Cover-Bild "Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind"
12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 17.10.2016
  • ISBN: 9783442159079
Sina Pousset

"Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind"

Mit dem Fernbus unterwegs
Ein bisschen ist das mit dem Fernbus wie mit einer durchzechten Nacht. Man kommt dehydriert und zerknautscht zu Hause an und schwört sich: nie wieder. Bis zum nächsten Mal. Denn wer billig und flexibel verreisen will, muss in den Bus. In seinem Inneren herrscht fröhliche Anarchie: Es gibt keine Sitzplatzreservierung, keine Businessclass, keine Gepäckaufgabe. Beziehungen werden kurz vor der Abfahrt in Hamburg beendet und auf dem langen Weg nach München beweint, der Fahrer steht auf Helene Fischer, und der Typ hinten links lässt garantiert seinen Geldbeutel an der Tankstelle liegen. Dennoch schwören Millionen auf den Bus. Auch Sina Pousset steigt leidenschaftlich gerne ein und erzählt in ihrem Buch hautnah vom letzten großen Abenteuer unserer Zeit – dem Fernbusfahren!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2017

Humorvolle Anekdoten über Busreisende, aber auch die üblen Nachteile kommen hier zur Sprache!

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Ein bisschen ist das mit dem Fernbus wie mit einer durchzechten Nacht. Man kommt dehydriert und zerknautscht zu Hause an und schwört sich: nie wieder. Bis zum nächsten Mal. Denn wer billig und flexibel ...

Ein bisschen ist das mit dem Fernbus wie mit einer durchzechten Nacht. Man kommt dehydriert und zerknautscht zu Hause an und schwört sich: nie wieder. Bis zum nächsten Mal. Denn wer billig und flexibel verreisen will, muss in den Bus. In seinem Inneren herrscht fröhliche Anarchie.

"Während er so dahinschaukelt, der Maulesel der Straße, spielen sich in seinem Inneren größere und kleinere Dramen ab. Die Toilette ist verstopft, der Busfahrer steht auf Schlager...
Nichts davon entweicht, alles zirkuliert. Denn eines hat man im Bus zum Überfluss: Zeit zu beobachten." Zitat Seite 12


Wer heute reisen will, hat die Wahl zwischen Individualverkehr mit privatem PKW oder den öffentlichen Möglichkeiten Bus oder Bahn. Wenn ersteres nicht zur Verfügung steht, bleiben die Alternativen des kostengünstigen Fernbusses oder der teureren, aber etwas komfortableren Bahnfahrt.

Sina Pousset ist Busreisende und aus ihrer Erfahrung kann sie ein Lied aus diesem speziellen Mikrokosmos singen.
Sie beschreibt in verschiedenen Kapiteln das Zusammentreffen der verschiedenen Reisenden, besondere Vorkommnisse und immer wiederkehrende Probleme durch die Enge und Nähe, denen sie sich taktvoll, aber auch schon mal sehr direkt annähert.
Ihre einzelnen Texte lesen sich wie eine Kolumne in der Zeitung. Man wird gut unterhalten und ich habe viel gelacht.

Die gezeigten mitreisenden Typen, Sinas persönliche Erlebnisse und ihre humorvollen Äußerungen machen Spaß und ihre Tipps zum Umgang mit den Mitreisenden sind interessant und hilfreich. Die Aufarbeitung der Bereiche, die zum Busfahren einfach dazugehören, wie eine Packliste, die richtige Sitzplatzwahl, Vorschläge zur musikalischen Playlist werden im Buch ausführlich abgehandelt.

Es geht hier auch um typische Klischees, die etwas überzogen gezeigt werden, damit sie möglichst humorvoll erscheinen. An und für sich eine gute Idee, doch als komplettes Buch hat mich diese Lektüre nicht vollständig überzeugt. Die Sammlung von Anekdoten kommt mir zu geballt daher. Häppchenweise als Zeitungskolumnen könnte man die Lektüre sicherlich viel besser genießen.

Solche Busreisen sind definitiv keine Reiseform für mich, wer es jedoch gerne macht oder aber es irgendwie ertragen kann, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Der Busreisende wird darin eigene Erlebnisse wiedererkennen und mit der Lektüre humorvolle unterhalten auf seinem Weg von A nach B.

Veröffentlicht am 22.01.2017

Ganz nett, aber hatte mir mehr Geschichten erwartet

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Ich bin selbst schon mehrere Male mit dem Fernbus gefahren, und mir gefällt diese meist kostengünstigere Art des Reisens, wenngleich man es auch hier immer mal wieder mit Unannehmlichkeiten wie nervigen ...

Ich bin selbst schon mehrere Male mit dem Fernbus gefahren, und mir gefällt diese meist kostengünstigere Art des Reisens, wenngleich man es auch hier immer mal wieder mit Unannehmlichkeiten wie nervigen Mitfahrern, zu wenig Platz, Verspätungen oder Kamikaze-Busfahrern zu tun hat. Mir persönlich ist bei meinen Fahrten jedoch noch nichts Irrwitziges passiert, und deshalb war ich umso gespannter auf Sina Poussets Erzählungen.

Eines muss man der Autorin lassen: Sie scheint ihr halbes Leben im Bus zu verbringen, reist kreuz und quer durch Deutschland und hat somit natürlich schon vieles erlebt. Sie kennt sich aus und hat Routine - sollte man zumindest meinen. Allerdings ist auch Pousset nach so vielen Fahrten nicht vor den Tücken des Busfahrens gefeit. Auf den letzten Drücker am Abfahrtsort ankommen, den Bussteig nicht finden, die wichtigsten Dinge unerreichbar nach unten packen, viel zu viel Gepäck mitnehmen und Wesentliches vergessen: Die Autorin ist herrlich unperfekt und steht auch dazu. Das machte sie mir schnell sympathisch.

Auch sprachlich wird hier einiges geboten. Poussets Schreibstil ist eloquent und pfiffig, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor und Selbstironie. Der Humor der Autorin gefällt mir.

Mir persönlich hat das Buch jedoch inhaltlich nicht so zugesagt. Ich hatte mir auf Grund des Klappentextes heitere Anekdoten aus dem Fernbus erhofft. Diese findet man hier jedoch nur selten und dann auch nur wenige Zeilen lang. Ansonsten ist das Buch eher eine Art nicht ganz ernst gemeinter Ratgeber rund um das Thema "Reisen mit dem Fernbus". Was ja auch nicht ganz verkehrt ist, aber wie gesagt, ich hatte etwas Anderes erwartet und mir haben die Geschichten gefehlt. So fand ich es nach einiger Zeit dann doch etwas langweilig und trocken, zwischendurch verließ mich auch mal die Leselust und ich legte das Buch ein paar Tage weg. Ich muss nicht x-mal mit der vollbepackten Autorin auf den letzten Drücker zum Bahnsteig hechten, um dann ihren pseudo-philosophischen Gedankengängen zu verschiedenen Themen zu folgen. Statt stereotype Beispiele aufzuzählen, hätte ich mir mehr konkrete Erlebnisse gewünscht. Dazu dann noch die Kästen, in denen selbst erfundene Begriffe wie "Der WLAN-Infarkt" oder "Die Ruckschuld" erklärt werden, welche ich persönlich nicht witzig fand und die den Lesefluss deutlich hemmten.

Von daher ist es vielleicht ein lustiges Geschenk für jemanden, der seine erste Fahrt mit dem Fernbus noch vor sich hat. Die Autorin hat schon auch interessante Gedankengänge und ich musste ab und zu schmunzeln. Schreibstil und Humor der Autorin sind klasse. Aber ich hätte mir hier statt eines Pseudo-Ratgebers eine Sammlung erfrischender Reiseanekdoten gewünscht und wurde mit diesem Buch leider nicht warm.

Veröffentlicht am 27.03.2017

Nichts wirklich Neues über das Busfahren

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Inhalt
Wer günstig durch das Land reisen will, greift nun immer häufiger auf den Fernbus zurück. Mit einem Klick ist das Ticket gebucht und die Fahrt kann losgehen. Klingt einfach, doch selbst hier gibt ...

Inhalt
Wer günstig durch das Land reisen will, greift nun immer häufiger auf den Fernbus zurück. Mit einem Klick ist das Ticket gebucht und die Fahrt kann losgehen. Klingt einfach, doch selbst hier gibt es so manche Hürde, die sich der Mensch allerdings selbst stellt. So berichtet Sina Pousset von ihren kuriosen, verrückten und so manch chaotischen Reisen, denn jede Fahrt ist anders und kann zu einem wahren Abenteuer werden.

Meine Meinung
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich keine Ahnung, was mich hier erwarten würde. Der Titel versprach witzige Geschichten und auch der Klappentext war interessant zusammengefasst. Die Reize waren da und meine Neugier war geweckt.

Was ich allerdings nicht erwartet habe, war eine Art Gebrauchsanweisung. Doch genau so schien mir schließlich der Aufbau des Buches. Von Kapitel zu Kapitel erzählt die Autorin von Dingen, die im Bus wichtig sind und beachtet werden sollte, aber auch von solchen, die lieber vermieden werden sollten.

Andererseits will ich nicht leugnen, dass die Kapitel doch durchaus humorvoll waren. Dies lag jedoch zum Großteil an der Autorin selbst, denn sie beschreibt sich als absolute Chaotin. Ob es nun darum geht den Koffer zu packen oder die Haltestelle zu finden, bei ihr läuft dabei so manches schief. Ganz besonders schlimm wird es aber, wenn es um Snacks für die Reise geht. Da will ihre Organisation überhaupt nicht funktionieren. Im Bus selbst sieht es nicht anders aus, auch hier tritt sie in so manches Fettnäpfchen. Fraglich bleibt nur, ob ihr so etwas tatsächlich passiert oder sie hier für die Leser extra übertreibt.

Bei mir hat dieses Buch jedenfalls Erinnerungen an meine Schulzeit geweckt. Sinas Beschreibungen der Busfahrten, entsprachen so ungefähr meinen Erinnerungen an die Klassenfahrten nach Italien. Man versucht sich jemand sympathischen als Nachbar zu finden, sich auf dem geringen Platz einzurichten und bloß nicht in der Nähe der Toilette zu sitzen. Doch erst der Versucht eine Schlafposition zu finden, macht klar, dass man in der Hölle gelandet ist.

Es schien mir auch so, dass der Fernbus sich auch vom Schulbus kaum unterscheidet. Man versucht sich abzulenken, um die Fahrt zu überstehen. Sucht Kontakt zu bestimmten Menschen oder versucht diesen zu vermeidet. Doch vor allem gilt, wer zuerst kommt, kann sich den Platz aussuchen.

Irgendwie war ich dann doch von diesem Buch enttäuscht. Ich hätte mehr erwartet. Zwar saß ich noch nie in einem Fernbus, doch das musste ich auch nicht um hier alles nachvollziehen zu können. Die Autorin hat nämlich nichts erzählt, was man nicht auch in einem gewöhnlichen Bus erleben kann, außer vielleicht die Sache mit der Toilette.

Schade war auch, dass die Autorin an manchen Stellen krampfhaft versucht hat witzig zu sein, statt es fließen zu lassen. Manchmal war es zu gewollt, was wiederum den gegenteiligen Effekt hatte. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sie manche Fahrten besser beleuchtet hätte, statt die verschiedensten Fahrten zu zerstückeln und wieder zusammen zu legen.

Fazit
Obwohl Sina Spoussets Buch in mir alte Erinnerungen weckte und durchaus seinen Witz besaß, konnte es mich nicht überzeugen. Die geschilderten Erfahrungen waren zwar chaotisch und ein wenig kurios, doch nicht außergewöhnlich. Viel mehr dürfte jeder von uns bereits selbst solche Einsichten gemacht haben und muss nicht erst darüber lesen.