung einflicht.

Am Ende gibt es einen richtig fetten Cliffhanger und auch hier bleiben einige Fragen offen, die hoffentlich im Finale der Trilogie beantwortet werden.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.03.2025

✎ Joanne K. Rowling - Harry Potter 6 und der Halbblutprinz

Harry Potter und der Halbblutprinz (Harry Potter 6)
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Puh … Was für ein Cliffhanger …

Das ist das erste Mal in der Reihe, dass ich regelrecht herausgerissen wurde. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können / wollen und war erstaunt, als / dass ich die ...

Puh … Was für ein Cliffhanger …

Das ist das erste Mal in der Reihe, dass ich regelrecht herausgerissen wurde. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können / wollen und war erstaunt, als / dass ich die letzte Seite umklappte.

Dieser 6. Band war nicht leicht zu händeln.
Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Gerade zum Schluss hin war ich emotional tief ergriffen - und das nicht wegen des Todes einer bestimmten Person.

Man merkt, dass sich die Figuren (teilweise) wirklich weiterentwickeln. Doch vom Protagonisten hätte ich mehr erwartet. Klar ist er ein Teenager und muss sich dementsprechend mit bekannten Problemen rumschlagen, doch ich hätte mir gewünscht, dass er in Bezug auf seine „Aufgabe“ mehr gereift ist, dass er das Ganze ernster nimmt, dass er erwachsener wird.
Stattdessen werden Lesende mit einer Liebelei gelangweilt, bei der niemand weiß, wo sie so plötzlich her kommt.

Die Geschichte beantwortet immer mehr Fragen, die im Laufe der anderen Teile entstanden sind. Doch genauso wirft sie neue auf.
Es gibt Wendungen, mit denen man irgendwie gerechnet hat und die einem dann trotzdem vor den Kopf stoßen.

Leider ist auch „Harry Potter und der Halbblutprinz“ nicht vor Fehlern gefeit.
Hinzu kommen manch unlogische Handlungen, bei denen ich die Charaktere am liebsten geschüttelt hätte.
Ebenso der titelgebende Charakter wird für mich zu schnell, zu lieblos und zu nichtssagend abgehandelt.

Ich bleibe dabei: Für mich ist dies keine Erzählung für Kinder ab 10 Jahren. Die Charaktere sind allesamt älter und das Geschehen ist streckenweise sehr brutal.

©2025 Mademoiselle Cake