Cover-Bild Schüsse im Schnee
19,95
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Kindler
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Weibliche Ermittler
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 19.05.2017
  • ISBN: 9783463406879
Leena Lehtolainen

Schüsse im Schnee

Gabriele Schrey-Vasara (Übersetzer)

Das Geld der alten DameTief im Wald liegt das verwunschene Anwesen Loberga Gård. Im Winter, wenn große Schneemassen fallen, ist das Herrenhaus gelegentlich von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gerücht, es würde dort spuken, passt zu diesem Ort. Niemand wundert sich, als die zweiundneunzigjährige Besitzerin des Hauses, Lovisa Johnson, sich bedroht fühlt. Sie heuert Hilja Ilverskero als Bodyguard an, die ihre Berichte von angeblichen Anschlägen auf ihr Leben nicht ganz ernst nimmt. Doch als sie auf Loberga Gård eintrifft und der illustren Schar von Lovisas Erben begegnet, weiß sie, dass sie einen Job zu erledigen hat.Der vierte Fall der Leibwächterin Hilja Ilveskero entführt ins tief verschneite Finnland, das nicht so idyllisch ist, wie man denken könnte.

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Veröffentlicht am 06.08.2017

Ein ruhiger Kriminalroman im verschneiten Finnland

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Über eine Freundin erhält die Leibwächterin Hilja Ilverskero einen neuen Auftrag. Sie soll für die Sicherheit von Lovisa Johnson sorgen. Die zweiundneuzigjährige Dame war früher eine erfolgreiche Unternehmerin. ...

Über eine Freundin erhält die Leibwächterin Hilja Ilverskero einen neuen Auftrag. Sie soll für die Sicherheit von Lovisa Johnson sorgen. Die zweiundneuzigjährige Dame war früher eine erfolgreiche Unternehmerin. Heute fühlt sie sich in ihrem abgelegenen Anwesen bedroht, denn sie ist sich sicher, dass jemand sie töten will. Vielleicht sogar jemand aus der eigenen Familie? Schon auf dem Weg zum Anwesen gibt es einen Zwischenfall: Ein Unbekannter schießt auf Hiljas Auto. War das ein fehlgeleiteter Schuss eines Wilderers oder eine Nachricht an sie, dass sie unerwünscht ist? Trotzdem nimmt sie den Job an und hält die Augen offen im Kontakt mit Lovisas Familie und Bekannten. Aber bald geschieht wieder etwas…

Das Cover des Buches spiegelt die Abgeschiedenheit des Handlungsortes wieder und machte mich neugierig, was dort wohl geschehen wird. Das Buch startet spannend mit den Schüssen auf Hiljas Auto, die gerade auf dem Weg zu ihrer neuen Auftraggeberin ist. Davon lässt sie sich aber erst einmal nicht abschrecken und beginnt nach einem kurzen Gespräch mit Lovisa sofort mit ihrer neuen Aufgabe als ihre Leibwächterin.

Für Hilja scheint der neue Job zur rechten Zeit zu kommen. Sie hat schon viel durchmachen müssen, was vermutlich in den ersten drei Bänden der Serie beschrieben wird, die ich noch nicht gelesen habe. Immer wieder flackern Erinnerungen auf, die dem Leser das nötigste erklären. Doch vor allem will sie nach vorn blicken und beginnt zügig mit dem Überprüfen der Sicherheitsvorkehrungen. Weil Lovisa nicht will, dass ihre Erben von ihren Ängsten erfahren, gibt sie Hilja als Sekretärin aus, die ihre Memoiren niederschreiben wird. Durch die Gespräche, die die beiden deshalb führen, erhält man immer wieder Einblicke in Lovisas Vergangenheit, aus der sich mögliche Motive ergeben.

Schon bald lernt Hilja Lovisas Erben kennen, bei denen es sich allesamt um exzentrische Persönlichkeiten handelt. Da gibt es den selbstlosen Arzt Johannes, der sich um illegale Einwanderer kümmert; den ehemaligen Polizeischüler Sampo, der zu einer rechten Vereinigung gehört; Aurora, die glaubt ,sie habe übersinnliche Fähigkeiten und Raisa, eine Unternehmerin in der Ölindustrie. Ihre gegensätzlichen Weltanschauungen prallen immer wieder aufeinander und jeder meint zu wissen, was das Beste für Lovisa ist. Zwar sind die Charaktere an sich interessant, aber es wird viel diskutiert und gestritten, wodurch die Geschichte für mich nur schleppend vorankam und an Spannung verlor.

Zwischenzeitlich tritt Lovisas Angst, man könne sie töten, fast gänzlich in den Hintergrund. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte auf einen illegalen russischen Einwanderer, den Johannes nach Norwegen schmuggeln will und von dem natürlich vor allem Sampo nichts erfahren darf. Das weckt bei Lovisa alte, geheim gehaltene Erinnerungen. Dieser Handlungsstrang konnte mich leider nicht wirklich fesseln und ich hoffte, dass in Bezug auf die Haupthandlung endlich etwas passiert. Für mich etwas zu spät kommt es zu einem unerwarteten Todesfall, der für Dramatik sorgte. Leider flachte die Spannung danach recht schnell wieder ab und es wurde wieder ruhiger bis hin zu einem kurzen und heftigen Showdown, in dem Personen ihr wahres Gesicht enthüllen und alles auf dem Spiel steht. Vieles hier wirkte auf mich leider zu gewollt und nicht hundertprozentig nachvollziehbar, sodass ich das Buch mit gemischten Gefühlen beendete.

In „Schüsse im Schnee“ soll Hilja eine alte Dame schützen, die glaubt, jemand wolle sie ermorden. Während Hilja sich um ihre Sicherheit kümmert, lernt sie die exzentrische Familie ihrer Auftraggeberin kennen. Die Autorin hat höchst unterschiedliche Charaktere geschaffen und lässt deren Überzeugungen aufeinanderprallen. Doch die Geschichte kommt trotz einzelner dramatischer Momente und gelüfteter Geheimnisse nicht so recht in Schwung. Ich vergebe drei Sterne für diesen ruhigen Kriminalroman im verschneiten Finnland.