... so beginnt das Farblernbuch mit dem Blätterdieb von Nicola Slater und Alice Hemming und ein schöner Tag wird es werden!
Das Buch überzeugt mit seiner Aufmachung: es besteht aus stabilen, dicken Pappseiten ...
... so beginnt das Farblernbuch mit dem Blätterdieb von Nicola Slater und Alice Hemming und ein schöner Tag wird es werden!
Das Buch überzeugt mit seiner Aufmachung: es besteht aus stabilen, dicken Pappseiten mit dazu passenden festen Klappen, die den Eindruck erwecken, dass sie auch mehreren neugierigen Kinderhänden standhalten können. Klappen sind ja gerne die Schwachstelle in einem Buch, aber diese hier halten einiges aus.
Auf 10 Seiten folgen wir nun Eichhörnchen und Vogel, die sich in 5 Abschnitten immer wieder über Farben unterhalten. Dabei geht es mal nicht nur um die typischen Grundfarben, sondern auch mal um Pink, Braun oder Schwarz. Das Buch hat keine genaue Handlung, sondern besteht aus einer Farben-Frage von Vogel oder Eichhörnchen, die in der dazugehörigen Klappe beantwortet wird. Dadurch ist das Buch sehr leicht zu verstehen.
Die Illustrationen sind bunt und angenehm zu betrachten; man merkt aber auch dass der Fokus auf den Farb-Fragen liegt und es daher nicht so viel auf den Seiten zu entdecken gibt - anders als beim "großen Blätterdieb".
Ich hadere mit der Altersangabe "ab 3 Jahren" und würde diese lieber runtersetzen auf 2 Jahre oder sogar 18 Monate. Bei einem Buch für dreijährige Kinder erwarte ich mehr an Handlung und Herausforderung. Dieses Buch war schön, aber dass es für 3 Jahre und älter sein soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Willkommen in der Baumhaus-Stadt! Ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch von Gideon Sterer mit Illustrationen von Charlie Mylie - eine poetische, kindliche Utopie mit Wimmelbuch-Charakter.
Der Text ist ...
Willkommen in der Baumhaus-Stadt! Ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch von Gideon Sterer mit Illustrationen von Charlie Mylie - eine poetische, kindliche Utopie mit Wimmelbuch-Charakter.
Der Text ist in einem einfachen Reimschema geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Es wirkt wie ein Gedicht, in dem die Baumhaus-Stadt von einer erzählenden Person beschrieben und deutlich beworben wird. Wir werden eingeladen, diesen schönen Ort zu besuchen und einen Tag dort zu verbringen. Der Ort lässt Kinderherzen höher schlagen, denn hier geht es allen gut; Kinder und Tiere arbeiten gleichberechtigt zusammen und sorgen füreinander. Sie organisieren alles ohne die Hilfe von Erwachsenen - Selbstständigkeit und das Ausleben der eigenen Interessen stehen hier im Vordergrund. Auch Probleme können gemeinsam bewältigt werden und sind hier anschaulich als "heraufziehenden Sturm" beschrieben.
Eine schöne, aber ja leider utopische Vorstellung, die Kinder in ihren Wünschen nach Autonomie und Gemeinschaft dennoch trifft und dadurch zum Fantasieren einlädt.
Besonders hervorzuheben ist die Illustration von Charlie Mylie. Die Zeichnungen haben einen Buntstift-Stil und man merkt dem Illustrator auf jeder Seite an, wie viel Enthusiasmus und Liebe fürs Detail eingeflossen sind. Die Bilder sind sehr detailliert und bieten auch beim 4. Mal lesen immer wieder Kleinigkeiten zum Entdecken. Wer lieber ruhige Darstellungen bevorzugt, wird hier definitiv nicht zufrieden sein, denn hier herrscht eine Hülle und Fülle von Farben.
Charlie Mylie hat zudem versucht die Kinder möglichst divers darzustellen: man sieht ein Kind im Rollstuhl, Kinder mit Kopftuch, ein/zwei Kinder mit Brille und erkennt an der Darstellung auch unterschiedliche ethnische Herkünfte. Ich spreche hier aber bewusst von "versucht", denn meiner Meinung nach hätte der Illustrator deutlich mehr investieren können und nicht nur das Minimum, das man heutzutage erwarten kann. Ich hätte für so eine Traum-Stadt mehr Kinder mit Behinderung erhofft, um hervorzuheben dass wirklich alle hier willkommen sind. Kinder mit sichtbaren Hör-/Sehbehinderungen (nein, zwei Kinder mit Brille reichen da nicht), mehr mit körperlichen Einschränkungen, sichtbarer geistiger Behinderung.. die Möglichkeiten sind so vielfältig und gerade für diese utopische Welt, hätte ich das angemessen gefunden.
Auch finde ich die Illustration der asiatisch gelesenen und der Schwarzen Kinder schwierig. Es ist unbedingt notwendig, Diversität im Aussehen zu zeigen, allerdings ist die Augenpartie bei den asiatisch gelesenen Kindern wirklich sehr schmal, was für mich fast schon rassistisch wirkt. Auch vermisse ich eine deutliche Darstellung von Schwarzen Kindern - die Hautfarbe aller Kinder ist wirklich ziemlich ähnlich; Kinder mit Dreads sind gerade mal hellbraun. Auf dem Cover sieht man ein Mädchen, mit einer dunkleren Hautfarbe (später ist sie nicht mehr zu finden) - davon hätte es im Buch mehr geben können. Es ist für Kinder so wichtig, dass sie repräsentiert werden und sich in Geschichten wiederfinden können - hier wäre es wirklich sehr passend gewesen, schade.
Fazit: für mich und meine Familie war es ein schönes Buch zum gemeinsamen Lesen und darüber sprechen; mein Sohn (4 Jahre) entdeckt immer noch neue Details und blättert auch alleine gerne darin herum. Es wird auch noch Kinder im Grundschulalter ansprechen, weil es zum Unterhalten anregt und ältere Kinder bestimmt noch mehr dazu zu sagen haben.
Das Buch bekommt eine kleine positive Bemerkung für den Versuch der Diversität, aber weil da mehr zu erwarten war, gibt es leider Abzug bei der Bewertung.