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Veröffentlicht am 19.09.2025

- zynischer, sarkastischer und verkopfter Roadtrip durch das Tal des Todes -

Death Valley
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Steven Uhly - Death Valley
(Secession Verlag Berlin)

- zynischer, sarkastischer und verkopfter Roadtrip durch das Tal des Todes -

Nachdem seine Mutter und ihr Lebensgefährte Gerd bei einem Ausflug ins ...

Steven Uhly - Death Valley
(Secession Verlag Berlin)

- zynischer, sarkastischer und verkopfter Roadtrip durch das Tal des Todes -

Nachdem seine Mutter und ihr Lebensgefährte Gerd bei einem Ausflug ins Death Valley zu Tode gekommen sind, muss sich der autofiktionale Schriftsteller Steven Uhly um die sterblichen Überreste seiner Mutter kümmern. Kurzerhand fliegt er parallel zu Hans Butt, dem Sohn von Gerd, in die USA und strandet kurzzeitig am Flughafen Washington-Dulles. Hier lernt er den 30 Jahre alten Richard "Richie" Becker und seine wunderschöne, zwei Jahre ältere Schwester Angela "Angie" Becker kennen. Genau Stevens Beuteschema. Auch die Beckers haben hier in den USA Erbschaftsangelegenheiten zu regeln. Nur in wesentlich größeren Dimensionen. Mehr so im Beherbergungssegment. Und so wird das "Findelkind" Uhly kurzzeitig zum Gast der Beckers in Suite 21, in deren Hotel in Las Vegas. Als bekennender Menschenfeind wirft der Autor gerne mal politisch unkorrekte und zeitgenössische Spitzfindigkeiten mit scharf- oder irrsinnigem Weitblick ein. Die Wendungs- und Wandlungsfähigkeit seiner geradezu philosophisch gearteten Rhetorik ist schon enorm und bemerkenswert. Steven Uhly jongliert mit gewissen Tabus, denen er sich lediglich gedanklich und in Textform, nicht aber im wahren Leben hingeben kann. So vögelt der verheiratete Lebemann, nach einem ausgiebigen und feuchtfröhlichen Abendessen Richies Schwester Angie, bis er sich am nächsten Tag in dessen Leihgabe, in Form eines finanziell und motormäßig völlig überdimensionierten Pick-ups, auf die Fahrt durch das Tal des Todes macht. Dabei trifft der Zyniker auf allerlei illustre Gestalten, wie auch auf Hans, dessen Leihwagen eine Panne hat. Und so wird aus den Erbschafts-Konkurrenten beinahe so etwas wie "bäst fränds". Dass die ganze Angelegenheit jedoch nicht so einfach ist, wie sie sich anfangs darstellt, dürfte allerdings jedem Leser klar sein.

Steven Uhly, der am 6. Juni 1964 erstmals das grelle Licht eines Kölner Kreißsaals erblickte, sagt in seinem neuesten Geniestreich "Death Valley" dem ideologischen Irrsinn dieser Welt den Kampf an. Das garniert der deutsch-bengalische Autor auf 303 Seiten in locker flockiger, wie geistreicher Manier und beißendem Sarkasmus. Dabei ist der zwanghafte Egomane und selbsternannte Misanthrop denkbar selbstkritisch, allerdings nur sich selbst gegenüber. Sozialkritisch ist er auch, dann aber gerne mit Außenwirkung. Uhly schreibt "Death Valley" in der Ich-Perspektive, als wäre er Teil seines eigenen Reiseberichts. Ein autobiografisch verfasster Roman also? Mitnichten! Der Egozentriker möchte lieber vernichten und (sich selbst) belügen und zerstören und wiedergutmachen und noch so vieles mehr, was ihm mit Bravour gelingt. Hierbei rubbelt er sich mal ironisch, mal widersprüchlich an Stereotypen satt, beurteilt Menschen gerne nach ihrem Äußeren und bedient auf diese wundersame Weise Klischees, Vorurteile und Ideologien. Gedankenprononciert, wenn nicht gar verkopft spielt der, von multiplen Phobien geplagte Autor erlesen, extrovertiert und humorvoll mit Sprache, mit seinem eingenisteten oder spontanen Gedankengut oder auch seinem jeweiligen Gegenüber. Und das ist genau mein Ding. Dieses niveauvoll-frivole jonglieren mit Wortmaterial, Syntax und Kontext. Als guter Beobachter seines Umfeldes nimmt Uhly selbiges nicht so richtig ernst und gerne mal auf die Schippe. Der Schriftsteller und Übersetzer, der heute mit seiner Familie in München lebt, geht mit sich und den gesellschaftlichen Konventionen (vor allen Dingen denen der bekloppten Amis) hart ins Gericht. Der an einer leichten Form der Schizophrenie leidende Protagonist (für alles hat er einen gedanklichen Trainer oder Zensor oder Beauftragte oder Kontrolleure) bläst den eigentlichen Minimalismus der Story bis zum Bersten auf. Den Weg zu sich selbst längst aufgegeben (für einen jugendlichen Selbstfindungstrip ist es für den 60-jährigen Uhly wohl zu spät), rechnet er stattdessen viel lieber mit dem Amerika unter Trump ab. "Death Valley" ist zwar nicht immer leicht zu lesen, doch wer auf humorvolle Geschichten voller Sarkasmus, Selbstzweifel, Wurzellosigkeit, Anpassungsschwierigkeiten, Menschenhass, politischer und psychologischer Kriegsführung steht, bekommt im Tal des Todes die volle Dröhnung. Hier ist eindeutig der Weg das angestrebte Ziel!

(Janko)

https://www.facebook.com/Druhly
https://www.instagram.com/druhly

Brutalität/Gewalt: 03/100
Spannung: 30/100
Action: 43/100
Unterhaltung: 85/100
Anspruch: 65/100
Atmosphäre: 76/100
Emotion: 41/100
Humor: 54/100
Sex/Obszönität: 18/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 84/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund des anspruchsvollen Kontexts)

Steven Uhly - Death Valley
Secession Verlag Berlin
Gesellschaftsroman / Autofiktion
ISBN: 978-3-96639-126-9
303 Seiten
Gebundene Ausgabe (genäht) ohne Schutzumschlag
Erscheinungstermin: 28.08.2025
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook: 978-3-96639-127-6
Erscheinungstermin: 28.08.2025
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Death Valley" beim Secession Verlag Berlin: https://secession-verlag.com/buecher/death-valley

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2025

- brutales, unkonventionelles, mitreißendes und vielschichtiges Familien-Epos -

Asa
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Zoran Drvenkar - Asa
(Suhrkamp Verlag)

- brutales, unkonventionelles, mitreißendes und vielschichtiges Familien-Epos -

Uckermark, 1993. Die 15-jährige Asa Kolbert und ihr Vater Matthias werden von Berufskillern ...

Zoran Drvenkar - Asa
(Suhrkamp Verlag)

- brutales, unkonventionelles, mitreißendes und vielschichtiges Familien-Epos -

Uckermark, 1993. Die 15-jährige Asa Kolbert und ihr Vater Matthias werden von Berufskillern ins Visier genommen. Matthias überlebt den Anschlag nicht. Von Trauer um ihren Verlust eingenommen, lässt sich Asa dennoch nicht aus der Fassung bringen. Dafür ist die vorbereitete und gut ausgebildete Jugendliche einfach zu clever und willensstark. 30 Jahre später, gedrillt, verhärmt, rein auf ihre niederen Instinkte und ihre jahrelang aufgestaute Wut konzentriert, sinnt die frisch aus dem Gefängnis entlassene Asa Kolbert auf Rache. Ihre weiterführende Ausbildungszeit und ihr Rachefeldzug verschlägt sie nach Lappland, auf eine Insel der Kapverden, nach Istanbul, Oslo, Regensburg, Berlin, Venedig, New York und nach Kroatien.

In der Zwischenzeit wird die Leserschaft kontinuierlich in die Vergangenheit und die Gepflogenheiten der Dynastie der Kolberts, sowie der Dorfgemeinschaften des weitläufigen Umlandes der Uckermark eingeführt. Diese nehmen einen Gutteil der berührenden, tiefgründigen und nervenaufreibenden Familiengeschichte ein. In diesem Zusammenhang fallen selbstredend unzählige Namen, mit denen der Leser aber durch entsprechende Bezugnahmen des Autors, recht gut zurechtkommt. In diesem Zusammenhang spielen die Kriegswirren des Ersten und Zweiten Weltkriegs, sowie die Verflechtungen der Kolberts in selbige, eine tragende Rolle. Hier tritt das schändliche Ausmaß aus Zorn, Lügen, Denunzierung und Verrat, welches sich auch einiger der Kolberts bemächtigte, überdeutlich zu Tage. Der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft bröckelt insbesondere unter dem Druck des 2. Weltkriegs und der Gestapo. Eine Welle der Gewalt bricht sich Bahn, an der auch die Kinder der Großfamilie beteiligt sind.

Der freie Schriftsteller Zoran Drvenkar hat mit seinem aktuellen, 700 Seiten zählenden Wälzer "Asa" ein brutales, unkonventionelles, mitreißendes und vielschichtiges Familien-Epos erschaffen. Zu Beginn der Story ganz bewusst verwirrend, konfus und sprunghaft gehalten, schiebt der 1967 in Križevci, Kroatien geborene Autor die geneigte Leserschaft übergangslos und nonlinear durch die verschiedensten Zeitebenen des 20. und 21. Jahrhunderts. Ganz zaghaft, nur häppchenweise lichtet Drvenkar den schleierhaften Nebel. Der Romancier, der im Berliner Stadtteil Charlottenburg aufwuchs, geht unterdessen den eigenwilligen und irritierenden Weg, auf verschiedene Erzählperspektiven zu setzen. Seine, zumeist auf die Fakten heruntergebrochenen Beschreibungen der jeweiligen Geschehnisse, wirken stellenweise überzeichnet, überfrachtet und konstruiert, an manchen Stellen gar widersprüchlich oder unglaubwürdig. Andererseits darf sich der belletristische Bereich das auch gerne mal herausnehmen. Der Tod ist in diesem Roman nun mal unverzichtbar omnipräsent.

Letztlich gelingt es dem Schriftsteller die vielen verschiedenen Handlungsstränge, mit ihren nicht minder vielen Aufs und Abs, zu einem funktionalen Gesamtkonzept zusammenzuführen. Eingebunden in eine schnörkellose Prosa, sind es zumeist kurze und prägnante Sätze, in denen nichts beschönigt und auch kein Blatt vor den Mund genommen wird. Nüchtern, abwartend, distanziert, gleichwohl anspruchsvoll, facettenreich und weitgreifend, baut Drvenkar an ausgewählten Stellen derbe Schockmomente ein, die im weiteren Verlauf der unbarmherzigen Erzählung ihre Erklärungen finden. In eine triste, gefühlskalte und emotional resignierende Grundstimmung gebettet, lässt der Verfasser sein Gefolge von einem Gewaltexzess in den nächsten taumeln. Diesbezüglich geht Zoran Drvenkar auch auf die Wesensveränderungen der einzelnen Charaktere durch die Missetaten der beiden Weltkriege ein. "Asa" ist eine gefräßige, unerbittliche, bisweilen gar herzzerreißende Familiengeschichte, die von Tradition, Gemeinschaft, Widerstand, Schicksal, Gewalt, Jagd, Chaos, Rache, Wahn, Krieg, Verschleppung, Missbrauch und Mord kündet. Zoran Drvenkar, der heute in der Nähe von Berlin in einer ehemaligen Kornmühle lebt, hat auch die zeitgenössischen Darstellungen der Gespräche und Handlungen der damaligen Epochen authentisch umgesetzt. "Asa" ist in jedem Fall eine lesenswerte Familienchronik, die sich im Verlauf der Geschichte zu einer gewalttätigen Familienfehde aufwächst.

(Janko)

http://www.drvenkar.de
https://www.facebook.com/profile.php?id=100076812609681
https://www.instagram.com/zorandrvenkar

Brutalität/Gewalt: 85/100
Spannung: 81/100
Action: 86/100
Unterhaltung: 83/100
Anspruch: 67/100
Atmosphäre: 78/100
Emotion: 77/100
Humor: 05/100
Sex/Obszönität: 22/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 82/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund mannigfaltiger Gewaltexzesse und des Verständnisses der Kausalitäten)

Zoran Drvenkar - Asa
Suhrkamp Verlag
Thriller
ISBN: 978-3-518-47511-9
700 Seiten
Gebundene Ausgabe
Erscheinungstermin: 18.08.2025
EUR 23,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-518-78387-0
Erscheinungstermin: 01.08.2025
EUR 19,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Asa" beim Suhrkamp Verlag: https://www.suhrkamp.de/buch/zoran-drvenkar-asa-t-9783518475119

Leseprobe: https://media.suhrkamp.de/mediadelivery/asset/707288d9b4e84d5aa10fca3df22d4155/asa
9783518475119_leseprobe.pdf?contentdisposition=inline

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Veröffentlicht am 22.07.2025

- anspruchsvolle, emanzipierte und sarkastische, aber auch derbe, verkommene und ekelerregende Betrachtungen einer Soziopathin -

Mein Name ist Maeve Fly
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CJ Leede - Mein Name ist Maeve Fly
(Festa Verlag)

- anspruchsvolle, emanzipierte und sarkastische, aber auch derbe, verkommene und ekelerregende Betrachtungen einer Soziopathin -

Los Angeles, im September ...

CJ Leede - Mein Name ist Maeve Fly
(Festa Verlag)

- anspruchsvolle, emanzipierte und sarkastische, aber auch derbe, verkommene und ekelerregende Betrachtungen einer Soziopathin -

Los Angeles, im September der Gegenwart. Die 27-jährige Ich-Erzählerin Maeve Fly ist auf dem begehrten Posten der Eisprinzessin in einem Vergnügungspark angestellt. Frivol, selbstbewusst und unverhohlen sinniert sie über die Tücken des Lebens und ihre persönlichen Zukunftsvisionen. Es sind die spitzfindigen, direkten und geradezu frechen Gedankengänge einer, von Literatur und Halloween besessenen Soziopathin, die von ihren Eltern verstoßen wurde. Die kein Blatt vor den Mund nimmt und mit einem resignierenden, übertrieben scharf angemachten Synapsensalat, über ihre Vergangenheit bei ihrer unnahbaren Großmutter und ehemaligen Hollywood Schauspielerin Tallulah, sowie ihrer momentanen, von einer gewissen Endgültigkeit beherrschten Gegenwart berichtet. 2023 im amerikanischen Original unter dem Titel "Maeve Fly" veröffentlicht, offenbart das 352 Seiten umfassende "Mein Name ist Maeve Fly" eine düstere Prognose aus Soziopathie, Alkohol, Sex, Gewalt, Schmerz, Blut und Tod. Dabei irrt die junge Dame anfangs etwas planlos durch ihre gedankenverlorene Welt und übt gleichermaßen Kritik an der Gesellschaft, wie auch deren erstickenden Konventionen. Maeve gerät immer wieder auf physische, wie psychische Abwege und lässt sich von Banalitäten, sowie verquerem Gedankengut nur allzu leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Vielleicht ist das genau der Grund dafür, dass sich diese widersprüchlich narzisstische Person liebend gerne sämtlichen Lastern hingibt und die wiederkehrenden Vorwürfe gegen das Leben als eine Art Ausrede oder Selbstschutz nutzt. Infolgedessen entwickelt sich ein interessanter Monolog über das Unechte und Plastikhafte an dieser Welt, der nicht selten an der Peripherie zur Abartigkeit entlang kratzt.

"Den Körper mit dem Ich zu verwechseln - was für eine Verschwendung von Lebenszeit und Geisteskraft." Zitat S. 108

"Mein Name ist Maeve Fly" sind anspruchsvolle, emanzipierte und sarkastische, aber auch derbe, verkommene und ekelerregende Betrachtungen einer Soziopathin. Gleichzeitig ist es aber auch eine moderne, lyrische Auflehnung gegen das, doch noch immer recht Prüde Amerika. Sexuelle Inhalte, exzessive Gewalt, Drogenkonsum, sowie krankhaft morbide Visionen und Obsessionen spielen eine tragende Rolle. Diese legere Melange aus Sex, Perversität, Eskalation, Mord und Fäkalien, die in CJs Debüt Roman kontrastierend anspruchsvoll ausgelebt wird, ist schon recht speziell, verworren und undurchschaubar. Maeves Geisteshaltung ist jedoch recht sprunghaft und streckenweise richtiggehend ekelhaft. Sachkundige Festa Leser lächeln das allerdings locker weg. Wenn ich mich auch mit den ersten 80 Seiten wirklich schwergetan habe, nahm mich die lebendige, tiefgründige, nachgerade unkonventionell-wollüstig-gierige Philosophie über das Leben und das Nichts das ihm innewohnt, immer mehr gefangen. "Mein Name ist Maeve Fly" hat mir des Öfteren ein bereitwilliges Grinsen auf die Visage gezaubert.

Mit ihrer Freundin und Arbeitskollegin Kate trifft Maeve auf gestörte Individuen, die sich gegenseitig Videos ihrer Defäkation zuschicken oder auf die orale Dreingabe von Natursekt und -Kaviar direkt vom Erzeuger stehen. Als jedoch Kates Bruder, der Eishockeyprofi Gideon Green nach LA zieht, verliert sich Maeve, die mit sich selbst und ihrer Umwelt ohnehin nicht so ganz klarkommt, immer mehr in seinen starken Armen und letztlich in sich selbst. "Mein Name ist Maeve Fly" ist alles andere, als ein herkömmlicher Horror Thriller, der aufgrund seiner eigenwilligen, sinistren Beschwingtheit und seiner kleineren perversen Einwürfe, sicherlich nicht jedermanns Sache sein dürfte. Mit nonkonformem, drastischem Sarkasmus garniert und humorvoll pointiert, analysiert und seziert die junge Erzählerin ihr jeweiliges Gegenüber bis auf die Knochen. Irgendwann geraten die Dinge immer mehr ins Wanken. Bis Maeve Fly kippt und in das gnadenlose Mahlwerk der Hoffnungslosigkeit und der Verdammnis gerät. Mit einem Mal findet sie endgültig zu ihrer sadistischen Ader! Die geistesgestörte Misanthropin gibt sich im Wahn des Gewaltexzesses und des leidenschaftlichen Overkills, dem mordlustigen Strudel der puren Verkommenheit hin.

Der nachfolgende Roman "American Rapture", der US-amerikanischen Horrorautorin CJ Leede konnte sich ebenfalls bereits erfolgreich etablieren. Horrortrip Nummer drei soll 2026 im amerikanischen Original erscheinen. Die, in Los Angeles geborene und in Austin, TX, sowie New York City aufgewachsene Autorin zweier Horror Romane reist viel, wandert gerne, steht auf Star Trek und lebt mit ihrem Freund, sowie ihren Rettungshunden heute in Los Angeles.

(Janko)

https://cjleede.com/
https://www.instagram.com/ceejthemoment/

Brutalität/Gewalt: 73/100
Spannung: 40/100
Action: 61/100
Unterhaltung: 86/100
Anspruch: 53/100
Atmosphäre: 69/100
Emotion: 55/100
Humor: 41/100
Sex/Obszönität: 54/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 80/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 18 Jahren (aufgrund exzessiver Gewalt, sexueller Perversitäten und Drogenkonsum)

CJ Leede - Mein Name ist Maeve Fly
Festa Verlag
Horror-Thriller
Buchreihe: Horror & Thriller - Band 205
ISBN: 978-3-98676-215-5
352 Seiten
Paperback in der Festa-Lederoptik mit Umschlagklappen
Originaltitel: Maeve Fly (2023)
Aus dem amerikanischen Englisch von Jochen Schwarzer
Erscheinungstermin: 03.07.2025
EUR 16,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-98676-216-2
Erscheinungstermin: 04.06.2025
EUR 5,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Mein Name ist Maeve Fly" beim Festa Verlag: https://www.festa-verlag.de/mein-name-ist-maeve-fly.html

Leseprobe: https://www.festa-verlag.de/mpattachment/file/download/id/782/

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2025

- humorvoller, mysteriöser und psychologisch geprägter Gesellschaftsroman mit unnötigen Längen -

Vorsehung
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Liane Moriarty - Vorsehung
(Droemer HC)

- humorvoller, mysteriöser und psychologisch geprägter Gesellschaftsroman mit unnötigen Längen -

Die australische Bestsellerautorin Liane Moriarty, hat mit ihrem ...

Liane Moriarty - Vorsehung
(Droemer HC)

- humorvoller, mysteriöser und psychologisch geprägter Gesellschaftsroman mit unnötigen Längen -

Die australische Bestsellerautorin Liane Moriarty, hat mit ihrem neuesten Clou "Vorsehung" ein äußerst spannendes und mysteriöses Thema zu Papier gebracht. Viele ihrer vorherigen Werke wurden als Filmvorlagen adaptiert. Die wohl be-kannteste Adaption dürfte die TV-Serie "Big Little Lies" (mit Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Shailene Woodley, Alexander Skarsgård, Adam Scott, Laura Dern und Zoë Kravitz) sein, die mit acht Emmy Awards ausgezeichnet wurde. Ebenso cinematisch figurativ verhält es sich mit "Vorsehung", welches sich grob um die Konfrontation mit der Prophezeiung seines eigenen Todeszeitpunktes, sowie der Art dreht, wie es letztlich geschehen wird. Liane Moriarty bettet die fan-tastische, beinahe abgründige Thematik in ein ganz alltägliches Setting ein. Mal knappe, mal ausladende, aber immer präzise und straight auf den Punkt gebrachte, knackige Sätze, in die Moriarty wie selbstverständlich lakonisch gehalt- und humorvolle Anekdoten einwebt, machen diesen geheimnisvollen Gesellschaftsroman erst so richtig lesenswert. Die Stimmung ist aufgelöst bis mitreißend und korrespondiert mit den mysteriösen Gegebenheiten, welche die australische Schriftstellerin ihrer Leserschaft auf elegante Weise Häppchen für Häppchen serviert.

Eine unscheinbare ältere Dame, an die sich später niemand so recht erinnern wird, ist an Bord einer Maschine vom Hobart International Airport in Tasmanien nach Sydney. Während des Fluges steht die Dame kurzerhand auf, deutet mit dem Finger auf verschiedene Fluggäste und teilt selbigen ungefragt mit, wann und wie sie sterben werden. Einige Passagiere nehmen das Gesagte ernst, andere weniger. Diskussionen entfachen. Unmut kommt auf. Aber warum tut die Frau, die später als "Todesdame" bekannt werden wird, so etwas? Was bezweckt die Seniorin mit ihren Aussagen? Sagt sie die Wahrheit oder will sie die Menschen nur verunsichern? Dann geht ein Video viral und plötzlich müssen alle umdenken..., schließlich saßen sie samt und sonders im selben Boot..., äh Flieger.

"Vorsehung", welches 2024 im australischen Original unter dem Titel "Here One Moment" erschienen ist, hat einen wahnsinnig lebendigen Flow, der die Seiten nur so an einem vorbeifliegen lässt. Der raffiniert geplottete Gesellschaftsroman, mit seiner "um die Ecke gedachten Erzählkunst", wurde niveauvoll und ereignisreich arrangiert, orientiert sich jedoch unkonventioneller Weise an keinem speziellen Hauptprotagonisten. Liane Moriarty arbeitet sich auf 512 Seiten eher munter durch die unterschiedlichen Lebensumstände und Sichtweisen ihrer Akteure, selbstredend mit einem gewissen Schwerpunkt auf den Background der "Todesdame". Die 1966 in Sydney geborene Autorin pflegt einen catchy Schreib-stil, in dem sie ihre scheinbaren Belanglosigkeiten mit erzählerischer Finesse, einer ordentlichen Prise pointiertem Sarkasmus und selbstreflektiertem, schwarzem Humor garniert. So erfahren wir von einer Frau, die ihren Säugling zum Schwimmen anmeldet, weil die Todesdame ihm "Ich prophezeie Tod durch Ertrinken mit sieben Jahren" prophezeit. Oder von weiteren Flugreisenden, denen "Tod durch Arbeitsunfall mit 43 Jahren" oder "Tod durch Schlägerei mit 30 Jahren" vorhergesagt wird, wie auch der 28-jährigen Kabinenchefin, der die Todesdame "Tod durch Selbstverletzung mit 28 Jahren" verkündet. Diese Lebensläufe, mit all ihren menschlichen Tücken und Problemen bespricht Moriarty, die mit ihrem Mann Adam und ihren beiden Kindern George und Anna in der Hauptstadt von New South Wales lebt, so lässig und lapidar, dass man an ihren Seiten klebt, wie ein Neugeborenes an den Brüsten seiner Mutter. Die Australierin ist in der Tat, eine geborene Erzählerin, die sich mit viel geschickt von Handlungsstrang zu Handlungsstrang hangelt. Es sind Geschichten, wie sie das Leben schreibt, voller dramatischer Schicksalsschläge und einstürzender Traumgebilde, die aber immer mit einem deutlichen Augenzwinkern versehen wurden. Die Zeichnung ihrer Charaktere wirkt authentisch, auch wenn sie aufgrund der permanenten Perspektivwechsel etwas blass und austauschbar bleiben. Liane Moriarty fällt beim Erzählen allerdings auch vom Hundertstel ins Tausendstel, was manch einen Leser oder eine Leserin sicherlich stören wird. Ihre Protagonisten machen sich Gedanken über ihr Leben, welches die jeweilige Prophezeiung stark infiltriert. Es ist durchaus interessant zu erfahren, welchen Rattenschwanz das alles nach sich zieht. Dieses exzellente Storyboard schreit geradezu nach einer Verfilmung. Und dann passiert es. Ab Seite 350 sinkt das Niveau rapide unter Raumtemperatur. Liane Moriarty nimmt eindeutig den falschen Abzweig, wird enttäuschend ausführlich, bisweilen gar verwirrend. Das "Wieso" erklärt sich mir nicht! Der Australierin geht nach hinten raus einfach konsequent die Luft aus. Sie zerschießt sich damit ein echtes Highlight und lässt es kümmerlich verwelken. "Was macht sie denn da?", ist man gewillt zu fragen. Zum Schluss hin musste ich mich regelrecht durchkämpfen. Und die Auflösung des Ganzen ist so banal, so grottenschlecht, damit zerschmettert Moriarty alles, was sie sich bis dahin mühsam aufgebaut hat. Verdammt schade um dieses Werk, das ihr Opus Magnum hätte werden können!!!

(Janko)

https://lianemoriarty.com.au
https://www.facebook.com/LianeMoriartyAuthor
https://www.instagram.com/lianemoriarty_official/

Brutalität/Gewalt: 15/100
Spannung: 48/100
Action: 21/100
Unterhaltung: 80/100
Anspruch: 49/100
Atmosphäre: 44/100
Emotion: 48/100
Humor: 37/100
Sex/Obszönität: 07/100

LACK OF LIES - Wertung: 78/100

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 14 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik und des Kontexts)

Liane Moriarty - Vorsehung
Droemer HC
Gegenwartsliteratur
ISBN: 978-3-426-56279-6
512 Seiten
Gebundene Ausgabe
Originaltitel: Here One Moment (2024)
Aus dem Australischen von Alice Jakubeit
Erscheinungstermin: 02.05.2025
EUR 23,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-426-56280-2
Erscheinungstermin: 02.05.2025
EUR 16,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

ISBN Download - Streaming (Ungekürzt): 978-3-7324-7831-6
Erscheinungstermin: 09.05.2025
EUR 29,95 Euro [DE] inkl. MwSt. (Argon Digital)

"Vorsehung" bei Droemer HC: https://www.droemer-knaur.de/buch/liane-moriarty-vorsehung-9783426562796

Leseprobe: https://www.book2look.com/book/9783426562796

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2025

- tiefgründiges, emotionales und verstörendes Sozialdrama im Thriller/Noir-Gewand -

Tiefer Winter
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Samuel W. Gailey - Tiefer Winter
(Polar Verlag)

- tiefgründiges, emotionales und verstörendes Sozialdrama im Thriller/Noir-Gewand -

Wyalusing, Pennsylvania, Winter Anfang der 1980er Jahre. Der introvertierte ...

Samuel W. Gailey - Tiefer Winter
(Polar Verlag)

- tiefgründiges, emotionales und verstörendes Sozialdrama im Thriller/Noir-Gewand -

Wyalusing, Pennsylvania, Winter Anfang der 1980er Jahre. Der introvertierte und mental retardierte Waise Danny Bedford wird von Kindesbeinen an von Mike Sokowski, dem späteren Deputy und seinem Kumpel Carl Robinson gemobbt. Nicht genug, dass Danny zusätzlich schizoide Tendenzen aufweist, er muss auch noch dumme Sprüche, sowie Beleidigungen über sich ergehen lassen und hin und wieder sogar Schläge und Tritte einstecken. Die Einzige, die schon immer zu ihm hält, ist die gleichaltrige Mindy Knolls. Doch kurz bevor der, indes 40 Jahre alte Danny, ihr spätabends ein Geburtstagsgeschenk vorbeibringen möchte, kommt es zu einem fatalen Zwischenfall, bei dem Mindy schwer verletzt wird. Danny soll auf sie aufpassen, während Hilfe herbeigerufen wird. So wird es ihm jedenfalls unter die nicht allzu weise Nase gerieben. Denn der geistig behinderte Danny Bedford ist der perfekte Sündenbock! Aber wie soll man sich verteidigen, wenn man sich nicht wehren kann, einem keiner glaubt und keiner zu einem hält? Als sich Danny etwas später auch noch klammheimlich aus dem Staub macht, spielt das direkt in die Hände der skrupellosen Täter und Danny besiegelt sein eigenes Schicksal. Bei frostigen Minustemperaturen nimmt ein rachsüchtiger Pulk die Verfolgung auf, was in einer leichtfertigen, grundfalschen und verantwortungslosen Spirale der Gewalt mündet.

Der US-amerikanische Schriftsteller Samuel W. Gailey, der in einer Kleinstadt im Nordosten Pennsylvanias aufwuchs und heute auf der abgelegenen Orcas Island (auf der anderen Seite des Kontinents) lebt, pflegt einen einnehmenden Schreibstil, geht aber von der Startzeile an brutal und verstörend zu Werke. Er lässt dabei ordentlich Lokalkolorit, Spannung und Betroffenheit in seinen Debütroman "Tiefer Winter" einfließen und verankert einen melancholischen Beiklang im Subtext. Seine Akteure sehen sich mit diversen sozialen Missständen, wie Mobbing, Beziehungsproblemen, sexuellen Belästigungen, Geldnöten, Alkoholismus und Drogenkonsum, häuslicher Gewalt, Vorurteilen, Kompetenzüberschreitungen und Selbstjustiz konfrontiert, was nicht selten in Wut, Zorn und exzessiven Gewaltausbrüchen mündet. Der Kontext der Story mag zwar stellenweise etwas Hillbilly-like übertrieben und plump anmuten, da Gailey auf übertriebene Weise mit Stereotypen spielt, aber im Verlauf der 296 Seiten kommt, aufgrund der vielen Ungerechtigkeiten, durchaus Mitleid und Beklommenheit auf. In einer von Alkohol und Patriarchat geprägten Gesellschaft lässt der Autor, jeweils aus der Sicht eines bestimmten Protagonisten, tief in menschliche Abgründe blicken und vereint die angesprochenen Thematiken zu einem emotionalen Hybriden aus Gesellschaftsdrama, Thriller und Noir. Trotz der mitreißenden Handlung haftet Samuel W. Gaileys, im Jahre 2014 unter dem Originaltitel "Deep Winter" erschienenen Erstlingswerk, stellenweise noch der leichte Hauch von etwas Konstruiertem und Unbedarftem an. Auch scheint in "Wyalusing" jeder gnadenlos dem Alkohol verfallen zu sein. Dies sei jedoch eine bittere Tatsache, wie der Autor in einem Interview in der "Polar Gazette 25/5", mit Marcus Müntefering erwähnt. "Tiefer Winter" ist ein lebhaftes und drastisches Debüt mit hohem Gewaltpotenzial, das in jedem Fall zum Nachdenken und Mitfühlen anregt. Sein neuester Streich "Come Away From Her" soll 2026 ebenfalls im Polar Verlag erscheinen. Samuel arbeitet derzeit an seinem vierten Roman, der im 18. Jahrhundert spielt und von einer deutschen mennonitischen Siedlerfamilie handelt, die mit dem Mord, den eines ihrer eigenen Kinder begangen hat, zu kämpfen hat. Es ist eine Mischung aus "Bad Seed" und "The Revenant".

Edutainment-Fact: Zuerst hielt ich den Handlungsort "Wyalusing" für eine interessante Namenswahl (nach dem Motto: "Why are you loosing?"), doch der mehrere 100 Jahre alte Ort existiert tatsächlich in Pennsylvania. Der Name der, keine tausend Einwohner zählenden Ortschaft stammt ursprünglich von den Tehotachsee Indianern, die ihn M'chwihilusing nannten, was so viel wie "Heimat des ehrenhaften Kriegers" bedeutet.

(Janko)

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Brutalität/Gewalt: 70/100
Spannung: 67/100
Action: 63/100
Unterhaltung: 83/100
Anspruch: 46/100
Atmosphäre: 71/100
Emotion: 70/100
Humor: 06/100
Sex/Obszönität: 22/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 83/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der Thematik und der exzessiven Gewalt)

Samuel W. Gailey - Tiefer Winter
Polar Verlag
Kriminalroman/Thriller
ISBN: 978-3-910918-22-1
296 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Originaltitel: Deep Winter (2014)
Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf
Erscheinungstermin: 12.05.2025
EUR 26,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub3): 978-3-910-91823-8
Erscheinungstermin: 15.05.2025
EUR 21,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Tiefer Winter" beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/my-product/samuel-w-gailey-tiefer-winter/

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