Dmitrij fährt in die Ukraine. Er selbst ist dort geboren und seine Familie stammt zumindestens zum Teil von dort. Er hat 30 Jahre in Deutschland gelebt und mit den Eltern in Leipzig ein Magazin/einen Laden ...
Dmitrij fährt in die Ukraine. Er selbst ist dort geboren und seine Familie stammt zumindestens zum Teil von dort. Er hat 30 Jahre in Deutschland gelebt und mit den Eltern in Leipzig ein Magazin/einen Laden geführt. Mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine wird seine Mutter mehr und mehr eine russland-hörige Putin-Bewunderin. Sie verfällt völlig dem russischen Fernsehen und der entsprechenden Propaganda. Ihr Sohn versucht, sie mit Argumenten zu überzeugen. Doch das ist sinnlos. Also will er sich selbst ein Bild in der Ukraine machen.
Das Buch ist hochaktuell und erzählt aus der Sicht einer russisch- ukrainischen Familie die Probleme, die innerfamiliär mit dem Krieg aufkommen. Allerdings ist es für mich schwierig zu bewerten. Anfangs fand ich die speziellen sprachlichen Mittel teilweise sehr lustig, doch irgendwann nutzte sich das etwas ab und mit sprechenden Fischen konnte ich so gar nichts anfangen. Auch die relativ einseitige Beurteilung von Deutschland fand ich weniger gut. Hier hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht. Am besten hat mir der Teil in der Ukraine gefallen. Dort wurde vieles relativiert und Propaganda auf beiden Seiten aufgedeckt, gleichzeitig aber auch die Schrecken des Krieges deutlich gezeigt. Hier liegt für mich das Besondere an dem Buch. Mit einer Leseempfehlung tue ich mich etwas schwer, möchte aber auch niemanden vom Lesen abhalten.
Der Weihnachtsmann Killer ist zurück. Während eines Freigangs aus dem Gefängnis kann er fliehen und kommt zurück nach Ostfriesland, um seine Mordserie an Weihnachtsmännern fortzuführen.
Ich mag die Bücher ...
Der Weihnachtsmann Killer ist zurück. Während eines Freigangs aus dem Gefängnis kann er fliehen und kommt zurück nach Ostfriesland, um seine Mordserie an Weihnachtsmännern fortzuführen.
Ich mag die Bücher des Autors sehr. In erster Linie natürlich seine Hauptreihe, aber auch die Ableger mit Dr. Sommerfeld oder Ruppert habe mir gefallen. Die Weihnachtsmannkiller-Serie allerdings nicht. Der erste Teil war noch einigermaßen in Ordnung, doch mit dem zweiten konnte ich relativ wenig anfangen. Ein sinnlos durch die Gegend laufender Mörder mit keinem richtigen ernsthaften Motiv finde ich nicht besonders gut. Auch das Ende ist leider relativ vorhersehbar, was die Fortführung der Serie angeht. Ob ich sie weiter lese, habe ich noch nicht entschieden. Alles in allem kann ich nicht unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen.
Großmutter, Mutter und Tochter- alle drei sind ziemlich schwierig, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Alle drei haben mehr oder weniger lange Zeit nicht miteinander geredet und ihre Schwierigkeiten ...
Großmutter, Mutter und Tochter- alle drei sind ziemlich schwierig, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Alle drei haben mehr oder weniger lange Zeit nicht miteinander geredet und ihre Schwierigkeiten miteinander gehabt.
Das Buch war für mich schwierig. Zum einen bin ich furchtbar schwer in die Geschichte reingekommen und ungefähr erst ab der Mitte konnte ich es flüssig lesen, obwohl der Stil eigentlich gut ist. Allerdings waren mir die teilweise ausführlichen wissenschaftlichen Erklärungen zu viel und ich fand sie nicht passend für die Geschichte. Zum anderen fand ich die Frauen extrem schwierig. Natürlich hat jede ihre Gründe, warum sie was gemacht hat. Doch eigentlich hätte man sie nehmen wollen und schütteln und sagen: sprecht doch einfach miteinander. Für mich waren sie alle drei relativ egoistisch und haben nur ihr Leben gesehen. Was nicht passte, wurde eliminiert und so endet das Buch auch. Keine der Frauen wurde mir irgendwie sympathisch und das ganze ließ mich als eine Mischung von niederdrückend und wütend zurück.
Daher gibt es von mir keine Leseempfehlung, ich möchte aber auch niemanden vom Lesen abhalten.
Elise ist nach ihrem Studium komplett mit ihrem Leben unzufrieden. Der Job ist langweilig, das Geld reicht nicht, die Beziehung ist eigentlich keine. Jede andere hätte wohl einen neuen Job gesucht oder ...
Elise ist nach ihrem Studium komplett mit ihrem Leben unzufrieden. Der Job ist langweilig, das Geld reicht nicht, die Beziehung ist eigentlich keine. Jede andere hätte wohl einen neuen Job gesucht oder die Beziehung beendet. Elise entschließt sich, stattdessen 2 x Großbritannien zu umlaufen, immer an der Küste entlang. Eigentlich erst mal eine Schnapsidee, doch nachdem sie diese mehrfach öffentlich verkündet hat, kann und will sie nicht mehr zurück und beginnt ihr Abenteuer.
Das Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück. Erst einmal: Die Leistung von Elise, so chaotisch und unvorbereitet das alles ist, ist absolut beachtenswert und nicht hoch genug einzuschätzen. Dass sie durchgehalten hat, ist ganz stark.
Aber ich soll ja nicht die Leistung beurteilen, sondern das Buch darüber. Da das ist leider nicht ganz so stark. Das hat mehrere Gründe.
Dabei beginnt es nämlich eigentlich richtig gut. Elise schreibt sehr witzig und ich musste oft mehr als nur lächeln. Sie beschreibt alles auch ungeschönt, benennt ihre Fehler und ihre Schwierigkeiten und auch die schlechten Eigenschaften. Doch im Laufe des Buches geht es eben nur noch um das Laufen. Und hier beginnt sich Kapitel für Kapitel ziemlich viel einfach zu wiederholen und das wir langweilig. Aufgrund der Fortbewegungsart bekommt sie relativ wenig von der Landschaft und den Orten mit (außer Cafés und Einkaufsmöglichkeiten). Und auch das Jammern über Regen und Schlamm (welches Wetter hat sie erwartet?) wird irgendwann eintönig.
Dann hat das Buch zwar eine grobe Karte einiger durchlaufener Orte. Doch es wäre schön gewesen, wenn es innerhalb des Buches noch ein paar mehr detailliertere Karten gegeben hätte mit den kleineren Orten. Ich war oft in Großbritannien und auch an einigen Küsten, so hatte ich grob immer die Orientierung, wo sie in etwa war. Aber für jemanden, der das nicht hat, ist ein paralleles Nachschlagen irgendwo sehr leseflusshemmend. Auch ein paar Fotos hätten das Ganze etwas aufgelockert.
Ein weiterer Grund, warum ich mit zunehmendem Weiterlesen etwas genervt war, lag in der Person von Elise selbst. Am Anfang hatte ich das Gefühl, sie ist nicht Mitte 20, sondern ein 14-jähriger pubertierender Teenager. Bei Problemen: Kopf in den Sand und hoffen, es löst sich von selbst oder ein anderer löst sie. Irgendwie war meine Erwartung, dass sie im Laufe der Reise erwachsener wird. Dass für sie selbst am Ende der Reise Kühe und Schafe noch Horror sind – geschenkt (sie ist ein Stadtkind. Allerdings, warum hat sie es nicht einmal mit lautem Rufen oder Wedeln mit den Armen versucht?). Dass sie aber fast ganz bis zum Schluss das finanzielle Problem so gut wie ignoriert … wie lange will sie das noch machen? Dass sie selbst nach vielen Kilometern einen Zauberwürfel und ein Buch mit sich rumschleppt, statt einem 2. Paar Laufschuhe, verstehe ich nicht. Dass sie sich bis fast zum Schluss nicht dafür interessiert, Karten lesen zu lernen – da komme ich nicht mehr mit. Dass ihr Handyakku bei Kälte fast sofort versagt … warum keinen neuen kaufen, statt das Geld in teure Cafés zu bringen? Hier kann ich viele Entscheidungen wirklich einfach nicht nachvollziehen.
Sie hat Glück, dass ihr viele Menschen – fast immer sehr uneigennützig – geholfen haben. Diese Begegnungen mit den Menschen fand ich am interessantesten und hätte da gern mehr bzw. ausführlicher darüber gelesen.
Ich betone nochmal: ich möchte ihre großartige Leistung, 8000 km zu laufen, nicht schmälern. Das ist fantastisch. Das Buch ist leider für mich nur Durchschnitt und eher eine Anleitung, wie man es vielleicht nicht unbedingt so nachmachen sollte.
Der 104 Jahre alte „Dorfkönig“ Kroisleitner wird mit aufgeschürften Knien und blauer Zunge auf dem Berg tot aufgefunden. Sein eigener Sohn verhält sich eigenartig und auch eine alte Nachbarin kommt ins ...
Der 104 Jahre alte „Dorfkönig“ Kroisleitner wird mit aufgeschürften Knien und blauer Zunge auf dem Berg tot aufgefunden. Sein eigener Sohn verhält sich eigenartig und auch eine alte Nachbarin kommt ins Gefängnis. Doch komische Dinge passieren weiterhin im Ort....
Anfangs fand ich das Buch richtig gut. Einige witzige Einfälle und Anspielungen, viel Lokalkolorit und ein großes Spielen mit diversen Klischees machte das Buch zu einem Lesevergnügen über ca. 2/3 hinweg. Auch wenn es bis dahin um eine Menge Nebenhandlungen ging und nicht wirklich viel Spannung vorkam. Das störte mich nicht. Ja, wenn dann nicht zum Ende hin und vor allem in der Auflösung des Falles nicht viel zu viel Chaos, Unglaubwürdiges und Übertriebenes passiert wäre. Zumal die eigentliche Aufklärung dann auch recht schnell abgehandelt wurde. Das Buch ist ein bisschen Krimi, ein bisschen Heimatschnulze, ein bisschen Geschichte, ein bisschen Comic, ein bisschen Gesellschaftskritik – eben von allem nur ein bisschen, aber nichts richtiges. Schade, hier wurde für mich das viele Positive regelrecht kaputt gemacht und großes Potential verschenkt.