Cover-Bild Die Stille der Toten
Band 1 der Reihe "Kommissar Preusser"
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau TB
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Polizeiarbeit
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 22.09.2020
  • ISBN: 9783746637037
Maximilian Rosar

Die Stille der Toten

Kriminalroman
Der Tote aus dem Fluss. Frankfurt im Mai 1967. Im Main wird die Leiche eines ermordeten amerikanischen Reporters angespült, der über die Prozesse gegen die Täter von Auschwitz berichtete. Da der Tote selbst Jude war, gewinnt der Fall enorme politische Sprengkraft. Kommissar Preusser übernimmt die heiklen Ermittlungen und befindet sich bald darauf in einem Geflecht aus Schuld und Vertuschung der dunklen deutschen Vergangenheit. Sind die Mörder von damals die Täter von heute? Ein packender Kriminalroman vor dem Hintergrund der sechziger Jahre in Deutschland

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2021

hervorragend

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An diesem Krimi hat mich zu allererst mal die Zeit interessiert, in der er spielt. Die 60ger Jahre des 20.ten Jahrhunderts werden für meinen Geschmack viel zu selten als Epoche für Romane gewählt. Dabei ...

An diesem Krimi hat mich zu allererst mal die Zeit interessiert, in der er spielt. Die 60ger Jahre des 20.ten Jahrhunderts werden für meinen Geschmack viel zu selten als Epoche für Romane gewählt. Dabei sind es diese Jahre, die den Grundstock für die Entwicklung der BRD und der DDR für die Nachkriegsgenerationen gelegt haben. Er nach 20 Jahren wird versucht, die Nazidiktatur und die Kriegsgräuel wirklich aufzuarbeiten. Die Menschen, die den Krieg noch aktiv miterlebt haben und die Menschen, die später geboren sind, ringen um die Wahrheit u.a. im Ausschwitz-Prozess. Gleichzeitig vertiefen sich die Gräben zur DDR.

Kommissar Preusser ist ein spannender Charakter. Soldat im zweiten Weltkrieg, nun Polizist mit dem Wunsch, aus seinen Fehlern zu lernen und im neuen Job wegzukommen von Obriigkeitsdenken und die Realitäten leugnen. Auch wenn seine Chefs und alte Nazis ihm jede Menge Steine in den Weg legen. Und die eigenen Dämonen ihn nach wie vor verfolgen.

Ein wirklich toller Krimi. Glaubhaft, trickreich erzählt, am Ende sehr spannend. Ich hoffe sehr darauf, mehr von diesem Autor zu lesen.

Veröffentlicht am 23.11.2020

Historisch

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Das Buch spielt im Jahr 1967 in Frankfurt. Als ein amerikanischer Reporter ermordet wird, zeichnet sich schnell ein Zusammenhang über eine dubiose SS-Vergangenheit und jüdische Kinder, die vermittelt wurden, ...

Das Buch spielt im Jahr 1967 in Frankfurt. Als ein amerikanischer Reporter ermordet wird, zeichnet sich schnell ein Zusammenhang über eine dubiose SS-Vergangenheit und jüdische Kinder, die vermittelt wurden, ab. Ich fand den Krimi sehr spannend. Der Bezug zum Nationalsozialismus war interessant mit viel Hintergrundinformationen. Aber auch die Zeit um 1967 wurde wunderbar wiedergegeben. Die Story an sich fand ich aufregend, was auch bis zum letzten Seite so blieb. Die Figuren waren interessant und tiefgründig und auch der Schreibstil war toll. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann das Buch empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.10.2020

vielschichtiger Krimi

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In Frankfurt wird ein Toter aus dem Main gefischt. Es ist 1967 und in Frankfurt laufen die zweiten Auschwitz Prozesse. Es stellt sich heraus, dass der Tote von dort berichtet hat und noch dazu amerikanischer ...

In Frankfurt wird ein Toter aus dem Main gefischt. Es ist 1967 und in Frankfurt laufen die zweiten Auschwitz Prozesse. Es stellt sich heraus, dass der Tote von dort berichtet hat und noch dazu amerikanischer Jude ist. Damit erhält der Fall eine Brisanz, die auch obere Stellen aufhorchen lässt.

Nach und nach stellt sich heraus, dass die Vergangenheit noch immer in die Gegenwart wirkt.

Ich fand das Buch wirklich toll komponiert. Es geht nicht nur um die Aufklärung des Falls, sondern auch um den Umgang der Generationen mit der Vergangenheit. Hauptkommissar Preusser war selbst als Soldat im Krieg und dieser Fall spült bei ihm Erinnerungen hoch, mit denen er nicht gut zurecht kommt. Der jüngere Kollege Wiedemann kann nicht verstehen, warum Preusser immer den Befehlen folgt und nie bereit ist, Regeln auch mal großzügiger auszulegen. Und Preussers Tochter Elke versteht nicht, warum ihr Vater nie über den Krieg spricht. Es treffen hier Generationen aufeinander, die einen wollen einfach weitermachen und die Vergangenheit begraben, die anderen endlich aufbrechen und etwas verändern im Land. So trifft Preusser auch immer wieder auf Studenten, die sich den Protesten anschließen und gerät in Berlin in die Demonstrationen gegen den Schah von Persien. Diese Begegnungen bringen ihn dazu über seine Positionen nachzudenken und sich selbst zu verändern.

Bei seinen Kollegen zeigen sich die unterschiedlichen Umgehensweisen mit der Vergangenheit, da wird geleugnet und verdrängt, nur die wenigsten sprechen ehrlich über ihre Vergangenheit. Am Ende wird immer darauf verwiesen, dass nur Befehle befolgt wurden.

Der Fall an sich hat es in sich und Preusser lernt, doch seinem Gewissen und seinem Bauchgefühl zu folgen, auch wenn seine Vorgesetzten versuchen den einfachen Weg zu gehen. Es kommt immer wieder zu überraschenden Wendungen, auch wenn ich relativ früh ein Gefühl für das eigentliche Motiv hatte, bin ich immer wieder überrascht worden.

Ich würde mich sehr freuen noch mehr von diesem Autor zu lesen, ich habe in letzter Zeit nur selten einen so vielschichtigen Krimi in die Hände bekommen. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.09.2020

Befehle

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Klappentext

1967: Ein Mord erschüttert Frankfurt.
Als im Main eine Leiche angespült wird, übernimmt Kommissar Preusser die Ermittlungen. Der Tote ist ein junger amerikanischer Reporter, der über die Auschwitzprozesse ...

Klappentext

1967: Ein Mord erschüttert Frankfurt.
Als im Main eine Leiche angespült wird, übernimmt Kommissar Preusser die Ermittlungen. Der Tote ist ein junger amerikanischer Reporter, der über die Auschwitzprozesse in Frankfurt berichten wollte. Damit bekommt der Fall eine brisante politische Dimension. Am liebsten möchte man ihn daher als schlichten Raubmord behandeln, doch Preusser zweifelt daran. Offenbar suchte der Amerikaner Akten über jüdische Kinder, die während des Krieges an Parteibonzen vermittelt wurden. Als eine Frau, die mit einem SS-Mann verheiratet war, ermordet wird, glaubt Preusser, endlich auf der richtigen Spur zu sein.

Meinung

Ein Mord der kein Mord sein darf. Denn wenn es einer ist, werden Fragen aufgeworfen die keiner beantworten will. Wenn es ein Mord ist, müssen sich alle ihrer Vergangenheit stellen und das in einem Land das kollektiv nach vorne schaut und bloß nicht zurück.
Der Autor gibt die Zeit der 60er Jahre in Deutschland eins zu eins wieder. Atmosphärisch dicht als ob man sie als Leser wieder erlebt oder für die Jüngeren unter uns endlich verständlich und nachvollziehbar wird.
Auch hat er eine Erklärung warum viele ihre Taten im 2. Weltkrieg mit "Ich habe nur einem Befehl gefolgt" begründet haben, gefunden. Für mich ein annehmbarer Versuch.
In der Person des Kriminalkommissars kommt alles zusammen. Ein selbstständig denkender Mensch, ein Befehlsempfänger, ein Vater und Ehemann, der mit den Dämonen seiner Taten während des Krieges kämpft.
Er ist Befehlen gefolgt obwohl er es besser wusste. Jetzt begehrt er auf, ändert sein Verhalten und hat damit Erfolg. Die Zerrissenheit dieser Person wurde deutlich, was will ich, was denken die anderen von mir.
Auch seine Kollegen kämpfen auf verschiedene Weise mit der Vergangenheit. Die Älteren wollen vergessen, die Jüngeren wollen Antworten.
Spannender Krimi mit vielen Wendungen, vor diesem Hintergrund ungeheuer nachhaltig.

Veröffentlicht am 22.09.2020

Spannende Zeitreise: Kriminalfall im Jahr 1967

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Eine Leiche treibt im Main. Nackt, US-Amerikaner und auch noch Jude mit deutschen Eltern. Ein Journalist der über Nazi-Prozesse berichtet hat. Und das alles im Frankfurt des Jahres 1967. Es gibt Indizien, ...

Eine Leiche treibt im Main. Nackt, US-Amerikaner und auch noch Jude mit deutschen Eltern. Ein Journalist der über Nazi-Prozesse berichtet hat. Und das alles im Frankfurt des Jahres 1967. Es gibt Indizien, die auf einen Raubmord hindeuten, doch Kommissar Preusser glaubt nicht daran. Man will seine Ermittlungen behindern und möglichst geräuschlos zu einem Ende führen. Doch Preusser ermittelt weiter und stößt auf Hintergründe die in eine Zeit reichen, die manche gerne verdrängen würden. Dabei wird er mit seinen eigenen Albträumen konfrontiert, denn auch er war an der Front im 2. Weltkrieg und hat sich – zumindest moralisch – schuldig gemacht. Wird er die Ermittlungen gegen alle Widerstände zu einem guten Ende bringen können? Und wird er sich seinen eigenen Dämonen stellen? Das Finale ist furios, überraschend und bis zur letzten Seite spannend!
Meine Meinung: was für ein atmosphärisch dichtes, spannendes und – in der Figur des Kommissar Preusser - auch bewegendes Buch. Eine packende Betrachtung Deutschlands im Jahre 1967, zwischen Aufbruch, altem Mief und Studentenunruhen. Für mich sehr, sehr verdiente fünf von fünf Sternen.

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