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Mirja103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2025

Berührende Familiengeschichte

Die andern sind das weite Meer
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Die Familiengeschichte wird im Wechsel aus der Perspektive des Vaters und der drei Kinder erzählt. Vater Hans leidet zunehmend unter Demenz. Er fühlt sich aber noch ganz fit und seine Kinder wollen nicht ...

Die Familiengeschichte wird im Wechsel aus der Perspektive des Vaters und der drei Kinder erzählt. Vater Hans leidet zunehmend unter Demenz. Er fühlt sich aber noch ganz fit und seine Kinder wollen nicht sehen, dass er mehr Unterstützung bräuchte, weil sie zu sehr mit ihrem eigenen Leben und Problemen beschäftigt sind. Durch die unterschiedlichen Perspektiven bekommt man einen guten Einblick in das Leben und die Gefühlswelt der einzelnen Personen. Alle haben ihr Päckchen zu tragen, suchen sich aber in der Familie keine Unterstützung sondern versuchen, allein zurecht zu kommen. Erst im Laufe des Buches verstehen sie, wie wichtig und hilfreich Zusammenhalt sein kann. Diese Entwicklung ist sehr rührend zu lesen. Vorher gab es immer wieder Stellen, an denen ich die jeweilige Person gern aufgefordert hätte, genauer hinzugucken.
Die Autorin hat einen schönen Schreibstil und schildert ihre Charaktere lebensnah und realistische Situationen. Mich hat das Buch berührt und nochmal in Erinnerung gerufen, dass man genauer hinsehen und mehr zusammenhalten sollte. Es ist keine Schwäche, Fehler einzugestehen und sich helfen zu lassen. Ein Neuanfang kann gelingen.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Alleswürde

Die schönste Version
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Jella und Yannick führen scheinbar eine glückliche Beziehung und es kommt plötzlich zu einer Explosion. Nachdem Yannick sie gewürgt hat, zeigt Jella ihn an und flüchtet zu ihrem Vater. In Rückblicken wird ...

Jella und Yannick führen scheinbar eine glückliche Beziehung und es kommt plötzlich zu einer Explosion. Nachdem Yannick sie gewürgt hat, zeigt Jella ihn an und flüchtet zu ihrem Vater. In Rückblicken wird deutlich, dass die Beziehung schon länger nicht mehr gut war sondern von Auseinandersetzungen geprägt. Jella zweifelt immer wieder, ob die Anzeige richtig war, hat Mitleid mit Yannick und denkt, dass sie übertreibt und ihr eigenes Verhalten für die Eskalation gesorgt hat. Das ist manchmal schwer auszuhalten, weil es von außen völlig klar ist, dass sein Verhalten falsch war - egal was vorher passiert ist, was Jella gesagt oder gemacht hat. Es ist aber sehr realistisch, dass die Frau Fehler und Verantwortung bei sich sucht. Sehr anschaulich schildert die Autorin, dass Jella sich auch früher schon so verhalten hat, wie Männer es sich wünschen oder erwarten würden. Es werden eindrückliche Beispiele dafür geschildert und es macht wütend zu wissen, wie häufig solche Situationen leider immer noch vorkommen, weil (vor allem) Männer geschickt manipulieren. Jella schämt sich, deshalb verkriecht sie sich zunächst und spricht nicht darüber, was passiert ist. Irgendwann kämpft sie aber doch für ihre Alleswürde. Es ist ein schwieriger Weg und braucht Zeit. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Buch viele Leser*innen zum Nachdenken anregt und dafür sorgt, dass man mehr auf sein Bauchgefühl hört und genauer hinsieht. Vielleicht hilft es auch, endlich für sich selbst einzustehen und sich nicht ständig für andere zu verbiegen.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Berührend und regt zum Nachdenken an

9 Grad
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Im Buch geht es um Freundschaft, Beziehungen, das eigene Körpergefühl, Krankheit und Umgang mit Depression. Man begleitet Josie. Ihre beste Freundin Rena ist plötzlich schwer krank. Sie macht sich große ...

Im Buch geht es um Freundschaft, Beziehungen, das eigene Körpergefühl, Krankheit und Umgang mit Depression. Man begleitet Josie. Ihre beste Freundin Rena ist plötzlich schwer krank. Sie macht sich große Sorgen und ist sehr verunsichert, weil Rena immer an ihrer Seite ist. Außerdem hat sie über Tinder Lee kennengelernt. Sie verstehen sich sehr gut. Aber Lee hat Depressionen und deshalb gerade Schwierigkeiten, das Leben zu genießen, sich selbst zu spüren und eine Beziehung zu führen. Obwohl er gleich zu Beginn über seine Erkrankung spricht und relativ offen ist, fällt es Josie schwer, dass er ihre Erwartungen nicht erfüllt. Sie sucht den Fehler immer bei sich. Generell sieht sie ihren Körper sehr kritisch. Durch das Eisbaden findet sie zu einem gesunden Körpergefühl und zu mehr Selbstsicherheit.

Ich fand das Buch sehr berührend. Es greift wichtige aktuelle Themen auf und sorgt dafür, dass man z.B. über sein eigenes Körpergefühl nachdenkt. Ich finde es sehr gut und wichtig, wie Lee seine Depression schildert und beschreibt, warum ihm Floskeln nicht helfen.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Gelungener Auftakt

Tode, die wir sterben
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Das Buch lässt sich durch den flüssigen Schreibstil sehr gut lesen. Es gibt keine lange Einleitung, sondern man ist gleich mittendrin und erfährt etwas über die beiden Ermittler. Den Anteil über die privaten ...

Das Buch lässt sich durch den flüssigen Schreibstil sehr gut lesen. Es gibt keine lange Einleitung, sondern man ist gleich mittendrin und erfährt etwas über die beiden Ermittler. Den Anteil über die privaten Hintergründe finde ich sehr angemessen. Dadurch lernt man die beiden besser kennen, aber das Privatleben steht nicht im Mittelpunkt.

Zunächst deutet alles daraufhin, dass der 13 Jährige im Zuge eines Bandenkrieges getötet wurde. Aber ist dies wirklich der Fall? Von den Zeugen erfahren Svea und Jon zunächst kaum etwas. Ein Zeuge macht Svea misstrauisch, deshalb fährt sie nochmal zu ihm und sieht, dass seine Wohnung brennt. An Zufall glaubt sie nicht und nach und nach gibt es mehr Hinweise, dass es gar nicht um Gangkriminalität geht. Ist diese Spur wirklich richtig und wohin führt sie genau?

Mir hat der Auftakt gut gefallen. Es sind spannende Ermittlungen. Beide Ermittler kämpfen mit Ereignissen aus der Vergangenheit, sind aber fest entschlossen, ihrem Beruf nachzugehen. Obwohl sie sehr unterschiedlich sind, arbeiten sie gut zusammen und lernen sich zunehmend schätzen. Wie erwartet bleiben bezüglich der Ermittler Fragen offen, damit diese in den nächsten Bänden geklärt werden können.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Komplizierte Gefühlswelt

Genau so, wie es immer war
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Wir begleiten Julia durch unterschiedliche Abschnitte ihres Lebens. An die Zeitsprünge musste ich mich zunächst gewöhnen, da sie nicht extra gekennzeichnet sind und manchmal kapitelweise die Zeitebene ...

Wir begleiten Julia durch unterschiedliche Abschnitte ihres Lebens. An die Zeitsprünge musste ich mich zunächst gewöhnen, da sie nicht extra gekennzeichnet sind und manchmal kapitelweise die Zeitebene gewechselt wird. Dadurch war der Einstieg ins Buch nicht ganz einfach. Andererseits sorgten die Wechsel dafür, dass ich immer neugieriger wurde, was genau in Julias Leben passiert ist und wie es sich weiter entwickelt.

Julia ist als Charakter nicht sehr sympathisch. Sie jammert viel, bemüht sich aber kaum um Veränderung. Aufgrund ihrer Kindheit rechnet sie immer mit Ablehnung. Sie hat nie gelernt, ihre Gefühle offen zu zeigen bzw. darüber zu reden, so dass es oft zu Missverständnissen kommt. Für andere Menschen ist es schwierig, an Julia heranzukommen. Diese Schwierigkeiten begleiten sie sehr lang und manchmal habe ich mich gewundert, dass andere Menschen nicht heftiger reagieren. Zunehmend erkennt Julia dann doch, welche Probleme durch ihr Verhalten entstehen und sie versucht, sich zu ändern.

Einige Konflikte sind sehr gut nachvollziehbar. Vor allem die schwierige Kommunikation mit ihrer Teenager-Tochter hat mich zum Schmunzeln gebracht. Sehr deutlich wird, welche Erwartungen an Mütter gestellt werden und wie allein sie manchmal mit ihren Sorgen und Ängsten gelassen werden.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, aber ein paar Seiten weniger wären auch ausreichend gewesen. Und das am Ende im Schnelldurchlauf erzählt wird, was Julia noch passieren wird, war aus meiner Sicht unnötig. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Viele Szenen konnte ich bildlich vor mir sehen.

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