Zwischen Liebe, Wein und Selbstfindung
Lecko mio - Amore für FortgeschritteneNach dem unterhaltsamen ersten Teil war ich sehr gespannt, wie es mit Eva, Carmen und Marina weitergeht – und wurde nicht enttäuscht! Diesmal steht Marina im Mittelpunkt, die sich – mit Anfang 40 – in ...
Nach dem unterhaltsamen ersten Teil war ich sehr gespannt, wie es mit Eva, Carmen und Marina weitergeht – und wurde nicht enttäuscht! Diesmal steht Marina im Mittelpunkt, die sich – mit Anfang 40 – in einem ziemlich festgefahrenen Leben wiederfindet: die Ehe mit Oliver ist kühl, der 2. Kinderwunsch unerfüllt, das Familienleben angespannt. Als Dreh- und Angelpunkt dient diesmal das traditionsreiche Weingut Haas, das nicht nur Kulisse, sondern auch Spiegel für Marinas Innenleben ist.
Die Geschichte startet direkt mit authentischen, lebensnahen Dialogen zwischen Marina und ihren Freundinnen – da fühlt man sich sofort wieder mittendrin. Besonders gelungen finde ich, wie die Autorin erneut mit Humor und Feingefühl die Herausforderungen des Lebens um die 40 beschreibt. Die Affäre mit dem jungen Praktikanten Luca bringt nicht nur Spannung, sondern auch viele emotionale Fragen mit sich: Was ist richtig? Was ist ehrlich? Und wie viel darf man sich selbst zugestehen?
Der Schreibstil bleibt auch in diesem Band angenehm locker, modern und sehr bildhaft – ich hatte ständig Szenen vor Augen und musste oft schmunzeln, gerade bei den kleinen, skurrilen Momenten wie der Rausch mit den Pilzen in der Schokolade oder Massage-Günther.
Was mir besonders gefallen hat: Die Geschichte wird vielschichtiger. Es geht nicht mehr nur um Dating und Selbstfindung, sondern auch um Familie, gesellschaftliche Erwartungen, Loyalität und das Loslassen alter Lebensentwürfe. Die Charaktere entwickeln sich weiter, bekommen Tiefe, und auch Nebenfiguren wie Toni oder Günther bleiben im Gedächtnis. Es sind viele überraschende Wendungen dabei – manchmal fast ein bisschen zu viele Zufälle –, aber genau das macht das Buch auch unterhaltsam und kurzweilig.
Emotional war ich besonders bei Oliver hin- und hergerissen – man spürt, wie sehr er sich selbst verleugnet hat. Und Marina? Sie wächst über sich hinaus, auch wenn nicht immer alles reibungslos läuft. Die Schwangerschaft war abzusehen, aber trotzdem ein spannender Wendepunkt. Schön fand ich auch, dass es für alle eine versöhnliche Lösung gab – nicht perfekt, aber menschlich.
Fazit:
Lecko mio ist eine gelungene Fortsetzung, die tiefgründiger ist als der Vorgänger, dabei aber ihren humorvollen, charmanten Ton beibehält. Ich habe mit Marina mitgefühlt, mich über Carmen amüsiert und mich über viele kleine Details gefreut. Das Ende war stimmig – jetzt freue ich mich riesig auf Band 3 und Carmens Geschichte!