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Veröffentlicht am 11.02.2022

Vom Schlachttier zur Waldkuh!

Elsa büxt aus
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"Elsa büxt aus – Eine ziemlich wahre Geschichte" von Christiane Wittenburg und Linda Mieleck haben wir auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt und waren von den Illustrationen schwer begeistert, da sie ...

"Elsa büxt aus – Eine ziemlich wahre Geschichte" von Christiane Wittenburg und Linda Mieleck haben wir auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt und waren von den Illustrationen schwer begeistert, da sie mit Wasserfarben gestaltet sind und sehr naturgetreu daherkommen. Als wir dann auch noch die Hintergründe zum Verlag kennenlernten, waren wir noch mehr begeistert. Denn hier werden wahre Geschichten zu Papier gebracht und für Kinder zugänglich gemacht. Gleichzeitig wird mit jedem Buch der Begegnungs- und Gnadenhof „Dorf Sentana“ unterstützt.

Die Autorin und die Illustratorin:
Christiane Wittenburg wohnt im süddeutschen Erding. Sie ist Mutter zweier Kinder und lebt mit ihrer Familie in einem Haus mit kleinem Garten. Früher arbeitete sie für die Würzburger Zeitung sowie einen Verlag. Inzwischen ist sie als Lehrerin, freiberufliche Lektorin und Kinder- und Jugendbuchautorin tätig.
Linda Mieleck zeichnete schon als Kind gerne. Sie machte im Fachbereich Gestaltung ihr Diplom, sowie einen Master. Seither lebt sie in Bielefeld und ist als freiberufliche Grafik- und Kommunikationsdesignerin sowie Marketingberaterin tätig.

Inhalt:
„Heute fährt Elsa zum ersten Mal in ihrem Leben in einem LKW – das klingt nach Abenteuer. Aber Elsa fühlt sich gar nicht wohl. Als die Tür geöffnet wird, rennt sie deshalb einfach davon. Sie rennt und rennt so schnell sie kann, bis in den Wald. Hier gefällt es Elsa. Sie beschließt, eine Waldkuh zu werden. Doch das ist gar nicht so einfach, wie sie sich das vorgestellt hat …
Diese fast wahre Bildergeschichte erzählt die Geschichte von Elsa, die vom Schlachthof ausgebüxt ist und nun im Dorf Sentana lebt.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Wie bereits oben erwähnt, hat uns das Cover gleich angesprochen. Die dort abgebildete Kuh Elsa ist sehr naturgetreu gezeichnet worden und trabt über eine Wiese, hinein in den Wald, der sich vorne abzuzeichnen scheint. Somit wird die Thematik sehr gut eingefangen, denn Elsa rennt um ihr Leben, hinein in den Wald, wo sie erst einmal zu sich selbst finden muss.

Auch im Buch finden sich einige naturgetreue, lebendige Zeichnungen der verschiedenen Tiere, denen Elsa auf ihrem Weg durch den Wald hin zum Gnadenhof begegnet. Das hat uns wirklich gut gefallen, denn einige Kinder wissen ja heutzutage gar nicht mehr, wie die Tiere genau aussehen, sondern kennen nur überzeichnete Comic-artige Bilder von ihnen.

Die Autorin hat einen gut verständlichen Schreibstil und berichtet recht umfangreich und sehr einfühlsam über Elsa und ihr Schicksal, ohne dabei ein Grauen bei den Kindern zu verursachen. Auch hat sie keinen Zeigefinger erhoben, um beispielsweise das Fleischessen zu verteufeln. Dennoch zeigt sie indirekt auf, wo das Fleisch herkommt, welches am Ende auf dem Teller landet.

"Elsa büxt aus" ist ein schönes Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren. Kindgerecht wird Elsas Geschichte erzählt, wie sie um ihr Leben rennt, versucht im Wald ihren Platz zu finden, um am Ende auf einem tollen Hof anzukommen, in welchem sie geliebt und gepflegt wird und einen schönen Lebensabend genießen kann. Wir können das Buch uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Überleben in der Wildnis mit Ruby Black!

Unheimlich gefährlich – Survivalcamp mit Ruby Black
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Die verrückte und etwas paranoide Ruby Black ist zurück. Nachdem wir sie in "Unheimlich peinlich – Das Tagebuch der Ruby Black" kennenlernen durften, ging es nun im neuen Teil der Reihe "Unheimlich gefährlich ...

Die verrückte und etwas paranoide Ruby Black ist zurück. Nachdem wir sie in "Unheimlich peinlich – Das Tagebuch der Ruby Black" kennenlernen durften, ging es nun im neuen Teil der Reihe "Unheimlich gefährlich – Survival Camp mit Ruby Black" von Cally Stronk & Constanze von Kitzing mitten in den Wald, wo sie auf Klassenfahrt lernen soll, in der Wildnis zu überleben. Gar nicht so einfach, wenn man Freund Ben vermisst und Freundin Selma sich plötzlich mit der neuen Klassenkameradin prächtig zu verstehen scheint, die noch dazu ihre Feindin aus der alten Schule ist. Da kann man schon mal überreagieren.

Die Autorin und die Illustratorin:
Cally Stronk (geboren 1977) ist Autorin. Sie hat an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert. Danach war sie in den Bereichen Redaktion, Film und Musik tätig. Seit 2010 schreibt sie hauptsächlich Kinderbücher. Da sie selbst als Kind in der Nähe eines Friedhofs gewohnt hat, wollte sie gerne auch einmal ein Buch darüber schreiben. Wie ihre Protagonistin Ruby hat auch sie einen älteren und einen jüngeren Bruder.
Constanze von Kitzing ist Illustratorin. Ihre Kinderbücher sind international preisgekrönt und in 14 Ländern erschienen. Sie mag besonders lustige und schräge Charaktere. Als Kind führte sie ihr Weg oft über einen Friedhof und so hat sie nur noch vor Spinnen, Dunkelheit, schnellen Autos, angebranntem Essen, dem Klimawandel und schlechten Rezensionen Angst.

Inhalt:
„Juhuuuu!!! Klassenfahrt! Ruby ist begeistert – bis sie erfährt, dass es nicht an den Strand, sondern ins Survival-Camp geht. Mit der fiesen Hyäne, dem verpeilten Schulpsychologen und dem durchgeknallten Hausmeister in die Wildnis? Und dann auch noch ohne Ben? Ruby kriegt Panik. Und zu allem Überfluss kommt auch noch eine neue Schülerin in die Klasse: Hilde – eine der Mobberinnen von Rubys alter Schule …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover ist wie bereits bei dem ersten Teil der Reihe nach Art eines Tagebuchs gestaltet, in welchem es von heimlichen Notizen und witzigen Bildern nur so wimmelt. Diesmal herrschen dir Farben lila und grün vor. Ruby Black ist zu sehen, wie sie einen Rucksack schultert, mit Kriegsbemalung im Gesicht schaut sie uns eigentlich recht mutig entgegen.

So bunt, wie bereits das Cover daher kommt ist auch wieder der Schreibstil der Autorin. Wir erleben hautnah durch die ich-Perspektive mit, wie Ruby ihr Survival Camp erlebt und überlebt. Kombiniert werden die Tagebucheintragungen mit allerhand Zeichnungen der zutage tretenden Protagonisten, wie Freunde, Lehrer oder Mitschüler. Aber auch die Schrift scheint oft ein Eigenleben zu entwickeln und hat hin und wieder Handlettering-Charakter. Eben wie ein echtes Tagebuch eines Mädchens auszusehen hat.

Ruby wirkte in diesem Teil der Reihe immer wieder sehr verzweifelt und nahezu paranoid. So vermisst sie Ben und lässt sich auch gleich von den bereits aus dem ersten Teil bekannten Zwillingen einreden, er könnte sich eine neue Freundin gesucht haben. Gleichzeitig ist da Hilde, das Mädchen aus ihrer alten Schule und eine ihrer damaligen Mobberinnen. Ruby verrennt sich geradezu in Ideen, was Hilde ist alles antun möchte, wie sie sie um die Ecke bringen oder erneut vor ihren neuen Mitschülern demütigen könnte. Da ist es nur schwer auszuhalten, dass Selma so freundlich mit ihr umgeht. So fühlt sich Ruby irgend wann ziemlich allein gelassen und ist am Boden zerstört. Getrieben von Liebeskummer und Panik verstrickt sie sich in allerlei chaotische Situationen, die ganz schön gefährlich werden. Wie sie das Camp überlebt, verrate ich natürlich nicht.

Ich habe das Buch gemeinsam mit meiner Tochter gelesen und sie musste so oft so herzhaft lachen, dass es mir echt eine Freude war. Ich persönlich hab von meiner Perspektive als Erwachsene natürlich oftmals den Kopf schütteln müssen, da Ruby nun wirklich ziemlich oft überdramatisiert. Aber hey, in Ausnahmesituationen und wenn man selbst nicht so viel Selbstbewusstsein hat, dann kommt man eben auch auf die merkwürdigsten Ideen.

"Unheimlich gefährlich – Survival Camp mit Ruby Black" ist ein gelungener Folgeband mit Lachgarantie für Kinder ab 10 Jahren, die gerne Bücher im Tagebuchstil lesen. Durch die vielen Zeichnungen, das Handlettering und die Anmerkungen hat man ein sehr abwechslungsreiches und gleichzeitig rasantes Leseerlebnis, was sicherlich auch Lesemuffel ansprechen wird. Band drei darf im Juni bestimmt auch bei uns einziehen.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Hinab, tief tief ins Meer!

Die Tiefseetaucherin
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"Die Tiefseetaucherin" von Iris Ott ist ein wundervolles, geradezu zauberhaft gestaltetes Buch über das Leben und die Vielfalt tief unten im Meer. Bereits mit dem Buch "Wie man illegal einen Wald pflanzt" ...

"Die Tiefseetaucherin" von Iris Ott ist ein wundervolles, geradezu zauberhaft gestaltetes Buch über das Leben und die Vielfalt tief unten im Meer. Bereits mit dem Buch "Wie man illegal einen Wald pflanzt" hat uns der Verlag absolut überzeugen können. Ihr erstes und bisher noch einziges Bilderbuch steht dem in nichts nach und bereitet viele Informationen zur tierischen Welt im Meer für Kinder von 6 bis 10 Jahren auf. Wir hoffen, dass noch weitere Bücher in dieser Richtung veröffentlicht werden und nehmen die Aufforderung am Ende des Buches ernst und schreiben dem Verlag eine Mail mit unseren Ideen und wünschen.

Die Illustratorin:
Leider gibt es weder auf der Verlagswebseite, noch im Buch nähere Informationen über die Illustratorin Iris Ott zu finden. Da meine Tochter und ich sie aber auf der Frankfurter Buchmesse kennenlernen durften, können wir sagen, dass es sich um eine sehr sympathische und überaus engagierte, junge Frau handelt. Wir hoffen noch viele weitere Kinderbuchillustrationen von ihr entdecken zu können. Bis dahin, „einfach so“ ein Dankeschön für dieses so zauberhaft gestaltetes Buch.

Inhalt:
„Die Tiefsee ist riesig, aber niemand weiß so richtig über sie Bescheid. Das ist blöd, findet die Tiefseetaucherin Juli, steigt in ihr U-Boot Ulf und fährt an die düsteren Stellen der Welt, um sie zu erforschen.
Dort trifft Juli auf den Weltmeister im Armdrücken, den besten Jäger und den mutigsten Fisch des Meeres. Sie findet aber auch eine Cola-Dose, die dreimal so alt ist wie sie selbst, und begegnet einer Tiefseeassel mit argem Bauchweh. Was sie wohl hat? Entdeckt zusammen mit Juli und Ulf die Tiefsee!“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Schon die Aufmachung dieses Buches ist etwas ganz besonderes. So hält man es nicht hochkant vor sich, um es zu lesen, sondern quasi wie eine Klappkarte mit mehreren Seiten im Querformat. Der Buchdeckel wird also nach oben geklappt, nachdem man ihn bewundern konnte. Die kleine Tiefseetaucherin Juli ist hier mit Taucherbrille und Mütze zu sehen, inmitten von allerlei Meeresbewohnern in einem von der Sonne noch beschienenen Teil des Meeres. Warum eine Mütze fragt man sich? Ist doch klar, je tiefer man taucht, umso kälter wird es schließlich.

Die Haptik der Seiten ist wirklich schön. Der Einband fühlt sich so natürlich an, die Seiten wechseln dann von glatt zu rau. Ob das am Druck liegt? Wir wissen es nicht genau, es macht das Lesen und Bilderschauen aber zu einem tollen Erlebnis. Sogar eine optische Täuschung ist zu finden, die sehr raffiniert und dann sogar auch mit einem besonderen Kontext bedacht ist. Lediglich auf Seite 27 gab es eine Illustration, die wir nicht so ganz verstanden haben. Ist das da ein Flip als Größenvergleich, oder ist U-Boot Ulf so klein, im Vergleich zum Mondfisch? Wer es weiß, kann uns gerne in den Kommentaren dazu aufklären.

Auf den ersten Seiten stellen uns die Autoren erst einmal das 9-jährige Mädchen Juli vor. Sie ist ein neugieriges Mädchen und fasziniert von der Unterwasserwelt. Und weil es hier noch so viel unerforschtes Terrain gibt, macht sie sich mit ihrem Untersee-Boot Ulf auf den Weg. Dabei trifft sie bereits bekannte Tiere, aber auch ihr bisher noch unbekannte Wesen der Tiefsee. Wenn sie etwas mal nicht selbst erklären kann, fragt sie einfach die Tiere, die ihr begegnen. Einen Blick ins Buch könnt ihr auf der Webseite des Verlags werfen.

Und so tauchen wir Seite für Seite immer tiefer ab in die Meereswelt, bis wir zum tiefsten Punkt in fast 11.000 Metern Tiefe gelangen. Das ist sogar tiefer, als der Mount Everest (der höchste Berg der Welt) hoch ist. Es wird mit der Zeit dunkler und dunkler und es gibt immer weniger Tiere anzutreffen. Aber dennoch haben sich Lebewesen bis hier unten ausgebreitet und perfekt an die Gegebenheiten in der Dunkelheit unter sehr hohem Druck durch das Wasser angepasst.

Ach ja, und der Umweltschutzaspekt ist natürlich auch in diesem Buch vertreten. Bis in welche Tiefen ist unser Müll im Meer zu finden und welche Folgen hat dies für die Tierwelt und für uns Menschen? All das wird in diesem Bilderbuch sehr gut beschrieben und für Kinder optimal aufbereitet.

"Die Tiefseetaucherin" ist ein absolut gelungenes Bilderbuch über die noch so unerforschte Meereswelt. Wir können zwar auf den Mond fliegen, doch wissen wir immer noch längst nicht alles über die Tiefsee. Diese ist zwar um ein Vielfaches weniger tief, als der Mond von uns entfernt, dennoch gibt es hier wohl noch so vieles mehr zu entdecken, wenn die technischen Möglichkeiten dazu gegeben wären. Dieses Buch ist ein Muss für alle Fans der Meerwelt und eine echte Bereicherung für das Kinderzimmer.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Die Wahrsager sind zurück!

Akademie Fortuna - Eine Vision zur richtigen Zeit
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Zurück an der Schule für Wahrsagerei durften wir wieder in eine magische Welt abtauchen. Wir wurden mitgerissen, mitten hinein in den zweiten Teil der "Akademie Fortuna" von Sarah M. Kempen, wo wir alle ...

Zurück an der Schule für Wahrsagerei durften wir wieder in eine magische Welt abtauchen. Wir wurden mitgerissen, mitten hinein in den zweiten Teil der "Akademie Fortuna" von Sarah M. Kempen, wo wir alle so sympathischen und auch einige weniger sympathische Charaktere wiedertreffen durften. Während in Band eins "Akademie Fortuna – Wenn Wahrsagen so einfach wäre" Themen wie Vorurteile, Konkurrenzkampf und Leistungsdruck im Vordergrund stehen, wird es im zweiten Teil "Akademie Fortuna – Eine Vision zur richtigen Zeit" wieder sehr spannend, denn es gilt, Ben aus den Fängen seines bösen Vaters zu retten.

Die Autorin und die Illustratorin:
Sarah M. Kempen (geboren 1992) wollte schon immer Kinderbuchautorin werden, so musste sie niemals erwachsen werden. Sie studierte an der Akademie für Kindermedien. Heute schreibt sie Filme und Bücher für Kinder. Hierbei liebt sie es, sich außergewöhnliche Namen auszudenken.
Alicia Räth (geboren 1999) studierte an der Designakademie in Rostock und zog hinterher in eine kleine Stadt in Bayern. Dort arbeitet sie als Illustratorin und geht mit ihrem Hund auf lange Spaziergänge durch de bergige Landschaft.

Inhalt:
„Sorry Fortune kann aufatmen: Bei der großen Prüfung hat sie alle an der Akademie Fortuna von der Kraft ihrer Alltagsvorhersagen überzeugt. Nun könnte das Schuljahr entspannt weitergehen. Doch die Zukunft hält das nächste Abenteuer bereit, denn die alte Fehde zwischen den Wahrsagerfamilien holt die Akademie ein und Mitschüler Ben wird von seinem eigenen Vater Mal Chievous entführt. Sorry und ihre Freunde setzen alles daran, Ben aus den Fängen des Vaters zu befreien – und machen eine Entdeckung, die die Wahrsagerwelt erschüttern wird.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover des zweiten Teils passt sehr gut zum ersten Band. Aus einem Oval schauen uns diesmal die Kinder Sorry, Estrella und Ben entgegen. Vor ihnen leuchtet eine Kristallkugel aus einem viel zu klein geratenen Koffer heraus. Im Hintergrund sehen wir einen Baum, der für die Geschichte noch eine wichtige Funktion haben wird. Titel und Untertitel prangen auf Bannern, die etwas altertümlich wirken und zeigen, dass es sich hier um jahrhundertealte Wahrsagepraktiken handeln muss. Was es mit den Lederschnallen am Rand auf sich hat, bleibt uns weiterhin ein Rätsel.

Im Verlauf der Geschichte sind immer wieder kleinere Illustrationen der Künstlerin Alicia Räth zu finden, welche einzelne Episoden der Handlung darstellen. Wieder einmal störte uns hier etwas das Größenverhältnis der Wahrsagekugel im Koffer, dessen Deckel sich so niemals schließen lassen würde.

Sarah M. Kempen schlägt erneut einen gut verständlichen und flüssigen Ton an und zog uns damit wieder direkt in ihren Bann. Wir wurden mitten in die Geschichte geworfen, welche sich fließend an Band eins anfügt und erleben Sorrys und Missys Sorge um den entführten Ben hautnah mit. Einige Charaktere aus dem ersten Band stehen den beiden bei der Suche nach Ben zur Seite und so entsteht eine immer größere Gemeinschaft bestehend aus den Mitgliedern der verschiedenen Häuser. Und auch unerwartete Hilfe ist zu finden, wenn man danach sucht.

Da ein wenig Zeit zwischen dem Lesen der beiden Bücher verstrichen ist, mussten wir uns erst einmal wieder ein wenig in die Familienkonstellationen einarbeiten und waren froh, dass wir unseren selbstgeschriebene Stammbaum der Fortunes/Chivous‘ Familie parat hatten. Aber auch die der anderen Familien würde uns ungemein interessieren.
Deshalb haben wir weiterhin drei Wünsche für den nächsten Teil der Reihe:
1. Stammbäume der wichtigsten Wahrsagerfamilien
2. Eine Liste der vielen Protagonisten mit Familienzugehörigkeit
3. Eine Liste der neun verschiedenen Wahrsagearten mit allen besonderen Details
Das würde sich bestimmt ganz wunderbar im Vorder- und Hinterdeckel anbieten und gleichzeitig die Buchreihe noch weiter aufwerten.

"Akademie Fortuna – Eine Vision zur richtigen Zeit" fügt sich nahtlos an den ersten Teil an und hat eine rasante Geschichte zu bieten. Diesmal stehen weniger die Arten der Wahrsagerei im Zentrum, sondern vielmehr der Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Wahrsagerfamilien. Das Setting konnte uns wieder absolut überzeugen und wir durften sogar auch außerhalb der Akademie weitere Teile jener Welt entdecken. Diese absolut gelungene Fortsetzung können wir demnach uneingeschränkt weiterempfehlen und freuen uns schon, wenn im Mai der dritte Teil Akademie Fortuna – Das Geheimnis der Vergangenheit erscheint.

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Veröffentlicht am 29.01.2022

Eine überraschend ergreifende Geschichte!

Regenglanz
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Ich gebe zu, ich hatte bei "Regenglanz" von Anya Omah eine leichte Liebesgeschichte mit nettem Plot erwartet und war deshalb sehr überrascht, wie tiefgründig und ergreifend die Geschichte von Alissa und ...

Ich gebe zu, ich hatte bei "Regenglanz" von Anya Omah eine leichte Liebesgeschichte mit nettem Plot erwartet und war deshalb sehr überrascht, wie tiefgründig und ergreifend die Geschichte von Alissa und Simon wurde. Das Lesen stellte sich als eine gefühlvolle Achterbahnfahrt zwischen Lachen und Weinen heraus und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es war mein erstes Buch der Autorin und ich werde die beiden Folgebände, in denen es um die besten Freundinnen von Alissa geht, definitiv auch lesen, sobald sie erschienen sind.

Die Autorin:
Anya Omah (geboren 1984) war als medizinisch-technische Laborassistentin und Wirtschaftspsychologin tätig, bevor sie sich als Autorin verwirklichte. Sie selbst sagt darüber: «Ich war verrückt genug, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und kehrte dem sicheren Bürojob den Rücken. Aber mal ehrlich … wie verrückt kann es sein, einen Traum zu leben, wenn man die Chance dazu bekommt?» 2014 veröffentlichte sie ihren Debütroman, seither folgten weitere New-Adult-Romane. Mit der Sturm-Trilogie erscheinen ihre Bücher zum ersten Mal über einen Verlag.

Inhalt
„Verletzlich, aber stark
Kunststudentin Alissa arbeitet neben der Uni als Tätowiererin. Sie ist gut in ihrem Job, ausgesprochen gut. Nur scheint das ihren neuesten Kunden nicht zu interessieren, der sich offenbar kein Tattoo von einer Frau stechen lassen will. Sexistischer Mistkerl.

Entschlossen, aber sanft
Als Sportstudent Simon Alissa das erste Mal sieht, rauben ihm ihre tiefblauen Augen fast den Atem. Er fühlt sich sofort von ihr angezogen – und will ihr auf keinen Fall das extrem peinliche Tattoo zeigen, das eigentlich überstochen werden soll. Aber nun hält sie ihn für ein Arschloch. Und das ist noch schlimmer.

Zusammen, aber verloren
Alissa und Simon. Während der Sitzungen lernen sich die beiden kennen – und mit jedem Treffen knistert es mehr. Doch keiner von ihnen ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass sie mit ihrer beginnenden Beziehung gerade ein Tabu brechen …“

(Klappentext)

Kritik und Fazit:
Die Regentropfen auf dem Cover spiegeln einige schöne und wichtige Szenen der Geschichte wieder und haben eine ganz tiefe Bedeutung, wenn man erst mal die Story gelesen hat. Auch das Dreieck mit den Wolken darin wird im Verlauf der Geschichte erwähnt und hat eine tolle Symbolik für Alissa. Alles ist in Grüntönen gehalten und harmoniert so sehr schön miteinander.

Anya Omah hat mich sofort abgeholt und regelrecht in die Geschichte gesogen. Sie hat einen authentischen Schreibstil und Alissa und Simon bekommen sofort eine gewisse Klarheit und waren mir zu jeder Zeit äußerst sympathisch. Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Alissa und Simon erzählt, sodass man gut in die Gefühlswelt beider hineinblicken kann.

Was man über den Klappentext nicht erfährt, ist die unglaubliche Tiefe, die diese Geschichte inne hat. Es geht nicht um eine simple Liebesgeschichte, die nach Schema F abläuft. Hier geht es um so viel mehr, um Vertrauen, um Verlust, den Tod und toxische Beziehungen in ihren unterschiedlichen Facetten. Beide Protagonisten haben in ihrem Leben unheimlich viel Leid erfahren müssen und wurden dadurch stark geprägt. Während Simon sein Herz auf der Zunge trägt und seine Meinung sowie seine Gefühle offen und ehrlich äußert, ist es für Alissa sehr schwer, ihre Gedanken und Gefühle zu offenbaren, da sie keinen um sich verletzen will. Sie ist sehr empathisch und aufopfernd. Simon passt in dieser Hinsicht auch sehr gut zu ihr, denn auch ihm liegt viel an den wenigen Menschen, die ihm geblieben sind und so tut er alles für jene, die er liebt.

Die Nebencharaktere sind ebenso charmant, auch wenn die besten Freunde der beiden Calla, Leo und Alex fast ein wenig blass bleiben, da sie oft abwesend sind (was auch der Geschichte und den Hintergründen geschuldet ist). Und trotzdem haben sie an passender Stelle wahre und wichtige Worte, die besonders Call und Leo auf verschiedenen Wegen Alissa zukommen lassen. Aber besonders Simons Familie hat mein Herz im Sturm erobert. Die Familienmitglieder sind allesamt so herzlich und gleichzeitig lieben sie es, miteinander zu kabbeln. Das war einfach sehr schön zu lesen. Auch Alissa und Simon bieten sich viele Wortgefechte, die einfach nur Spaß machen und mich immer wieder zum Schmunzeln und Lachen gebracht haben.

"Regenglanz" ist ein wundervoll gefühlvoller Roman mit einer unheimlichen Tiefe, die ich so nicht erwartet hatte. Da ist der Klappentext fast schon ein wenig irreführend, denn es bleibt nicht nur bei den Tattoo Sitzungen, diese bewegen sich fast schon im Hintergrund. Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich war zutiefst bewegt von den Schicksalen der beiden Protagonisten und kann das Buch absolut empfehlen.

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