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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

Landliebe

Hier draußen
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Der Roman beschreibt den Umzug von Lara, Ingo und ihren beiden Kindern von der Stadt aufs Land und lässt sehr gut erkennen, wie sie sich die Situation idyllisch ausgemalt haben und wie sie dann die Realität ...

Der Roman beschreibt den Umzug von Lara, Ingo und ihren beiden Kindern von der Stadt aufs Land und lässt sehr gut erkennen, wie sie sich die Situation idyllisch ausgemalt haben und wie sie dann die Realität einholt. Mit der Zeit hatte ich allerdings das Gefühl, dass sich vor allem Lara nicht mehr als Außenseiterin sieht, sondern ihren Platz in der Gemeinschaft gefunden hat. Spannend ist außerdem, dass auch die weiteren Dorfbewohnerinnen mit ihren individuellen Problemen und Sorgen Platz haben, sodass man als Leserin das Gefühl hat, ein Teil der Dorfgemeinschaft zu sein. Ich finde es schön, dass sich manche Personen öffnen können, auch ihr Leben, so wie es schon immer geführt wurde, zu verändern wagen, bei manchen gelingt es besser, bei anderen nicht ganz so gut. Mir haben auch die kleinen Rückblenden in die Jugendzeit einzelner Dorfbewohnerinnen sehr gut gefallen, da man erkennen kann, dass damals andere Werte wichtig waren oder die frische Beziehung einen anderen Stellenwert hatte als jetzt. Am Ende hat man als Leserin das Gefühl, dass durch das Anfahren und Töten der weißen Hirschkuh eine gewisse Dynamik in das Dorfgeschehen gekommen ist, die Veränderungen ins Rollen gebracht hat. Auch wenn man nicht abergläubisch ist, so war für viele doch eine leichte Verunsicherung und Zweifel vorhanden, vor allem bei der älteren Bevölkerung. Ich habe zwar noch nie eine weiße Hirschkuh gesehen, es muss allerdings eine beeindruckende Erfahrung sein.

Veröffentlicht am 05.05.2025

hinsetzen und schreien

Der Gott des Waldes
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Der Roman ist umfangreich, aber trotzdem nie langweilig, da sich die Zeitspannen und auch die Charaktere abwechseln. Dadurch, dass die Charaktere über einen längeren Zeitraum betrachtet werden, erscheinen ...

Der Roman ist umfangreich, aber trotzdem nie langweilig, da sich die Zeitspannen und auch die Charaktere abwechseln. Dadurch, dass die Charaktere über einen längeren Zeitraum betrachtet werden, erscheinen sie vielseitig und werden authentisch mit ihren Stärken und Schwächen gezeigt. Der Kontrast zwischen den Familien mit altem Geld und den Einheimischen ist deutlich spürbar, auch der Umgang mit dem Dienstpersonal und untereinander. Macht und Geld spielen zentrale Rollen in den Hierarchien. Mir haben vor allem die starken weiblichen Charaktere wie Barbara oder T.J. sehr gut gefallen, die für die damalige Zeit außergewöhnliche Vorlieben hatten und Mut bewiesen haben, ihr Leben so zu führen, wie sie möchten. Die Geschichte rund um das Ferienlager und die Aktionen dazu lassen fast Ferienstimmung aufkommen, die allerdings schon bald kippt. Gut gefallen haben mir auch die Campregeln, vor allem, wenn man sich verlaufen hat, hinsetzen und schreien. Auch die Vergangenheit ist noch nicht zur Ruhe gekommen, da rund um das Verschwinden von Barbaras kleinem Bruder Bear noch immer jede Menge Gerüchte im Umlauf sind. Am Ende des Buches wird alles aufgeklärt. Die Atmosphäre ist treffend beschrieben, vor allem die dichten Wälder und die vielen Stechmücken konnte ich mir bildhaft vorstellen.

Veröffentlicht am 01.05.2025

Geistesblitze

Schmerz
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Der Island-Krimi liest sich so authentisch und flüssig, dass man als Leser*in das Gefühlt hat direkt neben Dora und Rado zu stehen und bei ihren Ermittlungen dabei zu sein. Mir gefällt das Sprachgefühl ...

Der Island-Krimi liest sich so authentisch und flüssig, dass man als Leser*in das Gefühlt hat direkt neben Dora und Rado zu stehen und bei ihren Ermittlungen dabei zu sein. Mir gefällt das Sprachgefühl der Übersetzung, die ich ebenfalls sehr gelungen finde. Das zentrale Thema rund um Morgan und ihrer Idee zur Geschlechtsumwandlung finde ich aktuell und wichtig, ich hätte mir gewünscht, wenn es noch mehr Platz bekommen hätte. Das Problem mit dem Drogenhandel und der damit verbundenen Kriminalität in Island wird auch angesprochen. Rado und Dora finde ich als Ermittlerteam faszinierend, beide haben gewaltige Beeinträchtigungen, die es ihnen kaum ermöglichen, ihrer Arbeit nachzukommen, aber gemeinsam schaffen sie nahezu unmögliches. Mir gefallt es auch, wie ungezwungen Rado mit Doras Erkrankung umgeht und wie er sie annehmen kann, so wie sie eben ist. An Dora finde ich ihre plötzlichen Eingebungen lustig und wie sie manchmal einfach Dinge, die ihr auffallen laut aussprechen muss, auch wenn es unangebracht ist. Hier musste ich das eine oder andere Mal schmunzeln. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall und hoffe, Dora und Rado sind bis dahin wieder einsatzfähig.

Veröffentlicht am 29.04.2025

und von hier aus weiter

Von hier aus weiter
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Der Roman vermittelt eine besondere Stimmung, die zu Beginn ziemlich kühl und hoffnungslos erscheint, dann aber durch eine Brise Humor immer lebendiger und lebensbejahender wird. Marlene wird nach dreißig ...

Der Roman vermittelt eine besondere Stimmung, die zu Beginn ziemlich kühl und hoffnungslos erscheint, dann aber durch eine Brise Humor immer lebendiger und lebensbejahender wird. Marlene wird nach dreißig Ehejahren Witwe, das wirft sie komplett aus dem Konzept, aber nicht nur die Tatsache, dass ihr Ehemann tot ist, sondern auch, dass er Suizid begangen hat und sie in gewisser Weise belogen oder betrogen hat. Marlenes Emotionen sind intensiv und greifbar, sie ist so wütend, dass sie zuerst keine Trauer zulassen kann. Zum Glück hat sie umsichtige, zuvorkommende Menschen in ihrem Umfeld, die zu sehr guten Freunden werden. Mit der Zeit öffnet sich Marlene immer mehr und es tut ihr sichtbar gut. Es ist eine Freude, ihre persönliche Entwicklung beim Lesen mitzuverfolgen. Der Schluss hat mir besonders gut gefallen, mehr möchte ich an dieser Stelle aber auch nicht verraten, der Brief hat es in sich.

Veröffentlicht am 24.04.2025

innige Verbundenheit

Pearly Everlasting
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Ich finde die Geschichte von Pearly und Bruno wunderschön, gerade weil Pearly eine so außergewöhnliche Kindheit und Jugendzeit hatte und mit Bruno aufwachsen durfte. Auch wenn es für mich unvorstellbar ...

Ich finde die Geschichte von Pearly und Bruno wunderschön, gerade weil Pearly eine so außergewöhnliche Kindheit und Jugendzeit hatte und mit Bruno aufwachsen durfte. Auch wenn es für mich unvorstellbar ist, so hat dieser Gedanke dennoch etwas Magisches und Romantisches, neben der harten Realität. In der Natur, abgeschottet von vielen negativen Einflüssen und unter einfachen Verhältnissen kann Pearly naturverbunden aufwachsen und sich zu einem liebenswerten Menschen entwickeln. Bis zu einem Tag, an dem Bruno schreckliches vorgeworfen wird und sich ihre Wege trennen. Wie kann Pearly das verkraften und was kann sie tun, um ihn zu retten? Pearlys Gefühlswelt wird sehr ausführlich und emotional beschrieben, sodass sie uns als Leser*innen mit auf ihre Reise nimmt, wunderschön zu lesen.