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Veröffentlicht am 09.06.2025

toller Unterhaltungsroman

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Ich liebe Auswanderungsromane,weil sie mir ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer vermitteln und Maria Nikolai hat diese Gefühle zu 100% bedient.In einer mehr als unterhaltsamen Art und Weise erzählt sie ...


Ich liebe Auswanderungsromane,weil sie mir ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer vermitteln und Maria Nikolai hat diese Gefühle zu 100% bedient.In einer mehr als unterhaltsamen Art und Weise erzählt sie in ihrer Dilogie, deren erster Teil hier vorliegt,von zwei Frauen,die den Weg in eine ungewisse Zukunft wagen.

Lissi arbeitet in Stuttgart als Hausmädchen und lässt sich vom Sohn ihres Arbeitgebers schwängern.Als ihre naive Vorstellung von einer Heirat mit dem Erzeuger des Kindes nicht aufgeht, sie entlassen wird und in die Fänge einer kriminellen Organisation gerät,die Neugeborene an zahlungskräftige Kunden verkauft,ist sie gezwungen bei Nacht und Nebel zu fliehen.Sie entscheidet sich das Land zu verlassen und in Amerika ihr Glück zu versuchen.Auf dem Schiff lernt sie Julia von Varell kennen,die unter falschen Versprechungen in eine Ehe gelockt wurde.Sowohl von ihrem Ehemann,als auch von ihrer Schwiegermutter wird sie in eine Rolle gedrängt,der sie sich nur durch Flucht entziehen kann,wenn sie nicht kreuzunglücklich werden will.Zusammen wollen Lissi und Julia den Weg in die neue Welt wagen und in Little Germany,einem Stadtteil New Yorks in dem überwiegend Deutsche leben,ihr Glück versuchen.Ausgestattet mit einem Backbuch ihrer Großmutter hofft Lissi auf eine Anstellung in einer Bäckerei und später auf Selbstständigkeit, denn Amerika ist doch das Land der ungeahnten Möglichkeiten.

Als Leser verfolgen wir die Geschichten der beiden Frauen,ihre Erfahrungen im neuen Land,ihre Erfolge ,aber auch ihre Schicksalsschläge,die ihr Leben in der neuen Welt begleiten.Das Buch endet mit einem Unglück das historisch verbürgt ist und als eins der größten Katastrophen vor 9/11 in die Geschichte Amerikas eingegangen ist.Ausserdem lässt ein Cliffhanger am Ende des Buches erwarten,dass es spannend weitergeht.

Ein Personenverzeichnis,Rezepte aus Lissi‘s Backbuch,Erklärungen historischer Zusammenhänge und ein Glossar ergänzen das Buch,das mir viele unterhaltsame Lesestunden geschenkt hat und das ich Lesern leichter Unterhaltung wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

zwei starke Frauen

Die Akte Schneeweiß
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"Die Akte Schneeweiß" ist ein neues Werk der Autorin Felicitas Fuchs, alias Carla Berling, die mich mit ihrer Müttertrilogie mehr als begeistern konnte.

Das neue Buch wird auf zwei Handlungsebenen erzählt. ...


"Die Akte Schneeweiß" ist ein neues Werk der Autorin Felicitas Fuchs, alias Carla Berling, die mich mit ihrer Müttertrilogie mehr als begeistern konnte.

Das neue Buch wird auf zwei Handlungsebenen erzählt. Die Geschichte beginnt mit Mathilde, die 1936 in einem jüdischen Haushalt arbeit und nebenbei im Fotolabor ihres Arbeitgebers aushilft und Filme entwickelt. Als ihr Arbeitgeber auf Grund der politishen Lage das Land verlässt, , empfiehlt er sie einem Freund, in dessen gynäkologischer Praxis sie als Assistentin anfängt und ihm auch bei Schwangerschaftsabbrüchen assistiert, die er an in Not geratenen Frauen, die durch Vergewaltigung oder andere Schicksalsschläge in Bedrängnis geraten sind. Ein gefährliches Unterfangen in dieser Zeit.
Als ihr Chef. der auch der Mann ist den sie heiraten möchte, stirbt, gerät sie ins Visier der Gestapo. Sie wird zur Mitarbeit gezwungen, die sie nicht nur an den Rand des Erträglichen bringt, sondern auch lebensgefährlich für sie ist.

Im zweiten Handlungsstrag, der uns ins Jahr 1963 führt, lernen wir Katja kennen. Ihr großer Traum ist es Krankenschwester zu werden und später Medizin zu studieren. Verständnis erfährt sie nur von ihrem Großvater, der aber urplötzlich verschwindet und keine Erwähnung mehr in der Familie findet.
Ihre Eltern halten ihren Berufswunsch für Unsinn, da sie ja sowieso irgendwann heiratet, eine Einstellung, die zur damaligen Zeit nicht selten war. Doch Katja macht sich unabhängig vom Elternhaus und macht ihren Traum wahr Gynäkologin zu werden, um Frauen zu helfen.

Dieses Buch konnte mich wieder genauso begeistern wie die Müttertrilogie. Die Handlungsstränge sind gut miteinander verknüpft, die Figuren gut getroffen und auch die Nebenhandlungen haben wir gut gefallen.
Was der Autorin immer wieder gut gelingt, die Atmosphäre der jeweiligen Zeit einzufangen. Angst und Schrecken in der Nazizeit und das konservative naive Weltbild der sechziger Jahre, gepaart mit der Ausbruchstimmung und dem festen Willen alles Vergangene zu vergessen und totzuschweigen.

Eine dicke Leseempfehlung für ein tolles Buch

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Veröffentlicht am 22.05.2025

gelungener dritter Band

Teufels Tanz
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„Teufelstanz „ist ein gelungener dritter Band um die Ermittlerin Fina Planck, der in Wien spielt.Ich hatte Teil 1 gelesen und jetzt Teil 3, hatte aber keine Schwierigkeiten einzusteigen, da jeder Band ...

„Teufelstanz „ist ein gelungener dritter Band um die Ermittlerin Fina Planck, der in Wien spielt.Ich hatte Teil 1 gelesen und jetzt Teil 3, hatte aber keine Schwierigkeiten einzusteigen, da jeder Band in sich abgeschlossen ist.

In Wien wird auf dem Straßenstrich ein achtzig jähriger Mann gefunden. Der Mörder ist schnell ausgemacht, doch es folgen weitere Morde, immer an älteren Personen.Was steckt dahinter.? Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, Oliver , ein Kollege, macht Fina das Leben zusätzlich schwer.Ihr Kollege Georg, der Forensiker der Truppe und Fina nähern sich an, doch Fina ist zurückhaltend.

Der letzte Teil dieser Reihe startet spannend und hält die Spannung bis auf einige klitzekleine Längen konstant. Die Auflösung war unvorhersehbar und ein wenig traurig, hat mir aber gut gefallen, weil sie logisch und nicht konstruiert war.Auch die persönliche Entwicklung von Fina war interessant zu lesen, zumal ihr ihre Schwester auch noch auf die Bude rückt und keine Anstalten macht auszuziehen. Also Baustellen an allen Fronten.Ihre Figur und die Art zu ermitteln , analytisch und sachlich, ohne sich von außen beeinflussen zu lassen,fand ich gelungen.

Ein spannender dritter Teil, den ich gerne empfehle. Poznanski kann es einfach.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

ein Buch das mir im Gedächtnis bleibt

Maikäferjahre
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Es gibt Bücher, da braucht man etwas um sich einzulesen und in die Geschichte zu kommen und es gibt Bücher, da liest man ein paar Seiten und weiß, das ist ein Buch das mich begeistern wird und das ich ...

Es gibt Bücher, da braucht man etwas um sich einzulesen und in die Geschichte zu kommen und es gibt Bücher, da liest man ein paar Seiten und weiß, das ist ein Buch das mich begeistern wird und das ich lange im Gedächtnis behalten werde und so erging es mir mit " Maikäferjahre".

Mir hat schon Heimatsterben gut gefallen, aber dieses Buch hat einfach mein Herz berührt und mich einige Tränen gekostet.

Erzählt wird die geschichte von Tristan und Anni, einem Zwillingspaar das in Dresden aufwächst und durch die Wiren des zweiten Weltkriegs getrennt wird. Anni erlebt die Bombardierung Dresdens, verliert ihre Familie und flieht mit Adam, einem Juden, dem ihr Vater das Leben gerettet hat, aus der kriegsverwüsteten Stadt.
Ihr Bruder Tristan wird als Bomberpilot über England abgeschossen und landet in einem Land, in dem er jede Minute spürt, nicht willkommen zu sein.

Abwechselnd werden die Geschichten der beiden Geschwister erzählt die eines verbindet, die Hoffnung, dass der jeweils andere überlebt hat und sie sich irgendwann wiedersehen.

Wie schon zu Anfang erwähnt, hat mich dieses Buch von Anfang an gefangen genommen. Den Lebenswegen der beiden Geschwister zu folgen war spannend, interessant aufgrund der geschichtlichen Ereignisse und sehr berührend zu erleben, wie schwer es war wieder Fuß zu fassen und die Hoffnung nicht aufzugeben angesichts der Herusforderungen denen beide ausgesetzt waren.

Die Autorin erzählt so lebendig und emphatisch. dass man sich den beiden Protagonisten sehr nahe fühlt, mitfiebert und hofft, dass es zu einem guten Ende führt. Dabei lässt sie Kitsch beiseite und beschreibt gewisse Umstände und Begebenheiten realistisch und nachvollziehbar.

Ich könte jetzt noch weiter schwärmen, aber überzeugt euch selbst und lest dieses wunderbare Bcuh Ihr werdet es nicht bereuen.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

ein Roman der mich tief beeindruckt hat

Coast Road
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"Coast Road " ist ein Roman, der berührt und zum Nachdenken anregt und den ich aus tiefstem Herzen empfehlen möchte.

Der Roman spielt 1994 in einem kleinen Ort in Irland. Adglas ist geprägt von althergebrachten ...

"Coast Road " ist ein Roman, der berührt und zum Nachdenken anregt und den ich aus tiefstem Herzen empfehlen möchte.

Der Roman spielt 1994 in einem kleinen Ort in Irland. Adglas ist geprägt von althergebrachten Konventionen , auch geprägt durch den katholischen Glauben, kontroliert durch die Dorfgemeinschaft.

Colette, eine Frau, die ihren Mann und ihre drei Kinder für einen anderen Mann verlassen hat, wird gier schnell verurteilt und zum Dorfgespräch, vor allem wenn sie zurückkommt und allein in einem Cottage lebt.
Ihr Ansinnen zurückzukommen war die Sehnsucht nach ihren Kindern, doch ihr Mann verwehrt ihr den Kontakt zu ihnen, obwohl er selbst eine Freundin hat und Colette sich von ihrem Freund getrennt hat. Mit Hilfe einer "Bekannten" gelingt es Colette trotzdem hin und wieder ihren jüngsten Sohn zu treffen ohne Wissen ihres Mannes. Doch ihr Leben ist nach der trennung von ihrem Mann schwer, da sie auch kaum finanzielle Unterstützung erhält.

Mich hat dieses Buch teif beeindruckt, wurde es doch von einem Mann geschrieben, der sehr viel Emphatie aufbringt , um die Situation der Frauen in einem streng katholisch geprägten Land zu beschrieben.
Einem Land der Männer, denn sie sind diejenigen , die die Regeln vorgeben. Ihre Frauen verharren in Ehen, die schon lange keine Liebe und gegenseitigen Respekt mehr zeigen, die sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben, auch weil sie meist mehrere Kinder haben und finanziel abhängig sind. Eigenständigkeit wird verwehrt, auch um diese Abhängigkeit zu zementieren.
Sie werden betrogen und misshandelt, auch mit Wissen der Dorfgemeinschaft, aber aufbegehren tut keiner. Man lenkt sich ab mit Oberflächlichkeiten und Alkohol, aber der Wille zur Veränderung wird gleich im Keim erstickt. Colette, die mutig genug war diesen Weg zu wagen wird misstrauisch beäugt, aber sicherlich auch heimlich bewundet. Solidarität wird ihr allerdings öffentlich nicht gezeigt.

Mich hat dieses Buch durch ein Wechselbad der Gefühle gehen lassen. Wut darüber, was Männer sich herausnehmen, nur weil sie per Zufall als Mann geboren wurden, Dankbarkeit, dass diese Zeiten vorbei sind, denn bis in die sechziger Jahre erging es vielen Frauen in Deutschland auch so und Stolz, Teil der Frauenbewegung gewesen zu sein, denn ich habe aktiv für Frauenrechte gekämpft.
Auch hat es mich geschmerzt zu sehen, wie auch die Kinder in solchen Ehen litten, Auffälligkeiten zeigten und wahrscheinlich das Beziehungsmuster für ihre eigenen Beziehungen lernten .

Ein Buch, dem ich viele Leser wünsche, weil es ein sehr wichtiges Buch ist.

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