Beginnt ruhig und wird extrem fesselnd
Sturm über den MühlenMit "Sturm über den Mühlen" ist Gabriele Popma wieder ein herausragender Spannungsroman gelungen. Was eher gemütlich beginnt, steigert sich im zweiten Drittel fast zu zu einem Thriller, der meine Nerven ...
Mit "Sturm über den Mühlen" ist Gabriele Popma wieder ein herausragender Spannungsroman gelungen. Was eher gemütlich beginnt, steigert sich im zweiten Drittel fast zu zu einem Thriller, der meine Nerven sehr strapaziert hat! Was für eine Geschichte!
Bereits der Spannungsroman "Der Fjord schweigt" der Autorin, den ich bereits vor fünf Jahren gelesen habe, war ein 5 Sterne Buch und auch dieses hier reiht sich in die Fünf-Sterne-Riege ein.
Schon der dramatische Prolog hat es in sich. Danach wird es etwas ruhiger und es werden einige Figuren eingeführt die vielleicht zu Beginn noch etwas verwirren. Es dauerte jedoch nicht lange, bis ich diese zuordnen konnte. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, die sehr geschickt miteinander verwoben werden.
Im Jahr 1998 geht der 18jährige Rick auf Klassenfahrt in die Niederlande. Die Jugendlichen halten sich nicht wirklich an die vorgegebenen Regeln und Rick lernt in der nahegelegenen Bar Kim kennen. Sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf und er verliebt sich Hals über Kopf. Neun Jahre später steht Kim mit der gemeinsamen achtjährigen Tochter Marijke vor der Tür. Sie muss für ein halbes Jahr in die USA und hat niemanden bei dem das Kind bleiben kann. Rick, Langzeitstudent und eher sorglos unterwegs, fällt aus allen Wolken, denn von seiner Tochter hat er bis zu diesem Zeitpunkt nichts gewusst. Ab nun wird sich sein Leben von Grund auf ändern.
2024. In der Gegenwart steht Marijke vor den Trümmern ihrer Beziehung zu ihrem Freund Dominik. Kurze Zeit später lernt sie den Niederländer Arjen kennen, der sich sehr um sie bemüht. Er lädt sie für ein Wochenende in seine Heimat ein, doch Marijke ist noch nicht so weit. Außerdem war sie aus einem bestimmten Grund seit 2008 nie mehr in den Niederlanden, ihrer alten Heimat. Rick und sie haben nämlich ein gefährliches Geheimnis....
Der Schreibstil von Gabriele Popma ist ausdrucksstark, emotional und fesselnd. Die Autorin versteht es die Familiengeschichte Schicht um Schicht aufzublättern und schickt uns dabei auf eine emotionale Achterbahnfahrt, die meinen Puls in die Höhe getrieben hat. Was zuerst ruhig und amüsant beginnt, wird zu einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit.
Bildgewaltig sind auch die Beschreibungen der Niederlanden und ihren Sehenswürdigkeiten. In Zaansche Schaans war ich vor einer kleinen Ewigkeit, aber die vielen Windmühlen sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Die Charaktere sind vielschichtig angelegt und man weiß oft nicht, wer die Wahrheit spricht oder welches Spiel generell gespielt wird. Auch die Nebencharaktere sind sehr lebendig gezeichnet und manche entpuppen sich zu einem Überraschungsei.
Die Autorin legt gekonnt falsche Fährten. Mein Instinkt war jedoch bei einer Sache richtig und ich hatte den richtigen Riecher. Das letzte Drittel des Romans ist extrem spannend und dramatisch und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Fazit:
Ein toller Spannungsroman, der ruhig beginnt und dann immer fesselnder wird und den man kaum mehr aus der Hand legen kann. Eine Geschichte über Liebe, Vertrauen, Verlust, Trauer, Hass und Geldgier. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!