Cover-Bild Treue Seelen
9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 24.05.2021
  • ISBN: 9783641254032
Till Raether

Treue Seelen

Roman
Die Geschichte eines wunderbaren Sommers, der zwischen dem Scheitern von Beziehungen und einer latenten Aufbruchstimmung hin- und herpendelt.Frühsommer 1986: Achim und Barbara, beide um die 30, ziehen aus der westdeutschen Provinz nach West-Berlin. Dort lockt Achim nicht nur eine feste Stelle im Labor der Bundesanstalt für Materialprüfung, er hofft auf ein aufregendes Leben. Immerhin hat hier Bowie mal gewohnt. Doch statt des großen Aufbruchs erleben die beiden in Zehlendorf Stillstand, spießige Enge und die Angst vor der radioaktiven Strahlung aus Tschernobyl. Und dann beginnt Achim eine Affäre mit der älteren Nachbarin, die aus Ost-Berlin stammt.»Treue Seelen« ist die Geschichte eines wunderbaren Sommers, der zwischen dem Scheitern von Beziehungen und einer latenten Aufbruchstimmung hin- und herpendelt.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2021

Eindrückliche Stimmung, mittelmäßige Handlung

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34 Jahre vor Corona befand sich die Welt schon mal im Ausnahmezustand: nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Heute wie damals durchaus erwartbare, aber dann doch überraschende Katastrophen, die ...

34 Jahre vor Corona befand sich die Welt schon mal im Ausnahmezustand: nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Heute wie damals durchaus erwartbare, aber dann doch überraschende Katastrophen, die den Alltag der Menschen massiv beeinflussen und ihnen zeigen, dass ihre Allmacht über die Natur begrenzt ist und ihr Handeln sowie auch ihr Nichthandeln Konsequenzen hat.
In dieser Zeit von Tschernobyl also spielt „Treue Seelen“ und dazu auch noch in West-Berlin, was der Szenerie noch bedrückender macht. Allerdings ist das auch nichts Neues. Alles was ich hier über die Zeit nach Tschernobyl und das Leben in West-Berlin gelesen habe, habe ich so auch schon woanders gelesen oder gehört. Dennoch ist diese Stimmung so spürbar beschrieben, dass ich, als in meinem realen Leben Regen aufzog, kurz alarmiert war.
Leider ist die erzählte Liebesgeschichte eher unspektakulär – die Ost-West-Geschichte, die es auch noch gibt, wirkt konstruiert. Die Handlung dümpelt so vor sich hin, das Personal bleibt unscharf. Erwähnenswert ist vielleicht noch die Erzählart mit ungewöhnlichen Sprüngen vor und zurück und einer manchmal etwas abgehackten Sprache. Ich kam mit beidem zurecht, einen Mehrwert hatte es für mich aber nicht.
Der Reiz des Buches ist für mich die eindringlich beschriebene Stimmung und der sich aufdrängende Vergleich, den die Lesenden zwischen der Zeit nach Tschernobyl und der Corona-Zeit ziehen können. Bei der Handlung bleibt es dafür leider eher mittelmäßig.