Cover-Bild Die Leute, die sie vorübergehen sahen
21,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Residenz
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 29.01.2013
  • ISBN: 9783701716036
Scott Bradfield

Die Leute, die sie vorübergehen sahen

Die Dreijährige Sal Jensen wird entführt. Doch das Leben bei ihrem neuen Daddy ist erst der Beginn einer seltsamen, atmosphärisch dichten Reise. Selbstständig beginnt Sal, auf der Suche nach einem Zuhause, von Haushalt zu Haushalt zu wandern und begegnet dabei den absonderlichsten Individuen: dem wortkargen Waschsalon Besitzer, der abgehalfterten Vermieterin, einem altjungen Mann …

Unsentimental und philosophisch heiter kommentiert Sal diese narzisstische Erwachsenenwelt. Scott Bradfield ist mit seinem neuen Roman ein großer Wurf gelungen. Die Entführung Sals ist keine Opfergeschichte, sondern ein sezierender, weiser, oft auch humoristischer Blick auf die amerikanische Gesellschaft. Mitreißend bis zur letzten Seite!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Kein Muss

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Zum Inhalt:
Ein Mädchen Namens Sal, Alter 3 Jahre, Wohnsitz: auf Wanderschaft. Eigentlich eine unfassbare Geschichte von einem kleinen Mädchen. Eines Tage wir Sal einfach von einem Handwerker, der bei ...

Zum Inhalt:
Ein Mädchen Namens Sal, Alter 3 Jahre, Wohnsitz: auf Wanderschaft. Eigentlich eine unfassbare Geschichte von einem kleinen Mädchen. Eines Tage wir Sal einfach von einem Handwerker, der bei ihr zu Hause gearbeitet hat mitgenommen. Ohne zu murren oder zu schreien. Diesen nennt Sal dann auch noch Daddy. Eine Weile kümmert er sich um Sal, doch dann kommt er eines Tages nicht mehr nach Hause. Danach lebt sie bei der Vermieterin, aber auch dort nicht lange.
Ein kleines Mädchen alleine in der großen weiten Welt. Sie zieht von einem Punk zum nächsten und schlüpft mal hier und mal dort unter. Selbst in einem Waschsalon. Stellt sich die Frage ob ein fast 4jähriges Kind alleine nicht auffällt und die Erwachsenen stutzig macht?????
Dann noch verrückter..... mit dem Kleingeld aus den Waschautomaten geht sie los und kauft sich Kekse. Für mich ziemlich unrealistisch.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Sal erzählt und den Personen denen sie begegnet und auch kurzzeitig lebte.
Verwirrend fand ich die Altersangaben, mal ist sie drei, dann 5 oder 6 (Schulalter) dann wieder jünger und vielleicht doch wieder älter.

Fazit:
Also es fällt einem nicht schwer in das Geschehen reinzukommen, aber ich hatte mir einen größeren Spannungsbogen erhofft. Auch wenn der Schreibstil flüssig ist, plätschert die Geschichte für mich nur so dahin. Ebenso konnte ich auch nicht erkennen, was der Autor dem Leser mit diesem Buch vermitteln möchte. Denn so wie die Geschichte verläuft, ist es für mich eher unwahrscheinlich, dass ein drei jähriges Kind unbemerkt so herum streunt.
Von der Bewertung liegt das Buch im guten Mittelmaß, es war aber kein Highlight für mich. Ein Buch das doch aber zum Nachdenken anregt und doch irgendwie tiefgründiger ist wie man vielleicht denkt.

Veröffentlicht am 08.02.2017

Gesellschaftskritik mit Tiefgang?

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Ich fühle mich, nachdem ich eben das Buch zu geschlagen einfach komplett fertig mit der Welt. Zutiefst deprimiert. Und ich frage mich die ganze Zeit: muss das sein? Muss man ein Buch lesen, auch wenn es ...

Ich fühle mich, nachdem ich eben das Buch zu geschlagen einfach komplett fertig mit der Welt. Zutiefst deprimiert. Und ich frage mich die ganze Zeit: muss das sein? Muss man ein Buch lesen, auch wenn es gesellschaftskritisch ist und man eventuell etwas daraus lernen könnte, wenn es einen fertig macht? Ist es ein gutes Buch, wenn es solche Gefühle in den Leser wecken kann?
Nun für manche mag dies durchaus zutreffen und ich muss selbst gestehen, dass der Autor sein Handwerk schriftstellerisch wirklich versteht- aber ich muss leider nach der Lektüre sagen: ich will nie, nie, nie wieder etwas von diesem Autor lesen, ist es noch so gut geschrieben oder regt es zum Nachdenken an.

Vielleicht bin ich auch unter falschen Voraussetzungen an das Buch gegangen. Ich dachte es handelt von dem unschönen Thema: Kindesentführung. Keine leichte Kost- sicherlich- aber das was dann kam war irgendwie noch viel, viel schlimmer.
Die kleine Sal ist gerade mal 3 Jahre alt, als sie von einem Mann in einem weißen Lieferwagen entführt wird und dieser fortan ihr Daddy sein möchte.
Er nimmt sie mit, bleibt aber nicht lange bei ihr und überlässt die kleine Sal seiner Hausvermieterin. Und da beginnt sie die lange Odyssee für Sal und für mich.

Der Leser begleitet Sal auf ihren verschiedenen Stationen durch Orte die sich gleichen, Waschsalons, verwahrloste Häuser und wir werden Zeuge von vielen Leuten die Kontakt mit Sal haben und sie eben vorübergehen sahen. In meinen Augen waren alle diese Leute irgendwo nicht ganz richtig im Kopf. Unterschwellig wird es angesprochen und weit nach Seite 100 auch angesprochen: Kindesmissbrauch. Aber auch darum geht es in diesem Buch irgendwie nicht so richtig.

Dieser Roman ist vielmehr eine Gesellschaftskritik: also was tun wir unseren Kindern an. Zu was erziehen wir sie? Doch nur laut Autor zu schlechten Abbildern von uns selbst. Wir schreiben ihnen vor was sie tun müssen, was sie anziehen und/oder glauben sollen und so weiter.
Ich selbst bin vor kurzem Mutter geworden und mir taten mitunter die Sätze die der Autor von sich gibt richtig weh. Ich kam nicht um die Frage drum herum: hat der Autor selbst Kinder? Ich hoffe es irgendwie nicht.

Dieses Buch sollte laut Klappentext ironisch und witzig sein- ganz ehrlich? Ich konnte nicht einmal lachen oder schmunzeln. Ich wollte viel lieber dieses Buch abbrechen und etwas Schönes machen. Ich habe letzten Endes doch durchgehalten, nur frage ich mich gerade um welchen Preis? Ich bin zutiefst deprimiert.
Ich empfehle dieses Buch nur Leuten, die Gesellschaftskritik mögen und noch keine Kinder haben...allen anderen bitte ich die Finger davon zu lassen, wenn Sal auf ihre nüchterne Art dem Leser die Welt schildert (völlig abgedroschene Gedanken einer angeblich 3 jährigen).

Ich für meinen Teil war noch nie so froh, das ein Buch ausgelesen war.