Platzhalter für Profilbild

ColleenF

Lesejury Star
offline

ColleenF ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ColleenF über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2025

Bewegend!

Ein Lied über der Stadt
0

Auch wenn „Ein Lied über der Stadt“ erst mein zweites Buch von Ewald Arenz ist, kann ich jetzt schon sagen, dass ich so fasziniert bin, wie er trotz einer teils sehr ernsten Geschichte so eine wunderschöne, ...

Auch wenn „Ein Lied über der Stadt“ erst mein zweites Buch von Ewald Arenz ist, kann ich jetzt schon sagen, dass ich so fasziniert bin, wie er trotz einer teils sehr ernsten Geschichte so eine wunderschöne, leichte und warme Szenerie schaffen kann.

Der Roman handelt von Luise, Tochter eines Pfarrers, welche schon seit sie klein ist davon träumt, Pilotin zu werden. Trotz aller Bedenken ihrer Familie und anderen Begrenzungen, schafft sie es, ihrem Wunsch nachzugehen und lernt das Fliegen. Zunächst baut sie „nur“ mit Georg an einem Flugzeug, nimmt dann später bei einem SA-Pilot namens Greber Flugstunden. Gemeinsam mit ihm geht sie nach München.

Doch die Zeiten ändern sich. Nach sechs Jahren kehrt sie in ihren Heimatort zurück. Es ist das Jahr 1935 - Frauen, auch Luise, ist es kaum noch gestattet, ihren Berufen nachzugehen. Der Traum vom Fliegen platzt. Doch auch die häusliche Lage spitzt sich zu. Luises Vater gerät immer stärker in den Blick der Gestapo, Georg ist im Widerstand tätig. Geraten sie alle dadurch in Gefahr?

In meinen Augen ist das Buch wunderschön geschrieben, doch lässt trotzdem Platz für die Ernsthaftigkeit der Thematik zu. Durch die sehr bildhafte und metaphorische Schreibweise liest sich das Buch wirklich angenehm und schön. Für mich hätte der erste Teil sogar kürzer und der zweite Teil länger sein können! Auch das Ende hat mich leider sehr plötzlich erwischt. Trotzdem eine große Empfehlung! 🩵☁️

Insgesamt: 4 von 5⭐️

Veröffentlicht am 27.05.2025

Weiblich und bewegend

Wenn wir lächeln
0

Ein Buch, welches Girlhood, Wut und Freundinnenschaft in vielen, kurzen Kapiteln betrachtet: „Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg.

Anto und Jara, die sich auf einem Fußballplatz kennenlernen, sind ...

Ein Buch, welches Girlhood, Wut und Freundinnenschaft in vielen, kurzen Kapiteln betrachtet: „Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg.

Anto und Jara, die sich auf einem Fußballplatz kennenlernen, sind ganz schnell so gut wie unzertrennlich. Ihre Freund
innenschaft ist für sie wichtiger als alles andere; ihre Beziehung wirkt schon schwesternhaft. Gemeinsam sind sie unterwegs, leben ihre Wut in Form von Gewalt aus, trinken und rauchen, feiern, aber leiden auch unter den patriarchalen Strukturen, die sie durchbrechen wollen.

„Wir haben alle Angst. Es ist unmöglich, keine Angst zu haben.
Aber das darf dich nicht einschränken. Es darf nicht dazu führen, dass du Umwege machst, Orte meidest, den Blick senkst, wenn sie an dir vorbeilaufen. Verstehst du das? Lass sie deine Angst nicht spüren. Das ist wichtig.“ (S. 158).

Der Schreibstil ist sehr einprägend, ehrlich und oft hart, aber realistisch. Die Kapitel sind kurz, was für mich sehr gut die (oft) wechselnden Stimmungen und die Hektik des Romans gezeigt hat. Durch die Schreibweise wird besonders die Kraft und Wut der Mädchen ziemlich deutlich.

Der Roman erzählt von (patriarchaler und sexualisierter) Gewalt gegen Frauen, von Freund*innenschaft, aber auch von Kontrollverlust, Angst und Konflikten. Man wird an das eigene Erwachsen-werden, vor allem als Frau, erinnert und kann sich leider häufig in den dargestellten Situationen und Gedanken wiederfinden.

Insgesamt: 4 von 5⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere