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Veröffentlicht am 09.05.2025

Winston

Was am Ufer lauert
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Erst vor einigen Wochen hatte die Polizeireporterin Gianna Pitti über einen Todesfall zu berichten. Davon will sie sich noch erholen. Als ihr Vater, der wieder aufgetaucht ist, sie jedoch bittet für ihn ...

Erst vor einigen Wochen hatte die Polizeireporterin Gianna Pitti über einen Todesfall zu berichten. Davon will sie sich noch erholen. Als ihr Vater, der wieder aufgetaucht ist, sie jedoch bittet für ihn an den See zu fahren, um einen Informanten zu treffen, willigt sie ein. Da wird einfach etwas übergeben und gut ist es. So gut ist es allerdings nicht, denn der Informant erscheint nicht. Jedenfalls nicht, bis Gianna etwas im Wasser schwimmen sieht, was sich als tote Frau entpuppt, die eine leere CD-Hülle bei sich hat. Mit der Erholung ist es für Gianna vorbei, wieder gibt es einen rätselhaften Todesfall.

In diesem zweiten Band um Gianna Pitt sortieren sie und ihr Umfeld sich neu. Mit der Rückkehr ihres Vaters Arnaldo hatte sie nicht mehr gerechnet und irgendwie müssen sie erstmal wieder zueinanderfinden. Arnaldo muss verstehen, dass seine ehemalige Frau jemand anderen gefunden hat. Die Chefredakteurin Elvira versucht alles, ihre traditionelle Zeitung am Leben zu erhalten. Und der Marchese Francesco kann einiges zur Lösung des Geheimnisses um Winston Churchill, der wohl mit den Urgroßeltern bekannt war, beitragen. Wieso die die ermordete Frau allerdings dem Tode geweiht war, ist nicht so leicht herauszufinden.

Wie spannend, denkt man, Winston Churchill am Gardasee. Um solch einen Aufenthalt kann sich eine packende Story entwickeln. Schnell mal geschaut, ob ein Körnchen Wahrheit zu finden ist. Die Geschichte ist auch interessant, nur verliert sie sich etwas zwischen den persönlichen Belangen der Pittis. Das Durchsortieren der Familie und die Schwierigkeiten mit der Zeitung erscheinen wichtiger als das worüber die Informantin ihre Kunde bringen wollte. Immerhin wird zumindest ein Teil des Rätsels gelöst. Auch die Pittis scheinen zur Ruhe zu kommen. So kann man dissen Band zufrieden schließen und hoffen, dass es im nächsten Band etwas mehr Konzentration auf die Krimihandlung gibt. Immerhin sind besonders Gianna und der Marchese sympathisch und man könnte meinen, dass in den Archiven noch weitere Geschichten zu entdecken sind. Wie man an dem Cover unschwer erkennen kann, lädt auch der Gardasee zu weiteren literarischen Besuchen ein.

Veröffentlicht am 07.05.2025

Die große Aufgabe

Das Lied der Krähen (2 MP3-CDs)
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Seit Kaz Brekker mitansehen musste, wie sein Bruder starb, ist er nicht mehr der Selbe. Sein Wunsch nach Rache wird allerdings nicht so schnell in Erfüllung gehen. Inzwischen hat er sich einen Namen gemacht ...

Seit Kaz Brekker mitansehen musste, wie sein Bruder starb, ist er nicht mehr der Selbe. Sein Wunsch nach Rache wird allerdings nicht so schnell in Erfüllung gehen. Inzwischen hat er sich einen Namen gemacht als Adjutant eines Bandenchefs in der Hafenstadt Ketterdam. Bald bietet sich Kaz die Möglichkeit an viel Geld zu kommen, wenn er eine schwierige Aufgabe erfüllt. Er soll einen Magier aus einem abgeschotteten Gefängnis befreien. Das kann er allerdings nicht alleine bewältigen und er sucht sich eine Mannschaft zusammen, die aus ähnlich qualifizierten jungen Menschen besteht wie er selbst.

Dieser erste Teil einer Fantasy-Abenteuer Duologie erzählt von Kaz Brekker und seiner Gruppe. Sie sind zu sechst und sie alle haben ihre eigenen Ziele. Sie haben auch ihre eigene Vergangenheit. Kaz verlor seinen Bruder, Inej verlor ihre Unschuld, Nina verlor ihren Glauben und so hat jeder der sechs Krähen seine Geschichte. Zusammen sind sie stärker als alleine und sie alle haben ein Ziel. Wie schon zu ahnen, ist die Aufgabe alles andere als einfach zu bewältigen. Das merken sie schon bevor sie richtig losgelegt haben. Doch Schwierigkeiten sind dazu da, überwunden zu werden.

Lebhaft und schön vorgelesen von Frank Stieren bietet dieses Hörbuch gute Unterhaltung. Vielleicht eher für Jugendliche gedacht hört man auch als Erwachsener gerne zu. Schaffen sie es oder schaffen sie es nicht? Da es noch einen zweiten Band gibt, kann man sich da wirklich nicht sicher sein. Und dementsprechend spannend sind einige Passagen. Manchmal wird es richtig brenzlig. Besonders interessant wird es auch, wenn es um die Vergangenheit der Protagonisten geht. Sie hatten es wirklich nicht immer leicht und gewisse Eigenheiten werden dadurch verständlich. Zwar gibt es kleine Momente, in denen das Gesprochene an einem vorbeirauscht, aber grundsätzlich verfolgt man die Handlung gespannt und so manches mal denkt man, dass man damit dann doch nicht gerechnet hat.

Veröffentlicht am 03.05.2025

Geschafft

Nebelstunde
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Die Polizistin Hanna Duncker denkt, sie hat es geschafft. Ihr Vater wird rehabilitiert und der gesuchte Mörder sitzt auf der Anklagebank. Sie ist allerdings überrascht, wie schwer es ihr fällt, dem Prozess ...

Die Polizistin Hanna Duncker denkt, sie hat es geschafft. Ihr Vater wird rehabilitiert und der gesuchte Mörder sitzt auf der Anklagebank. Sie ist allerdings überrascht, wie schwer es ihr fällt, dem Prozess beizuwohnen. Da findet Hannas ehemalige Nachbarin Ingrid einen Bekannten tot in seiner Wohnung. Hanna und ihr Kollege Erik beginnen mit den Ermittlungen. Zunächst sieht alles nach einem Selbstmord aus, denn der ältere Herr hatte vor kurzem eine niederschmetternde Diagnose erhalten. Doch bald mehren sich Hinweise, dass wohl doch fremde Hände im Spiel waren. Es stellt sich ebenfalls heraus, dass der Verstorbene nicht so beliebt war wie zuerst gedacht. Als Hanna auch noch eine bedrohliche Nachricht erhält, gerät sie in Zweifel.

Mit ihrem vierten Fall hofft Hanna Duncker, dass ein Prozess die Schatten der Vergangenheit in ihrer Familie aufhellen wird. Doch ihr Wunsch geht zunächst nicht in Erfüllung. Eher sorgt sie sich um Ingrid, die mit dem Toten gut befreundet war. Die Untersuchung von Vidars Tod ist alles andere als einfach. Es scheint, der Verstorbene hatte mit vielen Menschen Stress zumindest in letzter Zeit. Kleinteilig und akribisch müssen Befragungen durchgeführt werden, die nicht immer zu einem Ergebnis führen. Und dann gibt es da noch diese neue Krankheit, die das Leben Vieler zum Stillstand bringt.

Bei Hanna Duncker. Handelt es sich um eine sehr sympathische Ermittlerin, die sich ihrer Vergangenheit stellt und versucht, die Wahrheit herauszufinden. So wie im Privaten fühlt sie sich im Beruflichen auch der Wahrheit verpflichtet. Sie ist nicht zufrieden ehe sie den Dingen nicht auf den Grund gegangen ist. Dadurch entwickelt sich der Fall zwar sehr langsam, aber auch sehr schlüssig. Gerade zu Beginn wünscht man sich etwas mehr Tempo, während es zum Ende hin so spannend wird, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Wie selbstverständlich wird auch die Pandemie in die Handlung integriert, was zur Authentizität der Handlung beiträgt. Ein wenig Straffung hätte vielleicht gut getan, aber insgesamt packt dieser Krimi mit seiner gut durchdachten Story.

Veröffentlicht am 02.05.2025

Geheimnisvolles Manor

Moonlit Thorns
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Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Annabelle nach hause zurück. Ihr Studium sollte eigentlich zu einem anderen Ergebnis führen, doch ihr Vater ist plötzlich verstorben, ihre Mutter in eine Depression gefallen ...

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Annabelle nach hause zurück. Ihr Studium sollte eigentlich zu einem anderen Ergebnis führen, doch ihr Vater ist plötzlich verstorben, ihre Mutter in eine Depression gefallen und ihr Bruder versucht das Schiff am schwimmen zu halten. Und Dann erfährt Annabelle auch noch, dass ihr Vater hoch verschuldet war. Gläubiger ist Asher Voss von dem geheimnisvollen Landsitz Midnight Manor. Wenn Annabelle ein Jahr lang als Ashers Assistentin arbeitet, werden die Schulden getilgt. Was genau Annabelle tun soll, weiß sie zunächst nicht. Dass sie aber erstmal auf der untersten Stufe der Leiter steht, wird ihr schnell klar.

Bei diesem Band handelt sich um den ersten Band einer Reihe um die Voss Brüder von Midnight Manor. Den Anfang macht Asher, der es nie verwunden hat, dass seine Mutter gestorben ist als er noch sehr jung war. Annavelle gerät also erstmal auf einen geheimnisvollen Landsitz und ihre Arbeitsbedingungen sind nicht die besten. Nur am Samstag Abend darf sie das Gelände verlassen und ihre Familie zu besuchen. Da sie manchmal nicht weiß, wie sie mit ihrer depressiven Mutter umgehen soll, ist sie garnicht so unglücklich. Und die schwarzen Limousinen, die Samstags zum Grundstück kommen, machen sie ziemlich neugierig. Zunächst muss sie sich aber um das herablassende Verhalten ihres Chefs ärgern.

Ein wenig nachempfunden ist dieser Roman dem Märchen „Die Schöne und das Biest“. Kein Wunder also, wenn es sich um ein Lieblingsmärchen handelt, dass man hier gerne zugreift. Vielleicht hätte man sich das Buch jedoch etwas genauer ansehen sollen, denn von einer Fantasy Komponente oder etwas zauberhaften ist nicht viel zu bemerken. Das Schöne und Märchenhafte wird schon etwas vermisst. Und auch etliche Triggerwarnungen sollte man durchaus ernst nehmen. Wenn man sie erst am Schluss liest, wird man vorher nicht nur freudige Überraschungen erlebt haben. Hat man sich allerdings etwas von dem vorher gesagten befreit, bekommt man eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die durchaus prickelnd ist. Um dem gefühlsmäßigen Überschwang folgen zu können, bedarf es vielleicht einer gewissen Jugendlichkeit. Die Umschlaggestaltung ist sehr gelungen, der Rosenbusch lässt einen dann doch in märchenhafte Welten entschweben.

Veröffentlicht am 28.04.2025

Musikzirkel

Aufklärung
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In den 1730er Jahren beginnt die Tochter von Johann Sebastian Bach aus ihrem Leben zu berichten. Catharina Dorothea ist da noch in ihren Zwanzigern. Ihr Vater hat ein zweites Mal geheiratet und er und ...

In den 1730er Jahren beginnt die Tochter von Johann Sebastian Bach aus ihrem Leben zu berichten. Catharina Dorothea ist da noch in ihren Zwanzigern. Ihr Vater hat ein zweites Mal geheiratet und er und Anna Magdalena haben auch schon Nachwuchs bekommen. Viel wird musiziert im Haushalt und das Tagesgeschehen wird diskutiert. Da die Luise Gottsched, die Frau eines Professors, in ihrer aller Leben. Luise ist ausgesprochen intelligent und vielseitig interessiert. Sie hat Stücke geschrieben, Übersetzungen ausgeführt. Nur ihr Mann belächelt ihre Fähigkeiten eher und setzt sie auch als Assistentin ein. Doch natürlich ist Luise eine Bereicherung für den kleinen Kreis, der sich in Leipzig gebildet hat.

Aus der Erinnerung und auch mit Hilfe von Luises Aufzeichnungen entfaltet Dorothea ihren Bericht. Es wird Hausmusik gespielt. Man bereitet sich auf Auftritte vor. Und Dorothea tritt manchmal als Assistentin ihres Vaters auf. Doch auch Luises pfiffige Ideen bereichern Bachs Werk. Dorothea merkt schnell, dass sich Luise fast an jede Situation anpassen kann und mit ihrem Witz jedes Gespräch erfreut. Einzig ihr Mann weiß anscheinend nicht, was für einen Schatz er hat. Er findet seine eigenen Gedanken herausragend und merkt nicht, wenn er doch ein wenig belächelt wird.

Ein historischer Roman, der sich zwar dichterische Freiheiten nimmt, aber auch die Zeit der Aufklärung lebendig darstellt. Unter Überschriften gestellt entfalten sich tagebuchartige Aufzeichnungen. Gleichzeitig bezieht sich Dorothea auch auf Entdeckungen aus Luises Aufzeichnungen. Man fühlt sich fast so als ob man dabei wäre. Wörtliche Rede wechselt mit Beschreibungen ab. Nach Artikeln im Internet über die Familie Bach ist von Dorothea nicht viel mehr bekannt als ihr Geburts- und Todestag. Das gibt der Autorin natürlich eine große Leerstelle, die sie mit viel Akribie und leichten Worten füllt. Zwar ist das Ganze manchmal etwas sehr ausführlich und ausschweifend, so dass man irgendwann kaum noch anders kann als nicht mehr jedes Wort zu lesen, weil man sonst einfach nicht weiterkommt. Knapp sechshundert Seiten, relativ klein gedruckt, vereinzelt Fußnoten, das ist einfach viel. Dennoch passt das Buch gut zum Jahr mit Bach, dessen Todestag sich im Jahr 2025 zum 275. Mal jährt.