Profilbild von GrueneRonja

GrueneRonja

Lesejury Star
offline

GrueneRonja ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit GrueneRonja über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

hätte/ könnte besser sein

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
0

Immer wieder lasse ich mich mitreißen von Büchern, die nordische Mythologie beinhalten, oder sogar, wie in diesem Fall, eine Schildmaid. Jedes Mal freue ich mich auf eine fesselnde Geschichte, die mich ...

Immer wieder lasse ich mich mitreißen von Büchern, die nordische Mythologie beinhalten, oder sogar, wie in diesem Fall, eine Schildmaid. Jedes Mal freue ich mich auf eine fesselnde Geschichte, die mich gut unterhält, die die nordischen Götter in aller ihrer grausamen Wunderbarkeit darstellt und mich mitzieht. Und viel zu häufig werde ich von den weiblichen Protagonistinnen enttäuscht. Dabei hatte ich für Freya so große Hoffnungen, denn A Fate inked in Blood fing richtig gut an.

Freya hat ein Geheimnis, doch weiß sie gar nicht so richtig, warum sie es niemandem erzählen soll. Stattdessen quält sie sich als Fischweib in einer lieblosen Ehe und tut alles, damit es allen anderen, die ihr am Herzen liegen, gut geht. Doch tief in ihr drin hegt sie den Wunsch, mit ihrem Bruder auf Beutzug zu gehen und Ruhm und Ehre zu erlangen. Stattdessen nimmt sie Fisch aus und verkauft ihn.
Nach einem Streit mit ihrem Mann Vargi, der einen Tropfen Blut des Meeresgottes in sich trägt und daher Fische befehligen kann, findet Freya sich zwischen unzähligen sterbenden Fischen am Strand und versucht verzweifelt, diese wieder ins Meer zu werfen. Dabei wirft sie einem Fremden einen Fisch genau ins Gesicht und es folgt ein amüsanter Schlagabtausch.

Dieser Schlagabtausch hat mich schon große Hoffnungen in das Buch setzen lassen, denn Freya hat es nicht nur satt, von allen nur benutzt zu werden, sondern auch eine freche Zunge. Und als der Kampfgeist in ihr geweckt wird, gibt es kein Halten mehr. Oder zumindest dachte ich es, denn ab da ging es eigentlich nur noch bergab. Sie wird verraten, wird die Frau des Fürsten und der Spielball der Menschen um sie herum. Obwohl sie es satt hat, immer nur benutzt zu werden, findet sie nicht den Mut, einfach etwas für sich zu entscheiden. Wenn sie nicht an das Wohl ihrer Familie denkt, die nicht besonders dankbar für Freyas Opfer sind, dann an das Wohl ihres Clans. Während der Fürstensohn sein Bestes tut und möchte, dass Freya ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, tritt sie seine Hingabe mit Füßen. Es ist zum Verrückt werden und nicht nachvollziehbar.
Und das schlimmste an dem Ganzen, was mich bei vielen Büchern in letzter Zeit stört, das nicht-zuhören. Freya wird etwas großes offenbart und sie hört nur die Hälfte. Sie ist so gefangen in ihren widersprüchlichen Gefühlen und dem zwanghaften Schutz von Menschen, denen sie egal ist, dass sie das offensichtliche übersieht.

So viel Hoffnung ich für dieses Buch hatte, so groß ist mein Unwille, es weiter zu lesen. Freya hat sich so in ihren Gefühlen verloren, dass sie am Ende keinen klaren Gedanken fassen konnte. Dieses ewige Hin und Her hat mich einfach lustlos zurück gelassen und ich war froh, als es endlich vorbei war. Dabei sind der Fürstensohn und sie ganz spannende Charaktere (gewesen).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

unbefriedigendes Ende

Castle Rose
0

Julianna lebt in einer Welt, in der Aether Fluch und Segen zugleich ist. Als der Aether vor 15 Jahren entdeckt wurde, geschah dies bei einem riesigen Unfall, bei dem alle beteiligten Menschen in einen ...

Julianna lebt in einer Welt, in der Aether Fluch und Segen zugleich ist. Als der Aether vor 15 Jahren entdeckt wurde, geschah dies bei einem riesigen Unfall, bei dem alle beteiligten Menschen in einen tiefen Schlaf gefallen sind. Seitdem hat sich die Stadt Tales End zwar stark weiterentwickelt, denn Aether ist eine sehr gute Energiequelle und treibt alle Maschinen an, allerdings ist die Gefahr groß, beim Kontakt damit zu einem Sleeper zu werden und nie wieder aufzuwachen.
Seit vier Jahren kümmert sich Julianna um sich und ihren Bruder, denn ihre Mutter ist verschwunden und ihr Vater ein Sleeper. Neben der Arbeit in einer Fabrik, ist sie auch eine Diebin, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Durch einen Zufall lernt sie Phoebe kennen, die Julianna zu einem Raubzug im königlichen Schloss überredet. Und ab da gerät alles aus dem Ruder.

Märchenadaption und Steampunk? Ich bin dabei! Die Idee, daß alle durch Aether in einen ewigen Schlaf fallen, gleichzeitig der Aether aber von den Menschen genutzt wird, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Julianna dagegen nicht so.
Sie ist unsicher, obwohl sie als Diebin schon eine gewisse Portion Selbstbewusstsein braucht. Sie zweifelt stark an sich, und stellt sich meines Erachtens ein paar Mal etwas unglüclich an. Gerade zum Ende hin, hat sie sich ziemlich überrumpeln lassen. Ich bin einfach nicht warm mit ihr geworden. Und daß ihr Begleiter, ein mechanisches Gürteltier, nur eine winzige Nebenrolle spielt, hat mich schon etwas enttäuscht.

Die Geschichte wird aus Juliannas Sicht erzählt, sodaß ihre Zweifel gut zur Geltung kommen. Auch die Welt von Tales End ist wundervoll beschrieben und die Autorin hat sich offensichtlich Gedanken zu dieser Märchenadaption gemacht. Mir fehlt nur mehr Umgang mit dem Aether und Juliannas Fähigkeiten. Die letzten 150 Seiten waren mir zu oberflächlich für einen runden, nachvollziehbaren Abschluß.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2025

Das beste ist die Freundschaft der drei Seelenräuberinnen

Legends of Askja 1. A Kiss of Ice and Blood
0

„Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, ihn noch mal zu küssen. Allerdings wäre mein Ziel dabei nicht, ihn zu verführen, sondern ihm das Leben zu rauben. Das hat seine ganz eigene Romantik …“ (S. 173)

Frin ...

„Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, ihn noch mal zu küssen. Allerdings wäre mein Ziel dabei nicht, ihn zu verführen, sondern ihm das Leben zu rauben. Das hat seine ganz eigene Romantik …“ (S. 173)

Frin ist eine Eisdämonin, die Menschen durch einen Kuss ihre Seele raubt und sich so nährt. Das ist ihre Natur. Als sie von Ser Leif gefangen und in die Stadt gebracht wird, schlägt ihr all der Hass der Menschen entgegen. Leifs Vater, der König von Askja, will die Magie von der Insel vertreiben und auf diese Weise den ewigen Winter vertreiben. Doch Leif fürchtet, dass damit auch die Magie des Heimatberges erlischt, der die Menschen auf der Insel mit Nahrung versorgt.

Ich habe dieses Buch für eine Leserunde auf dem Discord-Server von Madame Misc gelesen. Die Idee der Eisdämoninnen fand ich sehr spannend, wie eisige Sirenen. Außerdem finde ich es absolut hinreißend, daß sie sich zur Fortbewegung in Schneeflocken verwandeln.
Die Aufmachung des Buches ist natürlich ein Hingucker, und der Farbschnitt zeigt Schneeflocken. Das ist auch der einzige Grund, dieses Buch zu behalten, bis ich Platzprobleme bekommen.

Erzählt wird die Geschichte aus den Sichten von Frin und Leif. Die Kapitelüberschriften sind immer ein Vergleich, z.B. „Tödlich wie das Eis“ (Kapitel 1) oder „Gefährlich wie die Nacht“ (Kapitel 2), was mir gut gefallen hat.
A Kiss of Ice and Blood wird als spicy Romantasy beschrieben, doch die Anziehung zwischen Frin und Leif war für mich nicht sehr greifbar. Zu meinem Glück hielt sich auf der „Spice“ in Grenzen in Form einer einzigen Szene, die weder besonders ausführlich noch explizit war.

Das beste an diesem Buch, neben den Schneeflöckchen, war die Freundschaft zwischen den drei Gefangenen im Kerker des Königs. Sie haben auch das Ende gerettet, denn der Endkampf war mehr als lächerlich und unnötig dramatisch. Band eins der Trilogie hat mich nicht überzeugt, war nicht besonders originell und zuweilen unnötig schnulzig, ohne daß es echt wirkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2025

war okay

A Spark of Time - Rendezvous auf der Titanic
0

„Dieses Schiff und ich, wir sind Teil eines Ganzen. Schon als ich als junger Lehrling bei Harland & Wolff angefangen habe, habe ich von so einem Schiff geträumt. Irgendwann, das nahm ich mir damals vor, ...

„Dieses Schiff und ich, wir sind Teil eines Ganzen. Schon als ich als junger Lehrling bei Harland & Wolff angefangen habe, habe ich von so einem Schiff geträumt. Irgendwann, das nahm ich mir damals vor, würde ich so einen Giganten der Meere bauen. Ich würde das schönste Schiff erschaffen, das es zu dieser Zeit geben würde. […] Titanic, das Schiff der Träume.“ (S. 375)

Lilly deGray und ihr Vater können mit Hilfe eines kleinen Zahnrads und Muttermalen in einer bestimmten Anordnung auf der Hand durch die Zeit reisen. Geleitet werden sie durch den Familienkodex, der nicht nur für die Sicherheit der Familie sorgen soll, sondern auch strenge Regeln bezüglich des Verhaltens in der Vergangenheit hat. So erforderte jede Reise absolute Anpassung an die Begebenheit und eine ausführliche Recherche.
Als Lilly auf die Titanic 1912 reist, nimmt sie eine Stelle bei einer Gräfin als Dienstmädchen an. Obwohl dies ihr die gewünschte Anonymität auf dem Tisch verschafft, zieht sie die Aufmerksamkeit von Ray auf sich, dem Sohn des Schifferbauers. Doch Ray ist nicht, wer er vorgibt zu sein.

Zeitreisen mag ich sehr, vor allem, wenn etwas Magie im Spiel ist. Das Schicksal der Titanic kennen wir alle, so war von Anfang an klar, daß Lilly nicht ewig für ihren Auftrag Zeit haben wird. Umso mehr wundert es, wie nachlässig sie zuweilen ist. Für viele Konflikte kann sie nichts, da die Menschen um sie herum teilweise sehr speziell sind, aber verpasste Gelegenheiten gab es genug. So wurde es am Ende nicht nur ziemlich spannend, aufgrund des Untergangs der Titanic, sondern irgendwie auch ein bisschen lächerlich. Trotzdem war ich beeindruckt, wie sehr Lilly stets in ihrer Rolle blieb, wie einfach und professionell sie zumindest diese Umstände ihrer Mission hinbekommen hat, trotz ihres Alters.
Nichtsdestotrotz war ich froh, als es zu Ende war. Ich werde diese Reihe nicht fortführen, obwohl Band 2 bereits erschienen ist. Der sich anbahnende Konflikt, mit dem das Buch endete, bestärkt mich nur noch in dieser Entscheidung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2025

Das Buch hält nicht, was der Klappentext verspricht

Das kleine Nähcafé am Fluss
0

„Ich möchte einen Toast auf Hettie ausbringen. Gründerin des Nähcafés, Ideengeberin, Stoffzauberin und vor allem: eine gute Freundin. Bei ihr liefen alle Fäden zusammen.“ (S. 174)

Maura ist eine Karrierefrau, ...

„Ich möchte einen Toast auf Hettie ausbringen. Gründerin des Nähcafés, Ideengeberin, Stoffzauberin und vor allem: eine gute Freundin. Bei ihr liefen alle Fäden zusammen.“ (S. 174)

Maura ist eine Karrierefrau, wie sie im Buche steht: schick gekleidet, teure Frisur, und immer auf Zack. Sie hat keine Geduld mit ihrer Kollegin Tessie und einen Maulwurf in der Redaktion, der alle Ideen an die Konkurrenz weitergibt. Als dann der Anruf kommt, dass ihre Tante Hettie, bei der sie nach dem Tod ihrer Mutter aufwuchs, verstorben ist, schwingt sie sich ins Auto, um das Erbe zu klären.
Obwohl Maura nach der Schule Rockenbrook fluchtartig verlassen hat, hat das Dorf sie nie richtig losgelassen. Nun dort wieder zu sein, bringt alte Erinnerungen hoch. Und nicht alle sind erfreulich. Ebenso unerfreulich ist die Familie Tossen: der Bürgermeister, sein Sohn Thore und dessen Frau Tinekken. Der Bürgermeister hat ein Auge auf das Grundstück von Tante Hettie geworfen und tut alles, um es Maura abkaufen zu können. Und da Maura fest entschlossen ist, Rockebrook so schnell wie möglich hinter sich zu lassen, ist sie einem Verkauf nicht abgeneigt.
Doch dann taucht ihr Sohn Quist bei der Beerdigung auf und bringt alles durcheinander. Er scheint der einzige zu sein, dem Maura etwas Zuneigung entgegenbringt. Ansonsten wirkt sie von Beginn an extrem unsympathisch. Sie bezeichnet sich selbst als Diamant auf zwei Beinen und genau so ist sie auch: hart und eiskalt.

Kaum in Rockenbrook angekommen wird schnell klar, dass Maura ein enormes Paket ungeklärter Konflikte mit sich herum trägt, angefangen mit ihrer ehemals besten Freundin Hilkka. Durch die Zeitsprünge in die Vergangenheit wird schnell klar, daß der Konflikt künstlich entstanden ist. Das Problem ist, wie meistens, fehlende Kommunikation.
Der nächste Konflikt ist Familie Tossen, die von Hilkkas Tochter Erla auch gerne „Die toxischen Ts“ (S. 63) genannt wird. Bei den Gesprächen mit dem Bürgermeister oder Tinekken zweifle ich stark an Mauras Menschenkenntnissen: daß Tinekken nicht ganz ehrlich ist, sollte klar sein, sobald sie den Mund auf macht; daß der Bürgermeister Tossen nur seinen Vorteil im Auge hat, sollte am wenigsten Maura überraschen.

Das kleine Nähcafé am Fluss klingt wie ein phantastischer Ort und übt eine gewisse Magie, auch auf Maura, aus. Schade, dass es nur ein Nebenschauplatz ist und das Nähthema nicht so präsent war, wie erhofft. Zudem habe ich selten so viele überspitzte unsympathische Charaktere in einem Buch erlebt. Ich war froh, daß am Ende alles gut geworden ist, aber der Weg dahin glich einem harten Ritt auf einem Diamanten, obwohl man auch gemütlich die Fähre hätte nehmen können. Das Buch hat leider nicht gehalten, was der Klappentext versprochen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere