Cover-Bild Das Lied der Nacht
Band 1 der Reihe "Die Wayfarer-Saga"
(88)
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Penhaligon
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: Episch
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 15.03.2021
  • ISBN: 9783764532635
C. E. Bernard

Das Lied der Nacht

Roman
Charlotte Lungstrass-Kapfer (Übersetzer)

Nur ein vergessenes Lied vermag es, die Dunkelheit der Nacht zu durchbrechen. Wäre es doch nur erlaubt zu singen – oder sich zu erinnern ... Das Fantasy-Must-Read des Frühjahrs 2021!

»Ich erzähle euch eine Geschichte. Sie beginnt in einem finsteren Tal mit hohen, schneebedeckten Bäumen. Sie beginnt mit einem einsamen Wanderer in den fahlen Stunden des Zwielichts, in der bläulich glänzenden Dämmerung. Sie beginnt mit einer Frage. Fürchtet ihr euch?«

Die deutsche Fantasy-Autorin C.E. Bernard hat ein episches, bewegendes und beeindruckendes Meisterwerk geschaffen, das High-Fantasy-Leser feiern werden. »Das Lied der Nacht« ist die Geschichte des in sich gekehrten Wanderers Weyd und der mutigen Bardin Caer, die gemeinsam vor einer fast nicht zu bewältigenden Aufgabe stehen: Feuer in einer Welt entzünden, in der Schatten, Albträume und Furcht regieren. Und die einzige Hoffnung, die sie in diesem Kampf haben, ist ein Lied ...

Die Printfassung enthält exklusives digitales Bonusmaterial (Augmented Reality, AR) zum Entdecken.

Alle Bände der »Wayfarer«-Saga:
Das Lied der Nacht
Das Flüstern des Zwielichts
Der Klang des Feuers

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2021

Das Buch der Überraschung! (Finger weg, wenn du nichts anderes lesen willst, als das, was du bereits kennst - Du wirst enttäuscht werden!)

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Inhaltsbeschreibung, Leseprobe und Klappentext:
Des Nachts erwachen die Geschichten.
Schnell fliegen sie dahin in den fahlen Stunden des Zwielichts, dem bläulichen Dunkel der Dämmerung.
Denn Geschichten, ...

Inhaltsbeschreibung, Leseprobe und Klappentext:
Des Nachts erwachen die Geschichten.
Schnell fliegen sie dahin in den fahlen Stunden des Zwielichts, dem bläulichen Dunkel der Dämmerung.
Denn Geschichten, müsst ihr wissen, Geschichten reisen unaufhaltsam wie das Licht, über breite Straßen und verschlungene Pfade, durch Wälder und über Berge, selbst über das weite Meer. Ein geflüstertes Wort, mehr braucht es dazu nicht. Eine leise Melodie. Ein Stückchen Garn, einen Tropfen Tinte, eine tapfere Seele.
Erinnert euch.
Erinnert euch an die Geschichte, die keine Stimme mehr hat, an das Lied, das nicht mehr gesungen wird. Erinnert euch an die mächtigen Türme, an Melodie der Nacht, an die hohen Brücken weit über dem Meer.
Erinnert euch, wohin euer Herz euch führen wollte, bevor Furcht auf allen Wegen wandelte.
Ich werde euch dabei helfen. Schürt das Feuer und rückt dichter zusammen, lasst euch nicht schrecken von meinen Narben und dem Blut auf meinem Mantel. Wenn ihr euch zu mir setzt, singe ich ein Lied für euch, und ich erzähle euch eine Geschichte.
Sie beginnt in einem finsteren Tal mit hohen, schneebedeckten Bäumen. Auf einer uralten Straße, einst breit und stolz, nun stumm und grau. Sie beginnt in einem einsamen Wanderer in den fahlen Stunden des Zwielichts, im bläulichen Dunkel der Dämmerung.
Sie beginnt mit einer Frage.
Fürchtet ihr euch?

(Seite 9)


Autorin:
Christine Elizabeth Bernard ist das Pseudonym von Christine Lehnen. Die Autorin wurde 1990 im Ruhrgebiet geboren, lebte allerdings einige Zeit in Kanada, den USA, Paris und an anderen Orten dieser Welt. 2018 erscheint ihr Debütroman, der erste Band der Fantasy-Trilogie „Palace of Glass“. Das Buch verfasst die Autorin auf Englisch und bietet es unter dem Titel „Touch That Fire“ Londoner Literaturagenten an. Zuvor schrieb Lehnen einige Kurzgeschichten, die mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurden, beispielsweise der Preis der Jungen Akademie Europas. Sie studiert im Master Englische Literatur und Politikwissenschaften, forscht zum Thema Kreatives Schreiben und unterrichtet seit 2014 zudem an der Universität Bonn Literarisches Schreiben. Nebenbei schreibt sie für Zeitungen wie den Kölner Stadt-Anzeiger und entwirft eine Fernsehserie für ITV Studios Germany. Ihr Pseudonym wählte sie zu Ehren ihrer Großmütter, Elisabeth Surmann und Resi Lehnen, geborene Bernard.


Bewertung:
😬 Okay ... das wird ein Essay 😂

Das Cover ist toll aufgeteilt und beinhaltet alle drei Bände, um das gesamte Panorama-Cover zu offenbaren. Den ersten Teil hiervon finde ich am schönsten. Toll mit den Türmen bei jedem Band, und die dunklen Nebel ... Ganz neu und überraschend finde ich die Zusätze: In der vorderen Seitenklappe sind fünf Dinge über die Autorin aufgeführt, Fakten. Es wird auch ein QR-Code angezeigt, mit der man die ganzen Sonderzugaben im Buch entdecken kann. Auf der letzten Seite ist das ausführlich erklärt; man lädt eine QR-App herunter und scannt mit der App den QR-Code und einzelne Füchse auf den Seiten, die anzeigen, dass dort ein Zusatz wartet. Diese sind zusätzlich noch aufgeführt - was es ist und auf welcher Seite es zu finden ist. Echt ganz neu für mich. Kannte ich bisher gar nicht.

Ich habe das mit den Fuchs auch erstmal gar nicht begriffen, nur gesehen, dass ein Symbol direkt zu Beginn zu sehen ist. Ich habe echt Minuten gebraucht, um den Fuchs in dem Symbol zu erkennen, obwohl das nicht schwer ist. Aber erstens kannte ich das ja gar nicht und habe also gar keine Verbindung gezogen und zweitens kommt es direkt als erstes mitten in dem Symbol vor. Das war irritierend. Was mich hierzu immer noch irritiert ist, ob das über dem Symbol und dem Fuchs zum Buch gehört oder eine Widmung ist: Für den Barden, der befand, dass die Fantasie ein Menschenrecht ist. - Was ist es nun? Eine Widmung oder gehört es zum Prolog? Ich bin verwirrt! Dann folgt der titellose Prolog, und jedes Kapitel hat das Kompass-Symbol und eine Überschrift. Der Fuchs ist nur drauf, wenn es ein Extra dabei zu entdecken gilt.


"Das Leben steckt voller Merkwürdigkeiten, und das wäre nicht die merkwürdigste Geschichte, die man sich je erzählt hat - dass ein Lied uns schützen könnte. Vielleicht wurde es ja in einer Sprache verfasst, deren Worte die Schatten sprechen. Vielleicht ist das sogar die Sprache der Schatten, die nur längst in Vergessenheit geraten ist unter uns Narren, die wir unser Wissen nicht weitergeben."

(Seite 165)


Mein nächstes Problem ist die Karte. Hier erstmal meinen Dank, dass es eine zur Geschichte gibt. Leider fehlen sie oft, obwohl sie nötig sind. Aber, leider ein aber, die Karte ist extrem klein und kaum zu lesen. Die Schrift ist so klein ... Wahnsinn. Da hätte man die Karte lieber waagerecht auf zwei Seiten drucken sollen. Das machen ja manche, hatte ich auch schon. Denn so ist es echt anstrengend.

Das zweite Problem: Viele wichtige Städte sind gar nicht eingezeichnet bzw. deklariert! Dabei sind genau diese im Buch zu finden, schon auf den ersten Seiten. Das ist ein Manko, das ich aber bei nahezu jeder Karte bisher entdeckt habe. Viel unwichtiges drin, aber das, was wichtig ist, nur halb. Richtig doof! Ich suche mich doof, weil es nicht da ist und weil ich die Schrift ganz nah ans Auge halten muss, um sie zu lesen. Statt der wichtigen Städte, die eine Rolle spielen, sind total bescheuerte Namen drin: Sahne & Torte, Orangen, Muscheln, Fisch & Zitrone, Jakobsmuscheln, Kalb & Salbei usw. Was soll das sein??? Essen? Orte? Vielleicht kommt da noch was in Band 2 dazu, das bezweifle ich aber sehr. Es ärgert mich, das so ein Unsinn drinsteht, aber nicht alle Städte!

Auch sonst verwirrt mich die Karte noch mit einer Minikarte am oberen Rand, die ... keine Ahnung, was enthält. Es sind auf jeder Seiten Zahlen drin und zwischen den Zahlen in der Mitte Namen, Orte? Was ist das??? Hier fehlt echt eine Legende dazu. Merkwürdig ist ebenfalls, dass ganz oben am Rand ganz klein in einer Sprache aus dem Buch "Guten Morgen" und "Vielen Dank" steht und übersetzt ist. Wozu? Das kommt gar nicht vor. Dafür aber viele andere Sätze und Wörter, die gar nicht erklärt werden - das hätte die Autorin mal reinsetzen sollen. Oder eben gar nichts, was sollen diese zwei lächerlichen Kurzsätze??! 😒 Die Legende zur Karte ist natürlich kaum zu lesen. Also, toll, dass eine Karte drin ist, aber schlecht, dass man sie nicht versteht.


In manchen Liedern erzählt man sich noch davon: Wie des Nachts ausgesprochen werden konnte, was man im hellen Licht des Tages nie wagen würde.

(Seite 30)


Der Klappentext ist wirklich a-typisch, vor allem der letzte Satz ist echt dämlich-nervig: Weyd und Caer sind die Einzigen, welche die Schatten zurücktreiben können - falls sie das Lied der Nacht erlernen ... - Total überzogen, da sie nicht die Einzigen sind! 🙄 Ich kann so eine Übertreibung nicht ausstehen. 🤨 So dramatisiert.

Schon der Prolog zeigt den literarisch poetischen Erzählstil mit einem ganz anderem Satzaufbau durchweg. Hier hat die Autorin einen ganz anderen Schreibstil gezeigt, als in der Palace-Reihe. Dieser Art ist für mich kein Problem, da ich poetische Stile mag, aber für so manchem könnte es anstrengend werden, die Geschichte zu lesen. Sie ist nicht so leicht zu lesen, wie man das von der Autorin kennt. Der Schreibstil ist poetisch und schwermütig, baut die Spannung aber auch extrem auf. Kurze und präzise Sätze, einzelne Wörter, die erst mit anderen Wörtern den Sinn ergeben. Ich finde diese abgedruckten Meinungen anderer ja ziemlich unnötig und nichtssagend, da ich dem meistens nicht zustimmen kann. Aber hier kann ich diese abgedruckte Meinung wirklich bestätigen: "Wortgewaltig und poetisch zugleich webt C. E. Bernard die Magie ihrer Geschichten." (Bernhard Hennen - wer ist das??? Wäre ja schön, wenn das mit beistehen würde. 🙄) Ihr Stil ist hier wirklich Wortgewaltig und Poetisch (ja, extra großgeschrieben)! Und er passt auch hervorragend zur Geschichte. Wir kennen ja alle gute Geschichten mit schlechter Umsetzung und umgekehrt. Ich kann mir diese Geschichte schon im gängigen Erzählstil vorstellen, aber dadurch verlöre sie an Bildgewandtheit. Das macht sie ja so besonders.

Zusätzlich hat sie noch etwas eingebaut, was ich noch niemals gelesen habe: mindestens zwei Handlungsstränge ineinander verflochten. Schon im ersten Kapitel werden zwei Stränge in kürzester Zeit abgewechselt. Mal jeden zweiten Satz, dann wieder nach ein paar Sätzen ... Wahnsinn! Und das in jedem Kapitel! Manchmal zwei, manchmal vier Stränge ... Das ist echt einzigartig. Man kennt das ja so, dass verschiedene Handlungsstränge in Kapitel unterteilt sind, oder wenigstens in Absätzen. Das ist hier nicht der Fall. Hier fließt alles ineinander, das kann schon mal verwirren, und dazu der spezielle Schreibstil. Ich hielt schon im ersten Kapitel fast nur den Atem an, weil dieser schnelle Wechsel so rasant im Tempo ist, und die Spannung wird dadurch noch extremer aufgebaut und die Lösung, das Ausatmen, immer weiter hinausgezögert. Wirklich sonderbar und besonders. So temporeich ist aber nicht jedes Kapitel.

Das Buch kann man definitiv nicht einfach herunterlesen, wie gewöhnliche Romane oder die Vorwerke der Autorin. Ich hatte auch einen Moment, indem ich dachte, dass ich gerade nicht in der Stimmung für solch ein Werk bin. Aber dann habe ich erstmal weitergelesen und gewartet, ob sich das ändert, und tatsächlich hat mich der Verlauf gefesselt. Man muss wirklich den Kopf für dieses Buch haben - wenn man was leichtes und schnelles lesen möchte, ist das hier das falsche Buch, die ganze Reihe. Dieses Werk nämlich lässt sich nicht herunterlesen - es bietet dafür aber Lebendigkeit und Tiefe.


"Ein Lied! Wahrhaftig, ein Lied wird uns retten, ein Lied und eine Geschichte. Und eine großartige Geschichte wird das sein!"

(Seite 210)


Der Erzähler taucht viermal auf; einmal im Prolog, zweimal mitten im Buch, einmal als Epilog. Und er erzählt immer lückenlos weiter, da bleibt nichts offen, nur Neugierde. Das ist der Autorin richtig gut gelungen. Die Kapitel sind lang angesetzt, was aber immer bei solchen Geschichten mit dieser Erzählart vorhanden ist. Ich kenne jedenfalls keines, das mit kurzen Kapiteln aufwartet. Der Stil muss sich entfalten können, dafür braucht er Platz.

Ich versuche mal etwas Durchblick in die Charaktere zu geben:

Wyed ist der Wanderer. Mal wird er Wyed genannt, mal Der Wanderer. Manchmal kommt auch bei Caer's Sicht "ihr Wanderer" dazu. Seine Geschichte bleibt ziemlich im Dunkeln. Mit der Zeit erfährt man wichtiges über seine Vergangenheit, aber eben nicht alles. Seine mysteriöses Lichtbrosche wird gar nicht erklärt. Oder wieso nur er den Pass überqueren kann. Er ist also eine weitgehend undurchschaubare Person, trotz der paar Infos, die man erfährt. Er steht von allen am meisten im Mittelpunkt. Das ist hier auch etwas nach dem a-typischen-Helden-Typos gestaltet; er ist der Einzige der das Königreich retten kann. 🥱 Sein "Ich muss alle retten!" ging mir am Ende doch auf die Nerven. Man liest kaum was anderes von ihm. Das kommt überall sehr penetrant durch. Aber ich mag ihn sehr, er ist verschlossen, naja, sehr typisch Mann - gemixt mit alten und neuen Männerwerten. Er ist bekannt für seine Stärke im Kampf und in den Wanderungen, die er unternimmt. Mit Caer an seiner Seite ist er fast unschlagbar, denn sie hilft ihm mit ihrer Fähigkeit, auch im Dunkeln erfolgreich zu sein.

Caer ist die Bardin. Sie wird entweder als Caer oder als Die Bardin beschrieben. Manchmal kommt auch bei Wyed's Sicht "seine Bardin" dazu. Ich erinnere mich gar nicht, was im Bezug auf ihre Vergangenheit ist. Ich finde die Stelle auch nicht. Aber sie hat die Fähigkeit, mit den Tönen und Klängen zu kommunizieren. Sie kann sie dazu bringen, stärker hervorzutreten. Sie spielt viel auf ihrer Oud, dichtet und singt Lieder. Sie ist nach Wyed die zweitfokussierteste Person der Geschichte.

Bahr ist eine Seefahrerin, die von weit her und sehr ruppig ist. Aber auch sehr herzlich und mich zum Schmunzeln brachte. Sie wirkt wie eine richtig alte, agile und taffe Großmutter für alle. Man muss sie einfach ins Herz schließen. Sie hat die Fähigkeit der Sprache des Feuers. Sie kann mit ihm kommunizieren.

Jori ist ein nicht so agiler alter Mann, dem die Knochen wehtun. Seine Vergangenheit finde ich auch nicht im Buch wieder. Er kann die Sprache der Tiere und hat so den weißen Fuchs Bellitas gefunden. Dieser spricht auch mit ihm und agiert wie ein Mensch. Er ist fester Bestandteil der Gruppe und Geschichte. Da geht einem das Herz auf ...

Der Baron Lurin ist der Herrscher des Königreiches Schur, wo sich das Meiste ereignet. Neu ist hier, dass er nie König genannt wird - weder von der Autorin, noch von den Charakteren. Auch ist sein Sitz nicht immer als Schloß deklariert. Das wechselt mit Festung. Er ist ein grausamer Herrscher, der nur nach seinen Gelüsten strebt und lebt. Er hatte eine Schwester Lurina, die eine geschichtliche Rebellion anführte. Er ist vernarrt in Caer und will sie um jeden Preis für sich haben.

Ealdre ist der geheimnisvolle Fremde zu Beginn. Er taucht aus dem Nichts auf. Dann wird er zum Mitglied der Truppe. Er ist ein magischer Heiler, dessen Vergangenheit auch undurchsichtig ist. Man erfährt am Ende sehr wichtiges über ihn, aber das was für mich nicht überraschend. Ich habe das gewusst, einfach weil es nicht unvorhersehbar ist. Es werden immer wieder Andeutungen gemacht, schon alleine sein Äußeres lässt gar nicht lange raten. Sein Verhalten wechselt am Ende, was für den Leser sehr überraschend ist - auch, wenn der Grund es nicht ist. Aber was das genau bei ihm ist, verrät die Autorin in diesem Band jedenfalls nicht. Ich hoffe, das bleibt aber nicht am Ende der Reihe offen. Ihn mag ich auch sehr, seine Art berührt mich.

Die Zwillingsgeschwister Jelscha und Andrin kommen auch zur Truppe dazu. Sie gehören der Eisernen Soldaten an und kämpfen zunächst für den Baron. Dann sagen sie sich los und gehen mit den anderen auf Mission. Jelscha ist eine stolze Person, die erst eine Weile braucht, um mit anderen warm zu werden. Andrin dagegen ist sehr herzlich und hilfsbereit. Man erfährt nur wenig von ihnen und ihrer Geschichte.

Es gibt noch viele andere Charaktere, aber die kriege ich weder alle zusammen, noch bestimmen sie groß den Verlauf.


Das Schweigen hatte seinen Preis, so wie es immer seinen Preis hatte, wenn man sich nicht an die Wahrheit hielt. Reue.

(Seite 301)


Die Liebesgeschichte zwischen Wyed und Caer kann man als solches nicht bezeichnen. es ist eher eine Pflanze im Einpflanz-Stadium. Beide wollen, trauen sich aber nicht. mehr als leichte Berührungen, die nicht erotischer Natur sind, liest man hier nicht. Die Autorin baut hier durch den gesamten Verlauf immer wieder Momente an Spannung auf, bei denen man denkt "Jetzt aber!" - doch dann passiert wieder nichts. Sie spielt ganz schön mit unseren Gefühlen - mit denen der Leser und der Figuren. 🤭 Das ist weder schlecht noch gut. Natürlich hätte ich gerne etwas mehr davon gelesen, das hier ist echt nur ein Hauch von Nichts. Aber sie baut das scheinbar gaaaanz laaangsam, Stück für Stück in den Bänden auf.

Das Tolle an den Fähigkeiten in der Geschichte ist, dass sie einen eigenen Charakter und Willen haben. Sie sind nicht passiv, wie man das aus anderen Fantasy-Geschichten kennt. Sie sprechen ihre eigene Sprache, mit eigenen Worten und eigenem Willen. Entweder sie hören auf einen, oder eben nicht. Man muss sie bitten oder schriet sie an, man kann sie nicht einfach lenken nach Gutdünken. Sie werden hier als eigenständige "Wesen" dargestellt, was mir unheimlich gut gefällt, und das ganze Magische noch lebendiger macht.

Die Geschichte von Schur ist sehr gut erzählt, die Vergangenheit wird nach und nach preisgegeben. Die Türme bleiben ein wenig, mysteriös, wie auch ihre Wirkung. Die Schatten sind ebenfalls gut beschrieben, durch den Erzählstil sehr bildgewandt. Ihre Entstehung ist überwiegend dargelegt, für mich aber fehlt der Kern ihrer Herkunft. Furcht spielt da die entscheidende Rolle, aber die Verbindung finde ich nicht so perfekt gezogen.


In den meisten Fällen bedeutet Mut, nicht nachzudenken. Nicht über das nachzudenken, was man vorhatte, oder über die Konsequenzen. Mut bedeutete, ein einfach zu tun, und sich vorzumachen, es gäbe keine Konsequenzen.

(Seite 205)


Die Figuren haben in der Geschichte verschiedene Sprachen, aber nicht alles wird übersetzt. Der Spitzname "midons" zum Beispiel wird oft benutzt, aber nie erklärt. Ebenfalls fallen einige Sätze und andere Wörter wie "Sorteid", die nie erklärt werden. Das finde ich 🙁

Es finden sich auch viele Fehler der Logik in dem Buch, die zum Teil richtig irritierend sind. Einmal wird Jelscha von weiblich zu männlich gemacht, dann wieder weiblich. Ein anderes Mal sind die Angreifer erst Holzfäller, dann doch Eiserne Soldaten. Der Clou; die Soldaten sind gerade erst auf dem Weg und können auch gar nicht die Zerstörer sein. Während von Beginn an die Holzfäller als Zerstörer beschrieben sind. Das geht noch auf zwei weiteren Seiten so und irritiert total. Bei einer weiteren Szene wird nicht das weibliche Wort für Narr benutzt, sondern das männliche, sodass ich dachte, Wyed (Mann) redet hier, dabei ist das Caer (Frau). Musste das dreimal lesen, um es zuzuordnen. Solche Fehler haben mich aus dem Lesefluss gestoßen. Auch Fragen wie: Woher weiß der fremde Heiler Ealadre, wer die Stria war und woher sie kam? Das wurde gar nicht vor ihm erwähnt. Niemand stört es oder fällt es überhaupt auf. - Caer hat eine Ballade zum Baron gesungen, woher weiß sie die ganzen intimen und peinlichen Details??? Das kommt aus dem Nichts und niemand wundert sich. Auch der Wanderer nicht, der sie vor dem Baron beschützen will.

Total fehlerhaft und irritierend: Die Stria hat ja das Lied vor allen gesungen, aber nur Caer erinnert sich daran. Und alle anderen tun so, als ob sie das Lied in der Sprache noch niiie gehört hätten und meinen, Caer solle es ihnen beibringen. Vor allem; Stria war fast zerteilt, wie der Erzähler erzählt, und am Mund klaffte ein Loch ... aber sie lebte dennoch und konnte das Lied singen? Auch unlogisch! Durch die Geschichte hinweg tun alle so, als sei Caer die Einzige, die bei der Stria war und das Lied gehört hat. Auch im letzten Drittel wird das wieder geäußert und Caer soll es ihnen Beibringen. Direkt danach sagen sie, dass sie alle dabei waren und das Lied gehört haben. Ein richtig struktureller Fehler, der mich natürlich immer wieder rausriss aus der Geschichte.

Bis kurz vor Ende wird seine Schwester immer wieder erwähnt, aber nie beim Namen. Lurins Schwester wird immer beim Namen genannt, nur seine eigene nennt er immer Schwester. Was soll das? Erst kurz, bevor der Band endet, erfahren wir den Namen von Wyeds Schwester! Die Autorin tut echt so, als sei das ein mystisches und wichtiges Geheimnis.🙄

Und am Schluß bleibt eine wichtige Frage immer noch offen: Warum ist Weyd der einzige, der den Pass überqueren kann? Und wieso fragt niemand danach??

Was mich ebenfalls das ganze Buch über stutzig macht; es ist nicht erlaubt, in der Nacht ein Licht, Feuer, anzuzünden. Aber das passiert andauernd bei allen. In den Häusern, im Schloss sogar, auch Außen am Stall ... und das ist dann auch okay. Auch irritierend und total entgegen der Geschichte!

Das Ende ist durch die Worte des Erzählers offen und macht mich total neugierig auf Band 2. Die Leseprobe anbei werde ich allerdings nicht lesen, da ich sie nicht gerne lesen mag. Das ist so frustrierend, wenn man dann weiterlesen möchte ... Band 2 kommt am 19. Juli 2021, Band 3 erst im November 2021.


Die Freunde wussten es nicht.
Sie wussten nicht, dass die Zeit der Finsternis noch vor ihnen lag.
Und doch frage ich mich ...
Es muss einen Moment gegeben haben, ganz am Anfang vielleicht, in dem sie sich für einen anderen Weg hätten entscheiden können.
Aber sie taten es nicht. Sie wählten diesen Weg. Den Weg in die Finsternis. Den Weg zu den Türmen.. Den Weg, den man Hand in Hand mit dem Tod beschreitet.

(Seite 386)


Fazit:
Ich hatte durch die Palace-Reihe natürlich mit dem gleichen Erzählstil gerechnet. Und es liegt auch nahe, dass ich denke, die Geschichten ähneln sich. Die Aufmachung ist vom Stil her dieselbe, auch der Klappentext ist genauso. Aber hier bekommt man nicht GENAU das, was man sieht. Klar, das Cover passt hervorragend, wie auch der Titel. Aber sonst - der Inhalt - ist es eine Wow-Überraschung! Der eigenwillige und komplex-poetische Schreibstil, gepaart mit neuartigem Art der Verlaufserzählung verblüfft und irritiert zugleich. Die Geschichte an sich ist nicht superneu, aber doch etwas eigenes neuartiges wie a-typisches und fesselnd, in Kombination zur Erzählart. Einerseits neuartig und spannend, andererseits komplex und schwermütig. Wenn man alles miteinander kombinieren kann, ergibt das eine explosive Mischung, die feurig ist und glüht. Wenn man das nicht schafft, ist das Werk entweder zu anstrengend oder einfach nur gut. Für viele ist die Geschichte wirklich schattig (habe fast alle Rezensionen gelesen) - im Sinne der Erzählart, was sich gar nicht leugnen lässt, auch wenn einem selbst der Stil zusagt.


Flucht ist die beste Verteidigung. Flucht, nicht der Kampf. Der Kampf nimmt Leben, wo die Flucht sie rettet.

(Seite 85)


Schade und auch täuschend finde ich, dass weder von Autorin noch Verlag eine kleine Warnung hierfür gegeben wird. Ein Risiko ist es ja immer, ein neues Buch zu lesen, dessen Geschichte man nicht kennt. Aber hier haben etliche Leser große Erwartungen im Bezug auf den Erzählstil gehabt (künftige Leser haben sie immer noch), was die Folge der Palace-Reihe - die Vorwerke der Autorin - ist. So geht man an das Buch mit ganz anderen Vorstellungen, die die Erfahrung gezeigt hat, und wird bitter (im schlimmsten Fall) enttäuscht. Zurecht, und es macht auch sauer. Es ist ja nicht einfach ein gängiges Risiko, sondern auch eine richtig herbe Täuschung dem Leser gegenüber. Denn das ist nicht einfach ein anderer durchschnittlicher Erzählstil - Es ist was komplett anderes und teilweise auch neues.

So wie es Trigger-Warnungen gibt, so sollte auch ganz vorne solche eine Warnung bei so extremen und seltenen Fällen stehen. Aber wie so vieles scheint mir gerade das absichtlich nicht zu geschehen, da ja etliche Leser dann das Buch bzw. die ganze Reihe nicht kaufen würden - à la weniger Gewinn. Verlage denken eben gewinnorientiert, wie andere Wirtschaftszweige auch. Das geht - wie wir wissen - oft zum Nachteil der Kundschaft. Womit auch Verlage und Autoren sich ins eigen Fleisch schnitzen, denn es hagelt schlechte Bewertungen, was wiederum andere Leser abschreckt und somit den Gewinn nicht mehrt. Typisch! 🤦

Vor allem führt es zusätzlich in die Irre, einen Aufkleber mit "Die neue Serie der Autorin der Palace-Reihe" in dick und groß auf das Cover zu kleben, und so den Eindruck zu vermitteln, es handle sich um etwas ähnliches in seiner Art! Zudem ist auf den Produktseiten sogar das Cover mit diesem Aufkleber abgebildet - normalerweise ist das gar nicht so. Die ganzen Aufkleber sieht man nur bei den Büchern persönlich, nicht bei den Marketing- und Shopseiten. Das zeigt doch schon die volle Absicht der Täuschung.


"Zeit, zur Ruhe zu kommen. Du kannst dich nicht ausruhen, wenn du tot bist. Lebe. Denn du hast nur dieses eine Leben."

(Seite 335)


Ich verstehe sehr gut, wenn Leser die Erzählart abschreckt, es muss einem liegen, man muss geistig bereit oder offen für neues sein. All Diejenigen, die es wagen, wünsche ich viel Durchhaltevermögen und Genuss. Für alle anderen wünsche ich ein passenderes Buch zum Schmöckern. 💌 Für das Gesamtwerk, mit allen Fehlern und Tollem, gibt es von mir 4 Sterne.


Kommt wieder. Folgt dem alten Pfad durch den tiefen Wald, hin zum wärmenden Feuer.
Denn des Nachts erwachen die Geschichten.
Und bis dahin ...

(Seite 386)



P.S.: Ich glaube, als Hörbuch wäre es sehr magisch! 🔮



😈 Lesen auf eigene Gefahr:

https://www.lovelybooks.de/bibliothek/WriteReadPassion/lesestatus/2981132440/




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Veröffentlicht am 30.04.2021

Spannender Reihenauftakt!

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Nachdem mich die Palace-Saga enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die Geschichte von „Das Lied der Nacht“. Als ich dann angefangen habe zu lesen, habe ich schnell gemerkt, dass die Geschichte ganz ...

Nachdem mich die Palace-Saga enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die Geschichte von „Das Lied der Nacht“. Als ich dann angefangen habe zu lesen, habe ich schnell gemerkt, dass die Geschichte ganz anders ist. Auch vom Schreibstil her, habe ich das nicht erwartet. Denn ich finde, der Schreibstil ist schon sehr besonders mit interessanten Elementen. Anfangs habe ich ein wenig gebraucht damit warm zu werden, aber das hat sich relativ schnell gelegt. Was mich auch noch sehr gestört hat, sind die unfassbar langen Kapitel.

Insgesamt ist die Stimmung in dem Buch sehr düster. An manchen Stellen auch wirklich sehr brutal, generell aber auch sehr gewalttätig. Teilweise wird einfach auch beschrieben wie gerade Menschen ermordet werden. Gerade die Schlachten wurden mir ein bisschen zu lang und ausführlich geschrieben.
Besonders das Magiesystem fand ich total interessant, weil es um verschiedene Sprachen geht. Zum Beispiel die Sprache der Tiere oder des Wassers.

Die Charaktere waren mir ein bisschen zu blass, sie hätten gerne noch mehr Tiefe bekommen können. Aber ich glaube auch, dass man das gut in den zwei Folgebänden noch nachholen kann. Dennoch hat man einen guten Einblick zu Weyd und Caer bekommen. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass die beiden mal miteinander gesprochen hätten. Und dann hätten sie sich auch gegenseitig gestehen können, dass sie für den jeweils anderen etwas empfinden.
Richtig nahe bin ich den Charakteren auch nicht gekommen, weil das aber einfach vom Erzählstil her nicht funktioniert. Die anderen Charaktere machen die Geschichte noch lebendiger und auch irgendwie noch interessanter. Vor allem den Heiler finde ich interessant.

FAZIT
Ich bin positiv überrascht von „Das Lied der Nacht“ und freue mich sehr auf die zwei Folgebände. Das Ende verspricht, dass der zweite definitiv spannend weitergeht. Auch wenn ich mich ein bisschen an den Erzählstil gewöhnen musste, mochte ich ihn am Ende eigentlich ganz gerne.

Veröffentlicht am 16.04.2021

Das Lied der Nacht

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Aufgrund des Covers und da ich schon die Palace Reihe von der Autorin kenne, wollt ich die neue Reihe direkt starten. Das Cover ist düster und durch den freundlichen Himmel sieht es aber auch so aus, als ...

Aufgrund des Covers und da ich schon die Palace Reihe von der Autorin kenne, wollt ich die neue Reihe direkt starten. Das Cover ist düster und durch den freundlichen Himmel sieht es aber auch so aus, als würde es ein Lichtblick in der Dunkelheit geben. Ich finde, es passt sehr gut zu der Geschichte. Es gab viel Düsternis und doch gab es einen Lichtblick in der Geschichte. Das Lied der Nacht spielt eine besondere Bedeutung in dem Buch, da es auch um ein Lied geht.
Wie gesagt, ich musste das Buch lesen. Jedoch hatte ich am Anfang sehr große Einstiegsschwierigkeiten. Der Schreibstil war sehr gewöhnungsbedürftig und ich habe aufgrund der Palace Saga nicht damit gerechnet, dass er so abweicht. Ich muss gestehen, der Schreibstil hat mich genervt. Nach einer ganzen Weile habe ich mich aber daran gewöhnen können, denn ich wollte wissen, wie es weitergeht.
Dem Wanderer steht eine große Prüfung bevor, nur mit seinen Gefährten kann er diese bestehen, jedoch will er es sich nicht eingestehen. Immer wieder versucht er Alleingänge, die nur dazu führen zu scheitern. Die Schatten fallen in der Dunkelheit über die Menschen her und werden vom Licht angezogen. Daher ist es im ganzen Land verboten, nachts das Licht zu entzünden. Der Wanderer und seine Freunde versuchen die Schatten zu bekämpfen. Nur wie bekämpft man eine Kreatur, die aus Schatten besteht?
Die Geschichte hat mir als solche sehr gut gefallen. Manchmal fand ich einige Sachen sehr merkwürdig und auch fragwürdig, daher gebe ich dem Buch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 15.04.2021

Facettenreiche und interessante Handlung !!

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»Ich erzähle euch eine Geschichte. Sie beginnt in einem finsteren Tal mit hohen, schneebedeckten Bäumen. Sie beginnt mit einem einsamen Wanderer in den fahlen Stunden des Zwielichts, in der bläulich glänzenden ...

»Ich erzähle euch eine Geschichte. Sie beginnt in einem finsteren Tal mit hohen, schneebedeckten Bäumen. Sie beginnt mit einem einsamen Wanderer in den fahlen Stunden des Zwielichts, in der bläulich glänzenden Dämmerung. Sie beginnt mit einer Frage. Fürchtet ihr euch?«

Meine Meinung:
"Das Lied der Nacht" ist der erste Band der Wayfarer Saga von C.E. Bernard und wurde am 15.März 2021 bei Penhaligon veröffentlicht. Ich kenne bereits die vorherige Saga,mit der sie alleine schon aufgrund der Welt, die sie erschaffen hat, absolut punkten konnte. Ich mochte die Reihe sehr gerne und hatte dementsprechend recht hohe Erwartungen an den Auftakt der Reihe. Die Idee, die die Autorin hier erzählt und nahebringt, hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Welt ist interessant und facettenreich, voller Details, in denen man versinken kann. Allerdings hat es bei mir doch recht lange gedauert, bis ich in der Geschichte angekommen war. Denn die Details, die hier auf der einen Seite, die Welt so einzigartig machen, führen andererseits doch immer mal wieder mal zu recht langen Schleifen, die man erst durchlesen muss. Der wirkliche Kritikpunkt, den ich allerdings habe, ist die Tatsache,dass es mir echt schwer fiel, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren, Protagonisten, aufzubauen. Vielleicht lag es auch daran,dass die Protagonisten durch die Erzählperspektive recht wenig von sich preisgeben. Genau an einem Punkt festmachen kann ich es leider nicht, aber ich hatte mir hier mehr erhofft bzw. etwas anderes erwartet, als ich bekommen habe.

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Veröffentlicht am 15.04.2021

Epische Ballade

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"Das Lied der Nacht“ fühlt sich beim Lesen genau danach an - nach einer langen, epischen Ballade, die jemand am Lagerfeuer vorträgt. Der poetische Schreibstil ist fast schon experimentell. Einige Sätze ...

"Das Lied der Nacht“ fühlt sich beim Lesen genau danach an - nach einer langen, epischen Ballade, die jemand am Lagerfeuer vorträgt. Der poetische Schreibstil ist fast schon experimentell. Einige Sätze sind in Versform verfasst. Bestimmte Ausrufe stehen allein in einer Zeile oder komplette Seiten sind bis auf das Wort "Schweigen " leer. Dadurch kommt ein sehr ungewöhnliches Leseerlebnis zustande, eine Mischung aus Roman, Lied und Gedicht. Dabei ist es sehr bildlich geschrieben. Ab Kapitel 1 hatte ich Kopfkino bis zum Schluss. Es fängt actiongeladen an und hört verheißungsvoll auf. Gerade die vielen Action- und Kampfszenen waren sehr dramatisch und auch unerwartet brutal, was mich an einigen Stellen echt schockiert hat 😬
Die Geschichte ist interessant, temporeich und spannend. Man langweilt sich hier wirklich an keiner Stelle und gerade durch die ab und zu eingestreute Versform sehr schnell voran.

Was mich noch nicht völlig überzeugt hat, sind die Charaktere. Es werden sehr viele Leute vorgestellt, aber so richtig ans Herz gewachsen ist mir leider noch keiner davon. Außer vielleicht dem weißen Fuchs Bellitas - wie könnte man ihn nicht lieben? 🦊😍
Ich konnte die Charaktere nie so richtig greifen und daher auch nicht einschätzen, was sie als nächstes tun würden. Hoffentlich passiert da in den Folgebänden etwas mehr Entwicklung und emotionale Bindung. Rein von ihren Hintergründen haben sie nämlich sehr viel Potential!

Insgesamt ein spannender Reihenauftakt, der vor allem durch den poetischen Schreibstil heraussticht und Lust auf mehr macht 🤩

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