Cover-Bild Im Spiegelsaal
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: avant-verlag GmbH
  • Themenbereich: Graphic Novels, Comics, Cartoons - Europäische Graphic Novels
  • Genre: Weitere Themen / Comics
  • Seitenzahl: 168
  • Ersterscheinung: 10.2021
  • ISBN: 9783964450623
Liv Strömquist

Im Spiegelsaal

Katharina Erben (Übersetzer)

Bereits 2003 schrieb die Philosophin Susan Bordo, dass wir in einem „Imperium der Bilder“ leben. In den letzten Jahren wurde diese Theorie mehr und mehr zur Realität: Eine iPhone-Kamera in jeder Hand, und dank der weit verbreiteten Social-Media-Nutzung ertrinken wir in einer Flut der Bilder. Wir kommunizieren durch Bilder, wir verabreden uns mittels Bildern, wir berichten aus unserem Leben mit Bildern und wir erfahren über das Leben anderer durch Bilder.

Wie hat sich unser Schönheitsempfinden dadurch verändert? Diese Frage wird hier in fünf Essays, die sich dem Thema jeweils aus einer anderen Perspektive nähern, untersucht. Die Schwedin Liv Strömquist ist ein Phänomen. Ihre augenzwinkernden, minutiös recherchierten Sachcomics gehören zu den meist verkauften Graphic Novels weltweit.

„Liv Strömquist entzaubert nicht nur Sexualität, sondern auch das Patriarchat. Und das tut sie auf sehr schlaue, lustige und schöne Art“. Margarete Stokowski

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2022

Wieder ein eindrucksvoller Sachcomic von Liv Strömquist, dieses Mal über Schönheitsideale im Wandel der Zeit bis heute

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Meine Meinung

Geht es um feministische Sachcomics, ist Liv Strömquist die Königin der ironisch aufgeheizten Bilder und ihrer scharfzüngigen und fundierten Texte. In ihrem aktuellen Comic »Im Spiegelsaal« ...

Meine Meinung

Geht es um feministische Sachcomics, ist Liv Strömquist die Königin der ironisch aufgeheizten Bilder und ihrer scharfzüngigen und fundierten Texte. In ihrem aktuellen Comic »Im Spiegelsaal« geht die Schwedin der aktuellen Frage um Schönheitsideale, die Macht der Bilder und Selbstbetrachtung nach und deckt dabei auf, wie sich diese im Laufe der Jahrhunderte veränderte.

Strömquist bezieht unter anderem die mimetische Theorie des Philosophen René Girard mit ein, der die Vermutung aufstellt, dass der Menschen das begehrt, was andere Menschen begehren und die These vertritt, dass der Wettkampfaspekt den Wettbewerb um Schönheit befeuert und sich dadurch Schönheitsideale verfestigen.

Hierzu gibt es einen Ausflug in die Geschichte zur österreichischen Kaiserin Sissi, die mit der französischen Kaiserin Eugénie um die schlankeste Taille konkurrierten und somit ein ungesundes Schönheitsideal erschufen. Es kann aber auch ein Fauxpas aufgegriffen werden, der Girards mimetische Theorie unterstützt, so versengte sich der französische König Francois I. an einer Fackel seine Haare und sorgte damit für den Trend von Kurzhaar-Frisuren bei Männern, die bis heute gängig ist.

Das Besondere an Liv Strömquist Sach-Comics ist für mich die brillante Verbindung zwischen Historischem und Modernem unter der Inbezugnahme von fachlichen Expertisen von Historikerinnen, Philosophinnen, Soziolog*innen u. v. m. Sogar die Bibel findet Eingang in Strömquists Comic, mit der Geschichte über Rahel und Lea aus dem Buch Mose, die deutlich aufzeigt, dass die Liebe zur Schönheit schon vor langer Zeit tief im Menschen verwurzelt ist.

Die Zeichnungen von Liv Strömquist kommen in ihrem üblichen gewitzten Stil daher und werden durch die abwechslungsreiche Kalligraphie der Texte unterstützt. Unterhaltsame Lesestunden mit Aha-Effekt hat mir das Buch auf jeden Fall bereitet ohne dabei jedoch große Neuigkeiten aufzudecken, sondern das in Worte zu fassen, wie wir Menschen ticken, was uns beeinflusst und wie wir uns zu einer Gesellschaft entwickelt haben, in der Attraktivität und Fuckability zu einem wichtigen Lebensbestandteil geworden sind.

Fazit

Wieder ein eindrucksvoller Sachcomic von Liv Strömquist, dieses Mal über Schönheitsideale im Wandel der Zeit bis heute, mit dem Hinblick auf die Veränderung durch Soziale Medien und Selfiekultur.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 22.03.2022

Veröffentlicht am 13.11.2021

Spiegel-Vorhalten mal anders

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„Und was in den sozialen Medien/der Selfie-Gesellschaft passiert ist: Dass wir eine chronisch voyeuristische Beziehung zu uns selbst geschaffen haben.“ (Zitat)

Das Thema Schönheit und der Vergleich mit ...

„Und was in den sozialen Medien/der Selfie-Gesellschaft passiert ist: Dass wir eine chronisch voyeuristische Beziehung zu uns selbst geschaffen haben.“ (Zitat)

Das Thema Schönheit und der Vergleich mit anderen fliegt uns ja tagtäglich um die Ohren. Sowohl in Frauenzeitschriften als auch auf Social Media Seiten. Schon früher war Schönheit ein oft wichtiger Parameter in der Auswahl der zu heiratenden Holden. Gab es doch auch Zeiten, wo man nicht auf Schönheit, sondern auf Geld und Macht setzte.

Liv Strömquist hat den Nagel wieder mal auf den Kopf getroffen. In satirischer Manie reisen wir mit ihr durch einige Jahrhunderte von Kulturgeschichte und erfahren vieles, aber auch nichts Neues. Vieles was wir schon wussten. Vieles was wir gar nicht wissen/hören wollen, aber sollen! Vieles, das wir jungen Menschen mitgeben müssen- und zwar in Form dieses Buches!! Wieder eines von LS Büchern, dass meiner Meinung nach, in den Unterricht gehört!
Strömquist wirft ihr Auge auf Kendal Jenner, Kim Kardashian, Nofretete sowie unsere österreichische Kaiserin Sissi. Warum hat sich unser Schönheitsempfinden in den letzten Jahrhunderten so verändert? Was hat unsere heutige Gesellschaft damit zu tun? Warum behandeln wir unser Aussehen wie ein Produkt? Ähm ja, weil viele Promis mittlerweile sich selbst zur Marke lanciert haben.
Was dies alles mit sich bringt, ist eine Veränderung der Sichtweise auf Schönheit oder vermeintliche Ideale. Wer nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, bleibt wohl übrig! Wer seine Pluspunkte nicht über Bildchen in Social Media zur Schau stellt, um sich selbst zu optimieren, der hat’s auch nicht drauf. Und wer seine Fuckability nicht ansehnlich zur Schau stellt, bleibt underfucked.

Was bekommt ihr hier?
Einen feministischen Comic in Strömquist’s rotziger Manier mit Bezug zur unserem wichtigsten DINGS im 20. Jahrhundert: der Digitalisierung! Mit Bezug zu Schönheitsidealen, einer Analyse von heteronormativen Verhaltensmustern und mit dem Aufzeigen von Beispielen, dass uns unser Aussehen, in Zeiten der Pandemie, und dem damit verbunden Hocken in Online-Meetings, doch wichtiger ist, als wir glauben.
„Im Spiegelsaal“ definiert wieder klar unsere heutige Gesellschaft und macht nachdenklich. War es vor einigen Jahrhunderten verpönt sich als Frau im Spiegel zu betrachten (Sünde!) so scrollen viele heute durch Social Media und lachen sich täglich mehrmals selbst entgegen.

Fazit:
Ein Augenöffner für Augen, die wir eigentlich offen haben sollten, ein Spiegelvorhalten!
Was mir etwas gefehlt hat diesmal – vielleicht auch dem Thema geschuldet: mir fehlte etwas der Humor, der sonst in ihren Büchern vertreten ist. Und: die fehlenden Seitenzahlen.
Klare Leseempfehlung meinerseits! Ich liebe die Bücher von Liv Strömquist!

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