Cover-Bild Der Fluss ist eine Wunde voller Fische
(7)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Blumenbar
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Familienleben
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 176
  • Ersterscheinung: 14.03.2022
  • ISBN: 9783351051044
Lorena Salazar

Der Fluss ist eine Wunde voller Fische

Roman
Grit Weirauch (Übersetzer)

Ein außergewöhnliches Debüt von Kolumbiens literarischem Shooting-Star

Eine junge Mutter und ihr Sohn durchqueren in einem kleinen Boot den strömenden Fluss Atrato in Kolumbien. Sie ist weiß, er ist schwarz. Die beiden sind auf dem Weg zur leiblichen Mutter und im Laufe der Fahrt erfahren wir ihre gemeinsame Geschichte. Dabei fließt die Erzählung wie der Fluss, der sie trägt. Er ist die Ader der Landschaft, eines Urwalds voller Früchte, Tiere und Düfte, aber auch die Ader des menschlichen Lebens. Als der Junge entscheidet, bei wem er leben möchte, nimmt der Roman eine unerwartete Wendung ... Eine literarische Reise von großer Sinnlichkeit über die Zartheit des Mutterseins, die Kraft der Freundschaft und über die Abgründe, die unsere Herkunft mit sich bringen kann.

»Ein Roman über atemberaubende Landschaften, Mutterängste und die Gewalt, die wie ein Tier im Dunkeln lauert.« Pilar Quintana

»In diesem schillernden, bewegenden Debüt führt uns Lorena Salazar in die Tiefen des kolumbianischen Dschungels und zeigt uns Schwesternschaft in ihrer reinsten Form.« Fernanda Melchor


Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2022

Dramatik

0



Die kolumbianische Schriftstellerin Lorena Salazar hat mit ihrem Debütroman „Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ eine erschütternde Geschichte geschrieben.

Ihre Dialoge und Beschreibungen der dramatischen ...



Die kolumbianische Schriftstellerin Lorena Salazar hat mit ihrem Debütroman „Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ eine erschütternde Geschichte geschrieben.

Ihre Dialoge und Beschreibungen der dramatischen Geschehens ist detailliert und brillant. Ihre Erzählkunst bringt uns alles bildhaft real.

Ich sah die junge Weiße mit ihrem schwarzen Sohn genau vor mir. Der Junge wird von ihr so liebenswert erzogen. Das ist wunderschön.

Die Reise auf dem Floß und die vielen Eindrücke sind einfach gut.

Das Ende ist dann erschütternd. Ich war erst mal total traurig.

Es ist eine realistische Geschichte, die den Leser mitnimmt.

Die Autorin hat großes geleistet. Lesenswert.

Veröffentlicht am 22.08.2022

Muttersein

0

Eine junge weiße Frau und ihr dunkelhäutiger Sohn steigen 2002 in ein Boot. Sie treten eine Reise auf dem Río Atrato in Kolumbien an. Beide bleiben namenlos. Die junge Mutter fungiert als Ich-Erzählerin. ...

Eine junge weiße Frau und ihr dunkelhäutiger Sohn steigen 2002 in ein Boot. Sie treten eine Reise auf dem Río Atrato in Kolumbien an. Beide bleiben namenlos. Die junge Mutter fungiert als Ich-Erzählerin.

In einer sehr poetischen Sprache wird der Reiseverlauf geschildert, ebenso wie die Natur und der Fluss, der sein Gesicht fortwährend ändert. Die Reise beginnt eher träge und langsam, entsprechend dem Antlitz des Flusses. Etwas Tückisches scheint unter der Behäbigkeit zu lauern, man kann es nicht fassen, erahnt es aber.
Unterbrochen werden diese Betrachtungen durch Gespräche mit Mitreisenden und Kindheitserinnerungen der Frau. Als „einzige Weiße unter Schwarzen“ wurde die Erzählerin früher oft ausgegrenzt und wollte einfach nur dazugehören.

Sie unternimmt die Reise, um „ihren Sohn“ zu seiner leiblichen Mutter zu bringen, diese übergab ihr das Baby, weil sie bereits drei Kinder hatte. Die junge Frau liebt den Jungen bedingungslos. Die geschilderten Episoden aus seiner Kindheit sind liebevoll und fürsorglich. Die unterschwellige Sorge, wie es nach dem Treffen weitergehen soll ist spürbar, dennoch will sie den Kontakt ermöglichen.
Es gelingt der Autorin eine Vielzahl von Gefühlen und Betrachtungen in die Naturbeschreibungen einzuflechten. Ein zentrales Thema ist das Muttersein, das facettenreich betrachtet wird: durch die Ich-Erzählerin, ihre Beziehung zur eigenen Mutter, die leibliche Mutter des Jungen und auch durch die jungen Mitreisende, die während einer Fehlgeburt unterwegs stirbt.
Die Reise endet mit einem unerwarteten Finale, in dem die Autorin ein historisches Ereignis mit einarbeitet: das Massaker von Bojayá. Der Roman nimmt damit eine unerwartet dramatische Wendung, die für die Menschen vor 20 Jahren dort eine grausame Realität war.

Die Verbindung der historischen Momente mit poetischen Naturbetrachtungen, der Reise der jungen Frau zurück zu ihrer eigenen Kindheit und der mit ihrem Sohn sind wunderbar zu lesen. Etwas ungewöhnlich fand ich die vielen Hautbeschreibungen von weiß zu cremefarben, kaffeebraun etc.
Die Autorin beschreibt eine Gegend, die sie sehr gut kennt. Ihre Mutter stammt von dort und sie selbst hat einen Teil ihrer Kindheit dort verbracht. Mit ihrer bildhaften Sprache lässt sie die Orte für den Leser lebendig werden, ebenso wie die Gefühle der Protagonistin.
Ein ungewöhnlicher Roman, der mich beeindruckt hat und noch nachhallt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2022

Ausdrucksstark.

0

Ein poetisch meist ruhig anmutendes Debüt der kolumbianischen Autorin Lorena Salazar. Das schöne Cover & auch der klangvolle Titel passen wunderbar zu diesem Werk. Man begleitet eine junge Frau auf ihrer ...

Ein poetisch meist ruhig anmutendes Debüt der kolumbianischen Autorin Lorena Salazar. Das schöne Cover & auch der klangvolle Titel passen wunderbar zu diesem Werk. Man begleitet eine junge Frau auf ihrer Reise über den Fluss Atrato, die "ihren" Jungen zu seiner leiblichen Mutter bringt. Dabei durchlebt man viele unterschiedliche Gefühle & begegnet vordergründig den Themen: Zugehörigkeit, Mutterschaft & auch Ängsten. Mir hat es gut gefallen, aber erst mit mehr Hintergrundwissen die die Autorin selbst über ihr Buch gibt, konnte ich es noch besser einordnen & nachempfinden. Die Synchronsprecherin Elke Appelt hat dieses schöne, aber auch realistische Hörbuch gut zum Ausdruck gebracht. Ich konnte mir z.B. auch fremde Früchte gut bildlich vorstellen. Insgesamt ein empfehlenswertes Hörbuch, auch wenn das Ende schon ziemlich erschreckend für mich war.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2022

Atrato

0

Der Fluss ist eine Wunde voller Fische – Lorena Salazar
Dieser Roman lebt von einer stimmungsvollen Atmosphäre und einer treffenden poetisch knappen Sprache. Die Handlung selbst ist nämlich recht schnell ...

Der Fluss ist eine Wunde voller Fische – Lorena Salazar
Dieser Roman lebt von einer stimmungsvollen Atmosphäre und einer treffenden poetisch knappen Sprache. Die Handlung selbst ist nämlich recht schnell runtererzählt. Eine junge Frau und ihr Sohn sind auf dem Weg zur leiblichen Mutter des Sohnes. Die junge Frau ist nämlich weiß und der Junge schwarz. Dennoch sieht sie ihn als ihren Sohn an. Die beiden bleiben namenlos. Sie reisen in einem kleinen Boot auf dem Fluss Atrato in Kolumbien und kommen ihrem Ziel immer näher. Es gibt Gespräche mit Mitreisenden und ab und an wird an einem Ort entlang des Flusses haltgemacht und übernachtet. Zudem schweift die junge Frau, die Ich-Erzählerin der Geschichte immer wieder in Erinnerungen an ihre Kindheit, oder die Kindheit des Jungen ab.
Auch das ein oder andere Drama ereignet sich auf dieser Reise. Und gegen Ende muss der Junge eine Entscheidung treffen. So richtig nahe kommt man den Protagonisten allerdings sehr lange leider nicht. Es bleibt immer eine gewisse Distanz. Erst im letzten Viertel passieren einschneidende Ereignisse, die plötzlich auch diese Distanz, eine gewisse Apathie im ewigen Fließen des Flusses durchbrechen. Jetzt erst zeigt die Autorin ihr ganzes Können. Diese letzten Seiten, wenn man schon denkt, es passiert nichts mehr, fand ich ganz grandios.
Kulturell reißt dieser Roman einiges an. Das ist hochinteressant, doch auch hier reicht die Kürze dieser Geschichte nicht wirklich aus, um tiefer einzusteigen. Auch geschichtlich wird insbesondere im letzten Teil deutlich, dass der Leser sicherlich gut daran täte, sich mit Kolumbiens Hintergründen näher auseinanderzusetzen. Gerade leicht macht es einem die Autorin dabei nicht, liefert sie doch nicht einmal eine zeitliche Einordnungshilfe. Dieser Roman wäre perfekt für eine intensive Leserunde geeignet.
Sprachlich ist dieses Werk auf jeden Fall bemerkenswert. Die Sätze sind meist kurz, dennoch exotisch und ungewöhnlich. Die Autorin lässt den Fluss lebendig werden und beschreibt die Umgebung sehr detailliert.
Insgesamt ist dies eine sinnliche Geschichte über einen Fluss im kolumbianischen Dschungel, der die Lebensader der Gegend darstellt. Über Mutterschaft und Abgründe unterschiedlicher Art. Der Roman beschreibt sprachgewaltig eine atemberaubende Landschaft und tiefgehende Ängste. Ein beeindruckendes Werk, das mich nicht immer berühren konnte. Auf jeden Fall eine lohnenswerte Reise nach Südamerika! 4 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2023

Das Ende schockiert

0

Diesen südamerikanischen Roman aus Kolumbien habe ich mir für den November aufgehoben. Der Grund: Meine Tochter ist den ganzen November in Kolumbien unterwegs. Deshalb möchte ich neben ihren Fotos, die ...

Diesen südamerikanischen Roman aus Kolumbien habe ich mir für den November aufgehoben. Der Grund: Meine Tochter ist den ganzen November in Kolumbien unterwegs. Deshalb möchte ich neben ihren Fotos, die sie mir schickt, auch literarisch ein bisschen in das Land eintauchen. (Und für die Weltenbummler Challenge fehlt mir auch noch ein südamerikanisches Land)
Mit nur 176 Seiten ist dieser Debütroman von Lorena Salazar Masso ein eher dünnes Büchlein. Trotzdem benötigt man seine Zeit dafür, denn der Inhalt fließt genauso ruhig dahin, wie der Rio Atrato - den Fluss, den eine junge namenslose weiße Frau und ein schwarzer Junge als Transportmittel nehmen. Sie sind auf dem Weg zur leiblichen Mutter des Jungen.
Dabei erfahrenwir einige Geschichten, die zurück in die Zeit führen, als die junge Frau den kleinen Jungen als Baby überreicht bekam, um ihn aufzuziehen. Die leibliche Mutter konnte ihr Kind nicht versorgen. Ebenfalls erhalten wir kleine Einblicke in die Lebensgeschichten der Passagiere, die sich auf dem Boot befinden.

Die für mich essenzielle Frage dieser Geschichte ist "Was macht eine Mutter aus?" Ist es die Frau, die dich geboren oder diejenige, die dich aufgezogen hat? Was heißt es Mutter zu sein? Die Verlustangst begleitet sie auf dem gesamten Weg. Auch die Hautfarbe spielt in der Geschichte eine Rolle. Dabei ist die Autorin aber nicht wertend, denn die junge weiße Frau war während ihrer Schulzeit eine der wenigen hellhäutigen Schüler. Die Bevölkerung im Chocó Department besteht nämlich aus 82 % Afrokolumbianern, 13 % Indigenen und 5 % Weißen besteht.

Die Autorin hat eine sehr bildhafte, blumige und poetische Sprache. Es ist eine eher literarisch anspruchsvollere Erzählung, die uns Lorena Salazar mit ihrer Geschichte bietet. Die Bootsfahrt ist nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich ereignisreich, sondern auch die Natur und Tierwelt spielt eine große Rolle. Die Atmosphäre auf und rund um das Boot, sowie den Menschen darauf, wird sehr bildhaft dargestellt. Neben dem Thema Mutterschaft sind der Dschungel und das Leben mit und am Fluss ein weiteres wichtiges Thema. Lorena Salazar möchte dem Leser ihre Heimat näher bringen.

Und dann kommt das Ende! Hier kommt es zu einer Wendung, die in die wunderbare Stille hereinbricht, wie ein Donnerschlag. Er traf mich mit voller Wucht und fühlte sich irgendwie unpassend an. Das Ende war mir zu schnell und es "überfährt" den Leser regelrecht.
So richtig hat mich die Geschichte nicht erreicht, jedoch war der Ausflug in eine völlig andere Kultur spannend und lehrreich.

Fazit:
Ein dünnes, aber intensives Buch, welches jedoch am Ende mit einer unerwarteten Wendung den Leser aus seiner trügerischen Blase reißt. Vielschichtig und trotz der Kürze gab es für mich doch auch einige Längen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere