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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2025

Alptraumkur für Kinder

Der Sommer am Ende der Welt
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Schon mal Vorweg: Von der Autorin Eva Völler habe ich bereits mehrere Bücher gelesen welche sehr gut recherchiert waren.
Verschickungskinder nach dem Krieg und deren Schicksal hingegen waren ...

Schon mal Vorweg: Von der Autorin Eva Völler habe ich bereits mehrere Bücher gelesen welche sehr gut recherchiert waren.
Verschickungskinder nach dem Krieg und deren Schicksal hingegen waren mir bis dato allerdings nicht bekannt.
Ergo: eine Mischung gut recherchierter Tatsachen verpackt in einen Roman ergibt ein "Muss-ich-lesen-Buch".

Und ich muss sagen, auch dieses Buch hier hat mir gut gefallen. Sehr informativ, und der Schreibstil gewohnt berührend und emotional. Die teilweise verstörenden Kinderschicksale werden doch sehr behutsam in eine fiktive Geschichte verpackt. Man mag sich gar nicht vorstellen welche Schäden sich in den kleinen Kinderseelen festgesetzt haben, sollten sich die Kinder auf einer Kur in der guten Nordseeluft doch erholen und aufgepäppelt werden. Wiedergefunden haben sie sich jedoch in einem Alptraum, den ihnen (spätestens nach ihrer Heimkehr) sowieso niemand geglaubt hat bzw. geglaubt hätte, hätten sie davon erzählt.
Da dieses Thema meiner Meinung nach bisher zu wenig bekannt ist, ist es umso wichtiger, dass derartiges einer breiten Masse bekannt wird.

Aber um nochmal auf das Buch zurückzukommen: gut recherchierte Schicksale eingepackt in einen flüssig geschriebenen Roman bei dem mir die "Drum-Herum-Geschichte" leider etwas zu ausufernd ausgefallen ist. Gerne hätte ich noch etwas mehr über die Kinderschicksale erfahren, weshalb ich einen Stern in meiner Bewertung abziehen möchte. Aber Alles in Allem
ein sehr empfehlenswerter Roman zum wachrütteln.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Klassischer historischer Krimi

Im Finsterwald
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Im Finsterwald ist ein klassischer historischer Krimi der im Jahr 1926 spielt - kein typischer düsterer Schwedenkrimi der Neuzeit. Aber er hat genauso seine Sogwirkung - nur eben auf eine ganz ...

Im Finsterwald ist ein klassischer historischer Krimi der im Jahr 1926 spielt - kein typischer düsterer Schwedenkrimi der Neuzeit. Aber er hat genauso seine Sogwirkung - nur eben auf eine ganz andere und eigene Art.
Zum Inhalt möchte ich hier gar nichts schreiben, ich müsste sonst nur den Klappentext wiederholen um nicht zu viel zu verraten.
Die Figuren sind sämtliche mit viel Tiefgang gezeichnet. Der Schreibstil ist zeitgemäß, atmosphärisch, schön flüssig und gut zu lesen. Die Geschichte kommt im ersten Moment fast etwas schnörkellos daher hat aber doch einige überraschende Wendungen und man wird immer mal wieder aufs Glatteis geführt. Das Ende ist mehr als gelungen und in sich schlüssig. Der Spannungsbogen wird über die gesamte Länge des Buches gehalten. Hier auch ein Lob an die Übersetzerin die dies sehr gut umgesetzt hat.

Erst nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich mich auch mit der Autorin befasst und festgestellt, dass diese schon viele Bücher veröffentlicht hat. Auch zu diesem hier gibt es einen Vorgänger; jedoch können die Bücher unabhängig voneinander gelesen werden - es wird nicht auf vorangegangene Ereignisse aufgebaut.

Wer gerne klassische Krimis in historischer Atmosphäre liest, zudem sein Allgemeinwissen bzgl. des Naturhistorischen Museums Göteborg etwas aufbessern möchte wird mit diesem Buch viel Freude haben. Gerne empfehle ich es weiter.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Skurrile Geschichte

Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset
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Ich weiß gar nicht wie ich mit meiner Rezession anfangen soll. Skurril, unterhaltsam, lustig, von der Geschichte nicht so ernst zu nehmen, vom Thema umso mehr und von daher auch gut nachvollziehbar. Ich ...

Ich weiß gar nicht wie ich mit meiner Rezession anfangen soll. Skurril, unterhaltsam, lustig, von der Geschichte nicht so ernst zu nehmen, vom Thema umso mehr und von daher auch gut nachvollziehbar. Ich musste nicht nur schmunzeln sondern oftmals gerade heraus lachen. Ein herrlich erfrischender Krimi, schöner leichtflüssiger Schreibstil mit mächtig viel schwarzem Humor.

Band 1 hatte ich vorher nicht gelesen - ist aber auch wirklich nicht nötig, da dieser Band problemlos für sich genommen gelesen werden kann. Es sind keine "aufbauenden Grundkenntnisse" nötig; es wird auch ganz wenig Bezug auch Band 1 genommen. Ein schöner leichter nicht ganz ernst zu nehmender Krimi für zwischendurch, man fliegt fast durch die 240 Seiten. Gute bildhafte Schilderungen. Und alles noch dazu in keinem mahnenden, Fingererhobenen, trockenen Stil sondern positiv, amüsant, lebendig und mitreißendend. Ein Buch einer betroffenen Frau für betroffene Frauen.

Freunde des britischen Humors kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Familienzusammenführungen

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Der Kindersuchdienst war der erste Roman den ich von der Autorin gelesen habe. So wie der Klappentext und die Leseprobe geklungen haben habe ich mir einen sehr gefühlvollen und historisch belegten ...

Der Kindersuchdienst war der erste Roman den ich von der Autorin gelesen habe. So wie der Klappentext und die Leseprobe geklungen haben habe ich mir einen sehr gefühlvollen und historisch belegten Roman vorgestellt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Sehr bewegend fasst die Autorin ein Thema auf, das auch noch 10 Jahre nach Kriegsende aufgerissene Wunden und schier unvorstellbare Schicksale aufzeigt. Immer noch sind viele Familien getrennt voneinander und suchen verzweifelt nach ihren Angehörigen. Hier kommt der Kindersuchdienst ins Spiel welcher die Familien wieder miteinander vereinen möchte. Ein schwieriges Unterfangen wissen viele der (immer noch) traumatisierten Kinder doch nicht wie sie heißen oder wann sie Geburtstag haben.
Aber auch die Probleme der meist weiblichen Mitarbeiter des Suchdienstes werden thematisiert. Angefangen von den, aus heutiger Sicht, sehr langwierigen und begrenzten Möglichkeiten der Suche über die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt bis zu den (immer noch topaktuellen) Finanzierungsproblemen. Aber auch die persönlichen Schicksale der 2 Hauptprotagonistinnen - verwöhnte Tochter aus reichem Haus und eine lese- und rechtschreibgeschwächte alleinerziehende Mutter - werden ausdrucksstark dargestellt.
In einem sehr leichtflüssigen unkomplizierten aber immer nachvollziehbaren Schreibstil wirken alle Figuren sehr authentisch, auch wenn man aus heutiger Sicht manchmal ein bisschen Emanzipation vermisst.
Für dieses Buch kann ich beruhigt eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Unsägliches Leid

Um jeden Preis
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Eine unter die Haut gehende Geschichte von unsäglichem Leid - ein Schicksal stellvertretend für viele Spätaussiedler/"Russlanddeutsche".
Hera Lind schafft es auch in diesem Roman den Leser auf ...

Eine unter die Haut gehende Geschichte von unsäglichem Leid - ein Schicksal stellvertretend für viele Spätaussiedler/"Russlanddeutsche".
Hera Lind schafft es auch in diesem Roman den Leser auf eine Reise mitzunehmen die er so schnell nicht vergessen wird. Eine Reise geprägt von eisiger Kälte, Hunger, Strapazen, Trauer und Verzweiflung aber auch von Hoffnung und Liebe.

In diesem Buch hat die Autorin einen etwas anderen Schreibstil gewählt - wahrscheinlich begründet, da sie hier auf die Tagebuchaufzeichnungen von Lydia und die Kindheitserinnerungen der Kinder zurückgreifen musste und nicht mehr selbst mit Lydia sprechen konnte. Nichtsdestotrotz ist die Verzweiflung, die Angst und Kälte beinahe körperlich zu spüren, in einfachen aber schonungslosen und emotionalen Worten erwacht das Leben von Lydia vor dem geistigen Auge. Schwer verdauliche Kost; trotz der etwas naiven Art in dem Wunsch begründet nach Deutschland ausreisen zu dürfen/können.

Und doch ist dieser aufwühlende Roman sehr zu empfehlen.

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