Cover-Bild Tausche Wohnung gegen BahnCard
14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 23.05.2018
  • ISBN: 9783596296897
Leonie Müller

Tausche Wohnung gegen BahnCard

Vom Versuch, nirgendwo zu wohnen und überall zu leben
Die vermutlich bekannteste Bahnfahrerin der Welt: Zugnomadin Leonie Müller berichtet von allem, was sie in ihrem abenteuerlichen Jahr auf der Schiene herausgefunden hat

Seit Leonie Müller ihre Wohnung aufgegeben hat, reist sie durch ganz Deutschland. Statt aufregende Reiseabenteuer nur an wenigen freien Tagen im Jahr zu erleben, schafft es die Studentin, dass sich sogar die Wartezeit auf verspätete Züge anfühlt wie eine Pause vom Alltag.
In „Vom Versuch, nirgendwo zu wohnen und überall zu leben“ lässt sie uns an ihren klugen Gedanken teilhaben: Sie erzählt davon, wie es ist, wenn alles, was man braucht, in einen 40-Liter-Rucksack passt. Sie fragt sich, was Heimat in unserer multilokal lebenden Gesellschaft eigentlich noch bedeutet. Wie fühlt es sich an, dauerhaft unterwegs zu sein? Wo ist eigentlich Zuhause? Warum hat der Begriff „Heimat“ eigentlich immer noch keinen Plural? Und wo ist der Ernst des Lebens so plötzlich hergekommen und wie schicken wir ihn wieder dahin zurück?
„Das Land da draußen, das sonst in Da-würd-ich-gern-mal-wieder-hin-Städte und Für-ein-Wochenende-lohnt-sich-das-nicht-Orte eingeteilt war, erscheint auf einmal gar nicht mehr so weit weg. Bisher habe ich jede Reise, jeden Ausflug als eine Ausnahme verstanden, eine Ausnahme vom Alltag. Ist das nicht ziemlich komisch?“

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2018

Was ist Heimat?

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Leonie Müller nimmt uns in ihrer Biografie "Tausche Wohnung gegen Bahncard" mit auf eine unbekannte Reise. Sie kündigte ihre Wohnung und lebte kurzerhand eineinhalb Jahre lang im Zug.
Das heißt nicht, ...

Leonie Müller nimmt uns in ihrer Biografie "Tausche Wohnung gegen Bahncard" mit auf eine unbekannte Reise. Sie kündigte ihre Wohnung und lebte kurzerhand eineinhalb Jahre lang im Zug.
Das heißt nicht, das sie 24 Stunden des Tages auf den Gleisen verbrachte, doch war sie mehr oder minder ständig unterwegs.

Von ihren Erlebnissen und Empfindungen dabei, berichtet sie auf ungewöhnliche Weise in diesem Buch. Das Geschriebene erstreckt sich sowohl über tatsächliche Erfahrungen mit dem modernen Nomadentum, als auch über philosophische Fragen, die ein solcher Lebensabschnitt mit sich bringt. Fragen nach Heimat, Wahrnehmung, Zeit und ähnlichen Themen.
Diese Abschnitte sind teils interessant, teils wirken sie aber auch etwas wirr. Manchmal hatte ich ein Gefühl von zu sehr gewollter Poesie.
Andere Abschnitte hingegen sind schlicht informativ. Ich hatte beispielsweise bisher noch nie von einem Zipfelpass gehört, obwohl ich fast neben einem solchen Zipfel wohne.

Durch diese spezielle Mischung aus Poesie und nüchterner Betrachtung liest sich das Buch zuweilen schwierig. Zum einen muss man immer wieder gedanklich wechseln, zum Anderen ermüden manche Stellen auch, etwa durch lange Aufzählungen und Ähnliches.

Fazit:
Wer sich mit dem Thema Aussteigen beschäftigt und ungewöhnliche Abenteuer fern des Alltages mag, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Wer besonderen Wert auf einen tollen Schreibstil legt, der wird unter Umständen nicht glücklich.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Gegoogeltes Wissen!!! Philosophie und Werbung

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Fees Meinung und Buchinhalt:
Ich musste das Buch unbedingt haben und mit mir noch x-andere Leute. Ich erwarte von solchen Büchern Bilder, vor allem von der Bahncard und so und dazu noch Gespräche und ...

Fees Meinung und Buchinhalt:
Ich musste das Buch unbedingt haben und mit mir noch x-andere Leute. Ich erwarte von solchen Büchern Bilder, vor allem von der Bahncard und so und dazu noch Gespräche und viele Erlebnisse IN der Bahn. Ich habe wirklich geglaubt, sie schreibt ihre Erlebnisse auf. Das hätte mich interessiert.

Was ich bekommen habe ist aber, so eine Art Lebenslauf außerhalb der Bahn. Erklärungen der Begriffe, ständig wird Wikipedia zitiert und was sie alles im Internet gegoogelt hat und dazu noch die viele, viele Werbung. Und die Wiederholungen z. B. blaue Lieblingskleidung. Der Zug sieht innen wohl auch blau aus. Dazu gibt sie zu allem und jedem einen Kommentar ab und wertet meistens ab. Sie gibt sich megaklug und kommt – für mich – sehr oberflächlich, unsympathisch und oberlehrerhaft rüber.

Erst konnte ich die negativen Bewertungen nicht verstehen, aber nun, da ich das Buch gelesen habe, kann ich die schlechten Bewertungen sehr gut verstehen.

Das Cover ist so schön und irgendwie vermittelt es den Eindruck, dass das sich meine Erwartungen erfüllen. Zwischen dem Buch außen und dem Inneren sind größere Unterschiede. Wobei, wenn ich den Rückentext danach lese, verstehe ich ihn anders. Ich meine, das ist vom Verlag gewollt. Weil wer will schon solche philosophische Betrachtungen lesen und ständig mit Wissen (das ich zu 99 % schon kannte) gefüttert werden? Also ich nicht. Schon gar nicht, wenn ich einen Erlebnisbericht vom Bahnfahren und den Menschen, die man dort trifft erwarte. Es könnte allerdings sein, dass sie überwiegend negative Erfahrung gemacht hat und das kann sie ja nicht ins Buch reinschreiben und wie sie schon selber schreibt, manche Leute halten sie für Schmarotzer, weil sie ja doch irgendwo übernachten muss. Und das ist das Problem. Es ist eingeplant, wann sie wo übernachtet. Sie übernachtet also nicht wirklich in der Bahn, vielleicht ab und zu, aber nicht wirklich. Und ich schlafe nachts in meiner Wohnung… Von daher ist das für mich echt seltsam.

Das Buch hat mich echt gefrustet und irgendwie ist es schade, dass ich meine kostbare Lebens-Zeit dafür benutzt hab, um dieses Buch zu lesen. Es ist der bisher schlimmste Lese-Flop in 2019 für mich.

Ich hab viel über Leonies Kindheit und einiges über ihre Schulzeit erfahren. Kurz hat sie beschrieben, warum sie das macht und es nervt sie, wenn Leute sie fragen, warum sie das macht und sie Schmarotzerin nennen. Das Problem ist aber, sie vermittelt das, auch durch das wie sie das Buch schreibt. Es kommt so rüber und ich verstehe das auch so.

Aber sie philosophiert seitenlang über die Begriffe Heimat, Zuhause, Ikea und was Bier damit zu tun hat. Es nervt ungemein. Über Hesse werde ich schon zum – gefühlt – Millionsten Mal aufgeklärt. Und ich war auch schon im Antiquariat. Ich habe schon mehrfach über Hesse geschrieben. Tübingen war meine Heimat und Calw meine 2. Heimat. Bielefeld und NRW kenne ich auch. Oberstdorf und Co auch. Das mit den Zipfelgemeinden ist mir auch nicht neu.

Vielleicht hätte es Reich-Ranicki gefallen, aber ich finds – sorry – einfach grässlich und langweilig.

Zuerst dachte ich ja, dass die Zeichnungen schön sind. Aber sie wiederholen sich und was zum Teufel hat sich der Mensch gedacht, der den Stuttgarter Fernsehturm zu einem Tübinger Text und Berliner Party Text dazu gesetzt hat. Das ist ja wirklich doof, finde ich. Das ist meiner Meinung nach nicht liebevoll sondern gedankenlos!

Am schlimmsten fand ich die viele Werbung. Sie hat – gefühlt – jedes Plakat und Zitat das sie kennt und gesehen hat, mit einfließen lassen und meistens kommentiert.

Meine – Lesezeichenfees – Meinung:
Ich finde 15 Euro zu teuer für ein Buch, das voll ist mit Werbung, mit einer Teilbiografie einer unter 30 jährigen und dazu ihre Wertung und ihre philosophischen Betrachtungen. Die Bilder darin wiederholen sich an oft unpassenden Seiten dazu. Den einen Stern, den ich geben muss, empfinde ich noch zu viel! Ich hab das Buch jetzt weitergegeben und dann steht schon die nächste da, die es lesen möchte. Ich hoffe nur, dass diese nicht auch enttäuscht sind von diesem Buch.