Cover-Bild Das Wunder von Paradise Deep
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28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Mitteldeutscher Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 10.02.2025
  • ISBN: 9783963119255
Michael Crummey

Das Wunder von Paradise Deep

Jost Burger (Übersetzer)

Als ein Wal an der Küste des abgelegenen Fischerdorfs Paradise Deep strandet, erwarten die Bewohner nicht, in seinem Inneren einen stummen, nach Fisch stinkenden, aber erstaunlich lebendigen Mann zu finden. Die Entdeckung dieser mysteriösen Person, die bald auf den Namen Judah getauft wird, lässt die Fischergemeinde nach Antworten suchen, während die prominentesten Bürger darüber rätseln, ob er Mensch oder Tier, Segen oder Fluch, Wunder oder Dämon ist. Obwohl Judah ein schockierender Neuzugang ist, ist Paradise Deep bereits voll von ungewöhnlichen Charakteren. King-me Sellers, der selbsternannte Patriarch, hat es auf eine undurchschaubare Frau abgesehen, die nur als Witwe Devine bekannt ist und mit der er eine jahrzehntealte Fehde führt. Ihre Enkelin Mary Tryphena ist noch ein Kind, als Judah an Land gespült wird, aber sie ist ihr ganzes Leben lang auf ungeahnte Weise mit ihm verbunden.
Mit seiner Familiensaga und Liebesgeschichte, die ein Jahrhundert und fünf Generationen überspannt, entführt Michael Crummey in ein abgeschiedenes Fischerdorf auf Neufundland, in dem Realität und Mythen miteinander verschmelzen, und stellt seine Fähigkeit, historische Tiefe mit mythischer Erzählkunst zu verbinden, ein weiteres Mal unter Beweis.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2025

Packende und faszinierende Familiengeschichte aus dem 19. Jahrhundert

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Fesselnde historische und mystische Geschichte über zwei Familien, die sich über Generationen hinweg von ihrem Glauben leiten lassen und den Leser zum Nachdenken anregen.


Am Strand von Neufundland wird ...

Fesselnde historische und mystische Geschichte über zwei Familien, die sich über Generationen hinweg von ihrem Glauben leiten lassen und den Leser zum Nachdenken anregen.


Am Strand von Neufundland wird ein Wal entdeckt, aus dem die Bewohner des Fischerdorfes Paradise Deep kurz darauf einen Mann bergen. Dieser Mann lebt, sieht aber anders aus, wie die üblichen Menschen, denn sein Haar und seine Haut sind völlig weiß und er riecht fürchterlich nach Fisch. Dennoch findet Judah, so wie sie ihn nennen, nach kurzer Zeit einen Platz in der Gemeinde. Nach ersten Befürchtungen, ob dieser Mann womöglich das Böse in den Ort bringt, ändern die Menschen aus Paradise Deep ihre Meinung. Mit Judah wächst schließlich eine Familie heran, die zusammen mit einer weiteren Familie über Generationen hinweg eine bedeutende Rolle in dieser Geschichte spielt.
Zuerst einmal möchte ich die hochwertige Aufmachung des Buches loben. Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr. Besonders schön finde ich, dass farblich alles so harmonisch aufeinander abgestimmt ist. Wie zum Beispiel das rosa Lesebändchen, was perfekt zu den Akzenten auf dem Cover passt. Das Flex Cover wirkt robust und fühlt sich gut in der Hand an. Die Qualität spürt man auch im Innenteil, denn die Seiten sind fest und glatt aus hochwertigem Papier. Ein Buch, das man gern in der Hand hält.
Nun zur Geschichte. Ich musste erst einen Teil des Buches gelesen haben, um mich an die vielen Namen und die Schreibweise des Autors zu gewöhnen. Die Geschichte spielt in weiter Vergangenheit des 19. Jahrhunderts und so wählte der Autor auch seine Sprache dementsprechend. Auch der Satzbau war für mich ein klein wenig gewöhnungsbedürftig. Zudem gab es viele Namen und Situationen, von denen ich mir erst einmal ein Bild machen musste. Zum Glück bietet das Buch direkt zu Anfang einen Stammbaum, auf den ich während des Lesens immer wieder gern zurückgegriffen habe.
Wie man es aus alten Erzählungen kennt, drehte sich das Leben der Menschen damals sehr viel um Sagen, Mythen und Glauben. So auch in Paradise Deep. Die Menschen ernährten sich nicht von Lebensmitteln, von denen es sowieso meist zu wenig gab, sondern von Gerüchten und Erzählungen. Es war amüsant und erschütternd zugleich und manchmal mysteriös und makaber. Aber genau das reizt mich an diesen alten Geschichten und hat mir auch hier wieder sehr gefallen. Nach einer Zeit hatte ich auch das Geschehen immer besser vor Augen und ließ es praktisch wie einen altertümlichen Film vor meinem inneren Auge ablaufen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Geschichte einmal verfilmt wird, und würde mir die Umsetzung ziemlich gern anschauen.
Das Buch ist fesselnd geschrieben und fasziniert allein durch seine vielen mysteriösen Vorkommnisse. Ich habe mich immer gefragt, wieviel davon wirklich der Wahrheit entsprungen sein könnte. Gleichzeitig macht es aber auch deutlich, wie viel Aberglaube damals in den Menschen steckte. Der Autor hat hier einen wahren Schatz an Kuriosem und Mysteriösen geschaffen. Es spiegelt auch perfekt die guten und schlechten Züge der Menschen wider. Auch nach dem Lesen ließ mich das Buch nicht los. Ich finde dieses Werk sehr beeindruckend. Es hat mich auf eine völlig andere und besondere Art perfekt unterhalten. Nachdem ich mich erst einmal an den Schreibstil gewöhnt hatte, konnte ich völlig in dieser Geschichte versinken. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Sehr mystisch

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„Das Wunder von Paradise Deep“ ist ein leiser, kraftvoller Roman, der einen in das raue Herz Neufundlands trägt. Das Meer rauscht durch jede Seite, der Wind beißt, und zwischen Klippen und Legenden entfaltet ...

„Das Wunder von Paradise Deep“ ist ein leiser, kraftvoller Roman, der einen in das raue Herz Neufundlands trägt. Das Meer rauscht durch jede Seite, der Wind beißt, und zwischen Klippen und Legenden entfaltet sich eine Geschichte voller Magie, Schmerz und Menschlichkeit.

Mit der Ankunft eines lebenden Mannes in einem Wal beginnt ein Märchen, das tief im Realen wurzelt – eine Erzählung über Zugehörigkeit, Mythen und das, was uns antreibt, selbst wenn alles verloren scheint.

Michael Crummey, geboren in Neufundland, schreibt mit der Seele seiner Heimat. Seine Sprache ist bildgewaltig, manchmal zart wie Nebel, dann wieder so wild wie die See.

Ein Roman wie ein Geisterlied über die Küste – melancholisch, schön und lange nachhallend.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Das Wunder von Paradies Deep

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Ein wunderschönes Cover – ich liebe es einfach, wenn Tiere auf Buchcovern zu sehen sind.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zunächst etwas schwer. Der Stil lag mir in den ersten Kapiteln nicht so ...

Ein wunderschönes Cover – ich liebe es einfach, wenn Tiere auf Buchcovern zu sehen sind.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zunächst etwas schwer. Der Stil lag mir in den ersten Kapiteln nicht so richtig, doch das besserte sich mit der Zeit. Wie so oft war es einfach eine Frage der Gewöhnung.

Die Handlung baut sich sehr solide auf. Anfangs wirkt sie – auch aufgrund der Vielzahl an Charakteren – noch etwas unübersichtlich, doch je weiter man liest, desto klarer und fesselnder wird das Gesamtbild. Besonders spannend ist die Erzählweise über mehrere Generationen hinweg, die dem Ganzen zusätzliche Tiefe verleiht und verschiedene Perspektiven eröffnet.

Das Thema Mythen und Religion ist sehr gelungen eingeflochten und verleiht der Geschichte eine besondere Atmosphäre.

Die Charaktere sind facettenreich gestaltet, wirken authentisch und tragen wesentlich zur Dichte und Lebendigkeit der Handlung bei.

Ganz besonders hat mir die düstere Stimmung des kleinen Küstendorfs gefallen. Die raue See, die unberechenbare Natur und die Schwere des Lebens an der Küste sind förmlich spürbar und übertragen sich eindrucksvoll auf die Figuren und den Verlauf der Geschichte.

Insgesamt ein wirklich tolles Buch – atmosphärisch dicht, ungewöhnlich und mal wieder etwas ganz anderes. Eine klare Empfehlung für alle, die Lust auf ein etwas dunkleres, vielschichtiges Leseerlebnis haben.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Atmosphärisch

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Im kleinen Fischerdorf Paradise Deep strandet ein Wal. In ihm befindet sich ein stummer Mann, der stark nach Fisch riecht. Hat Gott diesen Mann geschickt? Ist er ein Fluch oder ein Segen? Die kleine Gemeinde ...

Im kleinen Fischerdorf Paradise Deep strandet ein Wal. In ihm befindet sich ein stummer Mann, der stark nach Fisch riecht. Hat Gott diesen Mann geschickt? Ist er ein Fluch oder ein Segen? Die kleine Gemeinde steht Kopf. In einer Zeit, in der viele Menschen nicht mal lesen und schreiben konnten, das Leben noch sehr beschwerlich war, spielt dieser Roman über fast zwei Jahrhunderte. Neufundland als raue Kulisse eignet sich dafür hervorragend.

Auf der Buchmesse bin ich auf dieses Buch und den Verlag aufmerksam geworden. Das Cover hat mich direkt angesprochen, ich finde es ist ganz wunderbar gelungen.
Der Einstieg ist mir nicht ganz leicht gefallen. Es gibt sehr viele Charaktere und es passiert jede Menge. Nach ein paar Seiten bin ich dann langsam reingekommen. Zunehmend konnte ich der mystischen, manchmal schrägen und unkonventionellen Geschichte immer mehr abgewinnen. Die harte Zeit, in der die Geschichte spielt, finde ich sowieso spannend. Die Atmosphäre hier war für mich großartig, raue Küstenlandschaft, Entbehrung, Aberglauben, Gottesfürchtigkeit. Manchmal derb, manchmal zart, interessant und einfach mal anders. Es liest sich nicht mal so nebenbei weg, man braucht Zeit und Ruhe. Da entwickelt das Buch dann seine Stärke und Kraft, die tolle Beobachtung zweier Familien über fünf Generationen, mit all dem Glück und Unglück, Zusammenhalt und der engen Verbindung zwischen Übernatürlichem und Alltag.
Ich empfehle das Buch gern weiter.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Anspruchsvolle Familiensaga, auch spannend

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REZENSION - Über zwei Jahrhunderte und fünf Generationen erstreckt sich die im Februar beim Mitteldeutschen Verlag veröffentlichte Familiensaga „Das Wunder von Paradise Deep“ des auf Neufundland geborenen ...

REZENSION - Über zwei Jahrhunderte und fünf Generationen erstreckt sich die im Februar beim Mitteldeutschen Verlag veröffentlichte Familiensaga „Das Wunder von Paradise Deep“ des auf Neufundland geborenen und heute wieder dort lebenden kanadischen Schriftstellers Michael Crummey (59). Die ungewöhnliche und inhaltsreiche Geschichte beginnt mit den ersten Einwohnern einer abgeschiedenen neufundländischen Fischersiedlung namens Paradise Deep zu einer Zeit, als Neufundland noch zum britischen Empire gehörte. Wie schon in Crummeys früheren Romanen handelt auch diese Erzählung in einer ungewöhnlichen Mischung aus Magie, Mythen und historischer Realität von der Entwicklung der Arbeits- und Umwelt und der Veränderung des gesellschaftlichen Lebens im Wandel der Zeit. Der Roman behandelt Themen wie die Härte des Überlebens in unwirtlicher Landschaft, den Konflikt zwischen Christentum und Aberglauben sowie die noch anhaltende Bedeutung von Mythen für damalige Menschen. Zugleich geht es aber auch um zeitlose Fragen wie Herkunft und Identität.
Alles beginnt mit einem mysteriösen Ereignis: Ein stummer, nach Fisch stinkender, „erstaunlich lebendiger“ bleichhäutiger Mann wird aus dem Bauch eines an der Küste gestrandeten Wals geschnitten. Zunächst wollen die Fischer ihn aus Furcht vor drohendem Unheil töten. Doch dann nimmt ihn die Familie Devine auf und gibt ihm den Namen Judah. Dem alten Aberglauben noch verhaftet, sind sich die Einwohner unsicher, ob der Fremde Mensch oder Tier ist, ob er ihrer Siedlung Segen oder Fluch bringen wird. In jedem Fall verändert sich durch Judahs Anwesenheit das Leben im Dorf: Blieben gerade die Fischschwärme aus, kehren sie nun auf einmal in die Bucht von Paradise Deep zurück und bringen der Siedlung einigen Wohlstand. Doch Judah verändert nicht nur das damalige Dorfleben, dessen Einwohnerschaft sich aus recht skurrilen Charakteren zusammensetzt, sondern verstrickt die beiden führenden Familien der als Hexe verdächtigten Witwe Devine und des wohlhabenden Händlers King-me Sellers über Generationen hinweg in eine wechselhafte Geschichte aus Liebe und Rache, Aberglauben und Traditionen. Mary Tryphena, Enkelin der beiden und Hauptfigur des Romans, ist noch ein Kind, als Judah an Land gespült wird, bleibt aber ihr Leben lang auf ungeahnte Weise mit ihm verbunden.
Crummey beschreibt in seinem Roman eine Welt, in der das Übernatürliche, die Mythen aus alter Zeit sowie die christliche Religion – wobei in dieser Einöde kaum zwischen Protestantismus und Katholizismus unterschieden wird – mit dem alltäglichen Leben verbunden sind, wie gleich zu Beginn das biblisch anmutende Erscheinen Judahs zeigt. Die Protagonisten, deren Schicksale über alle Zeiten miteinander verbunden bleiben, sind weder Helden noch Schurken. Jeder für sich ist eine sehr komplexe Persönlichkeit mit allzu menschlichen Fehlern, Leidenschaften und Geheimnissen. Wir erfahren viel über das entbehrungsreiche Leben der Fischer und Händler in dieser kargen Abgeschiedenheit, aber auch – trotz mancher persönlicher Fehden – über deren unbedingten Zusammenhalt.
Crummeys Erzählung ist voller mystischer Bilder und atmosphärisch dicht, wodurch der Roman durchaus spannend ist. Andererseits nimmt sich der Autor anfangs sehr viel Zeit für den Aufbau seiner Geschichte, was für manche Leser, die aktionsreiche Handlung bevorzugen, zu langatmig erscheinen mag. Überhaupt ist „Das Wunder von Paradise Deep“ bei aller Faszination eine schwierige Lektüre, die man deshalb möglichst selten unterbrechen sollte, um Handlungsfäden und Personen im Gedächtnis zu behalten. Gerade die Vielzahl an Personen zwingt einen oft, einen Blick auf die dem Roman vorgeschaltete Stammtafel zu werfen, um die Figuren auseinanderhalten oder zuordnen zu können. Ein weiterer Punkt der Erschwernis beim Lesen sind plötzliche Rückblenden mitten im Kapitel.
Doch wenn man bereit ist, sich auf die ungewöhnliche Mischung aus Mystik und Realität der Geschichte einzulassen und trotz anfangs vielleicht noch Störendem in der Lektüre durchzuhalten, wird feststellen, dass „Das Wunder von Paradise Deep“ ein durchaus faszinierender, stellenweise spannender, in jedem Fall bilderreicher, überaus atmosphärischer und fast poetisch erzählter Roman ist. Manche vergleichen Crummeys neuen Roman sogar mit Werken des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez oder der chilenisch-amerikanischen Bestseller-Autorin Isabel Allende.