Profilbild von Gavroche

Gavroche

Lesejury Star
offline

Gavroche ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gavroche über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2025

Krimi mit Bezug zu den Bauernkriegen

Mainsturm
0

Dies war mein erstes Buch der Autorin Anja Mäderer, aber da ich gerne historische Krimis lese oder Krimis mit einem historischen Bezug, war ich sehr gespannt auf den Krimi. Außerdem werden die Bauernkriege ...

Dies war mein erstes Buch der Autorin Anja Mäderer, aber da ich gerne historische Krimis lese oder Krimis mit einem historischen Bezug, war ich sehr gespannt auf den Krimi. Außerdem werden die Bauernkriege nicht oft thematisiert.
Ich habe gemerkt, dass das Buch Teil einer Reihe ist, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass mir Wesentliches gefehlt hat, ich bin eher neugierig auf diese Reihe geworden.
Eine junge Doktorandin der Geschichte wird tot aufgefunden, erschossen in einer kalten Winternacht. Vom Täter fehlt allerdings jede Spur. War es ihr Verlobter oder hatte die Tat etwa mit Emilys Forschungen zu Tillmann Riemenschneider zu tun, einem Künstler aus dem 16. Jahrhundert, der sich in den Bauernkriegen engagiert hat? Immer wieder werden hier geschickt historische Hintergründe eingebunden.
Erzählt wird die Geschichte vorrangig aus der Sicht der beiden Ermittler Nadja und Peter, die sehr unterschiedliche Vorgehensweisen und Ideen haben, aber dennoch gut befreundet sind. Und immer wieder die Januarkälte, die sich bemerkbar macht.
Die Ermittlungen gehen in verschiedene Richtungen, es darf viel gerätselt werden, aber das Ende ist dann sehr überraschend, aber dennoch logisch.
Gut fand ich die beiden alternativen Enden, die beide etwas für sich hatten.

Veröffentlicht am 28.04.2025

Ein wunderbarer Roman

Die Erbin
0

Im Zentrum der Handlung steht Cosima, die Erbin der fiktiven Industriellenfamilie Liefenstein. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, die Herrschaft der Nationalsozialisten ist überwunden, Deutschland kann langsam ...

Im Zentrum der Handlung steht Cosima, die Erbin der fiktiven Industriellenfamilie Liefenstein. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, die Herrschaft der Nationalsozialisten ist überwunden, Deutschland kann langsam wieder aufatmen, vor allem der Westen. Aber noch längst ist die Vergangenheit nicht aufgearbeitet und vor allem die Schuld vieler Firmen wurde häufig "unter den Teppich gekehrt" und man schaute nach vorne. Diese Aufarbeitungen mit der eigenen Firmengeschichte geschahen oftmals erst Jahre, in der Regel sogar Jahrzehnte später. Und mit diesem faszinierenden Thema beschäftigt sich Claire Winter in ihrem neuen Roman, in dem sie ganz geschickt historischen Kontext mit ihrem Romangeschehen verbindet. Sehr gut recherchiert, ein wunderbarer Schreibstil und eine aufregende Geschichte mit einer toughen Protagonistin. Zu Beginn gibt es ein Personenverzeichnis, zu dem ich anfangs immer wieder gerne geblättert habe. Aber noch wichtiger fand ich persönlich das Nachwort mit der Nennung wichtiger wissenschaftlicher Literatur, die Grundlage für den Roman waren sowie auch das sehr gute Kapitel "Wahrheit und Fiktion" mit vielen Fußnoten. So etwas macht für mich das gewisse Extra für einen historischen Roman aus.



Familie Liefenstein war schon vorher reich und hat ihren Reichtum über die NS-Zeit bewahren können. Sie haben lediglich den Hauptsitz ihrer Firma ins Rheinland verlegt. Cosima möchte sich für Frauen engagieren, die nach dem Krieg nun allein klar kommen müssen und für ihre Kinder da sein müssen. Auch ihr Onkel ist mit einer Stiftung einverstanden - allerdings gibt es bestimmte Grenzen vor. Und die Vergangenheit ist längst nicht vergessen…

Als Leser/Leserin weiß man einiges mehr als Cosima und schon der Prolog beginnt sehr dramatisch und rätselhaft, so dass von der ersten Seite an Spannung aufgebaut wird. Und auch der Journalist Leo hat mir gut gefallen, wie auch die Zusammenarbeit der beiden.



Ein wunderbarer Roman, der unterhält, aber bei dem man auch viel lernen kann. Für mich eine perfekte Mischung.

Veröffentlicht am 10.04.2025

Superspannend

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
0

Auch der dritte Teil der Reihe um Art Mayer und Nele Tschaikowski hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich habe bisher alle Teile als Hörbuch gehört und mag die Stimme von Peter Lontzek sehr.
Dieser Fall ...

Auch der dritte Teil der Reihe um Art Mayer und Nele Tschaikowski hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich habe bisher alle Teile als Hörbuch gehört und mag die Stimme von Peter Lontzek sehr.
Dieser Fall ist zwar in sich abgeschlossen, hängt allerdings inhaltlich mit den Vorgängern zusammen. Dana, die Mutter von Milla, ist immer noch verschwunden, aber Millas Oma baut geistig immer mehr ab und so kann es nicht weitergehen.
Bald gerät die Suche nach Dana in einen beruflichen Kontext. In einer Wohnwagensiedlung hat es gebrannt und dort findet sich ein Toter. Dana scheint den Richter gekannt zu haben, was Fotos zeigen.
Abwechselnd zur Geschichte in der Gegenwart gibt es immer wieder Passagen aus der Vergangenheit aus Danas Sicht, so dass wir ihre Geschichte besser kennen lernen und mehr wissen als Art und Nele, aber längst nicht alles.
Die Spannung ist gewohnt hoch, bis ganz zum Schluss. Und es gibt immer wieder Überraschungen und Wendungen, die ich so nicht erwartet habe.
Hochspannung vom Feinsten - ein mega Hörgenuss.

Veröffentlicht am 09.04.2025

Große Bandbreite

111 Orte an der Côte d'Azur, die man gesehen haben muss
0

Nach einem kurzen Vorwort geht es schon los mit der Zusammenstellung der Orte, wobei den Leser hier ein buntes Potpourri erwartet - da ist garantiert für jeden etwas dabei. Einiges ist vielleicht schon ...

Nach einem kurzen Vorwort geht es schon los mit der Zusammenstellung der Orte, wobei den Leser hier ein buntes Potpourri erwartet - da ist garantiert für jeden etwas dabei. Einiges ist vielleicht schon bekannt, wenn man bereits einmal dort war, anderes wird sicherlich auch für Kenner neu sein.
Für Geschichtsinteressierte gibt es zum Beispiel den Dolmen Pierre de la Fée, zwar nicht der einzige Dolmen in der Gegend, aber dafür der größte in dieser Region.
Jazz-Liebhaber sollten auch außerhalb des Sommerjazz-Festivals nach Juan-les-Pins reisen, um dort die "jazzigen Straßenlaternen" anzusehen und dem Jazz nachzuspüren.
Oder wie wäre es mit einem Besuch in der wohl berühmtesten Gendarmerie Frankreichs, nämlich in Saint-Tropez? Die Gendarmerie ist in ein anderes Gebäude umgezogen, aber mittlerweile ist hier ein Museum, sicherlich nicht nur für den Louis de Funès Fan interessant.
Am Ende des Buches kann man die einzelnen Orte gut auf einer Karte sehen.

Veröffentlicht am 08.04.2025

Überraschende Orte

111 Orte in der Provence, die man gesehen haben muss
0

Ich war schon so einige Male in der Provence und weiß durchaus, dass es dort mehr gibt als nur Lavendelfelder, hübsche kleine Orte mit verwinkelten Gassen,... Aber ich bin immer wieder auf der Suche nach ...

Ich war schon so einige Male in der Provence und weiß durchaus, dass es dort mehr gibt als nur Lavendelfelder, hübsche kleine Orte mit verwinkelten Gassen,... Aber ich bin immer wieder auf der Suche nach besonderen Orten, die nicht unbedingt ganz oben auf der To do Liste stehen und meine Erwartungen an dieses Buch wurden voll erfüllt.
Der Autor Ralf Nestmeyer ist ein Kenner der Provence und hat schon viele Reiseführer geschrieben, aber hier geht es darum, knapp auf einer Doppelseite die besonderen Orte vorzustellen. Nach einem knappen Vorwort und dem Inhaltsverzeichnis, das schon auf den Ort verweist, geht es auch schon los.
Auf der linken Seite ist ein unterhaltsamer und lehrreicher Text, die rechte Seite beinhaltet ein ausdrucksstarken Foto und die wichtigsten Infos kurz und knapp zur Adresse, Anfahrt, den Öffnungszeiten und noch einem interessanten Zusatztipp.
So wird hier zum Beispiel die Librairie Le Bleuet vorgestellt, die in Banon liegt, das gerade mal um die 1.000 Einwohner hat, aber mittlerweile eine große Buchhandlung zu der die Leute auch aus Aix oder Nizza anreisen. Eine Mine in der Provence? Ja, auch die gab es. Oder man kann das ehemalige Wohnhaus von Dora Maar besichtigen. Dann noch viele interessante Museen oder Vorschläge für Spaziergänge etc. Eine tolle Fundgrube.