Cover-Bild Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden
(2)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: hanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Esoterik
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 27.04.2020
  • ISBN: 9783446266049
Lori Gottlieb

Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden

"Dieses Buch ist so mutig, so wahr, so tief empfunden und fesselnd." Irvin D. Yalom
Elisabeth Liebl (Übersetzer)

„Therapie ist wie Pornografie“, schreibt die Psychologin Lori Gottlieb. „Beides setzt eine gewisse Art von Nacktheit voraus. Beides kann großen Nervenkitzel auslösen. Und beides wird von Millionen Menschen in Anspruch genommen, die meisten behalten es jedoch lieber für sich.“

Als Lori Gottlieb sich selbst nach einer Trennung in Therapie begibt, ergeht es ihr ebenso wie ihren Patienten: Sie muss ihre eigenen blinden Flecken erkennen und sich verletzlich machen, um an Trauer, Scham und Schmerz wachsen zu können. Der schwer greifbare Prozess, der in dem intimen Verhältnis zwischen Therapeut und Patient abläuft, hat die Macht uns zu verändern, möglicherweise sogar unser ganzes Leben. Lori Gottlieb liefert eine brillante Hommage an den Menschen in all seinen Widersprüchlichkeiten und einen tiefbewegenden Einblick in alle Aspekte der Psychotherapie. Diese Lektüre lässt einen verändert zurück.


„Ein Buch, das süchtig macht.“ (People)

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2022

Einblicke in therapeutische Prozesse

0

Wer bin ich? Was will ich? Was steht mir im Weg?
Dies sind Fragen, welche sich einige von uns stellen oder noch nicht wussten, das sie in einem schlummern.
Mit einer Therapie können viele Fragen schrittweise ...

Wer bin ich? Was will ich? Was steht mir im Weg?
Dies sind Fragen, welche sich einige von uns stellen oder noch nicht wussten, das sie in einem schlummern.
Mit einer Therapie können viele Fragen schrittweise beantwortet werden oder werden erkannt, um für sich den richtigen Weg zu finden.
Zitat von Lori Gottlieb: „Therapie ist wie Pornografie“
Wie ich finde, ist dies sehr passend gewählt. Sich auf einer Therapie einzulassen, ist wie ein ausziehen. Nur hier ist es nicht wie in der Pornografie die Kleidung, sondern hier geht es um das innere ICH. Dies kann mit Trauer, Scham und Schmerz behaftet sein, aber dies kann noch viel mehr. Denn durch das Entkleiden und der Verarbeitung von z. B. Schmerzen kann ein neuer Weg für einen sein.

Aber wer ist Lori Gottlieb?
Sie ist zum einen die Autorin des Buches, zum anderen Psychotherapeutin und schildert hier von ihren Erfahrungen aus Ihrem eigenen Leben und wie Sie selbst eine Therapie erlebt. Denn nach einer Trennung begibt sie sich ebenfalls in eine Therapie und erlebt die Seite des Patienten mit eigenen Augen.
Im Buch gibt sie Einblicke in therapeutische Prozesse verschiedener Patienten. Auch von der zwischenmenschlichen Beziehung des Therapeuten und des Patienten, welche während der Therapie entsteht. Dabei erzählt sie ganz offen von ihren Gedanken und Gefühlen gegenüber ihrer Patienten und wie es ihr in ihrer eigenen Therapie erging.
Der ein oder andere denkt vielleicht, dies wäre ein weiterer therapeutischer Ratgeber. Aber dem ist nicht so, denn es ist viel mehr.
Durch die offene Art der Autorin ermöglicht sie den Lesern Einblicke in verschiedenen Epochen der Therapie und erlebt dabei die Fortschritte, wie auch die Rückschläge.
Ich denke, es wird gerade Menschen helfen, sich einen Überblick zu verschaffen, was eine Therapie beinhaltet und was auf einem zukommen könnte. Vielleicht finden manche Menschen durch dieses Buch einen leichteren Zugang zu einer Therapie.

Leider ist das Thema „Therapie“ für viele immer noch ein Tabuthema. Dabei ist es nur menschlich, wenn Hilfe in Anspruch genommen wird. Dies wird vielleicht kein leichter Schritt, aber es zeigt enorme Stärke.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt, diesen ersten Schritt zu gehen!

FAZIT
Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich denke, es wird anderen Mut zum ersten Schritt schenken. Zumindest hoffe und wünsche ich es mir!
Es ist und bleibt nichts Verwerfliches daran, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Von mir gibt es eine klare Empfehlung und somit 5 von 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 22.05.2020

Unterhaltsam & gut recherchiert

0

Gleich vorneweg muss ich zugeben, dass ich bei diesem Buch voreingenommen war. Und das deshalb, weil ich denselben Beruf ausübe wie die Autorin. Aber genau aus diesem Grund war ich gerade so gespannt auf ...

Gleich vorneweg muss ich zugeben, dass ich bei diesem Buch voreingenommen war. Und das deshalb, weil ich denselben Beruf ausübe wie die Autorin. Aber genau aus diesem Grund war ich gerade so gespannt auf dieses Buch, das schon lange auf meiner Wunschliste gestanden hat.

Lori Gottlieb hat eine beachtliche und abwechslungsreiche Karriere hinter sich. Ursprünglich war sie TV-Produzentin bei mehreren berühmten amerikanischen Fernsehserien, bis sie aufgrund ihrer Recherche für eine Arztserie mit der Arbeit von echten Ärzten in Berührung gekommen ist und gemerkt hat, dass sie selbst gerne in diesem Bereich tätig sein wollte. Aus diesem Grund hat sich Gottlieb dazu entschlossen, ihren ursprünglichen Beruf an den Nagel zu hängen und Medizin zu studieren. Eine mutige Entscheidung, wenn man bedenkt, dass sie damals bereits in ihren 30ern war (wenn ich es richtig in Erinnerung habe). Während des Medizinstudiums hat sie dann aber gemerkt, dass sie sich doch eher für Psychologie interessiert und ihr Fachgebiet noch einmal gewechselt, bis schliesslich in der Psychotherapie gelandet ist. Das alles hat sie noch dazu als alleinerziehende Mutter unter einen Hut gebracht.

Gottlieb hat bereits mehrere Bücher geschrieben und dieses hier befasst sich einerseits mit Patientinnengeschichten aus ihrer Tätigkeit als Psychotherapeutin, und andererseits mit Anekdoten aus ihrer eigenen Therapie, die sie nach einer Trennung von ihrem Ex-Freund in Anspruch genommen hat. Dabei ist die Autorin erfrischend ehrlich und zögert auch nicht damit, ihre eigenen Schwächen in den Mittelpunkt zu stellen, was ich äusserst sympathisch fand. Denn ich habe manchmal auch den Eindruck, dass Patientinnen den Eindruck haben, wir Therapeutinnen seien eine Art Übermensch, die immer alles im Griff haben. Und das dem nicht so ist und jeder Mensch mal professionelle Hilfe in Anspruch nehmen kann und sollte, finde ich eine sehr wichtige Botschaft.

Das Buch ist insgesamt sehr unterhaltsam geschrieben und bereits nach wenigen Kapiteln habe ich mich in vielen Szenen wiedererkannt, die Gottlieb aus ihrer beruflichen Tätigkeit beschrieben hat. Sehr positiv fand ich, dass ich das erste Mal ein Sachbuch aus dem Bereich der Psychotherapie gelesen habe, das wirklich sehr gut recherchiert war und adäquat abbildet, was in der Therapie vor sich geht und welche Theorien in den Behandlungen herangezogen werden, weil sie evidenzbasiert sind. Bis auf einen kleinen Schnitzer, bei dem zwei Begriffe nicht ganz richtig übersetzt wurden (es heisst ich-dyston und ich-synton und nicht ich-syntonisch und ich-dystonisch), war ich wirklich erfreut über das realistische Bild unserer psychotherapeutischen Arbeit, das Gottlieb hier dargestellt hat. Bei vielen ihren Aussagen musste ich sogar schmunzeln, weil sie genauso gut von mir stammen könnten.

Nichtsdestotrotz gab es aber auch ein, zwei Schwächen, die ich an dieser Stelle erwähnen muss. Das war zum einen der fehlende rote Faden, der dazu geführt hat, dass ich gegen Ende des Buches allmählich ein bisschen mein Interesse an der Handlung verloren habe. Vielleicht ist aber mein Interesse auch dadurch verflogen, weil mir so vieles bekannt vorkam und es für mich deshalb weniger "aufregend" ist, einen Einblick in die Arbeit einer Psychotherapeutin zu bekommen. Da kann ich natürlich nicht mit Sicherheit beantworten. Bei mir hat aber dieses Gefühl, dass ich unbedingt weiterlesen möchte, gefehlt.
Ein weiterer kleiner "Kritik"punkt bezog sich bei mir auf die therapeutische Arbeit von Gottlieb, hinter der ich nicht immer ganz stehen konnte. Obwohl sich der narzisstische John zu meinem Lieblingspatienten aus dem Buch entwickelt hat (und das wahrscheinlich deshalb, weil er mir in meiner praktischen Tätigkeit bisher selbst schon so oft begegnet ist), war ich manchmal erstaunt darüber, was Gottlieb ihm alles durchgehen lässt. Würde mich ein Patient mit einer Prostituierten vergleichen, zu der er jede Woche hingeht, oder mir sagen, dass ich "Fick-Mich"-Stiefel trage, dann hätte ich ihn schon längst damit konfrontiert, dass mir das zu weit gehen würde. Und das darf man bei Narzissten trotz ihrer leichten Kränkbarkeit auch mal machen ;).

Eine letzte Überlegung, die bei mir entstanden ist, war die Frage, inwiefern sich dieses Buch negativ auf Gottliebs Arbeit auswirken könnte. Ich finde es gut und wichtig, dass sie darauf hingewiesen hat, dass wir Therapeut
innen selbst alles andere als perfekt sind und es auch für uns gilt, dass wir "vielleicht mal mit jemandem darüber reden sollte", aber gleichzeitig verrät sie doch sehr viel Privates über sich, dass ihre ganzen Patientinnen lesen können. Mir persönlich wäre damit ehrlich gesagt nicht sehr wohl. Aber das ist wahrscheinlich eher eine Entscheidung, die sie für sich persönlich treffen musste.

Fazit:
In "Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden" erzählt Lori Gottlieb aus ihrer beruflichen Tätigkeit als Psychotherapeutin und teilt gleichzeitig Anekdoten mit uns, als sie sich selbst nach einer Trennung in eine Therapie begeben hat. Das Buch ist erfrischend ehrlich und schildert auf sehr realitätsgetreue Weise die Arbeit von uns Psychotherapeut
innen. Wer einen Einblick in diese Tätigkeit bekommen will, ist hier richtig. Obwohl das Buch kurzweilig ist, hat mir aber insgesamt ein roter Faden gefehlt, der mich dazu gebracht hätte, das Buch unbedingt weiterlesen zu wollen. Dennoch ein empfehlenswertes Buch, dem ich 3.5 Sterne vergeben kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere