Cover-Bild VENUS AD
20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: PalmArtPress
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 190
  • Ersterscheinung: 01.03.2019
  • ISBN: 9783962580247
Gabriele Borgmann

VENUS AD

Lucas Cranach gehen die Ideen aus. So stiehlt er kurzerhand eine Skizze von Albrecht Dürer: die Venus mit Amor. Dieses Motiv, denkt Cranach, wird ein Knaller in der Kunst und wird ihm Ruhm bescheren. Cranach malt nach, was Dürer ersann, nämlich die Liebesgöttin, lasziv und nackt, auf Kiefernholz.

Als Albrecht Dürer diesen Diebstahl entdeckt, gerät er außer sich. Die Venus ist seine Schöpfung! Sie muss sein Monogramm tragen. Und in seinem Zorn überwindet er Raum und Zeit. Er landet im Jahr 2019 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin, vor den Füßen der Doktorandin Nele Rosenbach. Die reagiert geistesgegenwärtig und nimmt den Meister mit in ihre Mansardenwohnung, um zu erfahren, was der Kunstwelt bislang verborgen blieb.

Ein Flirt mit einem Genie und ein erzählerisches Debüt um den Raub der Venus.

"Der Wechsel zwischen den Jahrhunderten macht den Charme dieses Romans aus. Amüsiert taucht man ein in eine Traumwelt – und wünscht Dürer anschließend für die Zukunft nur das Beste.“ Hella Kaiser, DER TAGESSPIEGEL

„Ich habe die Dürer-Fantasie ‚Venus AD‘ mit sehr viel Vergnügen gelesen.“ Ulrike Sárkány, NDR KULTUR

„Eine unterhaltsame wie spannende Novelle.“ Bettina Göcmener, B.Z.

„Ein (Berliner) Kunstroman, der sich stellenweise spannend liest wie ein Krimi, aber auch nonchalant daherkommt – wie ein lauer Sommerwind. Das Ganze garniert mit einer Prise Erotik. Eine Lektüre, die unterhält und amüsiert!“ - BILD

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2019

Sehr gelungen

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Trotz seiner doch eher unauffälligen Verpackung, birgt diese Novelle eine faszinierende Story.
Albrecht Dürer wurde beraubt und kann es nicht hinnehmen, dass ein anderer sich mit seinen Federn schmückt. ...

Trotz seiner doch eher unauffälligen Verpackung, birgt diese Novelle eine faszinierende Story.
Albrecht Dürer wurde beraubt und kann es nicht hinnehmen, dass ein anderer sich mit seinen Federn schmückt. Der Zorn ist so groß, der Entschluss gefasst, er muss sich zurückholen, was seines ist. Er überwindet Raum und Zeit, um seinen Plan in die Tat umzusetzen ...
Keine Angst, was folgt ist kein einfacher Zeitreiseroman, sondern so viel mehr. Mit gut recherchierten Details, fiktiven Elementen und einiger Fantasie verknüpft Gabriele Borgmann in ihrem Debüt viele verschiedene Fäden zu einer mitreißenden Geschichte. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Sprachfertigkeit der Autorin. Mal lyrisch verdichtet, mal nüchtern und dann auch wieder skurril transportiert sie geschickt Stimmungen und passt sich der jeweiligen Zeit an, in der die Szene spielt. Man hat das Gefühl, dem Maler in seiner Werkstatt über die Schulter zu blicken, lernt etwas über die Farbherstellung der damaligen Zeit, die Besonderheiten ihrer Techniken und auch die künstlerischen Beweggründe und ihre Musen.
Mit viel Liebe hat sie die einzelnen Protagonisten skizziert, ihre Persönlichkeiten ausgearbeitet und ihre Beweggründe dargestellt. Sich selbst ein Denkmal schaffen, in Erinnerung bleiben, die persönliche Eitelkeit pflegen – dafür nimmt man so einiges in Kauf. In ihrem gut konzipierten Plot zeigt Gabriele Borgman auf, dass nicht nur die Künstler der Vergangenheit diesem Wunsch nacheiferten und manches sich womöglich nie ändert.
Spannend, leidenschaftlich und auch ein wenig erotisch schildert die Autorin eine unglaublich vielseitige Hommage an einen großen Künstler. Wie auf einer Farbpalette vermischt sie Fakten und Fiktion und komponiert daraus ein eigenes Kunstwerk, das nicht nur unterhält, sondern auch reflektiert und zum nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Ist die Venus von Cranach ein Plagiat?

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„...Kurz zögerte Albrecht – und griff nach einem Fetzen Papier und dem Kohlestift. Er tanzte mit den Fingern in der Luft, atmete tief und setzte an, auf dem Fetzen zu stricheln. Feine Poren fügte er zur ...

„...Kurz zögerte Albrecht – und griff nach einem Fetzen Papier und dem Kohlestift. Er tanzte mit den Fingern in der Luft, atmete tief und setzte an, auf dem Fetzen zu stricheln. Feine Poren fügte er zur Haut, zur Silhouette, zu einer schön gerundeten Frau. Die Brust klein und stehend, apfelgleich...“

Wir schreiben das Jahr 1507. In der Stunde der Dämmerung skizziert Albrecht Dürer seine Venus. Seine Reise nach Italien hat ihn zu neuen Ideen inspiriert. Dann aber erscheint Lucas Cranach, sein ehemaliger Schüler bei ihm. Kurz bleibt er im Atelier allein.
Dann wechselt die Handlung ins Jahr 2019. Die Doktorandin Nele Rosenbach hat sich intensiv mit den Werken von Albrecht Dürer beschäftigt. In wenigen Tagen ist allerdings die Ehrung eines anderen Malers geplant. Die Venus von Lucas Cranach soll der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nele aber ist sich sicher, dass die Vorlage für das Bild von Dürer stammt.
Die Autorin hat ein beeindruckendes Buch geschrieben, das sich schwer in eine Schema pressen lässt. Einerseits ist ein Zeitreiseroman, denn Albrecht Dürer erscheint im Jahre 2019, um das Cranachbild zu signieren, andererseits ist es ein Kunstroman. Warum, werde ich später ausführen. Und nicht zuletzt geht es um Kulturpolitik und persönliche Nicklichkeiten.
Der Schriftstil ist über weite Strecken sehr poetisch, kennt aber auch sachliche Darstellungen.
Ein Moment voller Anspannung wird von der Autorin so beschrieben:

„...Ihre Lippen ein O. Die Knie wie Pudding. Kurz sah sie diese Nacht sich auflösen in ein Nichts und ihre Zukunft lief vor ihren Augen ab wie ein von fremder Hand beschriebenes Drehbuch...“

Die Geschichte wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In der Vergangenheit darf ich Albrecht Dürer in seinem Atelier über die Schulter schauen. Ich lerne nicht nur, wie seine Bilder entstehen, sondern erfahre eine Menge darüber, wie damals Farben hergestellt und eingesetzt wurden. Dürer sieht seine Kunst so:

„...Es ist Technik, alles Technik. Es kommt immer auf die Mischung der Farben an und den Leim, auf die Bindung, die beides zu einem einzigartigen Fluid verschmilzt. Der Rest ist Mut und Hingabe, vor allem Fleiß. Gedanken nicht stoppen, fließen lassen vom Kopf in die Hand in den Pinsel aufs Holz...“

Auch die unterschiedlichen Techniken von Dürer und Cranach werden thematisiert. Genau deshalb ist die Geschichte für mich auch ein Kunstbuch.
Eine besondere Rolle spielt Albrechts Frau. Sie ist diejenige, die seine Kunst unter die Leute bringt und so dafür sorgt, dass immer genug Geld im Haus ist. Albrecht weiß, was er an seiner Frau hat, kann es ihr aber schlecht zeigen.
Im Vorfeld von der Präsentation des Cranachbildes sieht Professor Seltig seine Chance. Er möchte einen Club der Reichen gründen, die für neue Kunstwerke spenden. Sein überschäumender Ehrgeiz duldet niemand neben sich. Er glaubt, die Politiker der Stadt in der Tasche zu haben.
Die Autorin versteht es, die verschiedenen Interessen ihrer Protagonisten in Gegenwart und Vergangenheit gut herauszuarbeiten. Dadurch entsteht eine innere Spannung.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Albrecht Dürer trifft einen Fan

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Venus AD, geschrieben von Gabriele Borgmann, erschienen PalmArtPress Berlin
Nele lebt für alte Gemälde und seit vielen Jahren schlägt ihr Herz für Albrecht Dürer. Dieser landet im Hier und Jetzt, vor den ...

Venus AD, geschrieben von Gabriele Borgmann, erschienen PalmArtPress Berlin
Nele lebt für alte Gemälde und seit vielen Jahren schlägt ihr Herz für Albrecht Dürer. Dieser landet im Hier und Jetzt, vor den Füßen der Doktorantin, mitten in Berlin. Gereist ist er, durch Zeit und Raum, weil ein unsagbar, infarmes Ereignis ihn erregt und zutiefst gekränkt hat. Lucas Cranach raubte seine Venus-Skizze und blendet nun mit ihrer Schönheit und adretten Nacktheit die Gönner und Liebhaber der Kunst. Das darf einfach nicht sein! Düreres einmaliges Monogramm muss auf das Kunstwerk der Venus mit dem kleinen Amor eingeritzt werden. Der Künstler landet 2019 in der Hauptstadt und will sich zurück holen, was rechtmäßig ihm gehöhrt. ...
Kein Mystery-Roman und auch kein Fantasy-Abenteuer schreibt Gabriele Borgmann hier nieder. Auf 183 Seiten erzählt die Autorin eine moderne Geschichte auf zwei Zeitebenen. Die Worte lese sich poetisch und gleichzeitig skurril. Die Nacht in Berlin wirkt wie ein zeitloserTraum. Nele bietet sich die Möglichkeit ihren allgegenwärtigen, liebsten Maler hautnah zu spüren, ihm Fragen zu stellen und ganz nah bei ihm zu sein. Ungeahnte Möglichkeiten ergeben sich aus diesem surrealen Zusammentreffen. Am Ende findet sich eine eindringliche Erkenntnis, die Albrecht Dürers Gemüt beruhigt und Neles klarer und doch voll von Fragen zurück lässt. Die Vergangenheit und Zeit Cranachs und Dürers wirkt intensiv und lebendig. Sie steht der zeitlich aktuellen Seite in nichts nach. Ausdrucksstark, fast lyrisch erzählt die Autorin ein gegenwartsnahes literarisches Stück Zeitgeschichte. Die Rangeleien und Autoritäten der kulturpolitischen Eitelkeiten kommen dabei nicht zu kurz.
Fazit: Gut gefallen hat mir die Abbildung des Bildes der Venus mit Amor von Lucas Cranach dem Älteren (1509) am Anfang des Buches. Das unscheinbare Cover passt zur Geschichte, doch hebt es deren Einmaligkeit nicht hervor. Die kurzweilige Lektüre um Venus AD habe ich unheimlich gern gelesen. Die Zeilen sind anspruchsvoll und ergeben eine abgerundete, liebevolle Erzählung. Spannend und interessant zu lesen und unbedingt empfehlenswert!

Veröffentlicht am 06.03.2019

Dürer und Cranach

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Cranach stiehlt eine Skizze von Albrecht Dürer und macht daraus eines der bekanntesten Kunstwerke von ihm - die Venus. Dürer ist über diesen Diebstahl entsetzt und will seinen Initialen auf dem Bild verewigen. ...

Cranach stiehlt eine Skizze von Albrecht Dürer und macht daraus eines der bekanntesten Kunstwerke von ihm - die Venus. Dürer ist über diesen Diebstahl entsetzt und will seinen Initialen auf dem Bild verewigen. Und plötzlich findet er sich im Jahre 2019 wieder und lernt Nele kennen - eine Kunststudentin, die von Dürer besessen ist und ahnt, dass das Bild von Dürer gestohlen wurde.

Das Cover des Buches passt zwar zum Buch, allerdings spricht es mich nicht besonders an und ich hätte mir ein noch passenderes Cover gewünscht, das mit Dürer oder der Venus in Verbindung steht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut, die Orte und Charaktere werden ausgezeichnet dargestellt. Man merkt die Liebe der Autorin zur Kunst und die gründliche Recherche. Das Buch ist durchaus interessant, in manchen Teilen auch spannend und humorvoll.

Manchmal hätte ich mir Teile auch ausführlicher gewünscht; das Buch hätte ruhig einige Seiten länger sein können.

Der Plot an sich ist brillant und auch die Moral der Geschichte gefällt mir ausgezeichnet.

Fazit: Interessanter Roman über Kunst und die Sicht auf diese. 4,5 von 5 Sternen