Cover-Bild Grimms Morde
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22,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 02.10.2017
  • ISBN: 9783426281017
Tanja Kinkel

Grimms Morde

Roman
Der neue historische Roman der Spiegel-Bestsellerautorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie. Rot wie Blut…
Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt.
Geschickt verwebt Tanja Kinkel die privaten Verwicklungen von zwei der berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturgeschichte in ein unglaubliches Verbrechen. Ein Mordsbuch.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2017

Interessant und unterhaltsam

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Jakob und Wilhelm Grimm leben in Kassel, ihre Märchensammlung ist vor kurzer Zeit erschienen. Da wird die ehemalige Mätresse des gerade verstorbenen Kurfürsten tot im Bergpark Wilhelmshöhe gefunden - grausam ...

Jakob und Wilhelm Grimm leben in Kassel, ihre Märchensammlung ist vor kurzer Zeit erschienen. Da wird die ehemalige Mätresse des gerade verstorbenen Kurfürsten tot im Bergpark Wilhelmshöhe gefunden - grausam mit Kerzenwachs ermordet und bei ihr liegt ein Zettet mit einem Zitat aus einem eher unbekannten Märchen. Die Grimms sind entsetzt und versuchen herauszufinden, wer hinter dem Mord steht, auch deshalb, weil sie selber unter Verdacht stehen.

Im fernen Münster leben die Schwestern Annette und Jenny von Droste-Hülshoff. Die beiden haben das Märchen, aus dem das Zitat stammte, und auch ein paar andere, einst den Grimm-Brüdern für die Märchensammlung übersandt. Daher sind auch sie schockiert und neugierig, was es damit auf sich hat. Annette, die gerade erst langsam aus ihrer Lethargie und ihrer depressiven Zeit erwacht, nachdem ihr im letzten Jahr übel mitgespielt worden ist, und Jenny reisen nach Kassel um Jakob und Wilhelm zu helfen. Doch sind sie dort willkommen ? Begeben sie sich nicht selbst in Gefahr ?

Tanja Kinkels neuer Roman dreht sich um Morde, die in Kassel stattfinden. Doch auch wenn die Toten im Mittelpunkt stehen und Dreh- und Angelpunkt sind, sind es vor allem die Randgeschichten, die Informationen über die Grimm-Brüder und die Droste-Schwestern, das historische Stadtbild und die Lebensweise, die politischen Verhältnisse und die zurückliegende Napolonische Zeit, die den Roman so interessant und unterhaltsam machen.

Die Autorin lässt durch wechselnde Sichtweisen Einblicke in das Leben ihrer Protagonisten zu. In ihre Gemütslagen, Beweggründe, ihr Alltagsleben. Mal Jakob, mal Wilhelm, mal Annette, mal Jenny.
Für mich war das alles sehr authentisch erzählt und ich konnte mir die Figuren sehr gut dabei vorstellen. Auch wenn die eigentliche Handlung natürlich reine Fiktion ist, ist vieles von dem "Drumherum" von der Autorin sehr gut recherchiert worden.

Mein Fazit:
Die Dialoge, die Geschehnisse, die Rahmenhandlung, die Begebenheiten, die Atmospähre und das Umfeld in Kassel - es war alles stimmig und einfach rund. Die Geschwisterpaare habe ich fast bildlich vor Augen gehabt und der Roman hat mich noch neugieriger auf die beiden gemacht. Die Ermittlungen und der Mord haben Spannung in die Geschichte hineingebracht, aber ich empfand gerade die vielen Randgeschichten als sehr unterhaltsam.

Veröffentlicht am 03.12.2017

Unterhaltsam und lehrreich

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Als in Kassel eine ehemalige Mätresse des damaligen Kurfürsten brutal ermordet aufgefunden wird, gerät Jacob Grimm unter Verdacht. Denn die Tat erinnert an eines seiner Märchen. Doch die Gebrüder Grimm ...

Als in Kassel eine ehemalige Mätresse des damaligen Kurfürsten brutal ermordet aufgefunden wird, gerät Jacob Grimm unter Verdacht. Denn die Tat erinnert an eines seiner Märchen. Doch die Gebrüder Grimm bekommen starke Hilfe durch die Schwestern von Droste-Hülshoff. Ob es gelingt, Jacobs Unschuld zu beweisen?


Dies Buch ist etwas ganz besondetes. Man begegnet historischen Persönlichkeiten von denen man denkt, man kennt sie. Und erfährt doch viele Neuigkeiten über sie und lernt eine völlig neue Seite an ihnen kennen. Tanja Kinkel vermittelt dabei auch noch einen guten Einblick in die damalige Politik und die Umgangsgepflogenheiten, so daß man zum Beispiel über das Bild der damaligen Frau heute lächeln muß. Dies macht das Buch unheimlich interessant. Man merkt deutlich, wie akribisch genau die Autorin recherchiert hat. Dadurch hat man beim Lesen nebenbei auch noch einen Lerneffekt. Auch der Schreibstil paßt zur Zeit, was ich persönlich sehr wichtig finde. Die Spannung hält hier wirklich gut bis zum Ende. Dadurch, daß man für die Gebrüder Grimm ohnehin schon Sympathien hat, fällt es nicht schwer, mit ihnen zu zittern.


Eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.12.2017

Sittengemälde des 19. Jahrhunderts

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Es war einmal alte Mätresse, die gewaltsam zu Tode kam. Dies trug sich zu, im Jahre 1821 in der Stadt Kassel. So oder so ähnlich könnte eines der Märchen der Brüder Grimm auch beginnen. Aber hier wird ...

Es war einmal alte Mätresse, die gewaltsam zu Tode kam. Dies trug sich zu, im Jahre 1821 in der Stadt Kassel. So oder so ähnlich könnte eines der Märchen der Brüder Grimm auch beginnen. Aber hier wird kein Märchen erzählt, sonder die Geschichte einer Frau, die ermordet wurde und mit diesem Mord Wilhelm und Jacob Grimm in Verdacht bringt. Die Art und Weise, wie sie starb, haben diese zwei nämlich gerade ausführlich in ihrer so eben erschienen Märchensammlung veröffentlicht. Die Polizei ist auch nicht gerade hilfreich bei der Lösung des Falles. Dann aber treten die Schwestern Droste-Hülshoff auf den Plan. Jenny und Annette haben einige Geschichten zu der Sammlung beigetragen. Ausgerechnet ein Zitat aus ihrem Märchen wurde bei der Leiche gefunden. Die Schwestern sehen sich genötigt den Grimms zur Hilfe zu eilen.

Der neue Roman von Tanja Kinkel ist alles andere als ein Märchen der Brüder Grimm, auch wenn es zunächst den Anschein hat. Die Geschichte beginnt mit einem Mord, der natürlich aufgeklärt werden will, aber im Vordergrund steht mehr das Leben von Jacob und Wilhelm Grimm und ihrer Familie.

Kinkel hat hier nicht einfach nur einen Krimi geschrieben, sondern erzählt viel mehr aus dem Leben dieser Zeit. Aus der Zeit als die Besatzer, nämlich Napoleon, Kassel verlassen haben. Wie die Menschen sich damals fühlten, was sie bewegte und antrieb. Ihr ist hier gelungen, die Zeit von 1821 einzufangen. Lebhaft und authentisch hat sie Bilder in meinem Kopf entstehen lassen. Ich fühlte mich regelrecht in die Zeit zurückversetzt. Sicherlich war der Einstieg in diesen Roman nicht ganz einfach. Tanja Kinkel hat sich für einen etwas sperrig lesenden Erzählstil entschieden, aber nachdem die ersten ca. 50 Seiten gelesen waren, konnte ich kaum noch aufhören, das Buch einfach nicht zur Seite legen. Aber nicht weil der Fall so spannend war (der Krimi ist auch spannend aber eben nicht nur), sondern weil die Lebensgeschichte der Brüder Grimm und das Aufeinandertreffen mit den Schwestern so gelungen erzählt wurde. Für mich war der Mord und alles, was damit zusammenhing, irgendwie nur Beiwerk für einen tollen historischen Roman, über eine Epoche, zu der ich noch nicht so viel gelesen habe.

Ein Personenregister zu Beginn sorgt direkt dafür, dass man den Überblick über die Protagonisten nicht verliert. In einem Nachwort zum Schluss, klärt die Autorin Fiktion und Wahrheit, es war aufschlussreich. Eine Bibliografie verrät einiges darüber, wo der Leser Wissenswertes zu der Geschichte der Brüder Grimm oder den Droste-Hülshoff-Schwestern nachlesen kann.

„Grimms Morde“ war für mich einer der besten historischen Romane, die ich dieses Jahr gelesen habe. Der Erzählstil zeugt von hoher Erzählkunst und hat einfach nur Spaß gemacht. Die Geschichte selbst war facettenreich und bildhaft und hat mich nicht mehr losgelassen.

Veröffentlicht am 28.11.2017

Mord und Märchen

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Kassel 1821: Die napoleonische Besetzung ist vorbei, der alte Kurfürst verstorben, sein Sohn hat die Regentschaft über das Fürstentum übernommen und die alte Ordnung wieder hergestellt. Da wird die langjährige ...

Kassel 1821: Die napoleonische Besetzung ist vorbei, der alte Kurfürst verstorben, sein Sohn hat die Regentschaft über das Fürstentum übernommen und die alte Ordnung wieder hergestellt. Da wird die langjährige Mätresse des alten Kurfürsten tot aufgefunden. Ermordet, wie in einem Märchen der Brüder Grimm.

Jacob Grimm, Bibliothekar und Zensor im Kurfürstentum gerät in das Blickfeld des Polizisten Blauberg. Grimm ist nicht sonderlich gut angesehen im Beamtenstaat, war er doch auch während der Napoleonszeit Beamter und daher schon per se verdächtig.Die Schwestern Anette und Jenny von Droste haben dieses Märchen zur Sammlung beigesteuert und namentlich Anette fühlt sich mitschuldig, denn es ist kein altes Märchen, die sie den Grimms übermittelt haben, sondern eine von ihr ausgedachte Geschichte.

Tanja Kinkel, die wie immer in ihren Romanen das Umfeld hervorragend recherchiert, lässt eine unruhige Zeit lebendig werden. Auch ihren Hauptprotagonisten, den Brüdern Grimm und den Schwestern Droste, gibt sie viel Raum. Sie werden lebendig, so sehr, dass man sehr gern mehr über sie erfahren möchte und das ist ein Mehrwert, den ich an diesem Buch gleich von Beginn an schätzte.

Die restrektive Ständepolitik und die fest gemauerte Vorherrschaft des Adels machen es der bürgerlichen Polizei schwer in diesen Kreisen zu ermitteln. Umso einfacher ist es, sich an den bürgerlichen Jacob Grimm zu halten. Trotz allerlei Bedenken gegen weibliche Einmischung – damals hatte die Frau den gottgewollten Platz einzunehmen – ist Jacob zunehmend von der klugen und scharfzüngigen Anette angetan und nimmt ihre Hilfe an.

Mir gefiel ausnehmend gut, wie die Autorin historisch Belegtes mit romanhaften Elementen mischt und sie damit die Figuren lebendig und interessant gestaltet. Eine Nebenfigur, Lotte Grimm, die dem Haushalt der Brüder vorsteht und sich weder von den finanziellen Einschränkungen, noch von den männlichen Vorstellungen vom rechten Platz der Frau, einschränken lässt, hat mir besonders gut gefallen.

Kinkel wählt einen Sprachstil, der der Zeit angepasst ist. Vielleicht einige Seiten lang ungewohnt für heutige Leser, aber man ist sehr schnell vertraut damit.

„Grimms Morde“ ist eine lebendige und unterhaltsame Mischung aus Kriminalroman, Literatur- und Zeitgeschichte. Es war spannend und weckte den Wunsch mehr über die Zeit und die Personen zu erfahren. Das machte das Buch zu einem richtigen Lese – Highlight für mich. Eine Biographie der Droste steht nun gleich als nächstes Buch auf meiner Wunschliste.

Veröffentlicht am 27.11.2017

Toller Schmöker

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Tanja Kinkel hat mit „Grimms Morde“ einen lesenswerten historischen Roman vorgelegt, oder sollte man von einem historischen Krimi sprechen? Handwerklich ist das Buch klasse gemacht, ein ausführliches Nachwort ...

Tanja Kinkel hat mit „Grimms Morde“ einen lesenswerten historischen Roman vorgelegt, oder sollte man von einem historischen Krimi sprechen? Handwerklich ist das Buch klasse gemacht, ein ausführliches Nachwort rundet das Ganze ab.
Die Autorin verwebt geschickt Historisches und Fiktionales. Sie schickt die Gebrüder Grimm als Ermittler ins Rennen, und auch die Schwestern von Droste sind mit von der Partie.
Dem Leser werden also bekannte und populäre Figuren der deutschen Geschichte präsentiert, die Gebrüder Grimm stehen nicht zuletzt durch ihre Märchensammlung für gute Unterhaltung, wieso sie also nicht als Detektive agieren lassen?
Tanja Kinkel gelingt es, ihren Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen. Sie hat gut recherchiert, denn ihre Charaktere sind Personen mit Licht – und Schattenseiten. Das macht die Figuren richtig rund. Geschickt vermischt sie dabei Dichtung und Wahrheit. Eine spannende Rahmenhandlung ist ebenfalls gegeben:
„ Kassel, 1821:
Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt…“

Geschichtslektion und spannende Unterhaltung: „Grimms Morde“ ist beides. Die Autorin versteht ihr Handwerk wirklich, ich konnte mir alles lebhaft vorstellen. Auch gefiel mir die Sprache: Sie ist nicht zu modern.
„Grimms Morde“ ist ein Muss für alle, die gerne historische Romane lesen. Etwas Sitzfleisch muss der Leser aber mitbringen, denn es ist kein Buch, das man en passant konsumieren kann. Bei dem Roman handelt es sich mitnichten um literarisches Fastfood.
Man erhält als Leser einen historisch korrekten Einblick in das neunzehnte Jahrhundert, einen sozial – und gesellschaftsgeschichtlichen Überblick.
Mir hat der Roman ein paar schöne Lesestunden beschert. Auch auf dem weihnachtlichen Gabentisch würde sich das Werk sicher gut machen!