Cover-Bild Du
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 13.01.2012
  • ISBN: 9783548283975
Zoran Drvenkar

Du

Nimm einen Mann, der durch ganz Deutschland reist und keine Gnade kennt. Wo er hinkommt, bleibt niemand am Leben. Nenn ihn Der Reisende, mach ihn zum Mythos und fürchte ihn. Nimm fünf Freundinnen, die erst dem Chaos die Tür öffnen und dann die Flucht ergreifen. Nenn sie Die süßen Schlampen und meide sie. Nimm einen Vater, der verfolgt wird von seiner Vergangenheit und über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen. Und jetzt stell dir vor, er will die fünf Freundinnen aufhalten. Um jeden Preis. Nenn ihn Der Logist und meide ihn. Sie alle bewegen sich aufeinander zu, sie sind voller Rache und haben keine Ahnung, dass du sie beobachtest.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2019

Lesen. Ganz klar.

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Ein sagenhaft gutes, unheimlich verstörendes, extrem spannendes, ziemlich brutales, sehr nervös machendes, absolut unvorhersehbares und top geschriebenes Buch.

Keine Angst, auf die Handlung werde ich ...

Ein sagenhaft gutes, unheimlich verstörendes, extrem spannendes, ziemlich brutales, sehr nervös machendes, absolut unvorhersehbares und top geschriebenes Buch.

Keine Angst, auf die Handlung werde ich hier nicht weiter als Klappentext-mäßig eingehen, denn dieses Buch sollte man so ahnungslos wie möglich lesen. Ganz grob handelt es wechselnd von drei Personen(gruppen): einem Massenmörder, einem Gangsterboss (und seiner Gang) sowie fünf ziemlich abgebrühten Teeniemädels. Es werden viele Fehler gemacht, ziemlich viel läuft aus dem Ruder, aber irgendwie fügt sich doch alles nach und nach zusammen...

Mir ist schon klar, dass das wenig bis gar keinen Sinn ergibt. Deshalb, völlig spoilerfree, ein paar der Gründe, warum dieses Buch richtig, richtig gut ist:

- Der POV. Erzählt wird aus wechselnden (!) Perspektiven in der zweiten (!) Person. Zweite Person, wenn sie gut geschrieben ist, ist richtig gut. Drvenkar schreibt sie richtig gut. Es ist direkt, es ist nahbar, der Leser ist direkt dabei, fast schon ein Teil der Geschichte: Du bist einer von vielen. Du bist allein und wartest.

- Durch die häufigen Wechsel der Erzähler (die Kapitel sind größtenteils nur wenige Seiten lang) springt der Leser von Wissen zu Unwissen, von Wahrheit zu Lüge und zurück.

- Das 1. Kapitel - dieses Buch beginnt mit so einem Knall, woah. Bestes Eröffnungskapitel, das ich seit langem gelesen habe.

- Wie alles im ersten Viertel noch etwas wirr erscheint und sich dann nach und nach zusammenfügt - so, als wenn man anderen dabei zusieht, ein Puzzle zusammenzusetzen, ohne selbst mitmachen zu müssen - das ist schon ganz großes Kino.

- Der gesamte Plot ist so... irre. Verstörend. Faszinierend. Und so voller Wendungen, die mich teilweise echt atemlos zurückgelassen haben.

Lesen. Ganz klar.

Veröffentlicht am 21.11.2017

absolut lesenswert

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Kurze Inhaltsangabe:
Den Inhalt des Buches “Du“ von Zoran Drvenkar korrekt wiederzugeben, ohne zu viel zu verraten und eigene Interpretationen hineinzupacken, ist nahezu unmöglich. Kurz zusammengefasst ...

Kurze Inhaltsangabe:
Den Inhalt des Buches “Du“ von Zoran Drvenkar korrekt wiederzugeben, ohne zu viel zu verraten und eigene Interpretationen hineinzupacken, ist nahezu unmöglich. Kurz zusammengefasst handelt das Buch einerseits von einer Mädchenclique, die so nach und nach immer tiefer in eine verstrickte und gefährliche Situation hineinrutscht. Der zweite Erzählstrang handelt von mehreren Personen aus dem Drogen- und Gewaltmilieu sowie Familienbanden und Verwicklungen. Es kommt ein Reisender vor, der ein Doppelleben führt und unbemerkt Massenmassaker anrichtet und nebenbei eine Familie hat.

Meine Meinung zum Buch:
Der Schreibstil von Zoran Drvenkar erscheint zu Beginn ungewöhnlich, es wechseln sich innerhalb von wenigen Seiten mehrmals sämtliche Schauplätze und Charaktere. Mich hat das Buch bis zum Schluss immer wieder überrascht, welche Wende die Geschichte genommen hat und auch folgende Frage stellte sich bei mir mehrmals: „Was wäre gewesen, wenn…?“ Erst am Ende des Buches finden die einzelnen Erzählstränge und Lebensgeschichten der Charaktere zueinander.
Die gemeinsamen Erfahrungen der Mädchenclique nehmen im Buch einen sehr großen Raum ein und man erfährt nebenbei auch viele Details aus ihren individuellen Privatleben, die sie nicht einmal mit ihren besten Freundinnen teilen.
Mich hat das Buch an manchen Stellen sehr überrascht, dann war es wiederum eine lockere leichte Geschichte unter Teenagern, plötzliche Wende ins Drogenmilieu, Familienbanden, Rache, viele Tote, kurz zusammengefasst: Ein Buch mit sehr vielen Facetten und einer äußerst ungewöhnlichen Geschichte.

Cover und Titel:
Das Cover finde ich ansprechend gestaltet, sodass das Buch auffällt, allerdings hätte ich eine andere Person für das Titelbild gewählt. Den Titel „Du“ finde ich gut gewählt, denn die/der LeserIn wird im Buch mit „Du“ angesprochen, was auch dazu beiträgt, dass der Thriller anders zu lesen ist, auf eine andere Weise die/den LeserIn anspricht und wirkt.

Fazit:
Du ist ein Buch, das sehr stark polarisiert: Entweder man liebt das Buch und kann es nicht mehr weglegen bis man es zu Ende gelesen hat oder man kann mit dem außergewöhnlichen Schreibstil nicht warm werden. Bei mir ist der erste Fall eingetreten. Auf alle Fälle ist es ein Buch, das auch lange nach dem Lesen noch nachwirkt und beschäftigt und von mir das Prädikat „absolut lesenswert“ erhält.

Veröffentlicht am 23.09.2020

Ungewöhnlich

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Dies ist das erste Buch, das ich von Zoran Drvenkar gelesen habe.
Es geht in diesem Buch um mehrere Handlungsstränge, die erst ganz zum Schluss zu einem fulminanten Ende finden, man fragt sich aber immer ...

Dies ist das erste Buch, das ich von Zoran Drvenkar gelesen habe.
Es geht in diesem Buch um mehrere Handlungsstränge, die erst ganz zum Schluss zu einem fulminanten Ende finden, man fragt sich aber immer wieder wie dies alles zusammen passt....

Einerseits geht es um einen Mann. Es ist Stau irgendwo in Amerika. Er steigt aus dem Auto und und bringt augenscheinlich wahllos Menschen um...viele.

Dann treffen wir auf 5 Freundinnen. Die eine Freundin hat etwas getan was man nicht tun soll....man weiss aber nicht so recht was es ist. Deshalb machen sich die 5 auf die Reise

Und am Ende kommt noch ein Vater hinzu der Sauer auf die Freundinnen ist und über Leichen geht...

Das Cover ist düster gehalten und passt ganz gut. Sicher nicht das schönste im Bücherregal aber ok. Die Story...ja was soll man sagen.
Das Buch hebt sich auf jeden Fall von den anderen ab, ein sehr ungewöhnlicher Schreibstil, eine ungewöhnliche Idee aus drei ganz eigenen Geschichten eine zu machen...einen Protagonisten gibt es nicht, da es viele Personen sind und immer mal aus der einzelnen Sicht einer davon erzählt wird. So kommt es auch, dass eine Situation mehrere Male erzählt wird, immer aus Sicht einer anderen Person.
Es ist nicht der Thriller mit massig viel Aktion. Es ist auch kein Psychothriller wo einem die Haare zu Berge stehen. Es ist etwas eigenes, am Anfang etwas langgezogen aber es wird immer spannender bis zu einem wirklich aufregenden Finale!

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Veröffentlicht am 04.06.2017

Abgedreht, spannend, originell

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Zugegeben: Leicht macht es dieses Buch dem Leser nicht gerade. Das fängt schon mit der Erzählperspektive an. Das Buch ist nämlich durchgehend in der zweiten Person Singular Präsens geschrieben. Drvenkar ...

Zugegeben: Leicht macht es dieses Buch dem Leser nicht gerade. Das fängt schon mit der Erzählperspektive an. Das Buch ist nämlich durchgehend in der zweiten Person Singular Präsens geschrieben. Drvenkar spricht den Leser also ständig an und lässt ihn somit in verschiedene Rollen schlüpfen: Wir sind ein Massenmörder, der während eines Schneesturms in einem Stau auf der Autobahn stecken bleibt und ein Massaker anrichtet; ein Berliner Großkrimineller, der die gefrorene Leiche seines Bruders findet; ein jugendlicher Nachwuchsdealer; ein reicher Berufsjugendlicher und fünf 16 Jahre alte Mädchen, die an ein paar Kilo Heroin geraten und eine Gewaltspirale auslösen. Letztendlich entwirft Drvenkar zehn verschiedene Handlungsstränge, die fast bis zur Hälfte des Buches fast nichts miteinander zu tun haben. Lange wird viel erzählt, aber nichts erklärt. Irgendwann bewegen sich aber die einzelnen Handlungen aufeinander zu und man erkennt, dass Drvenkar hier eigentlich eine brillant konzipierte Geschichte mit einem extrem gut ausgeklügelten Spannungsbogen vorgelegt hat. Auch sprachlich hat der doch recht stattliche Roman einiges zu bieten: Drvenkar schreibt klar, oft schonungslos und schafft doch auch immer wieder sehr elegante, fast schon kunstvolle Formulierungen. Die Handlung ist nicht unbedingt realistisch und zum Teil echt abgehoben. Aber gerade das macht die Geschichte aus. Sehr oft musste ich beim Lesen übrigens an Quentin-Tarantino-Filme denken. Letztendlich hat mir der Roman trotz einiger zu vielen „Dus“ wirklich gut gefallen.

Veröffentlicht am 21.09.2016

Ein fulminanter Psychothriller für Leser mit starken Nerven

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Ein Roman mit besonderer Erzählperspektive. Zoran Drvenkar wählt die besondere Perspektive der zweiten Person „Du“, sie dient in dem vorliegenden Werk dazu, den Leser ganz dicht an die Protagonisten zu ...

Ein Roman mit besonderer Erzählperspektive. Zoran Drvenkar wählt die besondere Perspektive der zweiten Person „Du“, sie dient in dem vorliegenden Werk dazu, den Leser ganz dicht an die Protagonisten zu führen, die Geschichte also aus Sicht der verschiedenen Charaktere zu erzählen. Die zahlreichen Protagonisten wechseln sich mit ihren Schilderungen ab und schnell stellt sich der Leser die Frage: Wer ist diese allwissende Personen, die in alle Köpfe, sogar in die der Toten, hineinschauen kann? Denn hin und wieder macht es den Anschein, als würde diese allwissende Person die Protagonisten direkt ansprechen. Er kennt ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und auch ihre Zukunft.

Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren. Mit drei Jahren kam er nach Deutschland und wuchs in Berlin auf. Er arbeitet als freier Schriftsteller und publiziert neben seinen Romanen auch Kinder- und Jugendbücher. Seine beiden Thriller Du bist zu schnell (2003) und Sorry (2009) sollen verfilmt werden.

Der Einstieg in die Geschichte fällt zunächst aufgrund der zahlreichen Charaktere etwas schwer. Mehr als zehn Protagonisten treten abwechselnd Kapitel für Kapitel auf die Bühne und erzählen ein Fragment der Geschichte aus ihrer Sicht. Der dynamische Fortlauf der Handlung reißt einen aber dennoch mit. Das Tempo erhöht sich vorlaufend, selbst wenn man als Leser denkt, schneller und drastischer kann es nicht werden. Doch! Das geht! Zoran Drvenkar schreckt vor keiner Brutalität zurück, er lässt seine Protagonisten ungehindert morden und ins Verderben laufen.

Zunächst einmal aber zur Handlung. Da gibt es den Reisenden, der immer wieder einmal auftaucht und eine große Anzahl an toten Menschen hinter sich lässt. Da er nicht gefasst werden kann ist er ein regelrechter Mythos, von dem jeder weiß, aber keiner ahnt, dass er ihm bald begegnen wird. Dann sind da fünf Freundinnen, die aufgrund eines Heroinfundes auf der Flucht sind. Sie werden von einem Mann gejagt, der „Der Logist“ genannt wird. Alle Protagonisten scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, aber dennoch rauschen sie in voller Fahrt aufeinander zu. Ihr Weg ist gepflastert mit Brutalität und Tod. Teilweise fand ich aber gerade diese Brutalität fragwürdig. Kann ein Vater den Freund seines Kindes töten? Auch die wirklich turbulente Handlung ist zum Teil etwas unglaubwürdig. Fünf junge Mädchen, die vor einem brutalen Drogenliferanten fliehen und dabei greift kein einziges Mal die Polizei wirklich in diese Verfolgung ein, obwohl es zu Todesfällen kommt? Das Cover macht die Düsternis dieser Erzählung sehr deutlich und alles scheint von einem Mann abzuhängen: dem Reisenden. Doch wie passt er in die Geschichte hinein?

Zoran Drvenkar erzählt in gnadenloser Grausamkeit die Geschichte. Kalt und hart lässt er einen Teil seiner Protagonisten erscheinen, während die anderen, die es bisher nicht waren selbst diesen Weg einschlagen. Der Autor hat einen fast poetischen Erzählstil, der in jeder Minute der Geschichte passt. Durch die Du-Perspektive werden die Taten aller Protagonisten irgend wie nachvollziehbar und verständlich. Mal empfindet der Leser Mitleid oder Verständnis, ein anderes Mal wird er aber voller Abscheu die Taten und Gefühle des Protagonisten verfolgen.

Du ist kein Buch für Leser mit schwachen Nerven. Es ist ein Psychothriller mit besonderem Perspektivwechsel. Drvenkar bietet keinen leichten Einstieg in seine Geschichte, aber die zig verschiedenen Handlungsstänge und Charaktere fügen sich Stück für Stück zu einem großen Ganzen zusammen. Wenn man sich darauf einlässt, wird man nicht enttäuscht werden. Auch wenn hier und da die Erzählung zu dramatisch und unglaubwürdig erscheint, so wird man spätestens mit dem fulminanten Schluss der Geschichte entschädigt.