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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2025

Else, nicht Elschen

Else
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Ende der 60er. Der Mann bestimmt, er hat das Sagen, regiert die Familie. Dann muss der Haustyrann dienstlich für sechs Monate nach Indien. Was für eine Chance für Else! Kurzentschlossen meldet sie sich ...

Ende der 60er. Der Mann bestimmt, er hat das Sagen, regiert die Familie. Dann muss der Haustyrann dienstlich für sechs Monate nach Indien. Was für eine Chance für Else! Kurzentschlossen meldet sie sich bei einem Taxiunternehmen an, will Taxifahrerin werden. Ob das eine gute Idee ist?
Rückblickend erzählt Jasna Fritzi Bauer von Elses Leben. Jetzt, im Alter, unternimmt die lebensfrohe Else zusammen mit Enkelin Emma eine wundervolle, luxuriöse und unglaubliche Reisen. Erst jetzt lernt diese ihre Oma richtig kennen.
Das Dazwischen wird anschaulich und in lockerem Stil erzählt. Höhen und Tiefen, heute schwer Vorstellbares erfährt man. Und wirklich, alles kann ich so nicht glauben. Die Hauptfigur ist vielschichtig, reift, ist sympathisch.
Elses Vita zeigt ein Stück Zeitgeschichte, ist authentisch und interessant.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Ein Horrorpaar

Teufel von Potsdam
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Paula Osterholz und ihr Kollege Henry Wullitzer vom Kommissariat Potsdam
ermitteln in einem, nein zwei Mordfällen. Unauffällige jüngere Frauen werden mit Giftspritzen getötet. Alternierend kommt ihre Mörderin ...

Paula Osterholz und ihr Kollege Henry Wullitzer vom Kommissariat Potsdam
ermitteln in einem, nein zwei Mordfällen. Unauffällige jüngere Frauen werden mit Giftspritzen getötet. Alternierend kommt ihre Mörderin zu Wort. Sie wird erpresst, will eine Erpresserin ausschalten. Ein dunkles Geheimnis darf nicht aufgedeckt werden.
Was ist in der Klinik vor einigen Jahren geschehen?
Die Kommissarin und ihr Kollege geraten unter Druck. Zudem hat auch Paula etwas zu verbergen. So richtig voran kommen sie nicht. Der Staatsanwalt macht Druck.
Die meisten Charaktere bleiben zunächst etwas blaß, Wullitzer wirkt etwas interessanter. Durch einen dramatischen Vorfall geht es endlich voran. Tatsächlich wird es richtig spannend, die Figuren wirken lebendiger, zeigen Gefühle, die Ereignisse überschlagen sich.
Solider Krimi, Fortsetzung möglich.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Düster

Blood of Hercules
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Was ist das für eine schreckliche Welt in der Zukunft. Titanen töten Menschen aus Spaß an Gewalt, die meisten Menschen sind arm und vegetieren vor sich hin, nur einer herrschenden Elite geht es gut. Alexis ...

Was ist das für eine schreckliche Welt in der Zukunft. Titanen töten Menschen aus Spaß an Gewalt, die meisten Menschen sind arm und vegetieren vor sich hin, nur einer herrschenden Elite geht es gut. Alexis wächst bei gewalttätigen Pflegeeltern auf bis sie 10 ist, hat eine unsichtbare Schlange zum Freund und muss einen Pflegebruder durchbringen. Als ihre Betreuer sie halb tot schlagen, ist sie auf sich allein gestellt. Mit 19 wird ein Geheimnis gelüftet. Grausame Rituale bestimmen fortan ihren Weg. Prüfungen bestehen daraus „Schmerzen, Leid, Dreck, Angst und Hunger zu ertragen.“ Alle versuchen, Alexis zu manipulieren, sie zu brechen. Aber ein weiteres Geheimnis ist in ihr.
Jasmine Mas schreibt packend, ironisch, witzig und sarkastisch. Nach leichten Startschwierigkeiten habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Alexis ist unheimlich stark, bleibt sich stets treu und geht ihren Weg. Allerdings: der letzte Teil ist so gar nicht meins. Ich hoffe auf erlösende Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Psycho

Die Schatten, die dich jagen
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Eine wilde Bestie soll in Norfolks Wäldern jagen und töten. Detective Chief Inspector Robert Kett hat Zweifel, will den Mörder fassen. Trotz einer üblen Stichverletzung und persönlicher Sorgen. Drei anstrengende ...

Eine wilde Bestie soll in Norfolks Wäldern jagen und töten. Detective Chief Inspector Robert Kett hat Zweifel, will den Mörder fassen. Trotz einer üblen Stichverletzung und persönlicher Sorgen. Drei anstrengende Töchter!
Der Einstieg ist sehr gelungen, das Szenario spannend. Es könnte ein riesiges mysteriöses Tier gewesen sein, aber wie passen die eingeritzten Buchstaben dazu?
In mühsamer Kleinarbeit werden Einwohner befragt, Spuren untersucht. Kompetenzrangeleien machen die Suche nicht leichter, ungehobelte Männer auch nicht. Und immer spielen Hunde eine Rolle.
Alex Smith bedient sich klarer, drastischer Sprache, beschreibt anschaulich und charakterisiert die Personen vorstellbar. Was aber nicht vorstellbar ist, was Menschen Anderen antun.
Psychothriller der packenden Art, ein aufregender Pageturner.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Eine Berufung

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
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Hatoko kehrt in ihren Heimatort Kamakura zurück, um den Schreibwarenladen der verstorbenen Großmutter zu übernehmen. Zusätzlich enthält das Erbe das Amt der öffentlichen Schreiberin. Dabei müssen das Papier, ...

Hatoko kehrt in ihren Heimatort Kamakura zurück, um den Schreibwarenladen der verstorbenen Großmutter zu übernehmen. Zusätzlich enthält das Erbe das Amt der öffentlichen Schreiberin. Dabei müssen das Papier, die benutzte Tinte, der Sprachstil, die Tusche, sogar die Briefmarke nach bestem Gefühl ausgewählt werden. In Japan ein anerkannter und wichtiger Beruf.
Hatokos Ausbildung als Kalligrafin begann, als sie sechs Jahre alt war. Eine Stunde täglich musste sie üben. Das steigerte sich, die strenge Großmutter beeinflusste ihre Kindheit stark. Ständige Antreiberei ließen keine Freundschaften oder kindliche Freizeitvergnügen zu.
Die Hauptfigur erzählt detailliert, kleinteilig, beschreibt überaus gründlich ihre Art des Briefeschreibens. Ihr Ziel ist es, andere Menschen mit ihren Arbeiten glücklich zu machen. Ihre Geduld, ihr Streben nach Perfektion bei den immer sehr persönlichen Briefen sind bewundernswert. Jedes Schreiben ist ein gut überlegtes Kunstwerk, gewissenhaft verfasst und nur darum geht es in diesem Buch. In Maßen durchaus nicht uninteressant, mir für ein ganzes Buch zu ausführlich. Gut, dass durch die Briefe Lebenseinblicke gegeben werden. Mehr Interessantes Persönliches von Poppo-chan hätte mir gefallen, aber: „Sie schrieb über banale Dinge, …“ , urteilt sie über ihre Vorgängerin. Trifft auch auf sie zu. Der Japan- Zauber, die fernöstliche Poesie - kam bei mir nicht an.
Ito Ogawa hat eine Melange aus Sachbuch und Alltag einer seltenen Berufsgruppe verfasst. Für an einige japanischen Bräuchen und an der Tätigkeit öffentlicher Schreiberinnen interessierten Lesern ein unaufgeregter Leckerbissen.

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