Cover-Bild Café Engel
Band 1 der Reihe "Café-Engel-Saga"
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  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 560
  • Ersterscheinung: 28.02.2019
  • ISBN: 9783404177486
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Marie Lamballe

Café Engel

Eine neue Zeit - Saga um eine Wiesbadener Familie und ihr Traditionscafé. Roman

Wiesbaden, 1945. Die junge Hilde kann ihr Glück kaum fassen: Der Krieg ist zu Ende, und das Café Engel blieb wie durch ein Wunder verschont. Gegen alle Widerstände will sie den Familienbetrieb wieder zu jenem glanzvollen Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten machen, als der er einst berühmt war. Doch schon bald trüben erste Konflikte den jungen Frieden: Als ihre schöne Cousine Luisa aus Ostpreußen eintrifft, wächst zwischen den beiden jungen Frauen eine Rivalität, die die Atmosphäre im Café zu vergiften droht. Bis sie begreifen, dass sie etwas gemeinsam haben: ein Geheimnis aus Kriegszeiten, das sie bis heute fürchten ...


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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2019

Café Engel - Eine neue Zeit

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Handlung:
Wiesbaden 1945
Hilde und ihre Mutter Else fürchten bei jedem Bombenangriff nicht nur um ihr Leben, sondern auch um ihr geliebtes Café Engel. Doch wie durch ein Wunder steht das Gebäude nach dem ...

Handlung:
Wiesbaden 1945
Hilde und ihre Mutter Else fürchten bei jedem Bombenangriff nicht nur um ihr Leben, sondern auch um ihr geliebtes Café Engel. Doch wie durch ein Wunder steht das Gebäude nach dem Kriegsende noch vollständig und zusammen versuchen die beiden Damen, den Betrieb wieder ins Laufen zu bringen, sie sind sich der Tatsache bewusst, was für ein schwieriges Unterfangen das wird. Die Lebensmittel werden nur knapp zugeteilt und alles ist verdammt teuer, nur mithilfe des Schwarzmarktes kann das Café ansatzweise betrieben werden. Ziel ist es, das Café wieder zu einem beliebten Treffpunkt unter Künstlern zu machen und an den alten Ruhm anzuknüpfen.
Nicht nur diese Aufgabe fordert Hilde alle Kräfte alle Kräfte ab, eines Tages steht eine unbekannte Cousine vor der Tür und wird voller Freude von dem Vater aufgenommen. Doch Hilde ist sich nicht ganz sicher und betrachtet Luisa mit Misstrauen, es entstehen immer wieder Streitigkeiten und eine friedvolles Zusammenleben ist schwer möglich.

Meinung:
Das Cover hat mich auf den ersten Blick direkt an eine alte Postkarte erinnert, die aus Nostalgie immer aufgehoben wurde und der man ihr Alter ansieht. Es sieht verwaschen aus und bei näherer Betrachtung scheint es, als würde man die Szene wie durch einen Filter sehen. Stark auffallend ist natürlich die Dame, welche in einem strahlend roten Kleid mit aufrechter, stolzer Haltung auf der Straße läuft. Passend sind auf der linken Seite die Tische, Stühle und Markissen, welche direkt auf ein Café hindeuten und somit eine Hommage an das Café Engel bilden. Gesamt ist das Cover sehr stimmig, die Farben, als auch die Schriftarten und die gesamte Straße mit allen Details passen sehr gut zusammen und haben mich direkt angesprochen.

Bisher habe ich noch kein Werk der Autorin gelesen, dieser Roman klang für mich von der ersten Sekunde an spannend und ich habe mich riesig gefreut, mit dem Lesen zu beginnen. Ich wusste nicht recht, was mich erwarten wird, besonders gespannt war ich auf die Darstellung der Cousinen Luisa und Hilde. Sie wirkten anhand des Klappentextes einerseits sympathisch, sodass ich auf ihre Charaktere gespannt war, andererseits war auch ein Streit und Unstimmigkeiten angedeutet, die wie ein Versprechen auf Action klangen. Was in diesem Zusammenhang und niedergeschrieben irgendwie komisch klingt, bedenkt man, dass der Krieg gerade erst geendet hat.

Die Schreibweise war durchweg locker gehalten, besonders Hilde und ihre Freunde hatten eine wunderbar erfrischende Sprachweise und haben nur selten mal ein Blatt vor den Mund genommen. Viele Beschreibungen, vor allem die von den zerstörten Gebäuden, aber auch von Kriegserlebnissen wurden detailreich und bildlich beschrieben.
Unterteilt wurde der Roman in viele Kapitel, in denen verschiedene Charaktere zu Wort kommen. Lediglich die Abschnitte von Julia fand ich nicht so passend zu der restlichen Geschichte. Sie wirkten etwas fehl am Platz, auch wenn es so eine Entwicklung ihres Charakters sichtbar wurde. Ansonsten fand ich den Sichtwechsel spannend und gut beschrieben, ich hatte keine Probleme damit und die Spannung wurde natürlich gekonnt erhöht.

Es gibt zahlreiche Handlungsorte, welche fast alle von den Folgen den Krieges betroffen sind und sich nicht in ihrem besten Zustand befinden. Ein zentraler Ort ist natürlich das Café Engel, in welchem wir als Leser vor allem Hilde und ihre Mutter Else, sowie einige Nebencharaktere antreffen. Dort fühlen sich die Damen sichtbar am wohlsten, tun alles, um es zu erhalten und gehen dort am besten auf. Die Beschreibung des Café selbst fand ich richtig gut, es erschien sofort ein Bild vor meinen Augen. Lediglich die Verbindung von dem Café und dem Wohnhaus der Familie und von den Untermietern fand ich etwas schwierig.
Traumhaft war natürlich die französische Landschaft beschrieben, die nicht so stark vom Krieg gezeichnet war. Die dörfliche Gegend war idyllisch und mit viel Liebe beschrieben, fast hätte ich mir mehr Kapitel von dort gewünscht. Sie waren auf jeden Fall ein starker Kontrast zu dem zerbombten Wiesbaden und zeigten die Folgen des Krieges.

Im Grunde war jedoch Charakter stark gezeichnet, doch nicht immer war ich mit jedem zufrieden. Besonders Hilde und Luisa hatten ihre guten, aber auch schwachen Seiten, die mich mit der Zeit etwas gestört haben.
Bei Hilde hat mir ein wenig Menschlichkeit und Verständnis gefehlt. Sie wirkte lange Zeit wie ein Roboter, der einfach nur funktioniert. Erst im letzten Drittel ändert sich das, doch der Wandel geht etwas zu schnell und sie zeigt zu schnell zu viele Gefühle. Auch ihr anfängliches Verhalten gegenüber Luisa war zu arg und hat mit der Zeit gestört. Im Grunde jedoch war sie ein angenehmer Charakter, der seinen Zielen nachgeht und nicht auf alles blauäugig reingefallen ist. Sie hat das Beste aus der Situation gemacht und ihr ganzes Herzblut in das Café gesteckt.
Luisa war meist zu unschuldig und naiv gezeichnet, was natürlich an ihrer bisherigen Lebensgeschichte liegen mag. Aber sie hat im Grunde auch lange Zeit nicht viel getan, um stärker und unabhängiger zu werden. Erst gegen Ende des Romans hat Luisa ihren Mund aufgemacht und gesagt, was sie will.
Fast würde ich meinen, dass andere Charaktere, die eher nebenbei auftreten, stärker gezeichnet waren und mich mit ihrer Art mehr bestechen konnten, als Luisa und Hilde. Ich denke, dass die beiden Cousinen durch den Krieg und bei Luisa außerdem durch verschiedene andere Umstände, ihre Jugend schnell hinter sich lassen mussten und erst schneller erwachsen wurden.

Fazit:
Ein interessanter erster Teil, der mir im Großen und Ganzen gut gefallen hat, jedoch habe ich auch einige Kleinigkeiten zu bemängeln, allen voran die Darstellung von Hilde und Luisa. Ihre Charaktere waren manchmal etwas schwierig dargestellt und nicht jede Handlung hat mir gefallen. Doch gleichzeitig waren sie durch manche Fehler auch lebendiger und authentischer.
Besonders toll hat mir die bildhafte Sprache und die Beschreibung der aktuellen Situation in Deutschland mit zerbombten Häusern, Nahrungsknappheit und den Hoffen und Bangen um die Familie.

Veröffentlicht am 13.03.2019

1945 - in Wiesbaden und an anderen Orten...

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Das Buch „Café Engel „von Marie Lamballe beschreibt hauptsächlich die Zeit von Februar bis Silvester 1945, überwiegend in Wiesbaden im Café Engel, aber auch an anderen Orten in Deutschland und Europa.
Wir ...

Das Buch „Café Engel „von Marie Lamballe beschreibt hauptsächlich die Zeit von Februar bis Silvester 1945, überwiegend in Wiesbaden im Café Engel, aber auch an anderen Orten in Deutschland und Europa.
Wir erleben diese Zeit aus der Perspektive von fünf Menschen, z.B. sitzen wir im Februar 1945 mit Hilde und ihrer Mutter im Luftschutzbunker, sorgen uns im März um Julia, einer Jüdin, die von den Bewohnern des Café Engel versteckt wird, leiden im April mit Heinz (Hildes Vater) in französischer Gefangenschaft, begleiten Luisa auf ihrer Flucht von Stettin nach Wiesbaden und erleben Jean-Jacques in seinem französischen Heimatort.
Die Autorin hat sehr umfangreich recherchiert und hat dies sehr detailgenau umgesetzt, so dass ich mit diesen Menschen an ihren jeweiligen Aufenthaltsorten bildhaft vorstellen konnte. Durch die Perspektivwechsel erfahren wir von den Sorgen, Leiden, Freuden und Hoffnungen des Einzelnen, tauchen in ihre Gefühlswelten ein.
Wir spüren die Ängste beim Bombenhagel, sehen das zerbombte Wiesbaden, hören die letzten nationalsozialistischen Äußerungen zu einem doch möglichen Endsieg, hungern mit der Bevölkerung, verfolgen die Diskussion, ob Handel auf dem Schwarzmarkt eine Alternative zu den knappen Lebensmittelkarten bedeuten kann... kurz gesagt: wir befinden uns „mittendrin“!
Aber es gibt auch einige „Wermutstropfen“, d.h. einige Kritikpunkte: der Klappentext verrät einerseits zu viel und führt zu Erwartungen, die so oder nur in sehr abgeschwächter Form erfüllt werden (das ist leider häufig bei Klappentexten, hier fand ich es nur besonders störend). Der Umschwung von „Rivalität“ (Klappentext) zwischen Hilde und Luise zu „bester Freundschaft“ geschah in atemberaubender Schnelligkeit und konnte von mir nicht ganz nachvollzogen werden. Und über das „Geheimnis“ (Klappentext) grüble ich noch heute nach... Und ganz zuletzt: ich bin wirklich ein großer Fan von Happy-Ends (gerade am Ende solcher Bücher), aber hier hätte es gut „'ne Schippe weniger“ sein können, soviel „Friede, Freude, Eierkuchen“...
Aber insgesamt habe ich mich durch das „Café Engel“ gut unterhalten gefühlt, ich habe angenehme Stunden mit Familie Koch und ihren Freunden gehabt, habe mich mit ihnen geärgert und gefreut – und ich habe wieder einmal Neues über das Jahr 1945 gelernt! Also kann ich trotz meiner Kritik eine Leseempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 10.03.2019

Interessanter Auftaktband

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Das Café Engel in Wiesbaden ist der ganze Stolz von Heinz und Else Koch. Viel Arbeit und Herzblut steckt darin. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn das Café ist Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten. ...

Das Café Engel in Wiesbaden ist der ganze Stolz von Heinz und Else Koch. Viel Arbeit und Herzblut steckt darin. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn das Café ist Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten. Besonders Heinz Koch genießt diesen Status. Tochter Hilde liebt das Café und die besondere Atmosphäre, die dort herrscht. Sie träumt von Kindesbeinen an davon, es einst zu übernehmen. Der Zweite Weltkrieg sorgt allerdings dafür, dass die Türen des Cafés geschlossen bleiben. In den letzten Kriegstagen wird Wiesbaden das Ziel schwerer Bombenangriffe. Else und Hilde Koch bangen um das Café. Doch das Schicksal meint es gut mit ihnen, denn es bleibt beinahe unversehrt. Am Ende des Krieges eröffnen die beiden Frauen das Café wieder. Der erneute Start verläuft allerdings alles andere als reibungslos, denn es gilt etliche Schwierigkeiten zu überwinden. Doch Hilde wächst in dieser Zeit über sich hinaus. Sie riskiert einiges, um dem Café wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Nach und nach kehren nicht nur die alten Stammgäste zurück, sondern auch vermisste Familienmitglieder. Hilde muss ihren Status nun behaupten. Ein besonderer Dorn im Auge ist ihr dabei ihre Cousine Louisa, denn Hilde fühlt sich nach deren Ankunft zurückgesetzt. Die angespannte Situation droht die Atmosphäre des Cafés zu vergiften.....

Es handelt sich bei diesem Roman um den ersten Band der "Café Engel-Saga". Im Zentrum der Handlung steht die Familie Koch, die das Café Engel im Wiesbadener Kurviertel führt. Zum Einstieg blickt man in das Jahr 1935 zurück. Hier lernt man nicht nur Tochter Hilde kennen, sondern kann außerdem einen Blick in das erfolgreiche Café werfen. Die besondere Atmosphäre dieses Lokals ist dabei sofort spürbar. Außerdem erfährt man in dieser Einführung, wie Hildes Cousine Louisa ihre Kindheit auf einem ostpreußischen Gut verbringt. Die eigentliche Handlung startet dann in den letzten Kriegsmonaten und wird aus häufig wechselnden Perspektiven betrachtet. Da diese immer mit dem Namen des Protagonisten, der gerade im Zentrum der Ereignisse steht, dem entsprechenden Datum und dem Handlungsort gekennzeichnet sind, fällt es leicht, den Überblick zu behalten.

Am Anfang muss man sich mit den unterschiedlichen Charakteren vertraut machen, die nach und nach in die Handlung eingeführt werden. Es gibt einige Perspektiven, die zunächst parallel verlaufen, um sich dann allerdings miteinander zu verknüpfen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte mühelos vorstellen und deshalb entspannt in die Geschichte eintauchen. Die unterschiedlichen Perspektiven sind durchgehend interessant, denn dadurch kann man das Ganze aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Auch wenn die besondere Atmosphäre des Cafés stets zwischen den Zeilen schwebt und neugierig auf den weiteren Verlauf macht, hat man bei der Einführung der Charaktere zuweilen das Gefühl, dass man ein wenig auf der Stelle tritt und dass es nicht so richtig voran geht. Dennoch sind diese ausführlichen Schilderungen notwendig, um die einzelnen Akteure und ihre Verbindungen untereinander, besser einschätzen zu können. Die Protagonisten wirken zwar recht lebendig, dennoch hat man zwischendurch das Gefühl, dass man etwas auf Distanz gehalten wird. Die einzelnen Schicksale und die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit werden allerdings glaubhaft beschrieben.

Auch wenn ich gestehen muss, dass ich die Protagonisten, für meinen Geschmack, etwas zu distanziert betrachtet habe und deshalb nur selten richtig mitfiebern konnte, habe ich diesen doch recht umfangreichen Roman innerhalb eines Tages durchgelesen. Denn die besondere Caféhaus-Atmosphäre hat ihren Reiz auf mich ausgeübt und dafür gesorgt, dass ich unbedingt erfahren wollte, wie es mit dem Café und den Personen, die damit verknüpft sind, weitergeht.

Veröffentlicht am 08.03.2019

Reise in die Vergangenheit

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MARIE LAMBALLE - CAFÉ ENGEL

Inhalt:

Das Café Engel ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Eine kleines Künstler Café in den Zeiten des zweiten Weltkrieges, geführt von der Familie Koch. Es sind ...

MARIE LAMBALLE - CAFÉ ENGEL

Inhalt:

Das Café Engel ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Eine kleines Künstler Café in den Zeiten des zweiten Weltkrieges, geführt von der Familie Koch. Es sind schwere Zeiten für Wiesbaden und die dort lebenden Menschen. Die Koch Männer wurden zum Kriegsdienst gerufen und Hilde und ihre Mutter versuchen mit aller Macht, das Café Engel weiterleben zu lassen, wurde es doch durch die Bomben verschont.

Viele verschiedenen Charaktere sind mit dem Café Engel verbunden. Da wäre Luisa, eine Cousine der Familie, die verzweifelt versucht sich vom Norden nach Wiesbaden durchzuschlagen. Oder Jean-Jaques, ein junger französischer Soldat, der bei Hilde und ihrer Familie Unterschlupf findet und zurück nach Frankreich flüchtet, wo ihn dann der familiäre Super Gau erwartet. Ebenso Julia, eine junge Jüdin, die während des Krieges im Hause der Koch‘s erfolgreich versteckt wird und mit dem Sänger Addi zarte Bande knüpft. Und zu Letzt auch die vielen Künstler, die nach und nach zurück zum Café Engel finden und zu einer großen Familie zusammen wachsen in der Nachkriegszeit, die wirklich eine sehr schwere Zeit war. Kein Strom, keine Essen oder Trinken, der Winter steht vor der Tür….. was tun? Und alle haben ihr Päckchen zu tragen

Meine Meinung:

Man merkt sehr schnell, dass Marie Lamballe viel Liebe ins Detail gesteckt hat. Die Hintergründe beruhen auf Aufzeichnungen ihres Vaters aus der Zeit und das Café Engel ist wirklich ein Ort des Zufluchts für viele Menschen. Man kann sich glaube ich nur schwer vorstellen, was die Menschen um 1945 alles mit und durchmachen mussten. In der heutigen Zeit sind Reaktionen und Handlungen von damals nur schwer nachzuvollziehen, weshalb ich als Leser auch das ein oder andere nicht nachvollziehen konnte. (Beispiel: Julia’s Umgang mit Marianne)

Großartig fand ich das Gespür von Marie Lamballe für die Atmosphäre im Café Engel, der Zusammenhalt der Bewohner des Hauses ist einzigartig und hat mir viel Freude bereitet. Der Gedanke, dass man sich in dieser schweren Zeit aufeinander verlassen kann, tröstet über die Geschehnisse hinweg.

Das Buch Cover gefällt mir sehr gut. Es passt perfekt und ist wunderschön. Es lässt Spielraum für Fantasie, sah es so einmal aus in der Wilhelmstraße?

Es gibt aber leider auch ein paar Dinge, die mir leider nicht gefallen haben. Zum einen wäre das der schnelle Perspektivenwechsel. Die Kapitel sind unterteilt, sowohl zeitlich als auch von den erzählenden Personen. Mir persönlich ist es, besonders zum Anfang hin, sehr schwer gefallen mit dem Geschehen mit zu kommen und zu unterscheiden, wer da grad erzählt. Auch glaube ich, dass dem Buch nicht ganz so viele verschiedenen Personen besser gestanden hätte. Ein Stammbaum oder eine kurze Vorab-Beschreibung der Personen wäre hier hilfreich gewesen, um dem Leser die Möglichkeit zu geben, nach zu lesen oder sich einen Überblick zu schaffen.

Ich weiß gar nicht, wie ich es richtig beschreiben soll….. Mir war es teilweise zu viel Drama und zu viele verschiedene Handlungsstränge. Jean-Jaques und seine wirklich tragische Familiengeschichte, Offizier Peters und seine unerwiderte Liebe zu Hilde, Julia und ihre Liebe zu Addi, Louisa und ihr Familiengeheimnis, Hildes boshafte Art Louisa gegenüber und Heinz Blauäugigkeit. Für mich persönlich wäre hier weniger mehr gewesen.

Mein Highlight war aber definitiv die Atmosphäre des Buches, besonders rund um das Café Engel. Ich konnte es mir bildlich vorstellen und finde es tröstlich, dass so ein Ort in dieser grauenhaften Zeit wirklich existiert hat

Fazit:

Nach der Leseprobe hatte ich eine völlig andere Vorstellung der Geschichte. Das ist mir bisher nur sehr selten passiert. Für mich war es nicht ganz rund, dennoch werde ich Teil 2 lesen, da ich wissen möchte wie es weiter gehen wird. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit einigen der Protagonisten.

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Veröffentlicht am 06.03.2019

Spannende Einblicke in die Zeit von 1945

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Meine Zusammenfassung:
Wiesbaden im Jahr 1945, es tobt der zweite Weltkrieg. Deutschland ist am Ende. Hilde ist eine junge Dame und Tochter des Cafébesitzers Heinz. Doch seit dem Krieg und dem Einzug von ...

Meine Zusammenfassung:
Wiesbaden im Jahr 1945, es tobt der zweite Weltkrieg. Deutschland ist am Ende. Hilde ist eine junge Dame und Tochter des Cafébesitzers Heinz. Doch seit dem Krieg und dem Einzug von Heinz ist nichts mehr wie es war. Als die Amis Wiesbaden von den Nazis befreien, will Hilde unbedingt das Café wieder eröffnen, dabei ist es alles andere als einfach in dieser Zeit. Hilde hofft auch verzweifelt auf die Rückkehr ihres französischen Geliebten.

Luisa wächst als uneheliche Tochter eines Großgrundbesitzers in Ostpreußen auf. Nach dem Tod des Vaters muss Luisa mit ihrer Mutter das Anwesen verlassen. Sie bauen sich zusammen ein neues Leben in Stettin auf. Doch die Wirren das Kriegs zwingen sie zur Flucht nach Deutschland. Dort wohnt Luisas Onkel, der ein Café in Wiesbaden besitzt.

Hilders Vater Heinz wurde von den Franzosen gefangen genommen und muss nun als Mienenhelfer Dienst schieben. Dabei könnte jeder Schritt sein letzter sein. Wird er seine geliebte Familie und das Café jemals wiedersehen?

Julia ist als Jüdin von Hildes Familie beschützt worden, nach der Befreiung muss sie wieder nach und nach lernen im normalen Leben klar zu kommen.


Meine Bewertung:
Die Autorin hat sich sehr viel Mühe bei der Recherche gemacht. Meine Oma hat ja zur damaligen Zeit schon gelebt und konnte mir so einiges erzählen. Daher kamen mir viele Sachen wie z.B. das Hamstern auf dem Land bekannt vor. Allerdings wohnte die auf dem Land und hatte es daher deutlich leichter als Hilde in Wiesbaden. Ich habe mich gut in der Zeit zurückgeführt gefühlt. Für mich ist sie dadurch recht lebendig und greifbar geworden.

Die Geschichte teilt sich aus der Sicht verschiedener Personen auf. Alle hängen miteinander zusammen. So lernen wir nacheinander Hilde, Heinz, Julia, Luisa und Jean-Jacques kennen. Die Abschnitte wechseln daher immer mit einer neuen Person. Dem ein oder anderen Leser könnte dieser Wechsel eventuell zu viel sein. Mir hat er gut gefallen, so blieb es spannend und man musste sich noch ein bisschen gedulden bis man wusste wie es weiter geht.

Allerdings hatte ich wenig Sympathie für Hilde und Jean-Jacques. Bei Hilde wundert mich das etwas. Sie ist immerhin ein wichtiger Hauptcharakter. Aber ihre Art hat mir nicht gefallen. Sie war wie eine verwöhnte Göre, die immer das bekommt was sie will. Und als Luisa auftaucht wird sie erst so richtig fies. Am Ende wendet sich das Blatt aber irgendwie kam mir das nicht glaubhaft vor. Jean war einfach dumm und unzufrieden mit seinem Leben. Sein Bruder tanzt ihm auf der Nase rum und er macht alles brav mit.

Am meisten hat mir Luisa gefallen. Sie war immer so positiv, trotz ihrer langen Flucht. Ihr ganzes Leben lang hat sie immer nur Pech gehabt. Ich habe immer mit ihr Mitgefiebert.

Die Autorin hat wirklich ein großes Portfolio an Charakteren geschaffen. Da ist für jeden was dabei und jede Schrecklichkeit des Krieges wird aus einer anderen Perspektive erzählt. Bei Luisa und Heinz war es oft besonders schlimm und traurig. Wer historische Romane liebt, wird auch diesen mögen.

Das einzige was ich hier bemängeln kann, ist das Ende, dass war mir zu "Happy End" mäßig. Aber ich muss auch sagen, das sich die Leser, dies meist sogar wünschen. Leser der Valerie Lane Reihe von Manuela Insua bekommen in jedem Buch ein Mega Happy End serviert und alle lieben es. Daher darf ich hier nicht zu sehr in die Kritik gehen. Immerhin haben sich 1945 alle ein Happy End für sich und die Familie gewünscht.

Danke für diesen Rückblick in die Vergangenheit, gegen das Vergessen in der jungen Generation und für die Zukunft. Krieg sollte nie eine Lösung sein.

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