Weiblich und bewegend
Wenn wir lächelnEin Buch, welches Girlhood, Wut und Freundinnenschaft in vielen, kurzen Kapiteln betrachtet: „Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg.
Anto und Jara, die sich auf einem Fußballplatz kennenlernen, sind ...
Ein Buch, welches Girlhood, Wut und Freundinnenschaft in vielen, kurzen Kapiteln betrachtet: „Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg.
Anto und Jara, die sich auf einem Fußballplatz kennenlernen, sind ganz schnell so gut wie unzertrennlich. Ihre Freundinnenschaft ist für sie wichtiger als alles andere; ihre Beziehung wirkt schon schwesternhaft. Gemeinsam sind sie unterwegs, leben ihre Wut in Form von Gewalt aus, trinken und rauchen, feiern, aber leiden auch unter den patriarchalen Strukturen, die sie durchbrechen wollen.
„Wir haben alle Angst. Es ist unmöglich, keine Angst zu haben.
Aber das darf dich nicht einschränken. Es darf nicht dazu führen, dass du Umwege machst, Orte meidest, den Blick senkst, wenn sie an dir vorbeilaufen. Verstehst du das? Lass sie deine Angst nicht spüren. Das ist wichtig.“ (S. 158).
Der Schreibstil ist sehr einprägend, ehrlich und oft hart, aber realistisch. Die Kapitel sind kurz, was für mich sehr gut die (oft) wechselnden Stimmungen und die Hektik des Romans gezeigt hat. Durch die Schreibweise wird besonders die Kraft und Wut der Mädchen ziemlich deutlich.
Der Roman erzählt von (patriarchaler und sexualisierter) Gewalt gegen Frauen, von Freund*innenschaft, aber auch von Kontrollverlust, Angst und Konflikten. Man wird an das eigene Erwachsen-werden, vor allem als Frau, erinnert und kann sich leider häufig in den dargestellten Situationen und Gedanken wiederfinden.
Insgesamt: 4 von 5⭐️