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Veröffentlicht am 18.05.2025

Pasta für Fleischesser

Il mondo della Pasta
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Wenn ich meinen Mann frage, was ich kochen soll, wünscht er sich fast immer Nudeln. Darum habe ich mir vor einiger Zeit einen Pastavorsatz für meine Küchenmaschine gekauft und experimentiere seitdem mit ...

Wenn ich meinen Mann frage, was ich kochen soll, wünscht er sich fast immer Nudeln. Darum habe ich mir vor einiger Zeit einen Pastavorsatz für meine Küchenmaschine gekauft und experimentiere seitdem mit verschiedenen Pasta-Rezepten.
Domenico Gentile lädt in diesem Kochbuch zum Träumen und Schlemmen ein. Er erzählt vom Ursprung und Geschichte der Pasta, wie und aus was sie produziert wird und welche Sorten es überhaupt gibt. Außerdem erklärt er, welche Pasta warum zu welcher Soße passt und was man sonst noch beachten sollte.
Er zeigt Grundrezepte für frische Pasta und wie man sie einfärben, in Form bringen und füllen kann, wie Gnocchi und Süße Pasta macht. Diese Grundrezepte werden durch sehr viele Soßenrezepte ergänzt, da hätte ich mir allerdings mehr Rezepte ohne Fleisch, Schinken oder Speck gewünscht, die hier doch sehr dominieren.

Mir hat das reine Semolina-Grundrezept ohne Ei am besten gefallen, inzwischen habe ich den Teig auch schon mit Spinat- und Rote-Beete-Pulver eingefärbt. Das Rezept funktioniert super, man kann die Nudeln auch problemlos trocknen und aufbewahren.

Die Lieblingsrezepte meines Mannes aus dem Buch sind die Muschelnudeln mit Erbsen und Mortadella (und selbstgemachter Béchamel) und die Kürbisgnocchi mit Salbei, da muss ich allerdings noch an der Form der Gnocchi arbeiten.

Zu allen Rezepten gibt es appetitanregende Fotos.

Mein Fazit: Tolle Pasta-Grundrezepte. Fleischesser kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten, wer es vegetarisch oder gar vegan mag, muss etwas suchen oder abwandeln.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Das große Schweigen

Die Garnett Girls
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„Es hat schon immer zwei Margos gegeben, eine davon ist Ma, nur unsere Ma, und die andere ist Margo, die allen anderen gehört oder in ihrer eigenen Welt lebt. Im Augenblick ist sie, Margo – sie denkt nicht ...

„Es hat schon immer zwei Margos gegeben, eine davon ist Ma, nur unsere Ma, und die andere ist Margo, die allen anderen gehört oder in ihrer eigenen Welt lebt. Im Augenblick ist sie, Margo – sie denkt nicht an uns.“ (S. 340) Margo und Richard waren DAS Liebespaar der Isle of Wight, führten als Schriftsteller und Kolumnistin eine erfolgreiche Künstlerehe, hatten 3 bezaubernde Töchter und schmissen trotzdem die besten Partys der Gegend. Bis zu dem Tag, als Richard die Familie verließ, Margo sich für Monate auf ihrem Zimmer einschloss und die Mädchen sich selbst überließ. Wenn Familie und Freunde nicht gewesen wären, hätte ihr die Fürsorge die Mädchen weggenommen. Als sich Margo endlich wieder gefangen hatte, nahmen alle ihren Mädchennamen an und sie durften nie wieder über oder von Richard sprechen. Jetzt sind die Mädchen erwachsen, haben das Trauma des Verlassenwerdens und das große Schweigen nie verwunden. Außerdem gibt ihnen Margo das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ihren Anforderungen nicht gerecht zu werden. Also hängen sie in Lebensentwürfen fest, die sie nie wollten.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so eng mit Margos Leben verstrickt sein würde…“ (S. 129) Rachel führt mit ihrem Mann Margos und Richards Leben weiter. Sie haben eine sehr liebevolle Beziehung, leben mit ihren Kindern in deren ehemaligem Haus und verfolgen ihre Karrieren. Aber Margo, die eigentlich ein eigenes Haus hat, ist ständig da, mischt sich ein und veranstaltet ihre legendären Partys weiter hier.

„Sie hatte immer schon gewusst, dass Venedig für sie eine Bedeutung haben würde, weil ihre Eltern dort die Flitterwochen verbracht hatten.“ (S. 15) Imogen schreibt Theaterstücke und hat gerade den Durchbruch geschafft. Sie verlobt sie sich mit dem älteren William, weil er zuverlässig und gut für sie ist – und Margo es erwartet. Doch dann verliebt sie sich bei den Proben in jemand anderen und traut sich nicht, es William und ihrer Familie zu sagen. Sie flüchtet sich in ein Doppelleben, das sie zerstören könnte.

„Sie vermisse das Mädchen, dass sie eins gewesen war, als sie sich noch gemocht hatte und ohne die Last der Enttäuschung aufgewacht war, ohne die Last des Geheimnisses, das für sie keins mehr war, und der Mauer, die dies zwischen ihr und ihrer Familie errichtet hatte.“ (S. 95) Auch Sasha ist nicht glücklich ihn ihrem nach außen hin so perfekten Leben mit ihrem fürsorglichen Ehemann. Außerdem hat sie heimlich Kontakt mit Richard aufgenommen …

Georgina Moores „Die Garnett Girls“ ist eine interessante Familienstudie über die einzelnen Beziehungen und Verbindungen der Frauen untereinander, die alles überstrahlende Mutter und der alles überschattende verschwundene Vater. Die Töchter, inzwischen Frauen, suchen unbewusst einen Ersatz für ihn und finden nicht dabei immer den richtigen. Ihre Mutter mischt sich ein, weil sie ihnen ihr eigenes Schicksal ersparen will, geht dabei aber leider nicht besonders geschickt vor und berücksichtigt die Bedürfnisse ihrer Töchter nur bedingt. Ein gemeinsamer Sommer – ein ganzes Leben – voller Geheimnisse, die ans Licht drängen, das alles ist Garnett-Girls. Gut geschrieben, nicht immer fesselnd, aber aufschlussreich.

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Veröffentlicht am 17.04.2025

Dieser Turm erzürnt Gott

Die Begine und der Sterndeuter
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Mai 1416: Endlich ist im Haushalt von Anna Ehinger und ihrem Mann Lazarus Ruhe eingekehrt. Die ehemalige Begine und der Spitalarzt haben nach ihrer Tochter einen gesunden Sohn bekommen, die meisten Schäden, ...

Mai 1416: Endlich ist im Haushalt von Anna Ehinger und ihrem Mann Lazarus Ruhe eingekehrt. Die ehemalige Begine und der Spitalarzt haben nach ihrer Tochter einen gesunden Sohn bekommen, die meisten Schäden, die der Feuerteufel verursacht hatte, wurden beseitig. Da taucht ein Sterndeuter in Ulm auf und macht den Einwohnern Angst. „Die Sonne wird sich verfinstern, und der Mond wird seinen Schein nicht geben. Und die Sterne werden vom Himmel fallen. So steht es in der Heiligen Schrift! Das Ende der Tage könnte näher sein, als ihr denkt!“ (S. 8) – und zwar schon am übernächsten Sonntag. Viele der reichen Einwohner fliehen sofort aus der Stadt, und wenn sie wenig später zurückkommen, um nach ihrem Besitz zu sehen, wurden sie ausgeraubt.
Parallel dazu taucht immer mehr Falschgeld auf, was vor allem Annas Bruder Jakob schlaflose Nächte bereitet, schließlich ist er als Kämmerer und Säckelmeister dafür zuständig. In seiner Verzweiflung erwägt er, sich an den Propheten mit den düsteren Visionen zu wenden – doch der ist plötzlich verschwunden.
Am nächsten Morgen wird dessen Leichnam tot aus der Blau gezogen und eine Hure des Mordes beschuldigt. Das kann Anna nicht glauben. Sie will den wirklichen Täter finden und bringt sich dabei erneut in Lebensgefahr.

Silvia Stolzenburg gelingt es auch im 7. Band der Reihe, eine dichte, beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Die Menschen fürchten sich immer noch vor dem Bau des Kirchturms des Münsters. Die düsteren Vorhersagen verstärken die Unruhe zusätzlich. Viele steigern sich in eingebildete Krankheiten – bis eine Regenperiode schließlich wirklich eine Krankheitswelle auslöst. Lazarus hat Mühe, seine Patienten davon zu überzeugen, dass es sich nicht wieder um die Pest handelt.
Luna, die „Zauberin“, ist undurchsichtig wie eh und je und verdient gut, solange der mysteriöse Wahrsager in der Stadt ist. Sie verkauft Leichtgläubigen Gegenzauber und Amulette. Stadtpfeifer Gallus, der in sie verliebt ist, befürchtet, dass Luna und der Sterndeuter gemeinsame Sache machen, denn sie wirken sehr vertraut. „Fast als wäre er ein alter Liebhaber.“ (S. 177)
Der Mord treibt die angespannte Stimmung dann auf die Spitze. Warum musste der Sterndeuter sterben? Und was hat es mit dem Falschgeld auf sich?

Auch wenn mir ein Teil der Lösung relativ früh klar war, ist „Die Begine und der Sterndeuter“ abermals ein hervorragend recherchierter, mit spannenden Fakten und medizinischen Details gespickter historischer Krimi, der gut unterhält und neugierig auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Spionage an der Algarve

Lautlose Feinde
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Einen Tag vor Soraias und Leander Hochzeit, werden er und seine Kollegen der PJ zum Haus eines ermordeten Zollbeamten gerufen. Während sie den Tatort untersuchen, kommen plötzlich der Sohn und die Schwiegertochter ...

Einen Tag vor Soraias und Leander Hochzeit, werden er und seine Kollegen der PJ zum Haus eines ermordeten Zollbeamten gerufen. Während sie den Tatort untersuchen, kommen plötzlich der Sohn und die Schwiegertochter des Toten dazu. Sie suchen ihre Tochter Maria, die ihren Großvater wie jeden Morgen besuchen wollte. Kurz darauf meldet sich ein Erpresser, der das Mädchen entführt hat. In einer ausgeklügelten Aktion versuchen sie, den Entführer während der Übergabe des Lösegelds zu fassen, was leider misslingt – aber Maria kommt frei.
Dann tauchen weitere Tote in Fuseta und Umgebung auf und auf die Ermittler werden Anschläge verübt. Leander Lost ist überzeugt, dass alles zusammenhängt, aber wer warum dahinter steckt, bleibt lange um Dunkeln.

Parallel zu den Ermittlungen gibt es mehrere Erzählstränge über andere Personen und deren Aktionen. Da sind u.a. ein amerikanischer Oberst, der einen wichtigen Koffer nach Fuseta bringt, den er nie aus den Augen lässt, der Russe Viktor Fjodorow, der den Koffer unbedingt haben will und dafür ein ausgeklügeltes Helfernetz aufgebaut hat, sowie der Portugiese Raphael Romao, der Möbel im- und exportiert.
Durch die vielen Beteiligten und Stränge fiel es mir etwas schwer, der Handlung zu folgen, weil ich immer wieder überlegen musste, wer jetzt eigentlich wer ist und wie er in das Gefüge passt. Ich habe in einer Rezension zum Buch gelesen, dass es dort ein Personenverzeichnis gibt, vielleicht hätte man das dem Hörbuch auch voranstellen können. Zudem wird es sehr technisch, weil das Objekt der Begierde an mehreren Stellen detailliert erklärt wird.
Wenn man sich dann aber einmal eingefuchst, ist es ein extrem spannender und dramatischer Fall im Spionagemilieu, bei dem Leander wieder zur Hochform aufläuft und es zum ersten Mal schafft, jemanden auszutricksen bzw. anzuflunkern und eine ironische Bemerkung zu machen, etwas, was ihm bisher fremd war.
Als besonderer Twist wird Graciana Rossado, die Leiterin der PJ, diesmal wegen einem alten Fall degradiert und Miguel Duarte tritt an ihre Stelle. Der Spanier denkt jetzt natürlich, dass seinem Aufstieg nichts mehr im Weg steht und trifft einige fragwürdige Entscheidungen, um im besten Licht dazustehen: „Ich versuche, in der Öffentlichkeit ein breiteres Bewusstsein zu unserer Arbeit zu schaffen.“ „Und ich versuche, zwei Morde aufzuklären.“

„Lautlose Feinde“ ist bereits der siebente Fall mit Leander Lost. Der Asperger-Autist und Eidetiker ist aus dem portugiesischen Team längst nicht mehr wegzudenken. Dank Soraia und deren Familie sowie seinem Mündel Sarah Pinto, die wie er eine Waise ist, ist er endlich angekommen. Ich bin gespannt, wie es mit ihm privat weitergeht und was für einen Fall er als nächstes lösen muss.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Herzerwärmende Feelgood-Geschichte mit traurigem Hintergrund

Luzie in den Wolken
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„Verlier nie den Glauben, denn er ist die Stimme deines Herzens.“ (S. 111)
Luzie ist 7 Jahre alt und hat vor 3 Jahren ihren Papa durch einem Unfall verloren. Als sie für einen Wettbewerb im Spielzeugladen ...

„Verlier nie den Glauben, denn er ist die Stimme deines Herzens.“ (S. 111)
Luzie ist 7 Jahre alt und hat vor 3 Jahren ihren Papa durch einem Unfall verloren. Als sie für einen Wettbewerb im Spielzeugladen einen Ballon mit einem Wunsch losschicken darf, wünscht sie sich einen neuen Papa. Der Ballon fliegt leider nicht besonders weit, sondern landet vor Gabriels Füßen. Der Bestsellerautor mit Schreibblockade will gerade alles hinschmeißen, als mit der Karte die Idee für seinen nächsten Roman direkt in seinen Schoß flattert. Er kann nicht widerstehen, er will Luzie kennenlernen – und lernt so auch ihre Mutter Miriam kennen. Bald stolpert er von einer Notlüge in die nächste, weil er ihnen nahe sein und sein Buch schreiben will, ohne dass sie erfahren, wer und wie er in Wirklichkeit ist. „Ich halte es ja mit mir selbst fast nicht aus, da kann ich mich kaum einem anderen Menschen zumuten.“ (S. 30)

„Luzie in den Wolken“ ist eine wirklich herzerwärmende Geschichte mit sehr sympathischen Figuren. Luzie kann sich kaum noch an ihren Papa erinnern und hat Angst, auch noch ihre Mama zu verlieren. Davon abgesehen ist sie ein normales kleines Mädchen, das sehr gekonnt ihren Kopf durchsetzt und gewaltige Wutanfälle bekommt, wenn das mal nicht klappt. Miriam ist noch nicht über den Tod ihres Partners hinweg. Außerdem hat sie Existenzängste, weil ihr Laden für gebrauchte Kindermode, den sie vor einem halben Jahr einen eröffnet hat, nicht gut läuft. Wenn sich das nicht bald ändert, muss sie ihn aufgeben. Zum Glück ist ihre beste Freundin Becka immer an ihrer Seite, auch wenn die etwas abgedreht ist und gern alles mit Astrologie regeln will. Einig sind sie sich allerdings darin, dass Luzie eine männliche Identifikationsfigur braucht – und da stolpert Gabriel in den Laden und ihr Leben.

Charlotte Lucas erzählt die Geschichte abwechselnd aus Gabriels und Miriams Sicht. So ist man immer ganz nah an ihnen dran und bekommt einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Bei Miriam drehen die sich vor allem um Luzie und ihr Geschäft, dass sich Gabriel in sie verguckt hat, wie Becka sagt, kann und will sie sich nicht vorstellen. Gabriel hingegen findet sich selbst nicht besonders liebenswert und verstrickt sich schnell in so viele Lügen, dass nicht mehr weiß, wie er da je wieder rauskommen soll. Dazu kommen noch einige Missverständnisse und (Familien-)Geheimnisse, und das Chaos ist perfekt.

Man hofft natürlich von Beginn, am Ende alles gut ausgeht, kann aber dank einiger Überraschungen wunderbar mitfiebern und bangen.

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