Cover-Bild Das Universum ist verdammt groß und supermystisch
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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Julius Beltz GmbH & Co. KG
  • Genre: Kinder & Jugend / Kinderbücher
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 21.07.2021
  • ISBN: 9783407756008
  • Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Lisa Krusche

Das Universum ist verdammt groß und supermystisch

Roman
Gustav spricht nicht mehr. So lange, bis seine Mutter "den Mann" aufgibt, der eh bald wieder weg sein wird. Charles kratzt Gustavs Stummheit nicht, sie will mit ihm losziehen, um seinen Vater zu finden. Und Gustavs Opa kommt mit auf die Reise, die sie quer durch Europa führt, von Berlin bis nach Istanbul. Und während Gustav immer wieder zweifelt, ist Charles überzeugt von der supermystischen Kraft des Universums und dass am Ende alles gut werden kann.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2021

Gustav, sein Opa und Charles erleben das größte Abenteuer ihres Lebens...

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Gustavs Mutter hat einen neuen Mann in ihrem Leben, mit dem sie auf Urlaub fahren will.
Gustav will "den Mann" jedoch nicht, denn er wird seine Mutter genauso verlassen und traurig machen, wie die vorigen ...

Gustavs Mutter hat einen neuen Mann in ihrem Leben, mit dem sie auf Urlaub fahren will.
Gustav will "den Mann" jedoch nicht, denn er wird seine Mutter genauso verlassen und traurig machen, wie die vorigen Männer - deshalb spricht er nicht mehr, bis "der Mann" weg ist.
Eines Tages lernt er Charles kennen, die selbstbewusst, extrovertiert und redefreudig ist - und sie beschließt, dass Gustav seinen Vater, über den er nichts weiß, suchen soll. Denn das Universum ist verdammt groß und supermystisch und hilft einem, wenn man selbst daran glaubt.


Meine Meinung:
Der Schreibstil ist gefällig und aufgrund der einfachen, kurzen Sätze leicht zu lesen. Durch die Schreibweise aus Sicht von Gustav in ich-Form kann man sich noch besser in ihn hineinversetzen und man leidet mit ihm mit. Denn seine Mutter ist ständig traurig, auch weil sie immer wieder von Männern verlassen wurde, dadurch wird Gustav, der kaum Freunde hat, auch traurig. Er sammelt lauter kleine Dinge und schreibt Listen, wer alles sein Vater sein könnte. Seinen Großvater - den Vater seiner Mutter - muss er immer alleine im Altenheim besuchen und eigentlich schweigen sich die beiden dann auch nur an. Und vor allem sagt ihm keiner, wer sein Vater ist, den er doch so gerne kennenlernen will.
Bis er eben eines Tages Charles kennenlernt, die ihn trotz seines Schweigens toll findet. Und seine Wasserpflanze namens Agatha.
Charles ist ein aufgewecktes, schlaues und wissbegieriges Mädchen, das an die Hilfe des Universums glaubt. Und weise, denn sie sagt zu Gustav: "Wenn einem etwas auf der Seele lastet, sollte man es sagen. Wenn einem etwas wichtig ist, sollte man dafür einstehen. Wenn man etwas nicht will, sollte man laut und deutlich 'Nein' sagen. Und wenn man brennende Fragen hat, sollte man sie stellen, und wenn man keine Antwort bekommt, muss man danach suchen."
Das war auch einer meiner Kritikpunkte - dass seine Mutter und sein Großvater ihm nicht verraten wollten, wer sein Vater ist. Dabei gab es dafür gar keinen Grund! Das machte mich wirklich wütend. Und traurig.
Ebenso, dass seine Mutter ihm erlaubt hat, mit der Familie seiner neuen Freundin, die er erst seit kurzem kennt, und seine Mutter gar nicht, auf Urlaub zu fahren. Nur, damit sie ihren eigenen Urlaub mit dem aktuellen Freund genießen kann. Zu dem sie Gustav übrigens nicht mitgenommen haben.
Gustav spricht in Gedanken mit seiner Wasserpflanze Agatha, was witzig zu lesen ist, obwohl es traurig ist.
Und Charles will unbedingt den Stofftier-Kraken, nennt ihn Vida und schleppt ihn überallhin mit, so wie Gustav seine Agatha.

Gustav hat Glück, Charles kennengelernt zu haben, denn sie stellt die Fragen, die sich Gustav nicht zu stellen wagt. So erfährt er, dass sein Opa weiß, wer sein Vater ist.
Und so fragen sie sich immer weiter und erfahren Schnipsel für Schnipsel immer mehr Infos für den Weg zu seinem Vater.
Übrigens ist es auch Charles, die Gustavs Opa mobilisiert, sich mit auf die Suche zu machen (sie brauchen ja immerhin einen Fahrer) und außerdem will Gustavs Opa sowieso noch einmal etwas erleben, bevor er in dem Altersheim versauert.
Und so wird es eine abenteuerliche Reise durch Polen in die Slowakei, danach nach Ungarn, und schlussendlich durch Rumänien nach Istanbul. Sie lernen jede Menge Leute auf ihrer Reise kennen - viele gute, aber auch einen schlechten.
Dass Kinderbücher Happy-Ends haben, ist üblich. Hier ist das Happy-End aber melancholisch und anders als erwartet.

Für mich beinhaltet dieses Kinderbuch viele wichtige Themen: Familie, Alleinerziehende, neue Partner eines Elternteils; Freundschaft; Hilfsbereitschaft; Mut und Lebensfreude. Für mich ist dies für ein Kinderbuch aber etwas zu bedrückend und traurig rübergebracht.

"Kann es sein, dass das Universum meistens ganz anders antwortet, als man es gedacht hätte?" - "Klar, du kannst nur deine Fragen stellen und offen sein. Dann kommen Antworten, aber was für welche, kannst du nicht entscheiden. Das ist das Universum, es ist verdammt groß und supermystisch."


Fazit:
Ein erlebnisreicher Roadtrip mit vielen Abenteuern, einer humorvollen Charles, aber leider auch sehr melancholisch und traurig.

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Veröffentlicht am 20.08.2021

Roadtrip mit Opa

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Gustav hat es nicht leicht. Statt des gewünschten Hundes bekommt er die Wasserpflanze Agathe geschenkt – und seine Mutter fährt mit ihrem Freund in Urlaub. Als der Junge die aufgeweckte Charles kennenlernt ...

Gustav hat es nicht leicht. Statt des gewünschten Hundes bekommt er die Wasserpflanze Agathe geschenkt – und seine Mutter fährt mit ihrem Freund in Urlaub. Als der Junge die aufgeweckte Charles kennenlernt und ihr erzählt, dass er nicht weiß, wer sein Vater ist, kommt das Mädchen auf eine Idee. Zusammen mit Opa machen sich die Kinder auf eine Reise durch Europa auf der Suche nach dem verschollenen Vater.

Ach je, wie mochte ich die drei Reisenden! Der stille Gustav und seine plappernde Freundin, dazu der etwas schräge Opa – und der perfekte Roadtrip kann losgehen.

Ich mochte das Buch auch wegen der Reise durch die unterschiedlichsten Länder, in denen die drei Leute treffen. Und natürlich wegen Gustav, der es nicht leicht hat. Ich mochte seine ernste Art – weshalb ich auch Charles so mochte, die plapperte und den Jungen einfach nahm, wie er ist. Und natürlich Opa, der Gustav seinen Wunsch erfüllen will, den Vater endlich kennenzulernen.

Das Buch hat mir Spaß gemacht und ich habe die Kinder und Opa gerne bei ihrer Reise begleitet.

Veröffentlicht am 16.07.2021

Tiefgründig, aussergewöhnlich und doch besonders

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"Das Universum ist verdammt gross und supermystisch" von Lisa Krusche, ist eine unterhaltsam, tiefgründige Suche nach dem Vater.


Gustav mag seine Mama sehr, doch den neuen Mann an ihrer Seite, kann er ...

"Das Universum ist verdammt gross und supermystisch" von Lisa Krusche, ist eine unterhaltsam, tiefgründige Suche nach dem Vater.


Gustav mag seine Mama sehr, doch den neuen Mann an ihrer Seite, kann er nicht leiden. Er macht nicht nur blöde Witze und dumme Geschenke sondern will auch mit Mama in den Urlaub fahren. Das passt Gustav überhaupt nicht und so beschliesst er, so lange nicht mehr zu sprechen bis sie ihn aufgibt. Charles die er eines Tages auf der Strasse trifft, juckt Gustav Stummheit überhaupt nicht. Vielmehr findet sie heraus das Gustav seinen Vater sucht. Und so begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise, die sie quer durch Europa von Berlin bis nach Istanbul führt. Während Gustav immer wieder Zweifel aufkommen, ist Charles von der Kraft des Universums überzeugt und das am Ende alles gut wird.



Lisa Krusche hat einen außergewöhnlich und unterhaltsamen Roadtrip geschrieben, mit lustig, aufregend, bewegend und tiefgründigen Lesemomenten. Durch ihren bildhaft, locker, leichten Schreibstil, fühlt man sich dem ungleichen Trio schnell sehr nahe, die die Geschichte beleben.
Die Handlung baut sich abwechslungsreich mit Wortwitz und einigen Spannungsmomenten und jeder Menge Abenteuer fesselnd auf. Die Charaktere sind allesamt liebenswert und sympathisch ausgearbeitet, die man schnell ins Herz schliesst. Besonders Charles konstant aufgeschlossen, positive Art, Dinge anzugehen und zu handeln waren unheimlich motivierend und ansteckend, das uns gefallen und mitfiebern hat lassen. Aber auch Gustavs Opa und Gustav haben wir schnell als liebenswert und sympathische Charaktere liebgewonnen. 


Wir hätten uns zwar am Ende einen anderen Ausgang gewünscht, fanden aber das die Geschichte an sich rund und abgeschlossen war.


Insgesamt eine spannend und tiefgründig ausgearbeitete Geschichte, die ich für Kinder ab zehn Jahre empfehlen würde.


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Veröffentlicht am 15.07.2021

skurril, tiefsinnig

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Klappentext / Inhalt:

Gustav spricht nicht mehr. So lange, bis seine Mutter "den Mann" aufgibt, der eh bald wieder weg sein wird. Charles kratzt Gustavs Stummheit nicht, sie will mit ihm losziehen, um ...

Klappentext / Inhalt:

Gustav spricht nicht mehr. So lange, bis seine Mutter "den Mann" aufgibt, der eh bald wieder weg sein wird. Charles kratzt Gustavs Stummheit nicht, sie will mit ihm losziehen, um seinen Vater zu finden. Und Gustavs Opa kommt mit auf die Reise, die sie quer durch Europa führt, von Berlin bis nach Istanbul. Und während Gustav immer wieder zweifelt, ist Charles überzeugt von der supermystischen Kraft des Universums und dass am Ende alles gut werden kann. (übernommen)

Cover:

Das Cover ist in weiß, blau und orange gehalten und zeigt einzelne Charaktere und Szenen aus dem Buch. So ist ein Krake, das Universum, zwei Kinder und ein Opa, mit einem Hasen auf einem Zylinder erkennbar. Das Cover wirkt auf den ersten Blick schon ziemlich skurril und dadurch auch ein wenig mystisch. Wer mehr erfahren möchte, sollte also auf jeden Fall reinlesen.

Meinung:

Gustav hat es momentan nicht leicht, denn er kann den neuen Freund seiner Mutter nicht leiden und möchte, dass dieser verschwindet. So beschließt er nicht mehr zu sprechen, bis sich die Situation ändert. Außerdem ist er auf der Such nach seinem Vater. Als er dann auf Charles trifft, befindet er sich Knall auf Fall in einem Bulli gemeinsam mit seinem Opa und Charles auf einen Trip durch Europa.

Das ungleiche Trio ist sehr sympathisch und überzeugt durch Charme und Humor. Die Charaktere sind sehr gut durchdacht und sorgen sowohl für Lacher, aber auch für Tiefgang. Sie befinden sich auf einer Reise, die anders endet, als erwartet und doch okay für alle ist.

Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten, denn ich möchte hier nichts vorweg nehmen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und lässt sich gut und locker lesen. Die Kapitel haben einen angenehme Länge und sind optisch passend gestaltet. Die Kapitelanfänge zeigen immer eine kleine Reiseroute, was optisch gut zu den Geschehnissen passt.

Die Geschichte selbst ist sehr unterhaltsam und begeistert auch durch einen gewissen Tiefgang.

Die Geschichte wird aus Sicht von Gustav in der Ich-Perspektive erzählt. So kann man sich sehr gut in Gustav und dessen Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Gustav hat es nicht leicht und ihm geht vieles im Kopf herum. Aber auch Charles ist eine sehr besondere und auch etwas skurrile Persönlichkeit und Gustavs Opa hat auch so seine Ecken und Kanten. Alle drei sind ein sehr ungewöhnliches und dennoch sehr sympathisches Gespann, die für gute Unterhaltung sorgen. Auch die verschiedenen Eigenschaften der Charaktere ergänzen sich in Summe sehr gut.

Eine unterhaltsame, teils tiefsinnige und verrückte Geschichte, die für eine Vielzahl unterschiedlicher Emotionen sorgt. So gibt es hier nicht nur Lacher, sondern auch berührende, traurige, aber auch spannende und aufwühlende Momente.

Fazit:

Eigensinnig, tiefgründig, humorvolle, bewegend und einfach anders, eine Geschichte mit ganz besonderen Charakteren und einer verrückten Story.

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Veröffentlicht am 17.09.2021

weder realistisch noch vernünftig, aber oft spaßig und in gewisser Weise lehrreich

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„Und manchmal braucht man jemanden, der für einen träumt,
wenn einem selbst die Fantasie fehlt.“ (Kapitel 21)

Gustav würde gern seinen Vater finden. Als seine Mutter mit ihrem neuen Freund in den Urlaub ...

„Und manchmal braucht man jemanden, der für einen träumt,
wenn einem selbst die Fantasie fehlt.“ (Kapitel 21)

Gustav würde gern seinen Vater finden. Als seine Mutter mit ihrem neuen Freund in den Urlaub fährt, bietet sich für ihn eine Chance: Zusammen mit seinem Opa und Freundin Charles begibt sich Gustav auf eine lange, ereignisreiche Suche, die Gustav schon bald für aussichtslos hält. Doch Charles vertraut auf die mystische Kraft des Universums…

Gustav und Charles sind zwei sehr gegensätzliche Figuren. Gustav, sehr schweigsam, hat seinen Wohnort bisher kaum verlassen. Er weiß nichts über seinen Vater, stellt sich aber allerlei Berufsmöglichkeiten vor. Als Ich-Erzähler der Geschichte teilt er zumindest den Leser/innen seine Gedanken und Gefühle mit – seiner Umwelt nur bedingt.
Charles hingegen ist offen, fast schon aufdringlich, voller Fantasie und Abenteuerlust. Während Gustav wenig redet, sprudeln die Worte und Weisheiten aus ihr nur so heraus. Aufgeben ist keine Option für sie. Und so ist sie maßgeblich für das kommende Abenteuer verantwortlich.

Die Handlung selbst ist schon sehr unrealistisch und in vielen Punkten auch einfach schräg. Nur mit einem Namen und völlig veralteten Infos durch halb Europa zu fahren, auf der Suche nach einem Menschen, von dem man weder weiß, was er heut tut, noch wie er inzwischen aussieht… klingt nicht gerade erfolgsversprechend.
Begleitet von einem Opa, der diese wahnsinnige Strecke vielleicht besser nicht allein fahren sollte. Einer eigentlich Fremden, die Gustav in dieses Abenteuer gedrängt hat. Einem mindestens 30 Jahre altes Kaninchen…. Und einer mehr oder weniger sprechenden Wasserpflanze.
An abenteuerlichen Geschehnissen mangelt es genauso wenig wie an einer skurrilen Reisegesellschaft.

Aber darum geht es letztlich gar nicht: Der Kernpunkt der Geschichte ist, dass man an etwas glauben soll. Dass man dranbleiben soll, egal wie unwahrscheinlich es auch ist. In den Worten von Charles – man soll auf das Universum vertrauen und darauf, dass vom Universum geschaffene Umwege ebenfalls ihre Berechtigung haben.

Der Weg ist das Ziel – und das Ziel ist nicht unbedingt immer, wie man sich es vorgestellt hat.

Und das gilt in gewisser Weise auch für das Buch.
Die Geschichte liest sich auf keinen Fall schlecht, der Schreibstil ist passend kindgerecht gehalten. Allerdings empfand ich die Story aufgrund der zahlreichen eigenwilligen Begebenheiten nicht immer als ganz rund. Berührende Passagen und kluge Weisheiten entschädigen aber dafür. Die andauernde Suche hält eine gewisse Spannung aufrecht.

Zwischen den Zeilen stecken noch viel mehr angedeutete Themen und Sorgen. Wenn über die schwierige Familiensituation mit wechselnden Männern berichtet wird, über eingesperrte Zirkustiere, oder über Gustavs Mutter, die aus Angst, nach einem Urlaub nicht mehr in ihr Leben zu passen, ihr zuhause lieber gar nicht erst verlässt…

Fazit

Eine Reise voller Abenteuer und kleiner Hindernisse – weder realistisch noch vernünftig, aber oft spaßig und in gewisser Weise dennoch lehrreich (in einigen Punkten aber halt auch nicht).