Schräg
VollblutspießerVollblutspiesser von Chris Nolde hat mich wegen des lustigen Vorgartenzwergs sofort angesprochen. Max ist von Berlin nach Bonn gezogen und lebt nun anstelle eines aufregendes Künstlerlebens einen ganz ...
Vollblutspiesser von Chris Nolde hat mich wegen des lustigen Vorgartenzwergs sofort angesprochen. Max ist von Berlin nach Bonn gezogen und lebt nun anstelle eines aufregendes Künstlerlebens einen ganz normalen Bürojob. Leider passt ihm das auf Dauer aber überhaupt nicht, er ist mit allem unzufrieden und findet sich plötzlich in einer freiheitsliebenden, radikalen und Drogenkonsumierenden Gruppe wieder. Wie das endet, ist eigentlich schon vorprogrammiert.
Chris Nolde lässt einen hier an dem Leben von Max teilhaben. Max ist auf der Suche nach Zufriedenheit und durchläuft dabei einige Dinge in seinem Leben, die nicht ganz förderlich für ihn sind. Der Schreibstil ist ruhig, es liest sich interessant, an einigen Stellen witzig, an manchen Stellen nachdenklich stimmend und auch tiefgründig. Wie stellt man sich sein Leben vor? Kann man es so umsetzen wie man es wünscht? Chris Nolde packt hier ein nicht leichtes Thema an, denn irgendwann fragt sich jeder einmal in seinem Leben, ob das schon alles gewesen ist. Ist man ein Spießer nur weil man einem geregelten Job nachgeht und eine Familie hat?
Max ist ein Charakter, der mir anfangs alles andere als sympathisch war, denn mit seinem Lebensstil konnte ich mcih überhaupt nicht identifizieren. Im Laufe der Geschehnisse bessert sich aber das Verhältnis. Mit den anderen Charakteren ging es mit ähnlich. Allerdings sind alle so gut dargestellt, dass man während des Lesens Bilder davon im Kopf hat und das lässt alles lebendig wirken.
Ich weiß nicht, ob der Roman für jeden empfehlenswert wäre, ich habe alleine aus den Gründen weiter gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, ob Max am Ende doch noch die Kurve kriegt.