Cover-Bild Die Tochter des Medicus
9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 18.07.2016
  • ISBN: 9783734103155
Gerit Bertram

Die Tochter des Medicus

Roman
Das Schicksal einer Frau wird zum Vermächtnis einer ganzen Familie ...

Als Gideon Morgenstern in Regensburg das Erbe seines Großvaters antritt, ahnt er nicht, dass der Koffer, den der alte Mann ihm vermacht hat, sein Leben für immer verändern wird. Gideon entdeckt nun die tragischen Zeugnisse einer längst verschwundenen Welt: alte Fotografien – und vor allem einen uralten kleinen Holzkasten. Dieser gehörte Daniel Friedman, einem jüdischen Arzt, der 1519 bei einem Pogrom ermordet wurde. Als einzige Überlebende nahm seine Tochter Alisah den Medizinkasten an sich und führte sein Handwerk fort. Doch als jüdische Frau war es nicht nur gefährlich, sondern auch verboten, als Ärztin tätig zu sein …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2018

Die Tochter des Medicus

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Eine tolle Geschichte über eine junge Frau Alisah die 1519 gelebt hat. Sie war die Tochter eines Medicuses der ermordet wurde. Auch sie fühlt zu dazu berufen als Media zu arbeiten. Doch sie hat es sehr ...

Eine tolle Geschichte über eine junge Frau Alisah die 1519 gelebt hat. Sie war die Tochter eines Medicuses der ermordet wurde. Auch sie fühlt zu dazu berufen als Media zu arbeiten. Doch sie hat es sehr schwer sich zu behaupten, als Frau und dann auch noch zu dem verhassten Volk der Juden zu gehören, eigentlich unmöglich für sie. Dieser Haß schlägt ihr überall entgegen. Doch sie geht ihren Weg unbeirrt und findet sogar noch die Liebe. Dieser historische Roman ist sehr authentisch und auch sehr gut recherchiert. Man taucht tief in den Glauben der Juden ein und man wird von der ganzen Handelung sehr gefesselt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sehr schöne Geschichte

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Die Tochter des Medicus ist ein sehr schöner Roman, der viel über die Judenpogrome im 16.Jahrhundert berichtet, und wie schwer es vor allem jüdische Frauen haben als Medica zu arbeiten.
Die Geschichte ...

Die Tochter des Medicus ist ein sehr schöner Roman, der viel über die Judenpogrome im 16.Jahrhundert berichtet, und wie schwer es vor allem jüdische Frauen haben als Medica zu arbeiten.
Die Geschichte spielt zum einen in der Gegenwart, wo Gideon Morgenstern ein schönes Leben in Trient, Italien führt. Er hat einen Job, der ihm Spaß macht, und eine fantastische Freundin, Gianna. Bis eines Tages der Notar seines Gorßvater sich bei Gid meldet und ihn bittet zur Testamentseröffnung nach Regensburg, Deutschland zu kommen. Dort erfährt Gideon, dass er neben dem alten Haus, in dem er aufgewachsen ist, und einer kleine Geldsumme, einen alten Koffer vermacht bekommen hat, der ihn nicht nur zu seiner Vorfahrin Alisah Friedman führt, sondern sein ganzes Leben ändern wird.

Besonders gut hat mir an diesem Roman gefallen, dass die Geschichte von Alisah sehr gut in Gideons Zeit integriert ist, und eine sehr große, lebensverändernde Rolle spielt. Außerdem wird sehr viel über den jüdischen Glauben berichtet, ihre Feste und Lebensweisen, die mich echt beeindruckt haben. Dieser Zusammenhalt in der jüdischen Gemeinde ist fantastisch, fehlt meiner Meinung nach heutzutage an allen Ecken und Enden. Ich weiß gar nicht, wie ich das so richtig in Worte fassen soll. Die Geschichte um Alisah hat mich zutiefst beeindruckt, sie gehört definitiv gelesen.

Veröffentlicht am 25.09.2018

Die Geschichte der Morgensterns…

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Als leidenschaftliche Leserin von historischen Romanen war es nur eine Frage der Zeit, dass ich über das Autorenduo Gerit Bertram stolpern würde. Der vorliegende Roman ist das erste Buch der beiden, welches ...

Als leidenschaftliche Leserin von historischen Romanen war es nur eine Frage der Zeit, dass ich über das Autorenduo Gerit Bertram stolpern würde. Der vorliegende Roman ist das erste Buch der beiden, welches ich gelesen habe.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und ein Erzähler führt uns durch die Geschehnisse. In der Gegenwart, im Jahr 2013, begleiten wir Gideon Morgenstern, in der Vergangenheit ab 1519 Alisah Friedman. Gideons Großvater, bei dem er aufwuchs, ist gestorben und nun gilt es das Erbe anzutreten. Doch zu dem geerbten Haus gehört noch ein geheimnisvoller Koffer. Als Gideon diesen öffnet erfährt er mehr über sich und seine Familie als er jemals geglaubt hätte.

Den Hauptteil der Geschichte nimmt die Handlung in der Vergangenheit ein, was mir sehr gut gefiel. Alisah ist ihrer Zeit voraus, denn sie möchte unbedingt als Ärztin tätig sein, nur leider ist das 1519 Frauen nicht erlaubt und schon gar nicht jüdischen. Das Besondere an ihr ist, dass sie mit Mut, Herz und Verstand trotz aller Schicksalsschläge ihren Weg geht. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Gideon dagegen war mir anfänglich etwas suspekt, aber mit der Zeit wuchs auch er mir ans Herz.

Mir hat der Roman richtig was gegeben, denn ich habe wieder einiges über die Juden und deren Geschichte dazulernen können.

Das Autorenduo verwendet eine sehr bildhafte Sprache, die das Vorstellungsvermögen befeuert. Für mich lief die Handlung teilweise wie ein Film vor Augen ab.

Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich das Personenregister am Anfang des Buches und das Glossar am Ende, denn so etwas hilft immer sehr beim Verständnis der Lektüre.

Fazit: Gute Unterhaltung, die zum Nachdenken einlädt. Ich empfehle den Roman nur zu gern weiter.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Tochter des Medicus

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Im Jahr 2013 erbt Gideon von seinem verstorbenen jüdischen Großvater, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, weil er entgegen der Familientradition nicht Arzt, sondern Buchhalter und Controller ...

Im Jahr 2013 erbt Gideon von seinem verstorbenen jüdischen Großvater, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, weil er entgegen der Familientradition nicht Arzt, sondern Buchhalter und Controller geworden und seinen eigenen Weg gegangen ist, neben dessen Haus in Regensburg einen alten Holzkoffer. Den Koffer wider das Vergessen. Mit dem Inhalt dokumentiert Gideons Familie seit Jahrhunderten ihr Leben, ihr Wirken und ihre Traditionen und findet darin Trost und Halt. Nun ist es an Gideon, den Koffer sicher aufzubewahren, ihn mit Achtung zu behandeln und irgendwann selbst Zeugnis über sich abzugeben, indem er etwas, das ihm viel bedeutet, für seine eigenen Nachfahren in den Koffer legt.

Unter den Erinnerungsstücken entdeckt Gideon ein Tagebuch, das er nicht lesen kann, weil er kein Hebräisch beherrscht. Mit Hilfe der Studentin Paula gelingt es ihm jedoch, die Geschichte seiner Vorfahrin Alisah zu ergründen. Das Schicksal der jungen Frau lässt ihn auch sein eigenen Leben überdenken...

1519 werden die Juden in Regensburg gezwungen, innerhalb weniger Tage die Stadt zu verlassen, ihr gesamtes Wohnviertel und ihre Synagoge zerstört. Im Zuge dieses Pogroms wird der jüdische Arzt Daniel Friedmann ermordet. Infolgedessen erleidet seine Tochter Alisah, die ihrem Vater bei der Behandlung seiner Patienten sonst hilfreich zur Seite steht, ein Trauma und verliert ihre Stimme. Als einzige Überlebende der Familie findet sie Zuflucht in Frankfurt und versucht, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Allerdings ist ihr der Beruf des Mediziners eigentlich verwehrt, weil es Frauen verboten ist, zu studieren. Nur wenn Alisah ein doctor medicinae in Heilkunde unterweisen würde, wäre es ihr gestattet, als Chirurgin oder Hebamme zu arbeiten. Und so verfolgt Alisah zielstrebig ihren Traum...

Die Geschichte der "Tochter des Medicus" auf zwei Zeitebenen, die gelungen miteinander verknüpft werden, weist eine detaillierte und fundierte Recherche auf. Die Autoren Iris Klockmann und Peter Hoeft, die unter dem Pseudonym Gerit Bertram schreiben, haben nicht nur den historischen Hintergrund ausführlich dargestellt, sondern machen den Leser auch in umfassender Weise mit dem jüdischen Glauben und Leben und der Kultur vertraut. Das ist interessant und wissenserweiternd. Im Übrigen tragen ein ausführliches Glossar und Nachwort ebenfalls hierzu bei.

Der Erzählton zeigt sich in der Regel unaufgeregt, ruhig und entschleunigt, doch sehr einfühlsam. Dies vermittelt ein angenehmes Lesegefühl, das das nahe Erleben des Geschehens möglich macht.

Die Protagonisten fügen sich gut in das Geschehen ein, sind mit erkennbarem Engagement charakterisiert worden und durchlaufen im Verlauf der Handlung eine nachvollziehbare Entwicklung.

Die in der Vergangenheit im Mittelpunkt stehende Alisah zeichnet sich durch Herzenswärme aus, sie ist geistvoll und klug. Nach dem Tod und dem Verlust der Stimme verlässt sie den ihr vorbestimmten Lebensweg, da sie begierig ist, zu lernen und zu helfen. Ein Leben daheim, wie es die vorgeschriebenen Gesetze seit jeher verlangen, ist ihr nicht genug. Sie möchte stattdessen auf den Spuren jüdischer Ärztinnen wie Rebekka in Salerno, Floreta und Ceti, die sogar im Dienst spanischer Königinnen standen, folgen. Sie eignet sich medizinische Fähigkeiten an und beeindruckt durch ihre Art und Weise, Menschen kenntnisreich und beherzt zu behandeln.

Gideon in der Gegenwart ist temperamentvoller Italiener, nicht besonders fromm, weshalb er gut wie nie die Synagoge besucht. Anfangs schenkt Gideon seinen jüdischen Wurzeln wenig Beachtung. Einst hatte er sich gegen die Familientradition für einen anderen Beruf entschieden. Im Laufe der Zeit ist er aber auch mit diesem nicht glücklich, ihm fehlt das Gefühl von Erfüllung und das sichere Wahrnehmen, die richtige Position gefunden zu haben. Zudem hat er viele Jahre an einem Ort gelebt, der nie zu einem Zuhause wurde. Während er Alisahs Geschichte erfährt, verändert er sich, verliert seine Lässigkeit, verspürt zunächst Trauer und legt eine Verletzlichkeit an den Tag, die den Leser für ihn einnimmt und freut, an seinem Wachsen und seiner Selbstfindung teilzuhaben.

Alles erzählt "Die Tochter des Medicus" von Gerit Bertram vom Schicksal der Menschen an Wendepunkten ihres Lebens und eröffnet dem Leser dadurch nicht nur die Möglichkeit, sich mit jüdischem Glauben und der Kultur vertraut zu machen, sondern bietet ebenso einen Blick auf die medizinischen Gegebenheiten im Mittelalter.