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Veröffentlicht am 10.05.2025

Green Flag-Alarm!

Passion Project
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PASSION PROJECT ist einerseits eine typische Romance, andererseits aber auch wieder nicht. Die Autorin London Sperry geht in ihrer berührenden Geschichte doch ein paar Dinge ein bisschen anders an.
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Darum ...

PASSION PROJECT ist einerseits eine typische Romance, andererseits aber auch wieder nicht. Die Autorin London Sperry geht in ihrer berührenden Geschichte doch ein paar Dinge ein bisschen anders an.
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Darum geht’s: Bennet ist nach New York gezogen, um über den Verlust ihrer ersten Liebe hinwegzukommen. Sie lässt sich auf ein Date ein, dass aber gnadenlos schiefgeht. Henry lässt aber nicht locker. Auf freundschaftlicher Basis startet er das Passion Project und lässt sich allerhand einfallen, damit Bennet eine neue Leidenschaft findet…
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Ich liebe ja den Grumpy-meets-Sunshine-Trope. Mürrischer Typ trifft gutgelauntes Mädel. London Sperry ändert dieses Motiv in PASSION PROJECT ab. Hier haben wir mit Henry einen umwerfend optimistischen männlichen Protagonisten, der auf Sad Girl Emilia trifft. Und ganz schnell folgt die Erkenntnis: Jeder braucht einen Henry in seinem Leben! Henry ist der Inbegriff des einfühlsamen und verständnisvollen besten Freundes, der immer für einen da ist. Er ist die grünste Green Flag, die man sich vorstellen kann. Ein Typ zum Pferdestehlen, Knuddeln und Ausheulen. Aber auch zum lieben? Fast erscheint er ein bisschen zu buddymäßig perfekt, um als Love Interest in Frage zu kommen. Er ist ein absolut süßer und verlässlicher Character, hätte für meinen Geschmack aber auch gerne ein paar mehr Ecken und Kanten haben und auch mal den Bad Boy geben dürfen. Er hätte Bennet vielleicht öfter mal die Meinung geigen sollen. Aber er ist immer lieb und verständnisvoll und lässt sich nahezu alles gefallen. Das ist niedlich und irgendwie ein Traum und ich mochte Henry auch wirklich total gerne. Trotzdem wird so ein Rundum-Good Guy nie einer meiner Lieblingscharaktere werden. Aber die Chemie zwischen den Protagonisten stimmt eben. Henry und Emilia ergänzen sich auf wundervolle Art und Weise und London Sperry hat es geschafft mir die emotionalen Vibes zwischen den beiden gut zu vermitteln – auch wenn für mich bis zum Schluss ein freundschaftlicher Überhang vorhanden war.
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Wie das Passion Project endet, wird keinen wundern, muss also hier auch gar nicht weiter thematisiert werden. Der Roman ist zuckersüß und hält eine gute Balance zwischen Heiterkeit und Tiefgründigkeit. Die Geschichte ist alltäglich und authentisch. Und das ist mal eine angenehme Abwechslung zu anderen Romance-Storys, die ja doch oft etwas überdramatisch daherkommen. PASSION PROJECT setzt dagegen auf freundschaftliche Slow Burn-Vibes, über die sich eine umarmende Wärme ausbreitet. Für das Wohlgefühl bräuchte es die Lovestory fast gar nicht. Aber dann wäre es ja keine Romance. Ich mochte diese etwas andere Art der Geschichte jedenfalls und würde mich freuen, mehr von London Sperry zu lesen.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein Verbrechen, wie es im Buche steht

Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt
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Es gibt einen neuen Thriller von Claire Douglas. Mit PERFECT CRIME stand jetzt zum vierten Mal ein Buch der Autorin auf meiner Leseliste. Auch diesmal ist es wieder ein Spannungsroman für den schnellen ...

Es gibt einen neuen Thriller von Claire Douglas. Mit PERFECT CRIME stand jetzt zum vierten Mal ein Buch der Autorin auf meiner Leseliste. Auch diesmal ist es wieder ein Spannungsroman für den schnellen Lesekonsum.
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Darum geht’s: Emilia ist eine erfolgreiche Thriller-Autorin. Plötzlich geschehen Dinge, über die sie in ihrem neuen, noch unveröffentlichten Buch geschrieben hat. Und es gibt nur sehr wenige Menschen, die Emilias Skript vorablesen durften…
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Die Story ist nicht neu. Die Handlung ist mir so oder so ähnlich durchaus schon mal untergekommen. Macht aber irgendwie nichts. Die Story lässt sich unkompliziert lesen, hat ein paar gute Spannungsmomente - und nach ein paar Stunden war ich dann auch schon am Ende der Geschichte angelangt. Gut, die Bücher von Claire Douglas haben kein Highlight-Potenzial. Da darf man nicht zu viel erwarten. Sie sind aber irgendwie immer solide. Auch PERFECT CRIME hat mir insgesamt wieder recht gut gefallen. Ich mochte die Atmosphäre und den Spannungsbogen. Die Charaktere gehen mir bei Claire Douglas zwar nie unter die Haut - aber ich folge ihnen trotzdem gerne. Solange ich ein bisschen miträtseln kann und eine angenehme Lesezeit habe, bin ich hier zufrieden gestellt. PERFECT CRIME ist ein zuverlässig-solider Spannungsroman und hat mir als solcher insgesamt Spaß gemacht. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Im Vergleich zu den anderen bisher gelesenen Büchern von Claire Douglas hat mir PERFECT CRIME sogar mit am besten gefallen. Allerdings ist es auch hier wieder so, dass die Story recht schnell in Vergessenheit gerät. Kaum ausgelesen und schon aus dem Sinn. Als knackig-spannender Lesesnack hat sich der Thriller trotzdem eine Empfehlung verdient. Ich würde sagen: Wir lesen uns im nächsten Jahr wieder, Frau Douglas!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Serienkiller zum Dritten

Die Schwester des Serienkillers
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Mit „Die Schwester des Serienkillers“ beschließt Alice Hunter ihre spannende Trilogie. Die Bände hängen inhaltlich nicht zusammen und können jeweils als Stand Alone gelesen werden. Sie sind aber thematisch ...

Mit „Die Schwester des Serienkillers“ beschließt Alice Hunter ihre spannende Trilogie. Die Bände hängen inhaltlich nicht zusammen und können jeweils als Stand Alone gelesen werden. Sie sind aber thematisch übergreifend verbunden. Dreimal tauchen wir in das Leben von Serienkillern und ihren Angehörigen ein. Und dreimal schafft Alice Hunter es, die Thematik wieder vollkommen anders zu beleuchten. Damit hat sie mich überzeugt und insofern war auch Band 3 der Reihe für mich wieder absolut lesenswert.
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Darum geht’s: Anna und ihr Bruder Henry haben viele Jahre in einem Kinderheim verbracht. Anna gelingt es im Anschluss, sich ein perfektes Leben aufzubauen. Eines Tages steht aber die Polizei in Form von DI Walker vor der Tür und teilt ihr mit, dass ihr Bruder ein Serienmörder ist. Seine Taten hat er an bestimmten Tagen begangen. Einer davon ist Annas Geburtstag. Der steht jetzt wieder kurz bevor und Anna selbst könnte das nächste Opfer sein…
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Alice Hunter ist es einmal mehr gelungen, mich komplett zu überraschen. Diesmal zunächst, weil es hier gleich deutlich spannender zur Sache geht, als in den vorangegangenen Bänden. Da hatte mir gerade der ruhige und subtile Spannungsaufbau richtig gut gefallen. Diesmal geht es dagegen schneller und direkt spürbarer zur Sache. Auf der einen Seite wurde ich mit emotional belastenden Szenen aus Annas und Henrys Zeit im Kinderheim konfrontiert, auf der anderen Seite ist es die Bedrohung in der Gegenwart, die in Form einer Verkettung von Ereignissen und eines heruntertickenden Countdowns unmittelbar Spannung erzeugt.
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Die Handlung ist ein wahres Katz-und-Maus-Spiel. Die Geschwister wollrn sich gegenseitig aus der Deckung locken und alles deutet auf einen großen Showdown hin. Natürlich wollte ich wissen, warum Henry zum Serienkiller geworden ist. Genauso interessant war es aber auch, zu verfolgen, wie Annas Heile Welt-Fassade immer mehr bröckelt. Die Ahnung, dass da noch irgendein großes Geheimnis auf mich wartet, hat mich durch die Seiten getrieben.
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Der Handlungsverlauf scheint diesmal recht klar. Zwischendurch hat es sich für meinen Geschmack dann mal etwas zu sehr im Kreis gedreht. Aber das Finale zeigt wieder, dass hier einmal mehr alles seine Bedeutung hat. Ich habe zwar gemerkt, dass irgendwas nicht so recht zusammenpasst – aber der Twist hat mich dann doch unverhofft aus den Latschen gehauen. Alice Hunter spielt hier ganz wunderbar mit dem Buchtitel … und mehr kann ich an dieser Stelle nicht sagen, ohne mich um Kopf und Kragen zu reden und zu spoilern. Nur noch so viel: Auch diesmal gibt es noch einen Twist nach dem Twist. Und ich muss sagen: Das ist hervorragendes Mind Blowing.
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Fazit: Alice Hunter hat mit der Serienkiller-Trilogie eine absolut packende und psychologisch sehr interessante Reihe geschrieben. Jedes Buch für sich genommen ist gut und kann auf unterschiedliche Art und Weise überzeugen. Für mich bleibt abschließend die Faszination der unterschiedlichen Facetten, mit denen das Grundthema variiert wird. Es würde noch mehr hergeben. Aber drei Bände sind für diese Reihe schon gut gewählt. Man muss es ja nicht überstrapazieren.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Arthouse-Film in Buchform

Unter den Sternen von Paris
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“Unter den Sternen“ von Paris ist der Debütroman der schwedischen Journalistin Karolina Schützer. Auf das Buch bin ich zunächst in erster Linie durch das Cover aufmerksam geworden. Es ist in Anlehnung ...

“Unter den Sternen“ von Paris ist der Debütroman der schwedischen Journalistin Karolina Schützer. Auf das Buch bin ich zunächst in erster Linie durch das Cover aufmerksam geworden. Es ist in Anlehnung an das berühmte Gemälde „Nachtcafé“ von Vincent van Gogh gestaltet. Dadurch ist es mir ins Auge gestochen und hat automatisch bestimmte Assoziationen ausgelöst. Ich habe einen künstlerisch-feinsinnigen Roman erwartet – und diese Erwartung hat sich auch erfüllt.
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Darum geht’s: Die Stockholmerin Sophia hat eine Scheidung hinter sich und steht auch in ihrem Job als TV-Journalistin an einem Wendepunkt. Als ihre Großmutter bei einem Unfall ums Leben kommt, erbt Sophia überraschenderweise eine kleine Bar in Paris. Sophia reist in die Stadt der Liebe, um den Laden schnellstmöglich zu verkaufen…
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Ich mag französische Arthouse-Filme. Die plätschern überwiegend eher ruhig vor sich hin. Etwas unspektakulär. Ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Ich finde sie meist trotzdem sehr berührend und springe auf ihre zarte Poesie und die künstlerischen Bilder an. Mit „Unter den Sternen von Paris“ hat Karolina Schützer mir einen Arthouse-Film in Buchform geschenkt. Insofern war die Geschichte für mich einfach angenehm und schön zu lesen und ich konnte wunderbar in die Story eintauchen.
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Protagonistin Sophia erscheint anfangs nicht sehr sympathisch. Genau darin liegt aber das Entwicklungspotenzial des Romans. Ihren Weg zu verfolgen, habe ich sehr genossen – auch wenn eigentlich von Beginn an klar ist, worauf die Handlung letztendlich hinausläuft. Sophia taut im Umgang mit den verschiedenen Personen, auf die sie in Paris trifft, jedenfalls immer mehr auf und wird dadurch Stück für Stück nahbarer. Es gibt überraschende Entwicklungen und Familiengeheimnisse kommen ans Licht. Ich war gerne bei der Renovierung der Bar und dem Ausprobieren lange verschollener Apfel-Rezepte dabei. Ich fand die Entwicklung hin zu Sophias letztendlicher Entscheidung authentisch dargestellt und mochte die zwischenmenschlichen Entwicklungen und den Found Family-Aspekt. Der letzte Leseabschnitt war für mich sogar richtig emotional. Ich habe sogar ein paar Tränchen verdrückt. Es waren aber Tränen mit positivem Beigeschmack.
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Ich muss einräumen, dass die Autorin die Story in mancher Hinsicht schon ziemlich auf die Spitze treibt. Einiges wirkt überkonstruiert und vielleicht sogar zu viel des Guten. Zum Beispiel wird hier die Liebe in ganz vielen unterschiedlichen Facetten thematisiert. Da geht es auch mal quer durch den Garten. Ob man das nachvollziehen kann, steht auf einem anderen Blatt Papier. Gestört hat es mich jedenfalls nicht. Ja, auch das Ende ist ganz unerwartet nochmal etwas over the topp und macht eigentlich nur Sinn, wenn es noch einen Fortsetzungsband gibt, der dieses aufgemachte Fass weiter thematisiert. Aber ach, auch das konnte meine Lesefreude nicht wirklich trüben.
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Fazit: „Unter den Sternen von Paris“ ist eine Geschichte der leisen Töne, die nicht viel Aufhebens um sich macht. Ich mag diese Ruhe und das Unaufgeregte. Dafür, dass der Roman erzählerisch sehr ruhig daherkommt, steckt aber doch ganz schön viel Bewegung drin. Es passiert nicht gerade wenig - es wird eben nur eher beiläufig und unscheinbar verpackt. Für mich ist es ein charmanter Wohlfühlroman. Vom Stil her vergleichbar mit „Bonjour Agneta“ von Emma Hamberg. Während dieser Roman für mich ein Highlight war, mache ich bei „Unter den Sternen von Paris“ zwar ein paar Abstriche, insgesamt hat mir auch dieses Buch aber gut gefallen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Macht Lust auf mehr

Finn Dever
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KI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist ...

KI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist interessant, keine Frage. Alles andere hängt bei mir von der Herangehensweise und der Umsetzung ab. Als Bastian Martschink mich gefragt hat, ob ich seinen Krimi um einen KI-Ermittler lesen würde, habe ich in erster Linie zugesagt, weil der Autor hier aus der Region kommt - quasi als Nachbarschaftshilfe. Aber tatsächlich hat sich dann auch der Klappentext von “FINN DEVER: Letzter Blick” echt gut angehört.
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Darum geht's: Eine brutale Mordserie hält Blackwell in Atem. Die Polizei zieht den externen Berater Finn Dever hinzu. Er ist für seine Visionen der nahen Zukunft berühmt-berüchtigt. Im Laufe der Ermittlungen kommt Finn der Wahrheit über seine besondere Fähigkeit auf die Spur…
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Der Krimi ist stark und hat sich tatsächlich als Pageturner entpuppt. Dafür sorgen ein paar tolle Stilmittel, die hier eingesetzt werden. Jedem Kapitel ist zum Beispiel eine News aus der Morning-Show zu der Mordserie vorangestellt. Das hat mich gleich zu Beginn schnell in die Story eingeführt. Außerdem fällt der Begriff “Blackvale-Ripper”. Wer wie ich das Jack the Ripper-Motiv mag, bleibt hier automatisch am Ball.
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Nach dem knackigen Einstieg geht es gleich mal mit einem Countdown weiter, der mich die letzten Minuten im Leben von Julia Lang verfolgen lässt. Uuuhhh, da hat sich zum ersten Mal Gänsehaut eingestellt. Nach dem rasanten Start werden die Ermittler mit starker Charakterzeichnung eingeführt. Das hat mir hier alles schon richtig gut gefallen und konnte mich echt fesseln. Auch die Zukunftsvisionen von Finn haben für Spannung gesorgt. Sie hätten für meinen Geschmack sogar noch viel prägnanter im Vordergrund stehen können. Vielleicht ja in Band 2. Denn hier mussten natürlich erstmal die Hintergründe dieser besonderen Gabe etwas näher beleuchtet werden. Das fand ich zwar etwas kompliziert, aber trotzdem irgendwie interessant und macht die Figur Finn Dever ja auch zu einem besonderen Protagonisten.
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Spannung ist in diesem Krimi auf jeden Fall durchweg vorhanden. Das bewegt sich alles auf einem guten Level. Der Schlussteil zieht dann sogar nochmal richtig an. Das Finale ist wirklich MEGA. Der Täter-Twist hat mich komplett überrascht. Und dann noch dieser Cliffhanger… Damit ist “FINN DEVER: Letzter Blick” ein Serienauftakt, nach dem ich definitiv mehr will. Der abschließende Hinweis auf die Fortsetzung verspricht, dass Band 2 “noch gefährlicher, noch packender, noch persönlicher” wird. Na dann, ich bin bereit!

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