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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2025

atmosphärischer Roman über die Japanische Kultur und die Schönheit der Kalligraphie

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
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Die junge Hatoko auch Poppo-chan genannt, übernimmt nach dem Tod ihrer Großmutter deren Schreibwarenladen. Doch gemäß einer alten Familientradition ist sie auch weiter als öffentliche Schreiberin tätig.
Im ...

Die junge Hatoko auch Poppo-chan genannt, übernimmt nach dem Tod ihrer Großmutter deren Schreibwarenladen. Doch gemäß einer alten Familientradition ist sie auch weiter als öffentliche Schreiberin tätig.
Im Roman wird nun der Alltag der Protagonistin im Laufe eines Kalenderjahres erzählt. Man lernt die liebevoll gestalteten Personen in ihrer Umgebung kennen und belgeitet Poppochan auf einer Reise in ihre eigene Vergangenheit und ihre Beziehung zu ihrer Vorgängerin, ihrer Großmutter.
Das Buch gibt Einblick in japanische Traditionen allgemein und zeigt im speziellen welch eine Kunstform die Kalligrafie ist. Nämlich nicht nur allein Worte zu Papier zu bringen, sondern auch welchen Einfluss Papier, Tinte, Gestaltung und Handschrift haben kann.
Besonders hervorheben möchte ich die schöne Gestaltung des Buches. Es ist schlicht und doch außergewöhnlich und spiegelt schon den Inhalt wieder, die Liebe zu Schreibwaren und Schrift. Im Gesamten Buch begleiten den Leser Schriftzeichen und die verfassten Briefe, wodurch die Geschichte in meinen Augen sehr atmosphärisch wird.
Es ist einfach der Erzählung zu folgen, trotz japanischer Begriffe. Generell ist die Geschichte eher von atmosphärischen Beschreibungen gekennzeichnet als von großen, rasanten Spannungsbögen.
Ich würde das Buch Liebhabern der japanischen Kultur bzw. der Schreibwaren allgemein ans Herz legen und natürlich auch jedem der sich gerne in einer atmosphärischen, ruhigen Geschichte wiederfinden möchte.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Mehr Schein als Sein?

The Island - Auf der Flucht
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Das Cover und der Titel verraten es schon, die Geschichte spielt auf einer weißen Sandstrandinsel. Protagonistin Lola flüchtet von ihrem bisherigen Leben als Hotelmanagerin in Hongkong auf die Luxusinsel ...

Das Cover und der Titel verraten es schon, die Geschichte spielt auf einer weißen Sandstrandinsel. Protagonistin Lola flüchtet von ihrem bisherigen Leben als Hotelmanagerin in Hongkong auf die Luxusinsel Keeper Island, wo sie als Assistentin ihres alten Freundes Moxham arbeiten soll. Schon bald nach der Ankunft findet Lola eine Leiche im Meer treiben, ihren Freund Moxham, der sie gewarnt hat, dass hier alle Verräter sind. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Lola vermutet, dass mehr dahintersteckt und beginnt der Geschichte auf den Grund zu gehen.

Ich muss zugeben, dass mich einerseits das Cover und andererseits das Setting auf einer Luxusinsel gereizt haben dieses Buch zu lesen. Für mich eine fremde Welt. Ein bisschen weiß ich, wie es in der Luxusgastronomie zugeht, somit kann ich die Anspruchshaltung der Gäste und das Verwünschen ebendieser durch das Personal verstehen. Besonders an dieser Geschichte war jedoch wie schnell Grenzen hier u.a. zwischen Gast und Personal verschwimmen. Bei manchen Charakteren hätte ich mir jedoch ein etwas besser gezeichnetes, markanteres Profil gewünscht. Man verwechselt manche Nebendarsteller dann schon leicht.

Der Schreibstil der Autorin und die Einteilung der Kapitel ist angenehm. Man verfolgt den Arbeitsalltag auf einer Luxusinsel und die Ermittlungen von Lola. Ab und zu erklären Rückblenden, was in Hongkong geschah. Über die erste Hälfte läuft die Ermittlung durchwegs in ruhigen Bahnen doch eher wie ein klassischer Kriminalroman, erst gegen Ende nimmt die Geschichte dann doch merklich an Spannung, Wendungen und Geschwindigkeit zu. Ich mochte den Abschluss, der für mich dann doch etwas überraschend war.

Es wäre definitiv ein Buch, dass ich auf Urlaub mitnehmen würde. Vielleicht nur nicht wenn ich einen Milliardär auf seiner Privatinsel besuchen würde

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Unterhaltsames Sachbuch

True Crime in Nature
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Wie schon das überaus gelungene Cover vermuten lässt, hat man es hier nicht mit einem klassischen Sachbuch zu tun.

Durch das ganze Buch ziehen sich auflockernde Illustrationen. Die Einteilung in die ...

Wie schon das überaus gelungene Cover vermuten lässt, hat man es hier nicht mit einem klassischen Sachbuch zu tun.

Durch das ganze Buch ziehen sich auflockernde Illustrationen. Die Einteilung in die entsprechenden Kapitel und der flüssige geschreibenen Text, lassen einem gut durch das Buch kommen. Das Buch ist informativ und es fehlt nicht an fakten und Fachsprache, allerdings leicht erklärt. Jedoch wird es durch eine ordentliche Portion Humor ergänzt, wodurch man das Buch fast nicht zur Seite legen kann. Wer möchte denn nicht erfahren, wass sich hinter "Bauanleitung für ein Opfer" verbirgt.

Man merkt wieder einmal, dass es in der Natur nicht so unschuldig, ruhig und harmlos zugeht, wie man so manchmal glaubt. Außerdem lernt und merkt man sich durch die Gestaltung etwas, und freut sich umso mehr wenn man das im Alltag wiedererkennt.

Ein wirklich tolles Buch, dass das populäre Thema True Crime doch etwas anders aufarbeitet.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Starkes Debüt über gesellschaftlich schwierige Themen

Ganz aus Splittern
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Die 16-jährigen Chrissy wächst bei ihrer tablettenabhänigen Mutter und dem gewalttätigen Stiefvater in einem Problemviertel auf. Sie ist intelligent und zielstrebig und möchte unbedingt Abitur machen. ...

Die 16-jährigen Chrissy wächst bei ihrer tablettenabhänigen Mutter und dem gewalttätigen Stiefvater in einem Problemviertel auf. Sie ist intelligent und zielstrebig und möchte unbedingt Abitur machen. Glücklicherweise hat sie in einigen Freunden und Bekannten ihre eigene unterstützende Familie, denn ihren Vater kennt sie nicht. Eines Tages eröffnet sich die Möglichkeit an das renommierteste Gymnasium der Stadt zu wechseln, um dort das Abitur zu machen. Doch wie sehr darf und soll sie sich wirklich auf diese ganz andere Welt einlassen?

Der Schreibstil des Buches ist flüssig, einfühlsam und oft auch sehr leichtfüßig trotz der nicht allzu leichtfüßigen Themen, die behandelt werden. Die Autorin schafft es das das Gefühlsleben der Protagonistin gut einzufangen und präsentiert die inneren Konflikte sehr glaubwürdig. Die Charaktere sind authentisch und vielschichtig dargestellt, wodurch der Roman (leider) glaubwürdig bleibt. Viele Charaktere sind sehr liebevoll und einzigartig gestaltet, so dass ich sie wirklich vermissen werde.

Die Gestaltung des Buches (passend zum Titel) und der Titel „Ganz aus Splittern“ erklären sich im Zuge der Geschichte immer besser.

Der Roman ist trotz der Leichtigkeit des Schreibstils aber keine leichte Kost. Die im Buch enthaltene Triggerwarnung sollte man vor dem Lesen ernst nehmen. Leider sind die Themen wie häusliche Gewalt die behandelt werden gesellschaftlich relevant. Hoffnung gibt einem während der mitreisenden Geschichte, welch eine starke Frau Chrissy ist und dass sie Unterstüztung von zu beginn wahrscheinlich unerwarteter Stelle bekommt.

Von mir gibt es für diesen wundervollen Debütroman trotz der schwierigen Themen eine Leseempfehlung, jedoch eher für ältere Jugendliche bzw. junge Erwachsene.

Ich freue mich auf weiter Bücher der jungen Autorin

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Veröffentlicht am 26.03.2026

wie man durch eine Ermittlung im heißen Sizilien stolpert

39 Grad Mord
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Das Leben als Krimiautorin ist nicht immer einfach – was tun, wenn man einen Roman abliefern soll, aber unter einer Schreibblockade leidet. Noch dazu hat man den gesamten Vorschuss schon verjubelt. Manchmal ...

Das Leben als Krimiautorin ist nicht immer einfach – was tun, wenn man einen Roman abliefern soll, aber unter einer Schreibblockade leidet. Noch dazu hat man den gesamten Vorschuss schon verjubelt. Manchmal hat man Glück und wird von seinem Lektor nach Sizilien geladen, um dort bei heißen Temperaturen den Roman voranzubringen. Doch man muss auch die Umgebung erkunden, und so trifft die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix auf ein schwedisches Ehepaar. Nach der Übernachtung in deren Villa, wird am nächsten Tag die Hausherrin tot aufgefunden und der Mann ist verschwunden. Hannah selbst ist verkatert und wird ob der Umstände rasch zur Tatverdächtigen. So ermittelt sie rasch in ihrem eigenen Fall.

Hannah als Protagonistin blieb für mich den ganzen Roman über eher eigen, wie man so schön sagt. Sie ist ein sehr direkter Charakter, die auch ab und an den Personen vor den Kopf stößt. Ihr Alkohol-und Zigarettenkonsum sind wohl eher zweifelhaft, schon ob der reinen Menge aber auch der danach getroffenen Entscheidungen. Beratungsresistenz und eine gewisse Portion Unsicherheit kann man dem Charakter wohl auch noch attestieren. Etwas eigen ist auch eine Geschichte aus dem Privatleben um ihre Geliebte, die vor allem im Vorgängerband behandelt wurde. Zugutehalten kann man dem Charakter, dass er authentisch ist und mit allen Ecken und Kanten wohl auch im Alltag auftreten könnte. Auch die Betrachtung auf sich selbst, ist durchwegs auch reflektiert, da selbstironisch.
Die Ermittlungen laufen etwas unbeholfen, wie wenn eine Zivilistin eben plötzlich ermittelt. Zugegeben hätte ich mir bei einer Krimiautorin mehr Struktur erwartet, als schließlich vorkommt. Im Prinzip springt der Zufall einfach sehr oft hilfreich ein, um weiter ermitteln zu können. Manches erscheint etwas konstruiert.

Generell werden im Buch auch etliche Klischees verarbeitet wie eine eher träge Polizei und bei italienischen Settings die oft bemühte Mafia. Man mag dazu stehen, wie man möchte. Gut gelungen, ist es meiner Meinung nach die drückende Stimmung der Situation zu transportieren. Die Hitze und erbarmungslose Sonne liegen schwer auf allem.

Mein Favorit der Autorin ist definitiv der Vorgängerroman 30 Tage Dunkelheit, der für mich schlichtweg unterhaltsamer war. Ich würde dem Roman als kurzweilige Urlaubslektüre dennoch empfehlen, da es trotz allem eine aberwitzige unterhaltsame Geschichte ist.

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